Vertrauen (confidence)

Allgemein die Überzeugung, dass eine Person oder Institution – fachmännisch, sachrichtig (in a professional way) und – ehrlich, wahrhaftig (in honesty) handelt. – Im Finanzbereich die Zuversicht aller Marktteilnehmer, dass auf fachkundiges Handeln der Banken Verlass sei und die Finanzmärkte glatt gehen. Weil eine Bank gewöhnlich zehn bis dreissigmal mehr Schulden als Eigenkapital in ihrer Bilanz ausweist, so sind alle Institute darauf angewiesen, dass – die Kunden ihre Einlagen als sicher einschätzen und – eine Bank sich jederzeit Geld bei einer anderen Bank leihen kann. Fehlt das Vertrauen der Kunden, dann kommt es zu einem Run. Trocknet der Interbanken-Geldmarkt aus, so wie im Gefolge der Subprime-Krise, dann brechen vor allem die zur Refinanzierung auf kurzfristige Darlehn angewiesene Institute zusammen. Es hat sich gezeigt, dass in beiden Fällen nur noch der Staat durch Garantien für die Bürger bzw. durch – vorübergehende oder endgültige – Verstaatlichung besonders betroffener Banken einen Zusammenbruch des Finanzsystems verhindern kann. – Im besonderen auch die Erwartung, dass ein Staat aufgenommene Schulden bedienen kann. Als VertrauensMasstab zeigt sich hier der Zinssatz, zu dem Staatsanleihen gehandelt werden. Länder mit hoher Staatsverschuldung müssen für ihre Anleihen einen höheren Zinssatz bieten bzw. bereits begebene Papiere sind nur mit einem Abschlag zu verkaufen, weil die Anleger einen Staatsbankrott nicht ausschliessen. – Siehe Bail-out, Depo-Repo-Spread, Finanzstabilität, Garantiefonds, Griechenland-Krise, Gut, öffentliches, Intensivstation, Islandbanken-
Falle, Krise der Sicherheiten, Kurssturz, Momentum-These, Panik, Phthisis, RenditeRisiko-Grundsatz, Repatriierungs-Effekt, Reputation, Risiko, systemisches, Staatsverschuldung, Stabilitäts- und Wachstumspakt, Wirkungen, Tresorboom, Vertragstreue, Zentralbank-Reputation, . – Vgl. Monatsbericht der EZB vom Januar 2013, S. 53 ff. (Bedeutung des Vertrauens in der Wirtschaft; ausführliche Darlegung; Übersichten; Literaturverweise).

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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