Unterstellt wird hier, dass die Theorie der Kaufkraftparitäten nur für die international handelbaren Güter zutrifft. – Wenn die Produktivität im Sektor der handelbaren Waren (tradable products) in einem Land steigt, dann sinken keinesfalls auch von selbst die Preise für diese Produkte; denn diese sind im Regelfall immer durch die weltweiten Marktbedingungen bestimmt. – Vielmehr werden die Produktivitätszuwächse in Lohnsteigerungen in diesem Wirtschaftszweig eingehen. – Weil nun aber der Bereich der nicht-handelbaren Waren eine Abwanderung seiner Arbeitskräfte in den Sektor der handelbaren Produkte befürchten muss, so werden auch in jenen Sektoren Lohnzuwächse zugestanden werden müssen. – Das wird zu Preissteigerungen bei den nicht-handelbaren Waren führen. – Auf diesem Wege erhöht sich das Preisniveau der Volkswirtschaft gesamthaft. – Siehe Arbeitsnachfrage, Branchen, standortgebundene, Cash-Flow-Effekt, Dienstleistungen, nicht-marktbestimmte, Geld, heisses, Fluchtgeld, Kapitalkosten-Effekt, Kaufkraft-Parität, Wechselkurskanal, Wirtschaft, zweigeteilte. – Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Oktober 2002, S. 49 ff., Monatsbericht der EZB vom Mai 2005, S. 71 f., Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juni 2007, S. 48 f. (Unterschiede innert des Eurogebiets; Übersicht).

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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