Euro-Krise und – in der Regel gleichbedeutend – Staatsschuldenkrise (euro crisis, sovereign-debt crisis)

Spätestens im Zuge der Griechenland-Krise in allen Medien 2009 aufgekommene, ständig wiederholte Sprachformel (phrase). Inhaltlich ist damit gemeint, dass die Eurozone wegen der hohen Staatsverschuldung einiger Mitglieder vor Problemen steht, die sich vor allem auf ein mögliches Bailout beziehen. In der breiten Öffentlichkeit indessen verstand man das so, dass der EUR als Zahlungsmittel und vor allem als Wertspeicher nicht mehr verlässlich sei, wiewohl die Kaufkraft des EUR innert des von der EZB gesteckten Rahmens blieb. Das führte vor allem dazu, dass viele private Sparer in Edelmetalle umstiegen, und sich der Goldpreis dadurch beträchtlich erhöhte. – In diesem Zusammenhang wurde an die Suez-Krise 1956 erinnert. Weil der Suez-Kanal (Suez Canal) gesperrt war, befürchtete man eine Verknappung von Öl. Denn zu dieser Zeit kam Rohöl (crude oil) hauptsächlich auf dem Weg durch den Suez-Kanal zu den Raffinerien (refineries) in Europa. Die beständigen Meldungen über einen bevorstehenden Ölmangel führte dazu, dass Privathaushalte in grossem Masse Speiseöl (edible oil) horteten. – Siehe Angleichungsautomatismus, Binnenflexibilität, Finanzsolidarität. – Vgl. Monatsbericht der EZB vom November 2012, S. 28 f. (Auswirkung der Euro-Krise auf die Refinanzierungsbedingungen), Finanzstabilitätsbericht 2012, S. 18 ff. (ausführliche Darstellung der Staatsschuldenkrise; viele Übersichten; Literaturverweise).

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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