Das Begehren, Finanzmärkte in allen Geschehensabläufen (working [business] processes) behördlich zu überwachen; oftmals mit der Forderung, dass ein staatlich bestellter Beamter an allen (Vorstands)Sitzungen der Banken mit letzter Entscheidungsbefugnis (final decision power) teilnimmt. – Seitens der Banken selbst die Klage, dass jetzt bereits der Überwachung durch die Aufsichtsbehörden zu viel sei; in diesem Sinne dann oft auch Straitjacking (straitjacket = Zwangsjacke: a robust garment with long sleeves which can be tied together to confine the arms of a violent prisoner or mental patient) genannt. – Das Verlangen von Finanzdienstleistern an die Aufsichtsbehörde, durch möglichst viele Vorschriften in einen Markt einzugreifen; keineswegs aber der Überwachung wegen, sondern um den Marktzutritt von neuen Anbietern zu verunmöglichen (capture theory: die Aufsichtsbehörde wird für die Anliegen bestimmter Akteure missbraucht). – Siehe Anlegerschutz, Aufsicht, Aufsicht, präventive, Aufsichtsvermeidung, Ausschuss-Wahn, Bankenaufsicht, europäische, Banana Skins Survey, Bureaukratie-Abbau, Capture-Theorie, Fragmentierung, aufsichtliche, International Business Company, Kompetenz-Konflikt, aufsichtsrechtlicher, Managed Bank, Moral Suasion, Peter-Regel, Rechtsrisiken, Regulierungsdruck, Regulierungswut, Überregulierung. – Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Januar 2006, S. 41 ff. (Abwägung der Vor- und Nachteile der Regulierung), Jahresbericht 2013 der BaFin, S. 165 (Stand der Beratungen zur Produktaufsicht und – Überwachung bei Wertpapierdienstleistungsunternehmen).

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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