Finanzprodukte, die nicht an der Börse gehandelt, sondern zwischen Händler und Käufer und vor allem Hedge-Fonds zweiseitig (bilateral; bilateral) abgewickelt werden. – Die Nachteile dieser Handelsform sind vor allem – der Umfang der Geschäfte und die Preise bleiben verborgen, – der Preisbildungsprozess (price formation process) ist nicht durchschaubar, – eine Marktüberwachung wie an der Börse gibt es nicht – der Risikogehalt der gehandelten Papiere bleibt weitgehend unbekannt und – bei unerwartet auftretenden Preisverwerfungen (reeling of prices) auf dem Finanzmarkt versiegt der ausserbörsliche Handel jäh, wie sich mehrfach und zuletzt im Gefolge der Subprime-Krise (in the slipstream of the turmoil surrounding sub-prime crisis) deutlich gezeigt hat. – Denn Hedge-Fonds nehmen für ihre verschiedenen Marktaktivitäten laufend Geld auf und bieten Vermögenswerte als Sicherheit. Sinkt nun der Wert der gebotenen Sicherheiten aufgrund der allgemeinen Marktentwicklung, dann kommen die Banken mit einer Nachschuss-Aufforderung auf den Hedge-Fonds zu. Um dieser entsprechen zu können, aber auch um die laufenden Zahlungen zu begleichen, werden Papiere aus dem Fondsvermögen abgestossen. Für den Kauf neuer Titel fehlt es daher an Liquidität. – Der Vorteil der ausserbörslichen Geschäfte liegt darin, dass diese innert kürzester Zeit abgewickelt werden können. Zwischen dem über Telemedien (telemedia: all electronic communications channels) abgegebenen Angebot einer Zweckgesellschaft an einen Hedge-Fonds zur Übernahme von Verbriefungspapieren und der Kaufzusage seitens des Fondsmanagement liegen häufig nur Minuten. – Siehe Derivategeschäfte-Clearingpflicht,
Derivategeschäfte-Meldepflicht, Hedge-Fonds-Gefahren, Notierung, genannte, Over-theCounter Trading. – Vgl. Finanzstabilitätsbericht 2011, S. 43 f., S. 75 (Intransparenz des OTC-Handels allgemein und der ausserbörslichen Derivatemärkte im besonderen; Massnahmen zur Herstellung von Markttransparenz im OTC-Handel), Finanzstabilitätsbericht 2012, S. 92 ff. (intransparenter ausserbörslicher Derivatemarkt birgt hohe Risiken), Finanzstabilitätsbericht 2013, S. 91 ff. (systemische Risiken bei ausserbörslichen Derivatemärkten; ausführliche Darstellung).

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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