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Kann die Menschliche Vernunft Gott erkennen?

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Dieses oftmals und von vielen bedachte Thema einlässlich beantwortet in einer belehrenden nachtodlichen Unterredung mit dem hochgelehrten,
lebenserfahrenen und bis anhin unvergessenen Herrn

Johann Heinrich Jung-Stilling (1740-1817),
der Weltweisheit und Arzneikunde Doktor,
seit 1785 Kurpfälzischer, durch Rechtsnachfolge ab 1803 Badischer Hofrat,
durch Verleihung ab 1808 Grossherzoglich Badischer Geheimer Hofrat

Lebzeitig zuletzt Professor für ökonomische Wissenschaften an der Universität Marburg/Lahn, dortselbst auch Lehrbeauftragter für operative Augenheilkunde an der Medizinischen Fakultät; davor bis 1787 Professor für angewandte Ökonomik – mit Einschluss der Veterinär-Medizin – an der Universität Heidelberg und vordem ab 1778 mit gleicher Bestellung an der Kameral Hohen Schule zu in Kaiserslautern,

weiland Gründungsmitglied der Geschlossenen Lesegesellschaft zu Elberfeld, dort auch seit 1772 Arzt für Allgemeinmedizin, Geburtshilfe, Augenleiden und seit 1775 behördlich bestellter Brunnenarzt sowie Lehrender in Physiologie; der Kurpfälzischen Ökonomischen Gesellschaft in Heidelberg, der Kurfürstlichen Deutschen Gesellschaft in Mannheim, der Königlichen Sozietät der Wissenschaften in Frankfurt/oder, der Gesellschaft des Ackerbaues und der Künste in Kassel, der Leipziger ökonomischen Sozietät sowie auch der erlauchten Loge
\“Karl August zu den drei flammenden Herzen\“ in Kaiserslautern Mitglied

Nach dem Gespräch ohne Verweilung geflissentlich aufgeschrieben und als Zustupf obachtsam mit hilfreichen Anmerkungen versehen. Alsdann gemeinen Nutzens zu Gut ins World Wide Web gestellt, dabei alle Leser mit freundwilligem Gruss
beständiger gÖttlicher Obhalt und Verwahrung sowie getreuen
englischen Schutzes wärmstens empfehlend
von

Christlieb Himmelfroh
zu Lichthausen, Grafschaft Leisenburg*
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Markus-Gilde, Siegen

Copyright 2000, 2012 by Markus-Gilde, Postfach 10 04 33, 57004 Siegen (Deutschland).
Die gewerbliche Verwertung des nachstehenden Textes bedarf der schriftlichen Einwilligung des Copyright-Inhabers.

mailto: merk@vwl.wiwi.uni-siegen.de


Jung-Stilling am Grab seines Patenonkels


Zu Krombach1 an der Kirche sah
Ich stehen einen Herren da
Gesenkten Hauptes vor dem Tor;
Er blickte auf das Grab davor.2

Genauer schaute ich nun hin,
Damit Erkenntnis ich gewinn‘,
Wer dieser Unbekannte sei,
Dem Johann Jung nicht einerlei.
Ergebnis meiner Musterung:
Der Fremdling dort war Hofrat Jung!3
Er blickte hoch kurz, sah mich an
Und winkte mich zu sich heran.

\“Ich wundre mich, dass ich hier treffe
Am Grab des Oheims sie als Neffe.
Doch sicher hat das seinen Sinn!
Für mich war stets es von Gewinn,
Zu hören ihre Himmels-Lehren,
Die soviel Zweifel in mir klären.
Darf heute auch ich fragen sie
An diesem Ort, am Grab allhie?\“ –

\“Mein Stillings-Freund:4 wenn ihr es wollt,
Bescheid euch wieder werden sollt‘
Auf eine Frage, die ihr habt:
Gespräch mit euch stets mich auch labt.\“ –


Darf sich die Vernunft Gott vorstellen?


\“Herr Hofrat Jung! Der Prädikant5
Es sündlich, teuflisch gar befand,
Wenn vorstellt die Vernunft sich GOtt.
Das sei für Christenglauben Spott;
Denn GOttes Wesen sei plausibel
Allein und einzig durch die Bibel.
Was sagen sie? Kann GOttes Sein
Vernunft, Verstand auch fangen ein?\“ –


Vernunft und Verstand sind zu unterscheiden


(1) \“Zunächst sei Unterschied erkannt:
Vernunft ist n i c h t gleich auch Verstand!

Verstand heisst jene Geistes-Kraft,
Die in uns Vorstellungen schafft.
Sie ist Vermögen zur Erkenntnis,
Schafft für Begriffe das Verständnis.

Vernunft hingegen zielt auf Schlüsse.
Sie bindet der Gedanken Flüsse
Zum Urteil, welches folgert richtig;
Dabei sind Denkgesetze wichtig.
Die Logik darin euch belehrt,
Was nötig, triftig, wissenswert.
Empfehlen kann ich hier ein Werk
Des lieben Stillings-Freundes Merk.
Ihr findet darin fasslich klar,
Was Logik bietet jedem dar.6


Vernunft ist ein Geschenk GOttes an den Menschen


(2) Doch nun direkt zu eurer Frage;
Gern dazu ich euch etwas sage.
Vernunft dem Menschen ward geschenkt
Bewusst von GOtt, dass er auch denkt!

Das Denken klärt der Dinge Sinn,
Bewirkt, dass Einsicht man gewinn‘
In GOttes Schöpfung: die Natur,
Die SEines HEilgen GEistes Spur!
Drum in Physik wie in Chemie,
In Medizin, Ökonomie
Sowie in jeder Wissenschaft
Das Denken Einsicht, Kenntnis schafft.

(3) Weil Gabe GOttes der Verstand,
Ist falsch es, dass man ihn verbannt,
Wenn wendet er zu DEm sich hin,
Der gab ihm Eignung, Kraft und Sinn.
Wer GOtt den HErren sich be=denkt,
Mitnichten diesen irgend kränkt!
Die Schrift der Torheit den gar zeiht,
Der nicht zu solchem Tun bereit.7


Was kann die Vernunft über GOttes Wesen erkennen?


(4) Vier Dinge sind es, die man findet,
Wenn Schlüsse über GOtt man bindet.

(a) Zuerst: Das Weltall ja besteht.
Die Welt sich um die Sonne dreht;
Es gibt den Raum und auch die Zeit,
Was allem Mass und Frist verleiht.
Was da ist, muss erschaffen sein:
Aus Nichts trifft nur ein Nichts auch ein!

Die Schöpfung und ihr ganzer Sinn,
Weist so auf einen Schöpfer hin.
Der muss, um all das zu erreichen,
An Macht besitzen ohnegleichen.
Allmächtig heisst dies ganz konkret:
GOtt alles zu Gebote steht.

(b) Als nächstes: planvoll ist die Welt,
Wie sich auf Schritt und Tritt erhellt.
Gesetze regeln streng das All.
Sie gelten für den Sonnenball
So gut wie für den Menschenleib
Samt aller Energie Verbleib.8
Physik, Chemie, Biologie
Erklären hier genau das Wie.

Die Schöpfung somit Zeugnis ist:
Der Schöpfer regelt, plant und misst.
Wer solche Ordnung fügte ein,
Muss folglich auch allwissend sein.

Den Schluss zu leugnen Torheit wäre
Und ging genau so in das Leere,
Wie wenn man sagt: es gibt die Uhr,
Der Uhrmacher ist Trugbild nur!

(c) Zum dritten: jeder hat Gewissen,
Kennt dessen Lob samt Hindernissen.
Es unterscheidet bös und gut,
Erfüllt zum Edlen uns mit Mut,
Hält ab uns von der Freveltat,
Versorgt uns mit Entscheidungs-Rat.

Es ist in unser Herz geschrieben:
Das Böse hassen, Gutes lieben!
Ganz gleich, ob Hindu, Hottentotte,
Buddhist, Schamane, Hugenotte:
Man weiss, dass Mord und Undank schlecht,
Dass Hilfe, Beistand, Trösten recht.

Wenn drum Gewissen uns zu Eigen,
So muss in seinem Rat sich zeigen
Was GOtt missfällt, was IHm beliebt:
Als heilig ER sich dadurch gibt.

(d) Zuletzt: man hofft auf Lohn des Guten,
Spürt stark sein Herz bei Bösem bluten.
Gewissen in uns Richter ist,
Der jede Tat sogleich bemisst.

Das Lohnen, Strafen ist kein Wahn,
Wird nie im Menschen abgetan!
Das Richter-Amt gibt uns Bescheid
Von GOttes Allgerechtigkeit.

(5) Zum guten Schluss nun zu gelangen:
Man kann das Wesen GOttes fangen
Sehr treffend, richtig in Begriffen,
Die rein aus dem Verstand geschliffen.

Dass GOtt allmächtig, dass er weise,
Gerecht und heilig gleicherweise,
Vermochte deutlich ich zu klären;
Ich könnte solche Schlüsse mehren!\“ –


Bibel und Vernunft


\“Herr Hofrat\“, unterbrach ich ihn,
\“Soeben fast es mir doch schien,
Als spricht von GOtt hier ein Deïst9
Und nicht ein seinserfüllter Christ.
Kann Denken denn die Schrift ersetzen?
Tun sie Verstand nicht überschätzen?\“ –

\“Mein Stillings-Freund: ich las Chemie
In Strassburg, was mir wohl gedieh.10
Ich frag euch: hätte ich die Bibel
Heranziehn sollen denn als Fibel?

Ich operierte kranke Augen.11
Kann man das Wissen hierzu saugen
Aus Heilger Schrift, der Frohbotschaft?
Das wäre mehr als tölpelhaft!
Ich fand in Heilgen Büchern nie
Den Hinweis, dass je wollten sie
Belehrn in Dingen, die Verstand
Durch seiner Schlüsse Kraft umspannt.

Ich möchte damit klar bekunden,
Dass bloss durch den Verstand gefunden
Stets wurde GOttes Schöpfung Art:
Hier ist uns nichts geoffenbart!

Was Glaubens-Dinge nun betrifft,
Muss gelten zudem auch die Schrift.
Belehrung wird durch sie zuteil,
Was nötig uns zum Glück und Heil.\“ –


Ist die Bibel einziger Glaubensgrund?


\“Herr Hofrat: `zudem auch´, heisst das:
Die Bibel ist nicht einzges Mass
In allem, was des Glaubens Hort?
Die Bibel ist doch GOttes Wort
Und einzger Grund der Lehrdoktrin
Im Christenglauben nach Calvin!\“ –

\“Die Bibel zeigt, wie GOttes Wort
Gestalt gewann an jenem Ort,
Wo man zu hören war bereit
Bei Menschen der vergangnen Zeit.

Sie will und kann drum nicht ersetzen,
Was Denken findet an Gesetzen
In Dingen, die uns hier umgeben:
Die nieden Plattform sind fürs Leben.

Was ihr zum Grund des Glaubens sagt,
Sei jetzt nicht weiter nachgefragt.
Nur: Bibel kann nicht Kirche gründen,
Soll vielmehr nur vom Glauben künden!
Die Schrift steht über Kirche nicht:
In ihrer Mitte strahlt ihr Licht. –
Doch lasst mich just diesen Fragen
Ein andermal mehr zu euch sagen.12

Nur soviel sei gesagt jetzt hier:
Die Bibel, die heut lesen wir,
Gestalt erfuhr durch \“Redaktoren\“;
Oft sind es garnicht die Autoren,
Die jeweils angegeben sind:
Gewissheit hier man leicht gewinnt.13
Es gilt stets abzuwägen drum,
Was reines Evangelium
Befugt in solchen Fragen hie
Ist ausschliesslich Theologie.


Jung-Stilling wird plötzlich weggerufen


Verzeiht, dass geh‘ ich von euch weg:
Ich muss gleich übers Kölsche Heck14
Zu einem Kranken, der mich braucht;
Er ist in Kopfschmerz arg getaucht.
Der Himmel hat es zugelassen,
Dass darf mit ihm ich mich befassen.

Gehabt euch wohl! Tut Gutes allen:
Das bringt euch GOttes Wohlgefallen.
Dankt GOtt für jeden Lebenstag;
Er bringe guten Werks Ertrag!

Grüsst sonders jene, die Geld stiften,
Dass neu gedruckt jetzt meine Schriften
Und wieder hier im Umlauf sind:
Ich bleibe denen wohl gesinnt!
Wenn bald sie in das Jenseits kommen,
Empfängt sie dort die Schar der Frommen,
Die – Stillings-Freunde einst auf Erden –
In Seligkeit erquickt nun werden.\“

Da er die letzten Worte sprach,
Verblich Jung-Stilling nach und nach.
Sein ganzer Leib begann zu flimmern,
Um allgemach dann zu verschimmern.

Der Ort, an dem gestanden er,
War nun auf einmal gänzlich leer.
Zugleich fiel flackernd mehrmals ein
An diesen Platz noch fahler Schein,
Wie er sich zeigt, wenn voller Mond
Nachts über glattem Wasser thront,
Auch wie er silbrig reflektiert
Auf Wiesen, die der Schnee noch ziert.


Belehrung findet sich gegliedert geschrieben


Dass mein Gedächtnis nichts verlor,
Sprach ständig ich mir alles vor,
Was Stilling eben zu mir sagte.
Frisch das Gespräch noch in mir ragte,
Als ich zu Hause angekommen,
Wo gleich ich Schreibzeug mir genommen,
Um Stillings Rede, meine Fragen
Auf Schmierpapier zu übertragen.

Als später etwas Zeit ich fand,
Nahm diese Blätter ich zur Hand.
Wie war da mein Erstaunen gross:
Es bot in Handschrift tadellos
Das Ganze sich gegliedert dar,
In Verse schon gegossen gar!

Am Schluss ein Sigel sagte mir,
Wer half verborgen fraglos hier:
Der Beistand abermals geschah
Durch Stillings Engel Siona!15

Der Engel schrieb noch an den Rand:
\“Dass diese Botschaft wird bekannt
Bei allen Stillings-Freunden4 lieb
Und es bei ihnen haften blieb,
Stellt ein den Dialog komplett
Nächstbaldig auch ins Internet.\“

Gehorsam Christlieb schleunigst tat,
Was Siona von ihm erbat.


Dem unvermeidlichen Lästergespei wird entgegengesehen


Im voraus höre dieses Mal
Ich wieder, was schon schier normal:
Von Glaubensfegern das Gemurre,
Von Besserwissern das Geknurre:
Es könne gar nicht möglich sein,
Dass Geisteswesen treten ein
In diese Welt: drum sei Humbug,
Verdummung, Machwerk, Schmu, Betrug,
Wenn hier davon berichtet werde,
Dass Stilling kam zurück zur Erde.

Dann tönt es wütend: \“Spiritismus,
Gespenster-Wahnbild, Okkultismus,
Verdummung, Scharlatanerie,
Ergüsse kranker Phantasie,
Verworren-närrisches Gedudel,
Gebräu aus höllischem Gesudel;

Betrügerische Reimerei,
Dämonenhafte Zauberei;
Verführung, Nekromantie:
Beschwörung Toter: Blasphemie,
Ein Zeugnis von Besessenheit,
Verhexung und Verlogenheit;
Groteske Phantasmagorie,
Entheiligte Theologie,
Abscheuliche Provokation:
Der Hölle Manifestation!

Der Christlieb ist ein Hexerisch:
Verbreitet teuflisches Gezisch!
Am besten ist, man wirft ins Feuer,
Was kündet dieses Ungeheuer;
Dann schwindet jener graue Dunst,
Erzeugt von ihm durch Satanskunst!\“

Ihr Lieben: packt euch an die Nase:
Entbindet euch von Zorn-Gerase
Und denkt darüber tiefer nach,
Was Stilling klar in Krombach sprach.

Wohl mögt ihr laut auf Christlieb fluchen,
Als Fälscher ihn zu schmähen suchen;
Doch tretet mit dem Schmäh nicht nah
Auch noch an Engel Siona.15
Es bittet darum ohne Pausen,
Euch alle Christlieb in Lichthausen.


Anmerkungen, Erläuterungen und Quellen


* Grafschaft Leisenburg = bei Jung-Stilling das ehemalige Fürstentum Nassau-Siegen (mit der Hauptstadt Siegen), –  seit 1512 dem Oberrheinischen Kreis des alten römischen Reichs deutscher Nation (mit dem Direktorium zu Worms) zugeordnet; –  durch Erbfolge ab 1743 Teil der Nassau-Oranischen Lande (mit Regierungssitz in Dillenburg, heute Stadt im Bundesland Hessen); –  im Zuge der territorialen Neuordnung Deutschlands durch den Wiener Kongress ab 1815 Bezirk in der preussischen Provinz Westfalen (mit der Provinzhauptstadt Münster); –  nach dem Zweiten Weltkrieg von 1946 an bis heute Bestandteil im Kreis Siegen-Wittgenstein des Regierungsbezirks Arnsberg im Bundesland Nordrhein-Westfalen in der Bundesrepublik Deutschland (mit der Landeshauptstadt Düsseldorf).

Siehe Karl Friedrich Schenck: Statistik des vormaligen Fürstenthums Siegen. Siegen (Vorländer) 1820, Reprint Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1981 sowie Theodor Kraus: Das Siegerland. Ein Industriegebiet im Rheinischen Schiefergebirge, 2. Aufl. Bad Godesberg (Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung) 1969 (Standardwerk mit vielen Karten, Übersichten und Rückblenden auf den Entwicklungsverlauf; leider auch in der Zweitauflage ohne Register), siehe auch Anm. 12 in Bezug auf weitere Literatur.

Lichthausen = bei Jung-Stilling die ehemalige selbständige, durch den Bergbau geprägte Gemeinde Littfeld im vormaligen Fürstentum Nassau-Siegen; seit 1. Januar 1969 Teil der Stadt Kreuztal im Kreis Siegen-Wittgenstein. Durchflossen wird der Ort von der rund 13 Kilometer langen Littfe, einem wasserreichen Zufluss in den rund 24 Kilometer langen Ferndorfbach, der seinerseits ein rechten Nebenfluss der Sieg ist und im Zentrum von Siegen-Weidenau in die Sieg mündet. – Der Name Littfeld leitet sich ab aus dem keltischen Wort \“Let\“ für \“Lehm\“. Die in vielen Gewässernamen der Gegend vorzufindende Endsilbe \“-phe\“ ist die sprachlich abgeschliffene Form von \“apha“ = der Bach.

Aus Littfeld kam die Mutter Johanna Dorothea Fischer (1717-1742) von Jung-Stilling; dort wirkte auch sein Patenonkel Johann Heinrich Jung.

Im wirtschaftsgeschichtlich in vieler Hinsicht bemerkenswerten Siegerland ist der hochintelligente und vielseitig begabte Jung-Stilling (siehe Anmerkung 3) geboren, herangewachsen und dort hat auch seine ersten beruflichen Erfahrungen als Köhlergehilfe, Schneider, Knopfmacher, Vermessungs-Assistent, Landarbeiter, Dorfschulmeister und Privatlehrer gesammelt.

1 Krombach = Ortsteil im Norden der Stadt Kreuztal, Kreis Siegen-Wittgenstein (Bundesland Nordrhein-Westfalen der Bundesrepublik Deutschland); bis Ende des Jahres 1968 selbständige Gemeinde im damaligen Kreis Siegen. Der Name \“Krombach\“ leitet sich her von \“Krummer Bach\“ ab.

Siehe Andreas Bingener und Erich Schmidt: Krombach. Geschichte eines Siegerländer Dorfes. Hrsg. von der Evangelisch-Reformierten Kirchengemeinde Krombach. Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 2001 (mit Literatur-Verzeichnis, S. 246 ff.) sowie Ansgar Hoffmann und Anne Schulte-Lefebvre: Ortsfamilienbuch Krombach 1461-1795. Plaidt (Cardamina-Verlag) 2009 (Deutsche Ortssippenbücher, Reihe A, Bd. 505).

2 Vor dem Haupteingang der (in katholischer Zeit dem Heiligen Ludgerus geweihten) Kirche in Krombach befindet sich eine in den Boden eingelassene Gedenkplatte. Sie erinnert an das Grab des fürstlich nassau-oranischen Oberbergmeisters Johann Heinrich Jung (1711–1786), der auf dem ehemals um die Kirche sich erstreckenden Friedhof nahe dieser Stelle beigesetzt wurde.

Siehe Gerhard Merk: Oberbergmeister Johann Heinrich Jung (1711–1786). Ein Lebensbild. Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1989. – Zur Kirche in Krombach siehe auch Lothar Irle: Heilige in Verehrung und Volkstum des Siegerlandes. Siegen (Heimatverein) 1969, S. 13 sowie Heinrich Kampschulte: Die westfälischen Kirchen-Patrocinien, besonders auch in ihrer Beziehung zur Geschichte der Einführung und Befestigung des Christenthums in Westfalen. Münster (Mehren & Hobbeling) 1967 (Nachdruck der Ausgabe 1867; wichtiges Quellenwerk) und zum alten Kirchenpatron Sankt Ludger (dem die römisch-katholische, dem Erzbistum Paderborn zugeordnete Diaspora-Gemeinde Krombach noch heute als ihrem Kirchenpatron huldigt) aus der Fülle bezüglicher Literatur Werner Freitag: Heiliger Bischof und moderne Zeiten. Die Verehrung des heiligen Ludger im Bistum Münster. Münster (Ardey-Verlag) 1995 (Schriftenreihe zur religiösen Kultur, Bd. 4) sowie Arnold Angenendt: Liudger. Missionar – Abt – Bischof im frühen Mittelalter, 2. Aufl. Münster (Aschendorff) 2005.

3 Johann Heinrich Jung-Stilling (1740–1817), der Weltweisheit und Arzneikunde Doktor. Siehe über seinen Lebensweg ausführlich Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte. Vollständige Ausgabe, mit Anmerkungen, hrsg. von Gustav Adolf Benrath, 3. Aufl. Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft) 1992. – Jung-Stilling wurde als Professor für ökonomische Wissenschaften in kurpfälzischen Diensten durch Erlass des Kurfürsten Karl Theodor von Pfalz-Bayern (1724/1742-1799) vom 31. März 1785 zum \“Kurpfälzischen Hofrat\“ ernannt.

Das mit dem Hofrats-Titel verbundene gesellschaftliche Ansehen war zu jener Zeit beträchtlich. Es gewährte dem Träger mancherlei Vergünstigungen, so auch (was Jung-Stilling als reisenden Augenarzt insonders zum Vorteil gereichte) an Wegschranken, Posten, Schildwachen, Stadttoren, Fähren, Übergängen, Brücken sowie an den damals auch innerlands zahlreichen Schlagbäumen, Post-, Maut- und Grenzstationen.

Der Friedensvertrag von Campo Formio (7 km südwestlich von Udine in Venetien) vom 17. Oktober 1797 zwischen Napoléon und Kaiser Franz II. bestimmte in Artikel 20 den Rhein als die dauernde Staatsgrenze zwischen Frankreich und Deutschland. Dies wurde im Frieden von Lunéville (südöstlich von Nanzig [französisch: Nancy] gelegen; ehemalige Residenz der Herzöge von Lothringen) am 9. Februar 1801 bestätigt.

In Artikel 6 heisst es im einzelnen genauer: \“S. M. l’Empereur et Roi (nämlich Franz II, der letzte Kaiser des alten Reichs; er legte nach Bildung des Rheinbundes am 6. August 1808 die deutsche Kaiserkrone nieder), tant en Son nom qu’en celui de l’Empire Germanique, consent à ce que la République française possède désormais (= von nun an) en toute souveraineté et propriété, les pays et domaines situés à la rive gauche du Rhin, … le Thalweg du Rhin (= die Schiffahrtsrinne) soit désormais la limite entre la République française et l’Empire Germanique, savoir (= und zwar) depuis l’endroit (= von der Stelle an) où le Rhin quitte le territoire helvétique, jusqu’à celui où il entre dans le territoire batave.\“

Eine ausserordentliche Reichsdeputation, eingesetzt am 7. November 1801, beriet daraufhin zu Regensburg (seit 1663 der Tagungsort des Immerwährenden Reichstags) über die Entschädigung an deutsche Fürsten, die ihre (links der neuen Staatsgrenze zu Frankreich gelegene) Gebiete an Frankreich abtreten mussten.

Durch besondere günstige Umstände (später traten verwandtschaftliche Beziehungen mit Frankreich hinzu: sein Enkel und Thronfolger Karl [1786/1811–1818] heiratete am 7./8. April 1806 zu Paris Stéphanie de Beauharnais [1789–1860], die knapp 17jährige Adoptivtochter von Napoléon Bonaparte) vergrösserte Karl Friedrich von Baden (1728/1746–1811) bei dieser Gelegenheit sein Gebiet um mehr das Vierfache; die Bevölkerung stieg von ungefähr 175 000 auf fast 1 Million Bewohner. Die pfälzische Kurwürde ging auf ihn über; Karl Friedrich wurde damit 1803 vom Markgrafen zum Kurfürsten erhoben. – Wenig später rückte er durch den Rheinbundvertrag vom 12. Juli 1806 nach Artikel 5 gar zum Grossherzog mit dem Titel \“Königliche Hoheit\“ auf.

Mit dem Besitzwechsel der rechtsrheinischen Gebiete der Kurpfalz (so auch der alten Residenz- und Universitätsstadt Heidelberg, der neuen [seit 1720] Residenzstadt Mannheim [mit dem grössten Barockschloss in Deutschland] und der Sommerresidenz Schwetzingen [mit dem kurfürstlichen Lustschloss samt 76 Hektar grossen Schlossgarten, Moschee, Badehaus und Theater]) an das Haus Baden durch den Regensburger Reichsdeputations-Hauptschluss vom 25. Februar 1803 wurde gemäss § 59, Abs. 1 (\“Unabgekürzter lebenslänglicher Fortgenuß des bisherigen Rangs\“) der \“kurpfälzische\“ Hofrat DE JURE PUBLICO automatisch nunmehr zum \“badischen\“ Hofrat.

Im April des Jahres 1808 wird Jung-Stilling dann als Berater des Grossherzogs Karl Friedrich in Karlsruhe (\“ohne mein Suchen\“, wie er selbst hervorhebt) zum \“Geheimen Hofrat in Geistlichen Sachen\“ ernannt; siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Briefe. Ausgewählt und hrsg. von Gerhard Schwinge. Giessen, Basel (Brunnen Verlag) 2002, S. 404 (dort die Anm. 10).

Beim Eintritt von Jung-Stilling in den Himmel kommt ihm Karl Friedrich von Baden freudig entgegen und heisst ihn in der Seligkeit als Bruder herzlich willkommen. – Siehe hierzu und überhaupt zum Übergang von Jung-Stilling in das Jenseits des näheren (unbekannte Verfasserin): Sieg des Getreuen. Eine Blüthe hingeweht auf das ferne Grab meines unvergesslichen väterlichen Freundes Jung=Stilling. Nürnberg (Raw’sche Buchhandlung) 1820, S. 27.

Jung-Stilling verzichtete 1803 auf sein Lehramt in Marburg, nachdem die Universität infolge der Kriege im Gefolge der Französischen Revolution von 1789 kaum noch von Studenten besucht wurde, und vor allem auch im Zuge dessen das Interesse für Ökonomik stark abflaute. Jung-Stilling hatte oft nur noch drei Hörer.

Andererseits fühlte sich Jung-Stilling in seiner letzten Lebensphase berufen, den durch Krieg und Not verunsicherten Menschen Mut und Trost zu vermitteln. Er tat dies in mehreren volkstümlichen religiösen Schriften. Karl Friedrich von Baden förderte diesen Dienst von Jung-Stilling, indem er ihn nach Baden berief und ein Ehrengehalt zusicherte. Ruhestandsbezüge von der Universität Marburg bzw. von der Regierung in Hessen-Kassel erhielt Jung-Stilling nicht. So übersiedelte Jung-Stilling 1803 mit seiner Familie erst nach (der inzwischen badisch gewordenen alten kurpfälzischen Residenzstadt) Heidelberg und auf Wunsch des Grossherzogs ab 1806 nach Karlsruhe. Dort ist er auch gestorben, und auf dem (neuen) Hauptfriedhof befindet sich sein Grabmal.

Siehe hierzu Gerhard Schwinge: Jung-Stilling am Hofe Karl Friedrichs in Karlsruhe, in: Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins, Bd. 135 (1987), S. 183 ff., Gerhard Schwinge: Jung-Stilling als Erbauungsschriftsteller der Erweckung. Eine literatur- und frömmigkeitsgeschichtliche Untersuchung seiner periodischen Schriften 1795-1816 und ihres Umfelds. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht) 1994, S. 219 ff. (Arbeiten zur Geschichte des Pietismus, Bd. 32) sowie zum Verhältnis zwischen Karl Friedrich von Baden und Jung-Stilling auch Max Geiger: Aufklärung und Erweckung. Beiträge zur Erforschung Johann Heinrich Jung-Stillings und der Erweckungstheologie. Zürich (EVZ-Verlag) 1963, S. 237 ff. (Basler Studien zur Historischen und Systematischen Theologie, Bd. 1).

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Karl Friedrich (1728/1746-1811) galt in Karlsruhe gleichsam als Heiliger. Nachdem gelegentlich eines Trauergottesdienstes am 1. Juli 1811 der hochgelehrte katholische Stadtpfarrer und (seit 1805) Grossherzoglich Badische Geistliche Rat Dr. Thaddäus Anton Dereser (1757-1827) nicht in den übertriebenen Lobgesang für den Verstorbenen einstimmen wollte, sondern die teilweise rohe und schamlose Ausplünderung der katholischen Einrichtungen unter seiner Herrschaft bei einer Predigt beiläufig ansprach, musste er Karlsruhe unverzüglich verlassen. – Siehe zur Person von Dereser kurz Joseph Gass: Der Exeget Dereser. Eine geschichtliche Studie. Strassburg (Le Roux) 1915 (mit einem Portrait von Dereser) sowie Franz Xaver Münch: Der äußere Lebensgang des Aufklärungstheologen Thaddäus Anton Dereser. Bonn (Dissertation der Katholisch-Theologischen Fakultät) 1929 (auszugsweise im Druck).

Siehe zu den unterdrückenden obrigkeitlichen Massnahmen gegen die katholische Kirche unter der Regierungsgewalt der badischen Grossherzöge näherhin (Franz Joseph Mone [1796-1871]): Die katholischen Zustände in Baden, 2 Bde. Mit urkundlichen Beilagen. Regensburg (Manz) 1841/1843 sowie Carl Bader: Die katholische Kirche im Großherzogthum Baden. Freiburg (Herder) 1860. – Sehr einseitig und unsachlich zur Predigt von Dereser äussert sich auch Johann Heinrich Jung-Stilling: Briefe. Ausgewählt und hrsg. von Gerhard Schwinge. Giessen, Basel (Brunnen) 2002, S. 485.

Als Beispiel der bei Hofe genehmen Trauerreden von Geistlichen sei erwähnt –  Bernhard Boll: Trauerrede bey der kirchlichen Todten-Feyer seiner königlichen Hoheit Karl Friedrichs, Großherzogs zu Baden, Herzogs zu Zähringen, gehalten in der Haupt- und Münsterpfarrkirche zu Freyburg den 1. July 1811. Freiburg (Wagner) 1811 (der aus Stuttgart stammende Zisterzienser, Philosophieprofessor und Münsterpfarrer zu Freiburg Bernhard Boll (1756-1836) wurde 1827 im Alter von 71 Jahren erster Erzbischof von Freiburg); –  [Gerhard Anton Holdermann, 1772-1843, späterer Pfarrer an der Heiliggeistkirche zu Heidelberg]: Beschreibung der am 30ten Juny und 1ten July 1811 zu Ratsatt Statt gehabten Trauer-Feyerlichkeit nach dem Hintritte unsers (so!) höchstseligen Großherzogs Carl Friedrich von Baden. Rastatt (Sprinzing) 1811.

Siehe auch die an Lobpreisungen überladene Rede von –  Johann Kaspar Adam Ruef (1748-1825): JUSTA FUNEBRIA SERENISSIMO DUM VIVERET AC CELSISSIMO PRINCIPI DIVO CAROLO FRIDERICO MAGNO DUCI BADARUM … DIE 22 JULII 1811 IN TEMPLO ACADEMICO PIISSIMA ET GRATISSIMA MENTE PERSOLVENDA INDICIT JOANNES CASPARUS RUEF. Freiburg (ohne Verlagsangabe) 1811. Ruef war unter dem Namen Spensippus Mitglied der Illuminaten in \“Olympia\“ (= Freiburg im Breisgau).

Vgl. auch –  Gedächtnißreden bey dem Tode Sr. K. Hoheit des Großherzogs Carl Friedrich von Baden. Gehalten von den Pfarrern der drey christlichen Confessionen zu Mannheim. Mannheim (Schwan) 1811, in der sich der reformierte, lutherische und katholische Geistliche an Lob auf den verstorbenen Karl Friedrich überbieten.

Geradezu bescheiden wirken demgegenüber andere Predigten, wie etwa –  [Christian Emanuel Hauber]: Kurze Abschilderung Sr. Königlichen Hoheit Carl Friedrichs Grosherzogs (so!) von Baden. Karlsruhe (Macklot) 1811; –  Theodor Friedrich Volz: Gedächtnißpredigt auf den Höchstseeligen Großherzog von Baden Karl Friedrich, gehalten den 30. Junius 1811 in der Stadtkirche zu Karlsruhe. Karlsruhe (Müller) 1811 (Volz [1759-1813]), in Jena 1778 bereits promoviert, bemüht sich erkennbar um die im Rahmen des Anlasses mögliche Sachlichkeit).

Schönfärberisch sind auch die meisten der zahlreichen Zentariums-Reden, wie etwa die von –  Karl Joseph Beck: Rede bei der akademischen Feier des hundertsten Geburtsfestes des Hochseligen Großherzogs Karl Friedrich zu Baden … Gehalten von dem derzeitigen Prorector der Albert-Ludwigs-Hochschule. Freiburg im Breisgau (Wagner) 1828 (Karl Joseph Beck [1794-1838] war Mediziner und Stifter des \“Corps Rhenania\“ in Freiburg) oder –  Friedrich Junker: Lobrede auf Carl Friedrich, ersten Großherzog von Baden. Mannheim (Schwan & Götz) 1829.

Unkritisch gegenüber den augenfälligen Schattenseiten der Regierung von Karl Friedrich neuerdings auch –  Annette Borchardt-Wenzel: Karl Friedrich von Baden. Mensch und Legende. Gernsbach (Katz) 2006. – Auch –  Gerald Maria Landgraf (Moderate und prudenter. Studien zur aufgeklärten Reformpolitik Karl Friedrichs von Baden [1728-1811] Dissertation an der Universität Regensburg 2008; im Internet abrufbar) hat für die Ausplünderung der Klöster unter Karl Friedrich und das damit einhergehende Leid vieler Menschen keinen einzigen Satz übrig.

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4 Stillings-Freund meint zunächst –  Gönner und Förderer von Jung-Stilling und später dann –  Verehrer oder –  zumindest dem Autor gegenüber wohlwollender Leser der Schriften von Jung-Stilling. Der Begriff wurde in diesen Bedeutungen von ihm selbst eingeführt, er schliesst in jedem Falle auch die weibliche Form ein. – Siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte (Anm. 1), S. 213, S. 441, S. 513, S. 566.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch \“Stillings-Feinde\“, siehe ebendort S. 316 sowie die Jung-Stilling gesamthaft und im einzelnen auf verkennende, mit einer Überfülle sachlicher Fehler und falscher Werturteile [nebenbei: es gibt wissenschaftstheoretisch gesehen durchaus \“richtige\“ Werturteile!; siehe hierzu vertiefend Gerhard Merk: Grundbegriffe der Erkenntnislehre für Ökonomen. Berlin (Duncker & Humblot) 1985, S. 55 ff.] durchsetze Studie von Hans R. G. Günther: Jung-Stilling. Ein Beitrag zur Psychologie des Pietismus, 2. Aufl. München (Federmann) 1948 (Ernst Reinhardt Bücherreihe).

5 Prädikant = Pfarrer der reformierten Kirche. – Der Kirchenkreis Siegen gehört zwar zur Westfälischen Landeskirche, und diese ist eine Unionskirche. Das evangelische Siegerland ist aber unverändert calvinistisch geprägt; die Lutheraner haben in Siegen-Numbach eine eigene Kirche und einen dazugehörigen Pfarrer. Die Kirchengemeinde Krombach nennt sich bis heute \“evangelisch-reformiert\“. –

Siehe zur Konfessionsgeschichte des Siegerlandes (mit reichlichen Quellen- und Literatur-Verweisen, Abbildungen sowie Register) Gerhard Specht: Johann VIII. von Nassau-Siegen und die katholische Restauration in der Grafschaft Siegen. Paderborn (Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens) 1964 (Studien und Quellen zur Westfälischen Geschichte, Bd. 4).

6 Jung-Stilling meint offenbar das Buch von Gerhard Merk: Grundbegriffe der Erkenntnislehre für Ökonomen (siehe Anmerkung 4). – Dieser Autor gab 1987 auch ein \“Jung-Stilling-Lexikon Wirtschaft\“ heraus (es erschien gleichfalls im Verlag Duncker & Humblot in Berlin).

7 Siehe Weisheit 13, 1 (\“Toren nämlich von Natur waren alle Menschen, die an Unkenntnis Gottes litten und nicht imstande waren, aus dem sichtbaren Guten und Seienden zu erkennen, und die bei der Betrachtung der Werke den Werkmeister nicht wahrnahmen\“, heisst die Stelle in der Luther-Übersetzung).

8 Jung-Stilling spricht hier wohl das \“Gesetz von der Erhaltung der Energie\“ (Erster Hauptsatz der Energetik) an. Es besagt allgemein, dass nirgendwo eine Kraft, Bewegung oder Arbeit aus nichts entsteht, noch auch ohne Folgen verloren geht.

9 Deïst = Vertreter eines Gottesglaubens, der in Gott zwar den Urheber der Welt sieht, nicht aber auch deren Lenker und Erhalter. Der biblische Gottesbegriff wird nicht anerkannt.

10 Jung-Stilling übernahm als Doktorand der Medizin vertretungsweise für den zuständigen Professor (Jakob Reinbold [so, also mit einem Be] Spielmann, 1722–1783) an der Universität in Strassburg die Einführungs-Vorlesung in Chemie; siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte (Anm. 3), S. 674.

Alle Naturwissenschaften und so auch die Chemie waren um diese Zeit noch bei der Medizinischen Fakultät einer Universität angesiedelt. Eigene Technische Hochschulen entstanden, zunächst unter der Bezeichnung \“Polytechnikum,\“ erst später; so in Prag 1803 und in Karlsruhe 1825; diese hervorgegangen aus der von Johann Gottfried Tulla (1770– 1828) bereits 1807 gegründeten Ingenieurschule in Karlsruhe.

11 Jung-Stilling befreite an die 3 000 Menschen durch Operation aus der Blindheit. Etwa 25 000 Menschen dürfte er zeitlebens augenärztlichen Rat angedient haben.

Siehe hierzu Johann Heinrich Jung-Stilling: Geschichte meiner Staar Curen und Heylung anderer Augenkrankheiten, hrsg. von Gerhard Berneaud-Kötz. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1992, S. 21 ff. sowie Gerhard Berneaud-Kötz: Kausaltheorien zur Starentstehung vor 250 Jahren. Eine Auswertung der Krankengeschichten und Operationsprotokolle von Johann Heinrich Jung-Stilling. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1995 und die dort (S. 95 ff.) aufgeführte Literatur zum ärztlichen Wirken von Jung-Stilling.

12 \“Es ist für Jung-Stillings Position bezeichnend, daß an den entscheidenden Stellen (Offfenbarungsverständnis, Gottesbild, Menschenbild, Erlösungslehre), wo bei Luther und den anderen Reformatoren die für ihre Theologie charakteristische PARTICULA EXCLUSIVA ‚allein‘ steht, bei Jung-Stilling die PARTICULA COPULATIVA ‚und‘ oder eine entsprechende Apposition steht: ‚Bibel und Vernunft‘, ‚Natur und Bibel‘, ‚fromm und vernünftig‘, ‚der rechtschaffne Mann, der Christ‘, ‚der Menschenfreund und Christ‘, ‚der Christ, der Weise’\“, bemerkt sehr treffend Otto W. Hahn: Jung-Stilling zwischen Pietismus und Aufklärung. Sein Leben und sein literarisches Werk 1778 bis 1787. Frankfurt am Main, Bern, New York, Paris (Peter Lang), S. 744 (Europäische Hochschulschriften, Reihe XXII: Theologie, Bd. 344).

13 Es besteht heute kein Zweifel mehr daran, dass viele Schriften der Bibel nicht von denjenigen verfasst wurden, die als Autoren namentlich angegeben sind.

Grundsätzlich nämlich wurde die Verfasserschaft in der Antike anders gesehen und bewertet, als wir dies heutzutage tun.

In biblischen Zeiten war es nämlich die Regel, dass sich Autoren in ihren Werken nicht zu erkennen geben. Der Einzelne sah sich selbstredend als Teil eines grösseren Ganzen, als \“zoon politikon\“: als ein Wesen der Gesellschaft. Das Individuum, die Privatperson, war gewissermassen noch nicht hervorgetreten. Die Persönlichkeit des Schreibenden trat so hinter das Werk zurück.

Man signierte seine Werke auch nicht. Eher verbarg man sich hinter dem Namen eines anderen, eines Bekannteren. Ausnahmsweise bloss treten einzelne Schriftsteller so klar hinter ihren Texten hervor, dass man mit Gewissheit sagen: diese oder jene Passage der Heiligen Schrift stammt eindeutig von dieser oder jener Person.

Ganz sicher haben viele Texte des Alten Testaments eine überaus lange mündliche Weitergabe im Volk Israel oder in seinen Nachbarvölkern hinter sich. Erst dann, oft nach Jahrhunderten, wurden die Überlieferung gezielt gesammelt und aufgeschrieben. \“Verfasser unbekannt\“, \“mündlich überliefert\“ oder \“Volksweise\“ müsste die einschlägige Herkunftsangabe nach unseren heutigen Zitierregeln wohl lauten.

Auch die Sammler sind weitgehend namenlos. Man stellt sie sich vor wie heutige Herausgeber, die reichlich nachgelassenes Schriftgut sichten, sinnvoll anordnen und in eigenen Zwischentexten erläutern. Man spricht in Bezug auf die Bibel auch von \“Redaktoren\“. Ein Redaktor bezeichnet in den historischen Textwissenschaften eine namentlich häufig nicht bekannte, nur aus dem Textbefund erschlossene Person, die dem untersuchten Text seine derzeitige (Endredaktor) oder eine vorläufige (Zwischenredaktor) Fassung zukommen liess.

Die Redaktoren halten sich ebenfalls vornehm im Hintergrund. Nur manche sind bis heute näher aus einem charakteristischen Sprachstil oder aus einer jeweils besonderen Theologie zu erkennen. Etliche Sammlungen sind vermutlich gar nicht von einzelnen Personen, sondern vielmehr von bestimmten theologischen Schulen bearbeitet worden. Für den Forscher ist es wichtig zu erfahren, welche Stoffauswahl die einzelnen Schulen treffen und wie diese die überlieferten Texte miteinander verbinden.

Am Beispiel der fünf Bücher Mose sei dies erläutert. Umherziehendes Leben (Nomadentum) und schreibende Kultur passen hier kaum zusammen. Aber Mose als beherrschende Persönlichkeit eines ganzen Zeitalters gibt seinen Namen für die gesammelten Überlieferungen dieser Epoche. So erkennt man in den fünf Büchern Mose verschiedene unbekannte, namenlose Sammler, Redaktoren und Schulen. Die Forschung unterscheidet etwa den \“Jahwisten\“, den \“Elohisten\“, die \“Priesterschrift\“ und den \“Deuteronomisten\“, die sich – unter anderem – auch darin voneinander abgrenzen lassen, mit welcher Bezeichnung sie Gott in ihren Texten benennen.

Mehr persönliche Eigenart, einen höheren Grad an Individualität, zeigen beispielsweise die grossen Propheten Jesaja und Jeremia. Unter dem Namen \“Jesaja\“ scheinen mindestens drei bedeutende Persönlichkeiten zu schreiben. Man bezeichnet diese üblicherweise als \“Protojesaja\“, \“Deuterojesaja\“ (während des Babylonischen Exils verkündete er die Worte, die jetzt die Kapitel 40 bis 55 des Buchs Jesaja ausmachen) und \“Tritojesaja\“ (Kapitel 56 bis 66, wobei hier wahrscheinlich mehrere Autoren am Werke waren). – Der Prophet Jeremia dürfte offenkundig einen eigenen Sekretär namens Baruch angestellt haben. Dieser zeichnete das auf, was ihm sein Dienstherr als Gottesrede zu Niederschrift gibt (\“Da rief Jeremia Baruch, den Sohn Nerias. Derselbe Baruch schrieb in ein Buch aus dem Munde Jeremia’s alle Reden des Herrn, die er zu ihm geredet hatte\“, Jer 36, 4).

Im Neuen Testament sind die Evangelien in dem auf uns gekommenen griechischen Urtext überschrieben \“kata matthaion\“, \“kata markov\“, \“kata loukav\“, \“kata joanneiv\“, also \“gemäss Matthäus\“, \“gemäss Markus\“ und so weiter. Das trifft sich gut mit der heutigen Einsicht, dass die Evangelien nicht von den genannten Personen selber, eigenhändig verfasst wurden, sondern vielmehr wohl \“in der Überlieferung des Matthäus\“, \“in der Überlieferung des Markus\“ und so weiter entstanden sind.

Das Evangelium des Johannes, die drei Johannesbriefe und die Offenbarung des Johannes (Apokalypse) weisen zwar sprachliche Ähnlichkeiten auf. Gleichwohl sind sie einander nicht verwandt genug, um sie deutlich ein und demselben Verfasser zuzuordnen. – Was die Apostelgeschichte des Lukas betrifft, so gibt es durchaus viele sprachliche und stilistische Ähnlichkeiten zum Evangelium des Lukas. Der Verfasser bzw. Redaktor beider Schriften dürfte ob dessen wohl derselbe \“in der Überlieferung des Lukas\“ sein.

Hingegen ist hinter den Paulusbriefen sehr wohl eine eigene, ganz bestimmte Persönlichkeit zu erkennen. Es besteht heute auch unter sonst sehr kritischen, skeptischen Forschern kein Zweifel daran, dass der Römerbrief, die beiden Korintherbriefe, der Galaterbrief, der Philipperbrief, der 1. Thessalonicherbrief sowie auch der Philemonbrief aus der Feder der historischen Person Paulus aus Tarsus und aus der Zeit der Urgemeinde stammen.

Umstritten ist die Herkunft der Briefe (des Paulus) an die Epheser, an die Kolosser und sein zweiter Brief an die Thessalonicher. Sie alle sind bei näherem Hinsehen geprägt von einer anderen Theologie als jener des Paulus. – Ähnlich verhält es sich mit den Briefen (des Paulus) an Timotheus und Titus. Diese sprechen deutlich hinein in die Lebenslage einer Generation nach Paulus und verweisen in eine Zeit, in der sich die junge Kirche einen Platz in der Gesellschaft suchen muss.

Die beiden Petrusbriefe sind wohl nicht vom gleichnamigen Jünger Petrus verfasst. Denn sie passen keineswegs zur Sprache des Fischers vom See Genezareth. Dies erkennt man sogleich daraus, dass diese in Koine-Griechisch geschrieben sind, nämlich in der altgriechischen Gemeinsprache vom Hellenismus (etwa 300 v. Chr.) bis in die römische Kaiserzeit (etwa 600 n. Chr.). Daraus lässt sich Griechisch als Muttersprache des Autors vermuten. Wenn man der altkirchlichen Tradition folgt, derzufolge der Evangelist Markus der Dolmetscher des Petrus war, dann ist anzunehmen, dass Petrus selbst nicht allzu gut Griechisch gesprochen oder gar geschrieben hat. Auch zielen die Petrusbriefe deutlich genug inhaltlich auf die seit den irdischen Tagen Jesu in vielfacher Weise und weithin veränderten Verhältnisse. – Ähnliches gilt vom Brief des Jakobus und des Judas sowie vom Brief (des Paulus) an die Hebräer.

Leicht erkennbar und im einzelnen nachweisbar ist, dass geschichtlich gesicherte Verfasser oder Schriftsteller und theologische Schulen, die unter Pseudonym schreiben, ihr menschliches (manchmal allzu menschliches) Wort sowie ihre zeitgebundenen Vorstellungen in die Texte einbringen (\“transportieren\“, wie man hier zu sagen beliebt). Im Kern jedoch verkündigen sie allemal das göttliche Wort, das freilich immer neu inmitten des menschlichen entdeckt werden muss. Das zu leisten ist die Aufgabe der Bibelwissenschaft.

14 Kölsches Heck = nordwestliche Begrenzung des Siegerlandes zur Hügelkette des Biggehochlandes und durch die Jahrhunderte Grenze zwischen dem Fürstentum Nassau-Siegen und dem Kurfürstentum Köln (mit der Hauptstadt Bonn).

Siehe neben dem in der einleitenden Anmerkung genannten Standardwerk von Theodor Kraus vor allem Franz Petri, Otto Lucas, Peter Schöller: Das Siegerland. Geschichte, Struktur und Funktionen. Münster (Aschendorff) 1955 (Veröffentlichungen des Provinzialinstituts für Westfälische Landes- und Volkskunde). – Besonderen Augenmerk auf die Verkehrswirtschaft legt Ulrich Haas: Wandlungen der wirtschafts- und sozialgeographischen Struktur des Siegerlandes im 2. Viertel des 20. Jahrhunderts. Remagen (Bundesanstalt für Landeskunde) 1958 (Forschungen zur Deutschen Landeskunde, Bd. 108). – Über die sich anschliessende Zeit orientiert unter anderem Susanne Eichholz: Wirtschaftlicher Strukturwandel im Siegerland seit 1950. Köln (Verlag des Wirtschafts- und Sozialgeographischen Instituts der Universität zu Köln) 1993 (Kölner Forschungen zur Wirtschafts- und Sozialgeographie, Bd. 40):

15 Schutzengel von Johann Heinrich Jung-Stilling. Er zeigte sich diesem zu dessen irdischer Zeit, nahm ihn von dort ins Jenseits mit und schrieb auch für ihn. – Siehe Heinrich Jung-Stilling: Szenen aus dem Geisterreich, 8. Aufl. Bietigheim (Rohm) 1999, S. 220 ff. (S. 279: \“Siona hat mir Lavaters Verklärung in die Feder diktiert\“).

Der Name Siona bedeutet letztlich \“die Himmlische\“; siehe die genauere, weitläufige Erklärung dieses Namens bei Philipp Paul Merz: ONOMASTICON BIBLICUM SEU INDEX AC DICTIONARIUM HISTORICO–ETYMOLOCIUM, Bd. 2. Augsburg (Veith) 1738, S. 1161 ff. sowie bei Petrus Ravanellus: BIBLIOTHECA SACRA SEU THESAURUS SCRIPTURAE CANONICAE AMPLISSIMUS, Bd. 2. Genf (Chouët) 1650, S. 627 (hier auch einige seltenere übertragene Bedeutungen wie etwa \“ORNAMENTUM TRACTUS\“ oder \“GAUDIUM TOTIUS TERRAE\“ und \“LOCUS PERFECTISSIMAE PULCHRITUDINIS\“). Beide bis heute kaum übertroffene Werke erfuhren viele Nachdrucke und Übersetzungen.

Jung-Stilling fasst den Engel als weiblich auf. Er spricht Siona an als –  \“unaussprechlich erhabene Tochter der Ewigkeit\“ (Szenen aus dem Geisterreich, S. 219), –  \“göttliche Freundin\“ (ebenda, S. 223), dankt der –  \“erhabenen Dolmetscherin\“ (ebenda, S. 241), die ihm –  als Engel – oft ungesehen – \“immer liebvoll zur Seite ist\“ (Johann Heinrich Jung-Stilling: Chrysäon oder das goldene Zeitalter in vier Gesängen. Nürnberg [Raw’sche Buchhandlung] 1818, 1. Gesang, Versabschnitt 3), –  den Gedankengang leitet (Szenen aus dem Geisterreich, S. 282), aber –  auch vom Jenseits berichtet (Szenen aus dem Geisterreich, S. 308) und –  Jung-Stilling (der im Chrysäon Selmar heisst; wohl in Anlehnung an den Rufname seiner zweiten Ehefrau Selma) auf einer \“Himmels-Leiter\“ zum Sehen führt (Chrysäon, Prolog, Versabschnitt 2; siehe auch Versabschnitt 8) sowie –  zu seiner verstorbenen Tochter Elisabeth (Lisette, 1786–1802) und zu deren Mutter (Jung-Stillings zweiter Ehefrau Maria Salome von St. George, 1760–1790) geleitet (Chrysäon, 4. Gesang, Versabschnitt 2 ff.), –  ihn aber auch von himmlischen Höhen \“in müdes Weltgewühle\“ zurückbringt (Chrysäon, 3. Gesang, Versabschnitt 87).

Siehe zum Verständnis der Engel im religiösen Denken von Jung-Stilling auch Gerhard Merk (Hrsg.): Jung-Stilling-Lexikon Religion. Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1988, S. XX f., S. 30 ff. sowie Gotthold Untermschloss: Vom Handeln im Diesseits und von Wesen im Jenseits. Johann Heinrich Jung-Stilling gibt Antwort. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1995, S. 16 ff.

Vgl. zum Grundsätzlichen aus neuerer theologischer Sicht Herbert Vorgrimler: Wiederkehr der Engel? Ein altes Thema neu durchdacht, 3. Aufl. Kevelaer (Butzon & Bercker) 1999 (Topos plus-Taschenbücher, № 301) mit ausführlichem Literaturverzeichnis (S. 113 ff.) sowie Paola Giovetti: Engel, die unsichtbaren Helfer der Menschen, 8. Aufl. Kreuzlingen, München (Hugendubel) 2003 (Übersetzung aus dem Italienischen) und im Internet die Adresse <http://www.himmelsboten.de>


The Church of God a kingdom is,
Where Christ in power does reign,
Where spirits yearn till, seen in bliss,
Their Lord shall come again.

Lionel Muirhead (1845–1925)



Über Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk

Gerhard Merk (* 8. Mai 1931 in Mannheim) ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler, Sozialethiker und Lehrbuchautor.

  • 1931 Geboren in Mannheim
  • 1955 Diplom-Volkswirt, Universität Heidelberg
  • 1956 Diplom-Handelslehrer, Universität Mannheim
  • 1957 Dr.rer.pol., Universität Heidelberg (Thema der Dissertation: „Die Investitionsfunktion“)
  • 1958 Konzernleitung Fried. Krupp, Essen, Zentralabteilung Verkauf, Fachabteilung Marktforschung
  • 1964 Dozent an der Staatlichen Höheren Wirtschaftsfachschule, Siegen
  • 1972 Professor an der Universität Siegen
  • 1996 Pensionierung; weiterhin in Lehre und Forschung an der Universität ohne Bezahlung tätig.

Verheiratet seit 1964 mit Dr.rer.nat. Martha Merk-Jansen, Apothekerin aus Aachen, verstorben am 30. Juni 2010.

Zwei Kinder: Irene (Diplom-Physikerin, Diplom-Informatikerin, Dr.rer.nat.), Judith (Industriekauffrau, Diplom-Kauffrau).

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