Taylor-Regel (Taylor rule)
Oft in Form einer linearen Gleichung dargestellter Zusammenhang zwischen Geldwert-Minderung und den zu erwartenden Folgen. – Auf Anzeichen eines Aufkeimens der Inflation reagiert danach die Zentralbank umgehend mittels die Geldmenge einengender Massnahmen. – Dadurch steigt nach dem Ersten Preisgesetz (law of supply and demand: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis) der Realzins. – Dieser Anstieg des Realzinses wird bewirken, dass allfälligen über die Inflationserwartungen auf die aktuellen Konsum- und Investitionsentscheide wirkenden destabilisierenden Kräften entgegengesteuert wird. Denn die gesamtwirtschaftlichen Ausgaben werden so gedämpft, und die Wirtschaft auf ein Gleichgewicht zurückgeführt. – Über die TaylorRegel gibt es eine Fülle von Literatur. Im besonderen wird darin auch der angemessene Zinssatz (appropriate [reasonable] intererst rate] in einer Währungsunion erörtert. Denn angesichts unterschiedlicher Inflations- und Konjunkturdaten etwa in der EWU ist es sehr schwierig, einen angemessenen Zinssatz zu bestimmen. – Siehe Bremsweg, geldpolitischer, Modelle, geldpolitische, Sparsamkeitsregel. – Vgl. Monatsbericht der EZB vom Oktober 2001, S. 50 f. (Darstellung und Kritik), Monatsbericht der EZB vom Mai 2014, S. 93 ff. (unterschiedliche sektorale Entwicklung in der EWU seit 2008; Übersichten; Vergleiche zu den USA; Literaturverweise).
Achtung: Das Finanzlexikon ist urheberrechtlich geschützt und darf ohne die ausdrückliche Einwilligung lediglich zum privaten Gebrauch benutzt werden!
Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
E-Mail-Anschrift: info@jung-stilling-gesellschaft.de
https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Ernst_Merk
https://www.jung-stilling-gesellschaft.de/merk/
https://www.gerhardmerk.de/
