TARGET-System (Transeuropäisches Automatisiertes Echtzeit-Brutto-ExpressÜberweisungssystem) (TARGET-System, Trans-European Automated Real-time Gross Settlement Express Transfer System)

Zahlungsverkehrssystem, das sich aus jeweils einem Brutto-Abwicklungssystem in Echtzeit (real-time gross settlement system; RTGS) jener Mitgliedstaaten zusammensetzt, die dem Eurosystem angehören. Die nationalen RTGS-Systeme sind durch das Interlinking-System miteinander verbunden, so dass eine taggleiche Abwicklung (same-day processing) grenzüberschreitender Überweisungen im gesamten Euro-Währungsgebiet ermöglicht wird. – Auch RTGS-Systeme von nicht am Euro-Währungsgebiet teilnehmenden Mitgliedstaaten können an das TARGET-System angeschlossen werden, aber nur dann, wenn sie in der Lage sind, Zahlungen in EUR abzuwickeln. – Ende 2002 kündigte die EZB eine Neuorganisation des TARGET-Systems (TARGET2 genannt) an; dieses ging am 19. November 2007 in Betrieb. Im Verlauf des Jahres 2011 liefen über TARGET2 im Euroraum fast 600’000 Mia EUR. Dies entspricht pro Tag Zahlungen in der Grössenordnung des jährlichen Bruttosozialprodukts in Deutschland, das 2010 bei grob 2’500 Mia EUR lag. – Zu beachten ist – was in Berichten oft falsch dargestellt wird! -, dass TARGET nicht finanzieret, kein Geld schafft, sondern nur Überweisungen von vorhandenem Zentralbankgeld ermöglicht.– Siehe Fernzugang, Kapitaltransfersystem, elektronisches, SEPA-Rat, Single European Payment Area (SEPA), TARGET-Missbrauch. – Vgl. Jahresbericht 2003 der EZB1999, , 93 ff., Monatsbericht der EZB vom November 1999, S. 49, Monatsbericht der EZB vom April 2002, S. 58 f., Monatsbericht der EZB vom April 2004, S. 65 ff. (sehr ausführlich), Geschäftsbericht 2002 der Deutschen Bundesbank, S. 129 ff., Jahresbericht 2004 der EZB, S. 95 ff. (mit einigen Übersichten), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom September 2005, S. 51 ff. (Vor- und Nachteile des Systems; laufende Verbesserungen), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Dezember 2005, S. 29 ff. (ausführliche Darstellung der ZahlungsverkehrsSysteme mit vielen Übersichten), Monatsbericht der EZB vom September 2006, Anhang nach dem Statistischen Teil, S. V (Darstellung, aktuelle Übersichten), Geschäftsbericht 2006 der Deutschen Bundesbank, S. 139 (Verbuchung und bilanzieller Ausweis der Verrechnungssalden zwischen den Zentralbanken), Geschäftsbericht 2007 der Deutschen Bundesbank, S. 113 (Weiterentwicklung), Jahresbericht 2007 der EZB, S. 116 ff. (Nutzung des Systems; Übersicht der Transaktionen), S. 167 (Start von TARGET2), S. 169 (laufende Verbesserungen), Monatsbericht der EZB vom November 2008, S. 107 ff. (ausführliche, lehrbuchmässige Darstellung; Übersichten), Jahresbericht 2008 der EZB, S. 127 ff. (laufende Entwicklung; Übersicht der Zahlungen), Geschäftsbericht 2009 der Deutschen Bundesbank, S. 119 f. (Zentralbanken des Eurosystems müssen Target nutzen; S. 120: Übersicht unbarer Zahlungsverkehr der Deutschen Bundesbank), Jahresbericht 2009 der EZB, S. 117 ff. (Fortschritte in Target 2-System), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Oktober 2010, S. 133 (unbarer Zahlungsverkehr in Deutschland), Monatsbericht der EZB vom Oktober 2011, S. 36 ff. (Target 2-Salden: ausführlich Darstellung; Übersichten; Literaturverweise), Jahresbericht 2011 der EZB, S. 97 ff. (Grundsätzliches und Aktuelles zu TARGET; Übersicht). Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom März 2012, S. 28 (Erklärung ungewöhnlicher Salden; Übersicht), Geschäftsbericht 2012 der Deutschen Bundesbank, S. 113 (hohe Akzeptanz des Systems), Geschäftsbericht 2012 der EZB, S. 141 f. (operationelle Risiken werden abgeschätzt) sowie den jeweiligen Geschäftsbericht der EZB, Kapital “Finanzmarktintegration”, Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Januar 2014, S. 75 (Übersicht der Target-Salden seit 2008).

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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