Opferverhältniszahl (sacrifice ratio)

In der Geldtheorie definiert als die Quote der in einer Phase der Disinflation (a considerable decrease in the rate of inflation) erlittenen Einkommensverluste zur erzielten Minderung der Inflationsrate. Die Kennzahl gibt an, wieviel Prozent des jährlichen Bruttoinlandproduktes “geopfert” werden müssen, um die Inflation um ein Prozent zu verringern. Die Opferverhältniszahl kann in diesem Sinne als Mass für die Kosten von Disinflation angesehen werden. – Freilich gilt es zu berücksichtigen, dass – die Opferverhältniszahl sich immer nur auf die Zeit des Rückgangs der Inflation bezieht, anstatt auf die Inflationszunahme gesamthaft, – man die Einkommensverluste nur nominal (in money terms), in Geldeinheiten errechnet, ohne die Kaufkraft des Einkommens zu berücksichtigen und – die vielschichtigen Umverteilungswirkungen (effects on the redistribution of incomes) der Inflation gänzlich ausser Acht gelassen werden. Insofern führt die Opferverhältniszahl sehr leicht zu Missverständnissen.

Achtung: Das Finanzlexikon ist urheberrechtlich geschützt und darf ohne die ausdrückliche Einwilligung lediglich zum privaten Gebrauch benutzt werden!
Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
E-Mail-Anschrift: info@jung-stilling-gesellschaft.de
https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Ernst_Merk
https://www.jung-stilling-gesellschaft.de/merk/
https://www.gerhardmerk.de/

Sidebar