Zinssatz (interest rate)

Allgemein der Preis für Leihkapital, unterteilt nach der Fristigkeit – in älteren Dokumenten auch Maturität genannt – in einen Zinssatz für kurzfristige und einen Zinssatz für langfristige Ausleihungen. – In der Höhe des Zinses drückt sich der Grad an Knappheit für Leihkapital aus. So entsteht ein Anreiz, Geld in die fruchtbarsten Investitionen zu lenken, wodurch der Wirtschaftsprozess nach Knappheiten und nach den Verbraucherwünschen gesteuert wird. – Im besonderen auch der Preis für die Überlassung bestimmter Kapitalgüter, vor allem für Immobilien (real property: Mietzins, Pachtzins). – In alten Schrifttum auch eine Abgabe (lateinisch: CENSUS), welche nach der Kopfzahl (per capita duty; Kopfzins) oder der Einschätzung des Vermögens auferlegt wurde; die Abgabepflichtigen müssen “zinsen.” – Siehe Agiotage, Bankenzwölf, Danismus, Darlehn, Gilt, Investitionskredit, Kopfgeld, Langfristkultur, Minderschätzung künftiger Bedürfnisse, Negativzins, Pachtgeld, Plusmacherei, Referenz-Zinssatz, Schwundgeld, Stückzinsen, Übersatz, Unfruchtbarkeits-Theorie, Wettbewerb, Wucher, Wucher-Herausforderung, Zinser, Zinsgefüge, Zinsverbot. – Vgl. zur langfristigen Zinsentwicklung im Euroraum Monatsbericht der EZB vom September 2003, S. 27 ff., Monatsbericht der EZB vom Mai 2004, S. 61 ff., Monatsbericht der EZB vom August 2004, S. 29 ff. – Die aktuellen Marktzinssätze finden sich im Anhang “Statistik des Euro-Währungsgebiets”, Rubrik “Finanzmärkte” des jeweiligen Monatsberichts der EZB ausgewiesen.

Achtung: Das Finanzlexikon ist urheberrechtlich geschützt und darf ohne die ausdrückliche Einwilligung lediglich zum privaten Gebrauch benutzt werden!
Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
E-Mail-Anschrift: info@jung-stilling-gesellschaft.de
https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Ernst_Merk
https://www.jung-stilling-gesellschaft.de/merk/
https://www.gerhardmerk.de/

Sidebar