Banken und Versicherungen bieten in einem geographischen Gebiet ihre Dienstleistungen gar nicht oder nur zu stark erhöhten Gebühren an. Dies bezieht sich vor allem auf heruntergekommene Wohnquartiere (detoriated residential areas) in grossen Städten, die auf der Karte üblicherweise mit einer roten Linie eingefasst werden (the refusal of financial firms to extend credit to, lend to, insure, or otherwise assume some financial risk or endagering employees in a high-risk geographical area, usually a declining inner-city quarter). Die Institute haben in der Regel Schwierigkeiten, für diese Stadtviertel überhaupt Personal – und weibliches schon gar nicht – zu gewinnen, weil Belästigungen aller Art dort häufig sind. Auch ist es aufgrund der sozialen Schichtung der Einwohner dieser Gebiete – grösstenteils Sozialhilfeempfänger und ethnische Minderheiten – nicht möglich, schwarze Zahlen zu schreiben. Zwar wurde das Redlining immer wieder von Politikern und Gutmenschen aller Art (professional do-gooder, starry-eyed idealists, romantic philanthropists) gerügt. Diese forderten gar, Institute gesetzlich zu zwingen, in Problemvierteln (problem quarters, urban areas in difficulties) Filialen einzurichten. Indessen ist es bestimmt nicht Aufgabe der Banken, letztlich zulasten ihrer Kunden Sozialfürsorge zu betreiben. Vielmehr ist es eine Kernaufgabe der Politik, in diesen Wohnvierteln Verhältnisse zu schaffen, die eine normale, ungehinderte bankgeschäftliche Tätigkeit ermöglichen. – Siehe Elephant, weisser.

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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