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Biographische Übersicht Johann Heinrich Jung-Stilling

veröffentlicht am

BIOGRAPHISCHE ÜBERSICHT JOHANN HEINRICH JUNG-STILLING
(Vortrag Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen)

1740 12. September: geboren in Grund, Fürstentum Nassau-Siegen
1742 Tod der Mutter; Erziehung in gläubiger Grossfamilie auf;  Morgengebet kniend
1747 Grundschule im Heimatort. –  Frühe Mithilfe in Handwerk und Landwirtschaft
1750–1755 Lateinschule in Hilchenbach; Schneiderlehrling beim Vater
1756–1760 Schullehrer in seiner Heimat. Selbststudium in Mathematik, Geologie  Doktorarbeit, Rektoratsrede 1792!, Physik, Geodäsie  Gehilfe des Patenonkels bei Vermessungsarbeiten. Lernt Flöte, Klavier, Orgel

1762 Wanderschaft in das Herzogtum Berg. Schneidergeselle in Solingen und Radevormwald; durch Meister Kontakt zum Pietismus (Anhänger Tersteegens)
1763–1770 Hauslehrer und Assistent bei dem Industriellen, Gutsbesitzer und Grosshändler Peter Johannes Flender an der Wupper. \“Ökonomische Akademie\“
Dienstreisen. – Selbststudium (Hebräisch, Griechisch, Französisch; Medizin  Anatomie, Physiologie; Augenheilkunde: 1778 Laien-Ophthalmologe
1770 Verlobung mit Christine Heyder aus Ronsdorf; 1771 Heirat. 3 Kinder, 2 überleben Hanna  Schwarz; Jakob  Frau und Kinder sterben 1812 bei Seuche)
1770–1772 Studium der Medizin in Strassburg. Goethe, Herder

1772–1778 Praktischer Arzt, Geburtshelfer und (reisender) Augenarzt in Elberfeld.
Bis zum Lebensende etwa 3 000 Operationen und zirka 20 000 ophthalmologische Behandlungen. – Zahlreiche technische und ökonomische Aufsätze
1774 Elberfelder Zusammenkunft (Goethe, Lavater)
1777 Erster Teil der Lebensgeschichte, von Goethe zum Druck befördert

1778 Berufung als Professor für angewandte ökonomische Wissenschaften an die Kameral Hohe Schule in Kaiserslautern. Beginn der Serie von 11 Fachbücher
Wichtige Romane, vor allem \“Theobald oder die Schwärmer\“. Zeitschrift \“Der Volkslehrer\“
1781 Christine Heyder stirbt. – Hochzeit mit Selma von St. George. 6 Kinder aus dieser Ehe. Eine Tochter stirbt knapp 16jährig, eine unverheiratet 1821, die anderen vor dem dritten Altersjahr ( Kindersterblichkeitsrate in Pfalz bei 50%)
1784 Eingliederung der Kameral Hohen Schule in die Universität Heidelberg; Umzug
1785 Kurpfälzischer Hofrat ( Vorteile als reisender Augenarzt!)

1787– 1803 Professor für Ökonomik in Marburg. Ausgedehnter Briefwechsel (zeitlebens mehr als 15 000 Briefe). Reisen zu Augenkranken trotz widriger Zeitumstände. Diese treiben zum Wirken um verinnerlichte Religion an (\“Heimweh\“, \“Grauer Mann\“, \“Siegsgeschichte der christlichen Religion\“ – aber auch \“Blicke in die Geheimnisse der Natur=Weisheit\“, \“Szenen aus dem Geisterreich\“)
1790 Selma von St. George stirbt. – Dritte Ehe mit Elisabeth Coing. 4 Kinder aus dieser Verbindung, 3 überleben

1803–1806 Ratgeber des Grossherzogs Karl Friedrich von Baden mit Sitz zunächst in Heidelberg. Volksreligiöse Schriften. Reisen zu Augenkranke:  1801 (Vermächtnis Witwe Cleofe Frey, Winterthur), 1802 und 1806 in die Schweiz
1806 Umzug nach Karlsruhe
1808 \“Theorie der Geister=Kunde\“: in Basel, Elsass, Württemberg und in der Brüdergemeine verboten: Hades, Schutzengel, Gebet für Verstorbene
1817 2. April: Tod (Wasser in der Lunge). Drei Wochen zuvor starb seine dritte Ehefrau. 7 der 13 Kinder waren ihm in den Tod vorausgegangen



Literatur (Auswahl):

(1) Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte. Vollständige Ausgabe, mit Anmerkungen hrsg. von Gustav Adolf Benrath, 3. Aufl. Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft) 1992. – Die \“Lebensgeschichte\“ in dieser Ausgabe ist durch guten Druck, sorgfältige Einleitung und nützliche Anmerkungen sowie Register allen anderen vorzuziehen.

(2) Gerhard Merk: Jung-Stilling. Ein Umriß seines Lebens, 2. Aufl. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 2013. – Schildert mehr die äußeren Lebensumstände. Mit zahlreichen Abbildungen und Register.

(3) Otto W. Hahn: Selig sind, die das Heimweh haben. Johann Heinrich Jung-Stilling: Patriarch der Erweckung. Giessen-Basel (Brunnen-Verlag) 1999. – Schildert mehr die innere Entwicklung. Mit Literatur-Verzeichnis, ohne Register.

(4) Reihe \“Jung-Stilling-Schriften\“ der Jung-Stilling-Gesellschaft, Siegen. – Verschiedene Titel mit Neudrucken von Arbeiten von Jung-Stilling und Abhandlungen über Jung-Stilling. Alle Bände mit Abbildungen und Register.

(5) Reihe \“Jung-Stilling-Studien\“ der Jung-Stilling-Gesellschaft, Siegen. – Teils Arbeiten von Jung-Stilling im Neudruck sowie Darstellungen zu Jung-Stilling. Alle Bände mit Abbildungen und Register.

(6) Jung-Stilling-Lexikon Religion, hrsg. von Gerhard Merk. Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1988. – Etwa 800 Begriffe aus den wissenschaftlichen Veröffentlichungen von Jung-Stilling sind zirka 200 Stichwörtern zugeordnet.

(7) Jung-Stilling-Lexikon Wirtschaft, hrsg. von Gerhard Merk. Berlin (Duncker & Humblot) 1987. – Etwa 700 Begriffe aus den ökonomischen Schriften von Jung-Stilling sind zirka 180 Stichwörtern zugeordnet.

(8) Jung-Stilling-Lexikon Forsten, hrsg. von Reidmar Egidi. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1997. – Aus den forstwissenschaftlichen Veröffentlichungen von Jung-Stilling sind gut 750 Begriffe Stichwörtern zugeordnet. Dazu auch Register der (botanischen) Namen.

(9) Jung-Stilling-Lexikon Medizin, hrsg. von Klaus Pfeifer. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1996. – Aus den Werken von Jung-Stilling sind Zitate zur Medizin und Pharmazie etwa 200 Stichwörtern beigeordnet. Mit Namensregister und Kopie von Rezepten von Jung-Stilling.

In den genannten Veröffentlichungen auch reichhaltige Literaturhinweise auf andere ältere und neuere Arbeiten.



Über Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk

Gerhard Merk (* 8. Mai 1931 in Mannheim) ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler, Sozialethiker und Lehrbuchautor.

  • 1931 Geboren in Mannheim
  • 1955 Diplom-Volkswirt, Universität Heidelberg
  • 1956 Diplom-Handelslehrer, Universität Mannheim
  • 1957 Dr.rer.pol., Universität Heidelberg (Thema der Dissertation: „Die Investitionsfunktion“)
  • 1958 Konzernleitung Fried. Krupp, Essen, Zentralabteilung Verkauf, Fachabteilung Marktforschung
  • 1964 Dozent an der Staatlichen Höheren Wirtschaftsfachschule, Siegen
  • 1972 Professor an der Universität Siegen
  • 1996 Pensionierung; weiterhin in Lehre und Forschung an der Universität ohne Bezahlung tätig.

Verheiratet seit 1964 mit Dr.rer.nat. Martha Merk-Jansen, Apothekerin aus Aachen, verstorben am 30. Juni 2010.

Zwei Kinder: Irene (Diplom-Physikerin, Diplom-Informatikerin, Dr.rer.nat.), Judith (Industriekauffrau, Diplom-Kauffrau).

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