Überschuss-Liquidität und Überschussliquidität (excess liquidity, surplus liquidity)

Bei einem einzelnen Institut der Bestand an Bargeld, welcher die geschäftsnotwendige Höhe übersteigt (cash held by a bank above the usual requirement in its day-to-day operations). – Total, um welches die Guthaben der Banken bei der Zentralbank den gesamthaften Liquiditätsbedarf des Bankensystems überschreitet. Der Liquiditätsbedarf (liquidity requirements) des Bankensystems setzt sich zusammen aus dem Mindestreserve-Soll und autonomen Faktoren (autonomous factors: issues that affect temporarily the demand for liquidity and which are normally beyond the scope of influence of institutes: unexpected withdrawals for cash from their clients, for instance). – Zuflüsse in das Bankensystem überschreiten die durch die Massnahmen der Zentralbank bewirkten Liquiditäts-Abflüsse. Das zeigt sich im Regelfall durch über dem Mindestreserve-Soll liegenden Einlagen der Banken bei der Zentralbank (cash flows into the banking system persistently exceed withdrawals of liquidity from the market by the central bank. This is reflected in holdings of reserves in excess of the central bank’s required reserves). – Die tatsächliche Geldmenge in einem Währungsgebiet in Beziehung zu einen berechnetem Gleichgewichtsniveau (the deviation of the actual stock of money from an estimated equilibrium level). – Die Geldmenge steigt rascher als das Bruttoinlandsprodukt (if money supply expands faster than nominal gross domestic product, excess liquidity will be created. In other words, excess liquidity in this definition is the percentage year-on-year money supply growth minus the percentage year-on-year growth in nominal GDP). – Der Geldmengenbestand, der noch nicht durch Mengen- bzw. Preiserhöhungen aufgesogen wurde. – Siehe Geldlücke, Liquiditätsfaktoren, autonome Portfolio-Umschichtungen, Unterbietung. – Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom August 2014, S. 35 (Verlauf Zinsen, Geldmarktsätze und Überschussliquidität im Eurogebiet), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom November 2014, S. 33 f. (Überschuss-Liquidität und kurzfristige Geldmarktsätze im Eurogebiet seit 2004; Übersichten).

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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