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Nachzeitige Vorzeitigkeit

veröffentlicht am


Zwei Widersacher von Jung-Stilling im Sankt-Marien-Münster zu Basel

Öffentlich kundgetane Nachricht über die wohlsinnige Geleitschaft und über die wegleitende und nutzige Belehrung durch den lobesamen Geist Siona, Begleitengel von

Johann Heinrich Jung-Stilling (1740–1817),
der Weltweisheit und Arzneikunde Doktor,
seit 1785 Kurpfälzischer, durch Rechtsübergang ab 1803 Badischer Hofrat,
durch Verleihung ab 1808 Grossherzoglich Badischer Geheimer Hofrat,

lebzeitig bis 1803 Professor für ökonomische Wissenschaften an der Universität Marburg/Lahn, dortselbst auch Lehrbeauftragter für Ophthalmo-Chirurgie an der Medizinischen Fakultät; davor bis 1787 Professor für angewandte Ökonomik – mit Einschluss der Tiermedizin – an der Universität Heidelberg und vordem
seit 1778 in gleicher Bestellung an der Kameral Hohen Schule zu Kaiserslautern.

Weiland Gründungsmitglied der Geschlossenen Lesegesellschaft zu Elberfeld, dort auch Arzt für Allgemeinmedizin, Geburtshilfe, Augenkrankheiten und ab 1775 öffentlich bestellter Brunnenarzt sowie Dozent in Physiologie; der Kurpfälzischen ökonomischen Gesellschaft in Heidelberg, der Königlichen Sozietät der Wissenschaften in Frankfurt/Oder, der Kurfürstlichen Deutschen Gesellschaft in Mannheim, der Gesellschaft des Ackerbaues und der Künste in Kassel, der Leipziger ökonomischen Sozietät sowie auch der erlauchten Loge \“Karl August zu den drei flammenden Herzen\“ in Kaiserslautern Mitglied,

und bei Nachhauskunft in Salen nach kurzer Verweilung behörigermassen mit des obgemeldeten Engels zutätiger Hülfe niedergeschrieben (weswegen diesem ehevor hier, bei dieser füglichen Gelegenheit, sonderliche Verdankung für seine dienstfertige Handbietung und fürtreffliche Wohlgewogenheit nachdrucksamst auszusprechen nicht verabsäumt sei)
von

Treugott Stillingsfreund
in Salen, Grafschaft Leisenburg*

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Markus-Gilde, Siegen 2009

Wesentlich überarbeitete Online-Fassung des Kapitels \“Jung-Stillings Gegner in Basel\“ aus Treugott Stillingsfreund: Erscheinungen im Siegerland. Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1987, S. 54 bis 57. — Die gewerbliche Nutzung des hier wiedergegebenen Textes bedarf der schriftlichen Einwilligung der
löblichen Markus-Gilde, Postfach 10 04 33, 57004 Siegen (Deutschland)

mailto: merk@vwl.wiwi.uni-siegen.de


Persönliche Neigung zu Basel


Als Kind, als Jüngling und als Mann
Magnetisch zog die Stadt mich an,
In der Kommerz und Geist verbunden,
Zum Wohle aller sich gefunden:
Die Weltstadt ist, und doch geprägt
Von biedrer Art, die Eignes hegt;
In der sich findet Spur um Spur
Aus jeder Gattung der Kultur;
Wo Christentum und freier Sinn
Nicht Gegensatz, vielmehr Gewinn
Für alle Menschen, und wovon
Entspross viel Kraft zur Weltmission.1
Wer könnte dieser Ort wohl sein?
Das schöne Basel dort am Rhein!


Günstige Sonder-Tickets der Deutschen Bahn


Bisweilen lockt die Deutsche Bahn
Mit Angeboten ausser Plan
Für eine ganze Tagesreise
Zu einem vorteilhaften Preise.

Von Salen ist man dann um zehn
In Basel schon, und kann jetzt gehn
Bis mittags fünf durch diese Stadt.
Man ist drauf – abgespannt und matt –
Recht froh, zu sitzen nun im Zug:
Denn sieben Stunden sind genug.

Ab Frankfurt kriegt man leicht die Bahn,
Seitdem vertaktet hier der Plan,
Und beinah jede Stunde Salen
Fährt an vom Main ein Zug dermalen;
Denn Anbindung ans schnelle Netz
Ist leider nur noch möglich jetzt,
Wenn Hagen, Frankfurt, Köln auch man
Als Zustieg oder Ziel fährt an.

Nach dort die Strecken sind durchzogen
Mit engen Schleifen und mit Bogen,
Befahrbar kaum mit schnellen Zügen,
Die solche Kurven nicht vertrügen.
Begradigung der Linien doch,
Bleibt Wunsch für lange Zeiten noch,
Zumal der Kollektiv-Verkehr
Hat es zu diesen Tagen schwer:
Man ist vom Auto angetan,
Und schätzt gering die Eisenbahn.
So bleibt wohl Salen allezeit
Vom Schnellverkehr zwei Stunden weit.


Auftrag zu Basel von Engel Siona


Zum Bad’schen Bahnhof2 schritt ich hin
Zu Basel also, ganz im Sinn
Den Zug zu kriegen, der um acht
Station am Main in Frankfurt macht.

Ich war auf halbem Weg beinah,
Als trat zu mir Geist Siona.3
Er sprach mich äusserst freundlich an
Und kam mit einem Wunsch gleich dann.

\“Im Münster droben4, vorn im Kern,
Da findet sitzen ihr zwei Herrn;
Ihr Name: Ochs und Merian.5
Die haben vorlängst viel getan,
Um Stilling6 Schlimmes anzutun:
Nun können darob sie nicht ruhn.
Geht hin und saget ihnen grad,
Dass Hofrat Jung verziehen hat.\“


Starke Vorbehalte gegen die Besorgung des Auftrags


\“Herr Engel7 Siona\“, sprach ich,
\“Gern bin ich jedem förderlich.
Doch erstens: muss das jetzt denn sein?
Mein Zug kommt nämlich; ich muss heim!

Dann zweitens: darf nicht Hofrat Jung
Zu ihnen gehn auf einen Sprung?
Er war doch oft in letzter Zeit
Selbst Fremden nieden hilfsbereit.

Auch könnt doch ihr zum Münster eilen,
Und Beiden dort Bescheid erteilen!
Sodann fällt ein mir, wer die sind:
Ganz sicher bös und hart gesinnt!\“


Engel Siona weist Einwände zurück


\“Herr Treugott\“, sprach drauf Siona,
\“So störrisch ich euch selten sah!
Vorab: es fährt ein spätrer Zug:
Nach Salen kommt ihr früh genug!
Ihr steigt dann halt in Giessen um:
Habt dazu ihr nicht Kraft und Mumm?
Im Dienst müsst morgen ihr nicht sein,
Dürft schlafen in den Tag hinein.
Auch rollt der Zug so angenehm,
Dass ihr könnt schlummern drin bequem.

Zum zweiten: Wunsch des Himmels ist,
Dass ihr die Fesseln heut zerrisst,
In denen Beide noch gebunden,
Wodurch ihr Heil sie nicht gefunden.

Bloss kurz zur letzten Ausflucht noch!
Grad ihr, Herr Treugott, seid es doch,
Der stets darüber aufgebracht,
Wenn irgendwer zieht in Betracht
Den Fehltritt eines Menschen bloss:
Ihr haltet das für Unrecht gross.

Es ist dies schwere Sünde auch:
Ein arger, böser, übler Brauch,
Der fällt im Himmel einst zurück
Auf den, der tut solch‘ Schurkenstück.8
Nun dürft just ihr nicht machen das,
Was hell erregt sonst euren Hass!\“


Engel Siona kann überzeugen und präzisiert den Auftrag


\“Nun gut! Ihr habt ja recht! Ich gehe,
Dass ich nach diesen Männern sehe.
Doch was ist mir denn aufgetragen?
Was soll im einzelnen ich sagen?\“

Ein Druck-Blatt mir der Engel gab.9
\“Für euch hier einen Text ich hab‘.
Lest diese Stelle, die markiert:
Mit Farbstift bunt von mir geziert,
Den Herren Ochs und Merian
Laut vor, und wenn ihr das getan,
Dann sagt: ‚Ohephiah10 kniet schon
Erwartend euch vor GOttes Thron.
GOtt will euch in die Arme schliessen:
Die Gnade voll auf euch ergiessen.‘

Sie werden drauf zum Himmel fahren,
Geleitet rings von sel’gen Scharen,
Die hier im Basler Münster stehen,
Doch auch in GOttes Antlitz sehen.\“


Frage an Engel Siona zum Zeitbezug


Von Siona das Blatt ich nahm.
\“Nun seid mir bitte nicht mehr gram!
Gebt Antwort noch auf eine Frage:
Wie passt das mit der Zeitenlage?
Die Beiden sind ja tot schon lang
Und leiblich dort im Mittelgang?
Was ist mit jenen, die GOtt loben,
Doch gleichwohl sind im Münster droben?\“ –

\“Herr Treugott: eine Frage nur?
Ich eben drei von euch erfuhr:
Zur Zeit, zum Zustand im Gebein,
Zur Örtlichkeit im Seligsein.


Belehrung über das Wesen der Zeit


(1) Zur Zeit kennt ihr von Hofrat Jung
Ja manche klare Äusserung.11
Die Zeit ist das, was Menschen messen
An Erd-Umdrehung und Prozessen,
Die nur den Körpern eigen sind
Als Strahlung, welche draus entrinnt.

Die Zeit ist somit Eigenschaft,
Die bloss Materie hat – und schafft!
Der Geist kann jetzt schon, heute, hie –
In Form gescheiter Phantasie –
In andre Zeiten spielend schreiten,
Ja, gar der Jetzt-Zeit ganz entgleiten:
Ins Altertum ist er entrückt,
In ferne Ewigkeit verzückt.


‚Gescheite Phantasie‘ will heissen:
Um sich dem Heute zu entreissen,
Man die Epoche kennen muss,
Wohin gelenkt des Geistes Fluss.


Verstehen der Vergangenheit heute selten geworden


(a) Was nun Vergangenheit angeht,
Heischt dies, dass weiss man und versteht
Wie Lebensweise früher war:
Geschichte gründlich kennt und klar.
Weil dies bloss Wenige noch sind,
Heut Rückwärts-Phantasie zerrinnt.
Die Blindheit, Leerheit in Geschichte
Macht Rück-Schau vornweg ganz zunichte.

Es ist kaum fassbar, wie derweilen
Verwichne Zeit mit Vorurteilen
Meist in den Blick genommen wird:
Beschuldigt werden unbeirrt
Die Menschen, welche weiland lebten:
Als ob sie stets in Schuld tief klebten,
Derweil die Heutgen alle gut
Und jeder bloss das Beste tut!

Gemeinhin fehlt das Augenmerk
Auf das soziale Rahmenwerk,
Das Menschen dieser Zeiten prägte:
Den Lebens-Lauf so unterlegte.
Mich schaudert es, wenn ich den Käse,
Der heut gedruckt wird, manchmal lese.


Blicke in die Zukunft


(b) Das Sehen, was die Nachzeit bringt,
Im Grundsatz höchstens dann gelingt,
Wenn GOttes Huld tut auf den Blick,
Der wahrnimmt künftiges Geschick.

Doch glaubt mir: viele sind es nicht,
Beschenkt mit solcher Zukunfts-Sicht!
Denn GOtt stets dann nur zeigt, was kommt,
Wenn dies dem Seher nützt und frommt.11


Wissenschaftliche Projektion


(c) Wenn ich ‚im Grundsatz‘ sagte grad,
Sei ausgenommen jener Pfad,
Der einsetzt bloss Vernunftes-Kraft,
Das Später schliesst aus Wissenschaft:
Aus Kenntnis folgert ganz allein,
Was übermorgen könnte sein.

In diesem Sinn kennt man Vision
Fast an die tausend Jahre schon.
Dies Zukunfts-Sehn speziell gedieh
Im Schoss der Technik und Chemie.
In diesem Fall sich äussern tut
Gescheite Phantasie, die gut.

Dies Urteil meint natürlich nur
Die Form: die reine Denk-Struktur!
Ob inhaltlich es so trifft ein,
Wie heut dem Folgern es erschein,
Das steht auf einem andren Blatt:
Oft fand es ja ganz anders statt.


Schwächung der Phantasie heute und ihre Folgen


(d) Weil nun die Phantasie fast immer
Sehr schwach – auch kraus durch das Geflimmer,
Das Menschen täglich in sich saugen
An Sendungen, die gar nichts taugen13
So lebt man meist heut bloss im Hie:
Entfacht wird nicht die Phantasie!

(e) Da nun der Phantasie sie bar,
Für sie das Jetzt bloss wahrnehmbar,
Erschöpft sich Zeit für sie zum Heute.
Drum sind sie wirrer Lehre Beute,
Die ganz verbannt des Geistes Streben,
Verleugnend dreist das ew’ge Leben.
Sie setzten Geist und Stoff in eins:
Die Seele in den Rang des Steins!14


Zeit ist Eigenheit der Materie, nicht auch des Geistes


Drum habet acht: die Zeit-Struktur,
Kann gelten für Materie nur!
Ein Nach-Einander gibt es nicht,
Wo es der Leiblichkeit gebricht
Und lichter Geist, vom Fleisch befreit,
Enthoben ist aus Raum und Zeit.


Verklärte Leiber im Basler Marien-Münster


(2) Doch nun zu eurer Frage zwei:
Wie denn der Leib der Toten sei?
Die Antwort liegt hier auf der Hand:
Das Fleisch zu Staub, zu Nichts verschwand,
Als sie gebettet einst zur Erde,
Vielleicht die Flamme sie verzehrte.

Wenn ihr die Beiden wahrnehmt jetzt
Im Leib, wie lebten sie zuletzt
Und gar in Kleidung ihrer Tage16,
Ist das Verklärung ohne Frage.
Was näherhin ‚Verklärung‘ ist,
Genauer sicher dann ihr wisst,
Wenn lest ihr etwas mehr davon
In einem guten Lexikon.17


Bilokation in einer Analogie erklärt


(3) Zum Schluss zur Frage drei noch jetzt:
Dass Selige nach hier versetzt,
Doch schaun zugleich im Himmelslicht
In GOttes heil’ges Angesicht.

Ihr, Treugott, seid, solang ihr hier –
Wie jeder Mensch und jedes Tier –
Gezwungen täglich euren Leib
Dem Schlaf zu geben zum Verbleib
Ein Drittel fast der Tageszeit,
Weil sonst das Dasein nicht gedeiht.

Wenn eurer Körper schläft nunmehr,
Die Seele schweift sehr oft umher
In ferne Zeiten, fremde Räume,
Was man gewöhnlich nennt die Träume.17

Wenn schon in dieser Leiblichkeit
Geschieht, dass just zur gleichen Zeit
Ein Mensch teils hier ist, teils auch dort:
Darf dann nicht an der Sel’gen Ort
Das Gleiche mindest möglich sein,
Ja mehr noch, wie ich schlüssig mein?

Verzeiht, dass bloss ich mich bezieh
Erklärend auf Analogie.18
Ohephiah10 bringt mehr Befunde
In seinem Werk zur Geisterkunde.19
Dies lest und denkt darüber nach:
Erwägt auch gut, was ich heut sprach!\“


Siona entzieht sich dem Blick


Mit einmal war Siona weg;
Wo er noch stand, war leer der Fleck.
Zwar sah ich noch ein falbes Flimmern,
Doch war dies stetig am Verschimmern,
Bis zuckte mehrmals auf noch letzt
Ein blauer Strahl, mit Rot durchsetzt;
Um mich herum nur Basels Strassen,
Wo hin und her die Autos rasen;
Denn heut ist jede Stadt der Welt
Vom Auto-Wahn ja schlimm entstellt;20
Und solches gilt für Basel auch,
Oft eingehüllt in Dunst und Rauch.


Auftrag von Engel Siona wird erledigt


Ich schritt zum Münster, fand die Beiden
Und, wie geheissen, tat bescheiden,
Was Stilling ihnen wollte sagen;
Zum Himmel auf sah ich sie ragen;

Wo sichtbar sie empfing zum Gruss –
Umarmend sie – Sankt Pantalus4;
Der weist entseelte Basler ein
Ins hochbeglückte Seligsein,
Selbst wenn in Dreistigkeit und Wahn
Sich diese haben losgetan
Von GOtt und jenen, die hat ER
Begnadet reich und zu dem Heer
Der Himmels-Bürger hat bestellt,
Die Menschen jetzig in er Welt
Durch SEinen Auftrag sind zunutz:
Gewähren Beistand, Schirm und Schutz.

Sankt Pantalus kennt hier die Leute:
Die Basler, Enkel jener Meute,
Die böse, wild in Hasses-Zug
Sein Standbild samt Altar zerschlug.21
Er weiss, dass dieser harsche Sinn
Steckt jetzt noch tief in ihnen drin.
Doch liegt ihm Ingrimm völlig fern:
Er hat einjeden Basler gern.


Engel Siona hilft bei der Abfassung dieses Berichtes


Gestattet sei ein Nachtrag noch,
Den gern ich füge an jedoch.

Ich konnte erst drei Wochen drauf
Notieren schriftlich den Verlauf
Von dem, was dort zu Basel war;
Ich stak in Dienstpflicht ganz und gar.
Doch leider war das Meiste fort
Von dem, was sprach Siona dort.

Wie einst auch oft Professor Jung,
Erfuhr ich die Begnadigung,
Dass Siona nicht lang sich zierte
Und mir das Wichtigste diktierte.
Ich brauchte es dann nur zu reimen,
In Verse noch zusammenleimen.

Es sei dem Engel Dank für dies,
Auch GOtt, der diesen zu mir liess.
Man schelte aber wegen Mängel
Auf keinen Fall Jung-Stillings Engel!
Gebrechen rechne sämtlich man
Herrn Stillingsfreund in Salen an.


Wenn sich doch die Nörgler anderem zuwenden wollten


Auch jene, die empören sich,
Weil ihnen es scheint lästerlich,
Dass Himmelsgeister sichtbar werden
Zu unsren Tagen hier auf Erden:
Sie mögen Treugott ruhig hassen,
Doch Siona in Ruhe lassen.

Sie sollten ziehn sich an der Nase,
Um zu entkommen Zorn-Gerase,
Das anderen Dingen passend wäre,
Statt Sionas Zeitstufen-Lehre.

Zum Beispiel dem, was flimmert täglich
Das Fernsehn eklig, unerträglich
An Üblem, Unmut, Überdruss,
Verblendung, Kränkung, Hass-Erguss,
Entstellung, Bosheit, Lästerung
Durchtriebenheit, Beleidigung,
Abscheulichkeit und böse Ränke
Brüskierung, Schufterei, Gezänke,
Beschuldigung voll Niedertracht,
Behauptung, Vorwurf unbedacht,
Beschwerde, Grimm, Bezichtigung,
Verfälschung und Entwürdigung;

An Unrechtheit und Winkelzüge,
Erpressung, Fälschung, Schiebung, Lüge,
Entmenschlichung, Brutalität,
Abscheulichkeit, Bestialität,
Verhöhnung, Tücke, Groll und Schmutz,
Verherrlichung von Eignnutz,
Auch faule Spässe, leeres Stroh,
Geschwatze unter Null-Niveau,
Veralberung von Pflicht und Treue,
Als Irrsinn hingestellt die Reue;

Gewitzel, Kränkung, Hohn-Gewieher
Auf Priester, christliche Erzieher,
Beschmutzung, Dreck und blanken Hohn
Nebst Spott auf alle Religion.22

Doch das nimmt wohlig gar man auf
Derweil man rast in Wut-Geschnauf
Auf diese Botschaft, die bringt nah,
Was lehrte mich Geist Siona.

Des Satans List hat euch umzäunt,
Wirft vor euch Treugott Stillingsfreund,
Der betet hier zuhaus – in Salen –
Um Einsicht für euch allemalen.

Schreibt an den Fernsehsender ihr:
Bringt euren Einspruch zu Papier,
Dann ist die Zeit recht gut gebraucht,
In der ihr sonst auf Treugott faucht.


Anmerkungen, Quellen und Erläuterungen


* Grafschaft Leisenburg = bei Jung-Stilling das ehemalige Fürstentum Nassau-Siegen (mit der Hauptstadt Siegen); –  nach Aussterben der Siegener Fürstenlinien durch Erbfolge ab 1743 Teil der Nassau-Oranischen Lande (mit Regierungssitz in Dillenburg, heute Stadt im Bundesland Hessen); –  im Zuge der territorialen Neugliederung Deutschlands durch den Wiener Kongress ab 1815 Bezirk in der preussischen Provinz Westfalen (mit der Provinzhauptstadt Münster); –  nach dem Zweiten Weltkrieg ab 1946 bis heute Bestandteil des Kreises Siegen-Wittgenstein im Regierungsbezirk Arnsberg des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen in der Bundesrepublik Deutschland (mit der Landeshauptstadt Düsseldorf). — Über 70 Prozent der Kreisfläche sind Wälder; Siegen-Wittgenstein steht damit an der Spitze der Bewaldungsdichte in ganz Deutschland.

Salen = bei Jung-Stilling die ehemalige fürstliche Residenzstadt Siegen; heute Universitätsstadt mit etwa 110 000 Bewohnern.

Siehe Karl Friedrich Schenck: Statistik des vormaligen Fürstenthums Siegen. Siegen (Vorländer) 1820, Reprint Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1981 sowie Theodor Kraus: Das Siegerland. Ein Industriegebiet im Rheinischen Schiefergebirge, 2. Aufl. Bad Godesberg (Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung) 1969 (Standardwerk mit vielen Karten, Übersichten und Rückblenden auf den Entwicklungsverlauf; leider auch in der Zweitauflage ohne Register).

Im wirtschaftsgeschichtlich in vieler Hinsicht bemerkenswerten Siegerland ist der hochintelligente und äusserst vielseitig begabte Jung-Stilling (siehe Anmerkung 6) geboren, herangewachsen und hat dort auch seine ersten beruflichen Erfahrungen als Köhlergehilfe, Schneider, Knopfmacher, Vermessungs-Assistent, Landarbeiter, Dorfschulmeister und Privatlehrer gesammelt.

1 Gemeint ist die im Jahre 1815 gegründete Basler Missionsgesellschaft. – Siehe hierzu Gustav Warneck: Abriß einer Geschichte der protestantischen Mission von der Reformation bis auf die Gegenwart, 9. Aufl. Berlin (Warneck) 1910, S. 135 ff. und ausführlicher Wilhelm Schlatter: Geschichte der Basler Mission, 5. Bde. Basel (Basileia) 1916–1970.

Am 1. Jänner 2001 ging die Basler Mission in die “mission21” auf: einer Gründung aus dieser zusammen mit vier anderen Missionsgesellschaften. Ein fast überall bekannter, tief eingefahrener, gar weltweit verwurzelter und allerwärts hoch geachteter Name verschwand: Musterbeispiel einer Marketing-Torheit und trauriges Zeugnis der Herrschaft der Unvernunft in hoch besetzten Entscheidungs-Gremien zu Basel!

2 Die (seit Juli 1501 schweizerische, vordem ab dem Jahr 1000 reichsunmittelbare) Stadt Basel hat einen Kopfbahnhof der Schweizerischen Bundesbahnen (Basel SBB) mit gesondertem Bereich der französischen Eisenbahn (Basel SNCF mit Ausfahrt der Elsässer-Bahn) sowie einen auf ihrem Gebiet liegenden Durchgangsbahnhof der Deutschen Bahn (Basel Bad. Bf) rechts des Rheins in Kleinbasel.

3 Schutzengel von Johann Heinrich Jung-Stilling. Er zeigte sich diesem zu dessen irdischer Zeit, nahm ihn von dort ins Jenseits mit und schrieb auch für ihn. – Siehe Heinrich Jung-Stilling: Szenen aus dem Geisterreich, 7. Aufl. Bietigheim (Karl Rohm Verlag) 1999, S. 220 ff. (S. 279: \“Siona hat mir Lavaters Verklärung in die Feder diktiert\“). – In fast allen Erscheinungen der letzten Zeit hat sich Engel Siona dem in die Welt wiedereingetretenen Jung-Stilling als Begleiter beigesellt.

Der Name Siona bedeutet letztlich \“die Himmlische\“; siehe die genauere, weitläufige Erklärung dieses Namens bei Philipp Paul Merz: ONOMASTICON BIBLICUM SEU INDEX AC DICTIONARIUM HISTORICO–ETYMOLOCIUM, Bd. 2. Augsburg (Veith) 1738, S. 1161 ff. sowie bei Petrus Ravanellus: BIBLIOTHECA SACRA SEU THESAURUS SCRIPTURAE CANONICAE AMPLISSIMUS, Bd. 2. Genf (Chouët) 1650, S. 627 (hier auch einige seltenere übertragene Bedeutungen wie etwa \“ORNAMENTUM TRACTUS\“ oder \“GAUDIUM TOTIUS TERRAE\“ und \“LOCUS PERFECTISSIMAE PULCHRITUDINIS\“). Beide bis heute kaum übertroffene Werke erfuhren viele Nachdrucke und Übersetzungen in viele Sprachen.

Jung-Stilling spricht Siona an als –  \“unaussprechlich erhabene Tochter der Ewigkeit\“ (Szenen aus dem Geisterreich, S. 219), –  \“göttliche Freundin\“ (ebenda, S. 223), dankt der –  \“erhabenen Dolmetscherin\“ (ebenda, S. 241), die ihm –  oft ungesehen als Engel immer liebvoll zur Seite ist\“ (Johann Heinrich Jung-Stilling: Chrysäon oder das goldene Zeitalter in vier Gesängen. Nürnberg [Raw’sche Buchhandlung] 1818, 1. Gesang, Versabschnitt 3), –  den Gedankengang leitet (Szenen aus dem Geisterreich, S. 282), aber –  auch vom Jenseits berichtet (Szenen aus dem Geisterreich, S. 308) und –  Jung-Stilling (der im Chrysäon Selmar heisst) auf einer \“Himmels-Leiter\“ zum Sehen führt (Chrysäon, Prolog, Versabschnitt 2; siehe auch Versabschnitt 8) sowie –  zu seiner verstorbenen Tochter Elisabeth (Lisette, 1786-1802) und zu deren Mutter (Jung-Stillings zweiter Ehefrau Selma von St. George, 1760-1790) geleitet (Chrysäon, 4. Gesang, Versabschnitt 2 ff.), –  ihn aber auch von himmlischen Höhen \“in müdes Weltgewühle\“ zurückbringt (Chrysäon, 3. Gesang, Versabschnitt 87).

Siehe zum Verständnis der Engel im religiösen Denken von Jung-Stilling auch Gerhard Merk (Hrsg.): Jung-Stilling-Lexikon Religion. Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1988, S. XX f., S. 30 ff. sowie Gotthold Untermschloß: Vom Handeln im Diesseits und von Wesen im Jenseits. Johann Heinrich Jung-Stilling gibt Antwort. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1995, S. 16 ff., nunmehr auch als pdf-Datei zum persönlichen Gebrauch frei downloadbar bei der Adresse <http://www.uni-siegen.de/merk/stilling> – Vgl. zum Grundsätzlichen auch Giovetti: Engel, die unsichtbaren Helfer der Menschen, 8. Aufl. Kreuzlingen, München (Hugendubel) 2003 sowie im Internet die Adresse <http://www.himmelsboten.de>

4 Das im Jahre 1019 geweihte fünfschiffige Münster mit doppeltem Kreuzgang liegt über dem linken Hochufer des Rheins in Grossbasel. Es gilt als eines der bedeutendsten europäischen Bauwerke.

Hauptpatronin des Münsters ist die Gottesmutter Maria. Daneben kam später als Zweitpatron der Heilige Pantalus, gestorben um 300 als Märtyrer und wahrscheinlich der erste Bischof von Basel; sein Fest ist der 12. Oktober. Pantalus wird dargestellt in Pontifikal-Gewandung mit Buch und Palme. Eine Reliquie des Heiligen befindet sich heute im Benediktiner-Kloster Mariastein, 14 Kilometer südwestlich von Basel. – Siehe Alois Lütolf: Die Glaubensboten der Schweiz vor St. Gallus. Mit mehreren Abbildungen. Lucern (Raeber) 1871 (Forschungen und Quellen zur Kirchengeschichte der Schweiz).

Siehe aus der Fülle der Literatur Dorothea Schwinn Schürmann: Das Basler Münster. Bern (Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte) 2000 (Schweizerische Kunstführer, Serie 68). Der Band enthält auch ein ausführliches Schrifttumsverzeichnis. Davon ist aus der älteren Literatur noch immer – auch wegen der beigegebenen Tafeln – empfehlenswert Emil Major: Basel. Leipzig (Klinkhardt & Biermann) 1911 (Stätten der Kultur, Bd. 28).

5 Siehe zu diesen beiden Männern und ihrem Anteil an einem gegen Jung-Stilling gerichteten Gutachten Johann Heinrich Jung-Stilling: Briefe. Ausgewählt und herausgegeben von Gerhard Schwinge. Giessen, Basel (Brunnen Verlag) 2002, S. 487. – Vgl. im einzelnen über Emanuel Merian (1732–1818), der von 1766 bis 1816 Antistes (Landessuperintendent) der Basler Kirche war: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Bd. 5. Neuenburg 1929, S. 83 sowie über Peter Ochs (1752–1821) in gleichen Band, S. 328.

Eigentlich dürfte Antistes Emanuel Merian nicht nur weit über dem Heiligen Pantalus als dem Patron des Münsters, sondern sogar über allen bekannten Heiligen stehen! Zumindest gewinnt man diesen Eindruck nach Lektüre von Hieronymus Falkeisen: Leichenrede über Psalm 68, 20.21 bey der Beerdigung des Hochwürdigen und Hochgelehrten Herrn M. Emanuel Merian treueifrigen Pfarrers im Münster…Gehalten im Münster den 17. May 1818. Basel (Haas) 1818. – Allein, zu Basel galten wohl schon in vielem seit jeher  besondere Mass-Stäbe! Und zu berücksichtigen gilt wohl auch in Bezug auf die Lobrede, dass Hieronymus Falkeisen-Hauser (1758-1838) seit 1816 der Amtsnachfolger von Emanuel Merian war.

Über das Gutachten gegen Jung-Stilling siehe ausführlich Johann Heinrich Jung-Stilling: Geister, Gespenster und Hades. Wahre und falsche Ansichten, hrsg. von Gerhard Merk. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1993, S. 27 ff. Dort auch zwei Portraits von Antistes Merian (auf S. 39 und S. 119) sowie das Titelblatt des Gutachtens gegen Jung-Stilling auf S. 30.

Siehe auch Julius Studer: Jung Stilling [so!] in der Schweiz, in: Zürcher Taschenbuch N. F., Bd. 37 (1914), S. 91 ff. sowie Jakob Arnold von Salis: Jung Stilling [so!] in Basel verboten. Kirchengeschichtliche Mitteilung, in: Basler Jahrbuch, Bd. 15 (1894), S. 79 ff.

6 Stilling = Hofrat Professor Johann Heinrich Jung-Stilling (1740–1817), der Weltweisheit (= Philosophie; ehrenhalber von der Universität Heidelberg) und Arzneikunde (= Medizin; Promotion in Strassburg) Doktor. – Siehe über ihn kurz Gerhard Merk: Jung-Stilling. Ein Umriß seines Lebens. Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1989 sowie mehr seine innere Entwicklung sehr feinfühlig nachzeichnend Otto W. Hahn: \“Selig sind, die das Heimweh haben\“. Johann Heinrich Jung-Stilling: Patriarch der Erweckung. Giessen, Basel (Brunnen) 1999 (Geistliche Klassiker, Bd. 4).

7 Herr Engel: Jung-Stilling selbst dem Engel das weibliche Geschlecht bei. – Nach der christlichen Lehre sind Engel unkörperlich, ohne feste Form und aufgrund dessen auch geschlechtslos. In der (frühen) christlichen Kunst werden sie teils männlich (oft als geflügelter Jüngling), teils weiblich abgebildet; und diese künstlerischen Darstellungen prägten bis heute weithin das volkstümliche Bild der Engel.

8 \“Christus sagt ausdrücklich, daß Er an jenem Tage, jeden der so liebloß urtheilt mit eben dem Maaß messen werde, womit er seinen Nächsten gemessen habe\“, schreibt Johann Heinrich Jung-Stilling: Theorie der Geister=Kunde, in einer Natur= Vernunft= und Bibelmäsigen (so) Beantwortung der Frage: Was von Ahnungen, Gesichten und Geistererscheinungen geglaubt und nicht geglaubt werden müße (so!). Nürnberg (Raw’sche Buchhandlung) 1808 (Reprint Leipzig [Zentralantiquariat der DDR] 1987 und öfters), § 169, S. 198.

Die \“Geister=Kunde\“ von Jung-Stilling erschien seit der Erstveröffentlichung 1808 auch in vielen anderen Ausgaben und Nachdrucken sowie auch in Übersetzungen ins Französische, Englische, Schwedische und Niederländische. Siehe hierzu Klaus Pfeifer: Jung-Stilling-Bibliographie. Siegen (Verlag der J. G.–Herder Bibliothek) 1993, S. 104 (Stichwort \“Theorie\“).

9 Es war die vorletzte Seite (S. 75) der Schrift von Johann Heinrich Jung-Stilling: Apologie der Theorie der Geisterkunde veranlaßt durch ein über dieselbe abgefaßtes Gutachten des Hochwürdigen geistlichen Ministeriums zu Basel. Als Erster Nachtrag zur Theorie der Geisterkunde. Nürnberg (Raw’sche Buchhandlung) 1809. Auf dem Blatt war rot unterliniert: \“Wie viele Stellen des Gutachtens aber für mich tief kränkend gewesen sind, das kann der unpartheyische Leser im ersten Blick erkennen; der Herr verzeihe es den Verfassern, so wie auch ich Ihnen (so) herzliche verzeihe.\“

Siehe den Text der \“Apologie der Theorie der Geisterkunde\“ bei Johann Heinrich Jung-Stilling: Geister, Gespenster und Hades (Anm. 5), S. 92 ff. – Das Hauptwerk von Jung-Stilling hat im Titel \“Geister=Kunde\“ (mit dem damals üblichen Doppel-Bindestrich. Die darauf bezüglichen Veröffentlichungen, auch die von Jung-Stilling selbst, schreiben in der Regel \“Geisterkunde\“ (also in einem einzigen Wort).

10 Einjeder Christ, der in die Seligkeit eingeht, erhält von GOtt einen  neuen Namen, siehe Offb 2, 17 sowie (Johann Heinrich Jung-Stilling): Die Siegsgeschichte der christlichen Religionen in einer gemeinnüzigen Erklärung der Offenbarung Johannis. Nürnberg (Raw’sche Buchhandlung) 1799, S. 89.

Der besondere Name, mit dem Jung-Stilling im Jenseits beschenkt wurde, ist Ohephiah (= der GOtt liebt). – Siehe hierzu (Christian Gottlob Barth): Stillings Siegesfeyer. Eine Scene aus der Geisterwelt. Seinen Freunden und Verehrern. Stuttgart (Steinkopf) 1817. – Näheres über die Ankunft von Jung-Stilling in der Seligkeit bei Helena Schlatter-Bernet (?): Sieg des Getreuen. Eine Blüthe hingeweht auf das ferne Grab meines unvergeßlichen väterlichen Freundes Jung=Stilling. Nürnberg (Raw’sche Buchhandlung) 1820, S. 7 ff.

11 Siehe vor allem Johann Heinrich Jung-Stilling: Theorie der Geister=Kunde (Anm. 8), § 46, S. 31 f., § 49, S. 33 sowie § 175, S. 211.

12 Dies gilt für Ahnungen als auch für Vorhersagen aller Art; siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Theorie der Geister=Kunde (Anm. 8), § 121 ff., S. 100 ff.

Vgl. auch Martin Landmann: Ahnungen, Visionen und Geistererscheinungen nach Jung-Stilling. Eine ausdeutende Untersuchung. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1995; als Download-File zum Gebrauch für private Zwecke kostenlos abrufbar unter der Adresse <http://www.uni-siegen.de/fb5/merk/stilling>.

13 Aus der Fülle der Literatur zu diesem Thema sei herausgegriffen das gedankenreiche Büchlein von Walter Jens: Fernsehen. Themen und Tabus. München (Piper) 1973 (Serie Piper, № 51).

14 Engel Siona meint hier die Auffassung, wonach die Seele lediglich Anhang körperlicher Vorgänge sei (Materialismus).

15 Zur Kleidung von Geistes-Wesen siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Theorie der Geister=Kunde (Anm. 8), § 192, S. 262, § 193, S. 263 sowie § 226, S. 324.

16 Verklärung (Transfiguration, Apotheose) meint grundsätzlich eine Umgestaltung, eine substanzielle Verwandlung der sichtbaren Erscheinung, wie von JEsus bei Matthäus 17, 2 beschrieben. – Siehe hierzu auch Rudolf Frieling: Christentum und Wiederverkörperung, 2. Aufl. Stuttgart (Urachhaus) 1975.

17 Siehe zum Traum Johann Heinrich Jung-Stilling: Theorie der Geister=Kunde (Anm. 8), § 103, S. 81 sowie Martin Landmann: Ahnungen, Visionen und Geistererscheinungen nach Jung-Stilling (Anm. 12), S. 120 (Register, Stichwort \“Traum“).

18 Der Analogieschluss schliesst aus der Übereinstimmung zweier Gegenstände in einigen Merkmalen auf ihre weitere (oder gar völlige) Übereinstimmung; siehe hierzu Gerhard Merk: Grundbegriffe der Erkenntnislehre. Berlin (Duncker & Humblot) 1985, S. 45 f. – Dieses im Buchhandel vergriffene Buch ist kostenlos downloadbar bei der Adresse <http://www.uni-siegen.de/merk/stlling>

19 Siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Theorie der Geister=Kunde (Anm. 8), § 60, S. 43, § 200, S. 274 f. sowie § 215, S. 300 f.

20 Siehe hierzu mehr bei Freimund Biederwacker: Vom folgeschweren Autowahn. Protokoll einer nachtodlichen Belehrung durch Johann Heinrich Jung-Stilling. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1996; als Download-File kostenlos abrufbar bei dem URL <http://www.uni-siegen.de/merk/stilling>

21 In raurikiarisch-barbarischer Hemmungslosigkeit stürmte der \“re=formierte\“ Mob an Aschermittwoch 1529 das Sankt-Marien-Münster zu Basel und befreite es gründlich von \“papistischem Blendwerk\“. Auf zwölf Scheiterhaufen wurden alle, teilweise kostbar gestickten und goldfadendurchwirkten liturgischen Gewänder, alle Paramente, alle Bilder (\“Ölgötzen\“), sämtliche Statuen, Figuren und Skulpturen sowie andere Kunstwerke unter ermunternden Zurufen der Prädikanten verbrannt und zertrümmert.

Die Rauriker (auch: Rauraker) waren eine kleine keltische Völkerschaft südlich des Rheins um das heutige Basel und 58 v. Chr. Bundesgenossen der Helvetier gegen die Römer.

Aus dem Sankt-Marien-Münster geplünderte Stücke mit Metallwert (unter anderem eine damals weltweit bekannte goldene Altartafel sowie eine goldene Rose) bewahrte man auf, bis 1833 bei der Teilung zwischen der Stadt Basel und der von ihr losgerissenen Landschaft die – mittlerweile vielfach wegen mangelnder Wartung und Pflege heruntergekommenen – Gegenstände vergantet und buchstäblich in alle Welt, sogar bis ins ferne Amerika, zerstreut wurden. Siehe dazu Carl Burckhardt, Christoph Riggenbach: Der Kirchenschatz des Münsters zu Basel, 2 Theile. Basel (Bahnmaier) 1862–1868 (Mittheilungen der Gesellschaft für vaterländische Alterthümer in Basel, Bd. 9–10) sowie Johann Jacob Merian: Geschichte der Bischöfe von Basel, Abtheilung 1. Zur Feier des vierhundertjährigen Jubiläums der Universität Basel. Basel (Bahnmaier) 1862.

Siehe ferner Friedrich Fischer: Der Bildersturm in der Schweiz und in Basel insbesondere, in: Basler Taschenbuch, Bd. 1 (1850), S. 3 ff., Paul Roth: Eine Elegie zum Bildersturm in Basel, in: Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde, Bd. 42 (1943) sowie Eva Helfenstein: Der heilige Laurentius. Eine spätgotische Holzskulptur als Zeuge des Basler Bildersturms. Basel (Baumann & Cie Banqiers) 2005 (Basler Kostbarkeiten, № 26) und die dort jeweils angegebene Literatur. – Vgl. auch Lee Palmer Wandel: Voracious Idols and violent Hands. Iconoclasm in Reformation Zurich, Strasbourg, and Basel, 2. Aufl. Cambridge (Cambridge University Press) 1995 (auch als Paperback 1999 erschienen) mit ausführlichem Literatur-Verzeichnis.

22 Siehe ausführlicher hierzu Treugott Stillingsfreund: Teuflisches Wirken heute. Zur Definition der Ungüter. Zwei nachtodliche Gespräche mit Hofrat Johann Heinrich Jung-Stilling. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1995; als Download-File abrufbar bei dem URL <http://www.uni-siegen.de/merk/stilling>

Whatever comes, this too shall pass away



Über Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk

Gerhard Merk (* 8. Mai 1931 in Mannheim) ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler, Sozialethiker und Lehrbuchautor.

  • 1931 Geboren in Mannheim
  • 1955 Diplom-Volkswirt, Universität Heidelberg
  • 1956 Diplom-Handelslehrer, Universität Mannheim
  • 1957 Dr.rer.pol., Universität Heidelberg (Thema der Dissertation: „Die Investitionsfunktion“)
  • 1958 Konzernleitung Fried. Krupp, Essen, Zentralabteilung Verkauf, Fachabteilung Marktforschung
  • 1964 Dozent an der Staatlichen Höheren Wirtschaftsfachschule, Siegen
  • 1972 Professor an der Universität Siegen
  • 1996 Pensionierung; weiterhin in Lehre und Forschung an der Universität ohne Bezahlung tätig.

Verheiratet seit 1964 mit Dr.rer.nat. Martha Merk-Jansen, Apothekerin aus Aachen, verstorben am 30. Juni 2010.

Zwei Kinder: Irene (Diplom-Physikerin, Diplom-Informatikerin, Dr.rer.nat.), Judith (Industriekauffrau, Diplom-Kauffrau).

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