Real Estate Investment Trust, REIT (so oft auch im Deutschen gesagt; meistens in der Abkürzung und dann in der Regel “Reit” [also nicht in Grossbuchstaben] geschrieben; in der deutschen Rechtssprache
Immobilien-Aktiengesellschaft mit börsennotierten Anteilen): Eine – an der Börse zugelassene Aktiengesellschaft (as a rule; Regelfall; andere Rechtsformen sind möglich), – die Kapital in Gebäude und Grundstücke sowie auch in grundstückbesicherte Papiere anlegt, – diese bewirtschaftet und – über Mieteinnahmen und Wertsteigerungen eine Rendite zu erzielen sucht (company which is formed to pool funds from a large number of investors in order to acquire a significant portfolio of real estate properties and/or interest in mortgage-backed securities/loans). – Der Wert der Reits-Aktien wird über Angebot und Nachfrage an der Börse ermittelt. Deshalb unterschieden sie sich klar von den – besonders in Deutschland verbreiteten – offenen Immobilienfonds, deren Anteilspreis vor allem auf Wertgutachten über den Marktpreis der zugrunde liegenden Liegenschaften beruht. – Reits “leiden” nicht unter dem Verkauf ihrer Anteile (shares; Aktien), da diese nicht an den Reit zurückfliessen, sondern an der Börse einen neuen Käufer finden. Der Reit kann daher gänzlich unbeeinflusst von Verkäufen seinen Geschäften nachgehen. Hinzu kommt, dass Reits den Anlegern in der Regel eine höhere Sicherheit als die üblichen offenen Immobilienfonds bieten. Denn Reits und deren Immobilienbesitz werden laufend am Markt neu bewertet, während sich bei offenen Immobilienfonds versteckte Überbewertungen (overvaluations) durch die Jahre hindurch auftürmen können, wie die Erfahrung lehrte. – In vielen Ländern halfen Reits der öffentlichen Hand, ihren Immobilienbesitz loszuwerden. Auf die Gewinne aus den Verkäufen an einen Reit wurde dabei als Anreiz ein ermässigter Steuersatz erhoben (exit tax). – In Deutschland wurden Reits teilweise regelrecht verteufelt (demonised) und ihnen pauschal vorgeworfen, sie würden Mietwucher (exorbitant rents) fördern. Soweit es durch Reits jedoch zu marktgerechten Mieten in bisherigen “Sozial-Wohnungen” gekommen wäre, ist die Unterstützung armer Privathaushalte allemal zielgenauer als Wohnungsmieten weit unter dem Kostenpreis. So aber wurde nun im deutschen Reit-Gesetz vom Mai 2007 festgelegt, das in Reits keine Wohnimmobilien eingebracht werden dürfen, die vor dem Jahresbeginn 2007 fertiggestellt wurden. – Siehe Betongold, Bodenkreditinstitut, Exchange Traded Funds, Fonds, geschlossener, Immobilienfonds, Immobilienfonds, offener, Immobilienpreise, Verfassungsartikel eins. – Vgl. Jahresbericht 2005 der BaFin, S. 148 f. (REITs im Sog von illiquiden offenen Immobilienfonds), Jahresbericht 2006 der BaFin, S. 146 f. (neue rechtliche Grundlage durch das Gesetz über deutsche Immobilien-Aktiengesellschaften mit börsennotierten Anteilen (REIT-Gesetz – REITG) vom 28. Mai 2007), S. 151 (Anforderungen an Prospekt), Jahresbericht 2007 der BaFin, S. 80 f. (Versicherer können in REITs investieren), Jahresbericht 2008 der BaFin, S. 49 (IOSCO veröffentlicht Bericht über aufsichtliche Bestimmungen von Immobilienfonds und REITs in verschiedenen Staaten).
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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