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J. H. Jung-Stilling und J. W. Goethe

veröffentlicht am

Bericht über eine nachtodliche Begegnung zu Frankfurt/Main mit dem
hochgelehrten, lebenserfahrenen und bis anhin unvergessenen

Johann Heinrich Jung-Stilling (1740–1817),
der Weltweisheit und Arzneikunde Doktor,

seit 1785 Kurpfälzischer, durch Rechtsübertragung ab 1803 Badischer Hofrat,

durch Verleihung ab 1808 Grossherzoglich Badischer Geheimer Hofrat.

Lebzeitig bis 1803 Professor für ökonomische Wissenschaften sowie Lehrbeauftragter für operative Augenheilkunde an der Medizinischen Fakultät der Universität Marburg/Lahn; davor bis 1787 Professor für angewandte Ökonomik – mit Einschluss der Veterinärmedizin – an der Universität Heidelberg und vordem seit 1778 in gleicher Bestellung zu Kaiserslautern;

weiland Gründungsmitglied der Geschlossenen Lesegesellschaft zu Elberfeld; der Kurpfälzi-schen ökonomischen Gesellschaft in Heidelberg, der Kurfürstlichen deutschen Gesellschaft in Mannheim, der Gesellschaft des Ackerbaues und der Künste in Kassel, der Königlichen Sozietät der Wissenschaften in Frankfurt/Oder, der Leipziger ökonomischen Sozietät sowie auch von 1781 bis zum Verbot aller Geheimgesellschaften im kurpfälzisch-bayrischen Herrschaftsgebiet durch Erlass aus München vom 22. Juni 1784 der erlauchten Loge \“Karl August zu den drei flammenden Herzen\“ in Kaiserslautern Mitglied,

und kundgemacht anlässlich des 70sten Geburtstags von

Zelebrität Herrn Universitätsprofessor Dr. Dr. Gustav Adolf Benrath,

Mitglied des löblichen Johanniter Ritter-Ordens an Sankt Ambrosius, dem 7ten Xber MMI


Nachgehends dank englischer Hülfe mit eiferichster Willfährigkeit aufgeschrieben

und nach Erforderung der Sache zur erwünschten Vollziehung gebracht von
Achtnicht Ihrenhohn
zu Lichthausen, Grafschaft Leisenburg*

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Markus-Gilde, Siegen

Copyright 2001, 2012 by Markus-Gilde Postfach 10 04 33, 57004 Siegen (Deutschland).

Die gewerbliche Verwertung des nachstehenden Textes bedarf der Genehmhaltung des Copyright-Inhabers.

mailto: merk@vwl.wiwi.uni-siegen.de

Contents

Unverhofftes nachmittägliches Treffen im Grossen Hirschgraben zu Frankfurt am Main

Jüngst ging des nachmittags um drei
Am Goethe-Haus ich grad vorbei
Zu Frankfurt in der Innenstadt1,
Als schritt ein Herr sehr langsam, matt
Heraus just aus dem Eingangstor,
Der tat erstaunlich sich hervor
Durch seine Kleidung, die sehr weit
Entfernt der Mode, wie zur Zeit
Für Männer sie geziemend ist
Und durchwegs passend man ermisst.

Dazu fiel auf mir gleich am Kopf
Ein Haaraufsatz mit langem Zopf,
An dessen Ende noch ein Band
Als Schleife sich gebunden fand.

Ich dachte auf den ersten Blick,
Dass dies hier ein Reklame-Trick,
Damit das Goethe-Haus auch heute
Besuchen möglichst viele Leute.

Doch als ich nun im Sonnenlicht
Auch sah des Sonderlings Gesicht,
Da gab es keine Missdeutung:
Der Mann war – Hofrat Doktor Jung!2

Ich eilte auf Jung-Stilling zu,
Erreichte ihn dann auch im Nu.
\“Herr Hofrat3 Jung! Ohephiah!4
Sie zeigen sich zu Frankfurt da
Und ausgerechnet grade hier!
Ich hoffe, dass sie nicht Quartier
In dieses Goethes Haus bezogen,
Der doch so frech und ungezogen
Vor aller Welt beschimpft hat sie,
Was heilig ihnen, bös bespie?\“ —

Hat denn Goethe Stillingen etwann böslich und zufleiss verunglimpft und vernütigt?

\“Mein Stillings-Freund5: ‚Grüss GOtt‘ zunächst!
Es ist nicht wahr, das mich bekleckst
Hat Goethe, wie ihr unterstellt.
Er blieb mir stets in dieser Welt
Im Grunde freundlich letzt verbunden,
Wie dies hat klar herausgefunden
Doch Gustav Adolf Benrath auch.6
Ich euch dies nicht zu sagen brauch,
Weil seinen Vortrag ihr getreulich
Gehört zu Salen7 habt ja neulich.

Bekannt ist doch, dass ich fast immer
Logierte auch in Goethes Zimmer,
Wenn ich zu Frankfurt operierte
Und Augenkranke hier kurierte.
Frau Aja8 – gleich zu Anfang schon –
Umhegte mich gleich einem Sohn.
Ich war an ihrem Tisch zu Gast
Und tief von ihrem Charme erfasst\“ —

Warum wird Goethe bis zum heutigen Tag das Gäu
hinauf und hinab noch so überrissen bejubelt?

\“Herr Hofrat, ich versteh sie nicht:
War Goethe doch klar Pantheist!
Was glauben sie, warum die Leute
Vergöttern weiland ihn und heute?

Es ist sein Weltbild so behaglich:
Gewissensbisse sind hier fraglich,
Drum Reue steht auch niemals an,
Weil Sünde es nicht geben kann.
Verhehlt wird mit Verbissenheit
Die Frage nach Gerechtigkeit.9

Ein Zerrbild dies all dessen ist,
Was sie, Herr Hofrat Jung, als Christ
In ihren Schriften und im Leben
Als GOttes Ordnung kundgegeben.

Goethes eingeteufelte Lebensregel zieht an

Bis spät scheint ja im Lebenslauf
Von Goethe auch die Losung auf,
Die er in Werken allezeit
Verbreitete mit Rührigkeit:
Das ‚fair is foul‘ und ‚foul is fair‘:
Ein Leitgedanke folgenschwer,
Den Shakespeare als den Kern des Bösen,
Des Schurkischen und Maliziösen
Am Eingang seines ‚Macbeth‘ bringt
Und der das Höllenreich durchdringt.

Dies Motto freudigst Anklang fand
Bei Hoch und Niedrig hierzuland.
Bis derzeit noch gilt das Bestreben,
Zu folgen Goethes Lotterleben,
Als ehrsam für den deutschen Mann.
Nach seinem Vorbild bringt man dann
Ein Fräulein listig und gerissen –
Ganz sonder Hemmung und Gewissen –
In Schande, um sich dann mit Lachen
Ergötzlich aus dem Staub zu machen.
Dies gilt als ‚faustisch‘, und das Mädchen
Mag trösten sich mit Goethes Gretchen.

Der Glanz und Reiz der Poesie –
Die Goethe meisterhaft gedieh! –
Verhüllt, wie feig zugrund gerichtet
Hier Menschen werden und vernichtet.
Mir blieb es allzeit schwer verstehbar,
Wie Goethe ihnen Duzfreund war.\“

Freundschaft nieden erheischt nicht platthin Gleichklang in allen Belangen und Betreffnissen

\“Herr Achtnicht: eine Freundschaft nieden
Gibt es doch auch, wenn man verschieden
In Dingen über GOtt und Welt –
Von Grund auf gar – ist eingestellt.

Auch ihr ja machen Freund doch nennt,
Von dem ihr wisst und klar erkennt,
Dass er – wie Goethe – Pantheist,
Ja gar vielleicht ein Atheist.
Beinebens tat Freund Goethe ja
Im ‚Faust‘ auch manches Wahre da.\“

Goethes so sehr angerühmter ‚Faust‘: ein beispielgebendes Meisterwerk?

\“Herr Hofrat Jung! Les ich den ‚Faust!,
Dann schüttelt es mich und mir graust.
Schon der Prolog ist hingeschmiert,
Das Hiob-Buch wird plagiiert.
Auch wie die Himmelsgeister sprechen
Zeigt klar in Wort und Sinn Gebrechen.

Was dort ich gleich zu Anfang lese,
Scheint doch abstrus, auf Deutsch: ist Käse.
‚Die Sonne tönt nach alter Weise
In Brudersphären Wettgesang,
Und ihre vorgeschriebne Reise
Vollendet sie mit Donnergang.
Ihr Anblick gibt den Engeln Stärke,
Wenn keiner sie ergründen mag;
Die unbegreiflich hohen Werke
Sind herrlich wie am ersten Tag.‘10

Wieso gibt denn der Blick der Sonne
Den ‚Engeln Stärke‘ und wohl Wonne,
‚Wenn keiner sie ergründen mag‘?
Das ist arg wirr schon, nicht bloss vag!

Und hören sie, wie Gabriël
Sich äussert dazu parallel:
‚Und schnell und unbegreiflich schnelle
Dreht sich umher der Erde Pracht;
Es wechselt Paradieseshelle
Mit tiefer, schauervoller Nacht;
Es schäumt das Meer in breiten Flüssen
Am tiefen Grund der Felsen auf,
Und Fels und Meer wird fortgerissen
In ewig schnellem Sphärenlauf. 11

Wenn just dem einen es entrang,
Die Sonne reist ‚mit Donnergang,‘
Der andre von der Erde sagt,
Dass ‚unbegreiflich schnell‘ sie jagt,
So frage ich mich: wer hat recht?
Das eine passt zum andern schlecht!

Die Quellen, tretend in Aktion
Durch Meeres-Infiltration:
Sie schäumen nicht ‚in breiten Flüssen‘:
Das hätte Goethe wissen müssen!
In Bächen treten sie hervor:
Schmal sprudeln sie den Fels empor.

Auch was die Engel sonst noch sagen
Ist quatschig und kaum zu ertragen.
Wahr ist, was Goethe vorher reimt:
Hier sicher etwas Einsicht keimt:
‚In bunten Bildern wenig Klarheit,
Viel Irrtum und ein Fünkchen Wahrheit:‘12

Die Goethe-Kritik hatte es schon immer gedoppelt schwer, weil die Leser mit verdrehtem Verstand

\“Mein Stillings-Freund\“, sprach Hofrat Jung,
\“Ich bitte euch um Mässigung!
Im grossen Ganzen habt ihr recht:
Was Goethe schreibt, ist manchmal schlecht:
Das haben viele schon erkannt, 13
Die nicht von jenem Glanz gebannt,
Den Gleich=Gesinnte und Ver=Ehrer
Nebst eitle Deuter und Erklärer
Samt ‚Goethe-Reife‘, Theosophen –
Auch später dann Anthroposophen –
Um Goethes Werke und Person
Als Nimbus – Gloriole schon! –
Errichteten und eifrig pflegen:
Der Heilgen-Kult ist nichts dagegen!

Doch bitte lasst es hier jetzt sein,
Zu treten in den Tadel ein,
Den man – zurecht wie sich erwies –
Dem ‚Faust‘ zuteil schroff werden liess.14

Wie sehr hat sonders doch zersaust
Der dritte Teil des Dramas ‚Faust‘
(Geschrieben einst von Deutobold:15
Wahrhaftig wohl kein Tugendbold:
Dem CHristusglauben spinnefeind,
Sein Vater schon mir bösgemeint16)
Den Glorienschein, mit dem man Goethe
Umgab und ins Olymp erhöhte.

Doch um zu wiederholen es:
Freund Benrath hat ganz sachgemäss
Schon nachgezeichnet sehr feinsinnig,
Mit viel Gefühl und drum herzinnig,
Wie Goethe Freund mir war trotz dessen,
Dass recht verschieden die Interessen.

‚Prophet und Weltkind‘ hat Freund Schwinge
Zuvor schon meisterlich die Dinge,
Die trennten uns, sehr wohl bedacht
In eine Überschrift gebracht.17

Debatte um Goethe verdrüsst ehehin nur

Beinebens ist mir nicht zumut,
Dass stets man Kraft und Zeit vertut,
Um Goethe Tadel oder Preis
Heut zuzuschreiben haufenweis.
Ich hoffe, dass ihr es versteht,
Wenn mir das gründlich widerstrebt.
Mir war Kritik allzeit13 zuwider;
Auch schrieb ich Schmähung niemals nieder.\“

Jung-Stilling war Zweifels ohne manchmal auch ein Stürmi und wühlte tadelhaft im Pflüder

\“Erstaunt bin ich, Herr Hofrat Jung,
Ob solcherart Beteuerung!
Sie haben kübelweise doch –
In der Propheten Ton gar noch –
Beleidigungen ausgegossen,
Die alles andere denn nur Possen!

Darf ich daran erinnern sie,
Wie ihnen Schimpf und Fluch gedieh
Nicht nur auf Zweifler und Deïsten,
Als vielmehr auch auf treue Christen?
Vergassen sie den Giftesstrom,
Den sandten wütig sie gen Rom?

Nach ihnen auch zur Hölle fahren,
Die orthodoxen Glauben wahren.
Ich lese ihnen gerne vor,
Wen GOtt zum Abgrund noch erkor,
Aus jenem ihrem Buch vor allem,
Das ihnen sonders ja gefallen:
Die ‚Siegsgeschicht‘ der Religion‘,
Mit der befasst sie früh sich schon.\“18

Trauernswürdiges Gezanke ist unter den gesamthaft vorwaltenden Umständen ehevoriger Zeit zu sehen

\“Ich bin, Herr Achtnicht, bass beschämt,
Noch jetzo es mich leidig grämt,
Was fuchtig ich da niederschrieb:
Verteilte böse manchen Hieb.
Ich tat bereits an andrem Ort
Kund hierzu ächtes Reuewort.19

Bedenkt, dass ich auch Kind der Zeit
Und wider Fehler nicht gefeit.
Man damals sich darin gefiel,
Dass List man nur und Ränkespiel
Nebst Trugbild, Gaukelei, Phantom
Entquellen wähnte stets aus Rom.\“ —

\“Herr Hofrat Jung: ich darf mitnichten
Sie ob der Schelte weiland richten!
Doch möchte ich am Rand bemerken,
Dass man in vielen andren Werken
Grad derer, die einst Zeitgenossen,
Fand keine Hetze eingeschlossen.

Leicht könnte ich hier viele Namen
Hervor aus dem Gedächtnis kramen:
Auch solche auf fast gleichen Wegen:
Von Francke bis hin zu ter Steegen. –
Doch führt (sie pflichten mir wohl bei)
Dies flugs zu neuer Streiterei,
Drum sei verfolgt es auch nicht weiter:
Es zu begraben scheint gescheiter.

Anlass der heutigen Begegnung Stillings nieden wird lautmährig gemacht

Doch darf, Herr Hofrat, ich sie fragen,
Warum es heut sie hat verschlagen
Nach Frankfurt, und sie zeigen sich
Wie sie auf Erden: körperlich?
Bestimmt hat dies doch einen Grund!
Ich hoffe, dass er mir wird kund.\“ —

\“Mein Stillings-Freund! Ihr könnt mich sehen
In Leibsgestalt durch Frankfurt gehen,
Weil heut mit einem Wunsche ich
An euch voll Mutes wende mich.

An Sankt Ambrosius dieses Jahr
Tut sich ein Jubiläum dar:
Dann ist Freund Benrath es beschieden,
Zu weilen siebzig Jahre nieden.
Er war sehr früh mir schon verbunden,
Stets treu als Stillings-Freund erfunden.
Ihr sollt – doch will ich euch nicht zwingen! –
Ihm viele Stillings-Grüsse bringen.

Er hat mit Eifer und Elan
Die Stillings-Botschaft kundgetan
Den Menschen, welche derzeit leben,
Indem er neu herausgegeben,
Was ich zu Trost und Vorbild allen
Einst schrieb von meinem Erdenwallen.

Dazu ist stets er auch in Reden
Mit Inbrunst dafür eingetreten,
Dass wiederum sich wenden heute
Zu Stillings Weltsicht viele Leute.

Freund Benrath stellte fürders her
Gedankenaustausch und Verkehr
Mit allen Stillings-Freunden nieden –
Wiewohl sie häufig sehr verschieden:
Oft selbstgerechte Pietisten,
Sogar – wie dieser Merk20 – Papisten.

Beständig hat er angeregt,
Dass auch die Forschung wird gepflegt,
Die Stillings Wirken und Person
Stellt neuerdings zur Diskussion;
Wodurch am Ende sich stets zeigt,
Dass alles zur Entscheidung neigt:
Ist CHristus oder Belial21
Für jeden Menschen das Portal,
Durch das er in dem letzten Schritt
Vom Diesseits in das Jenseits tritt?

Freund Benrath bin drum allezeit
Verbunden ich in Dankbarkeit.
Bestellt ihm, dass des Guten Fülle
Sich ihm durch CHristo einst enthülle.
Er weiss genau, wie dies gemeint;
Sonst wohl als Rätsel dies erscheint.

Jung-Stilling verabschiedet sich und schwindet vom Platz ab; Goethe-Kritik ist schubladisiert

Herr Achtnicht: bitte seid nicht böse,
Wenn gleich ich mich von hinnen löse.
Mein Sträuben möge euch nicht stören,
Kritik an Goethe anzuhören;
Vielleicht steht uns ein andermal
Dazu die Möglichkeit zur Wahl.\“

Da Stilling diese Worte spricht,
Entzieht er langsam sich der Sicht.
Er zeigt sich plötzlich nun verschwommen:
Konturen scheinen weggenommen,
Wenngleich ich noch erkennen kann,
Wie er mich milde lächelt an.

Der Schwund an Umriss wird nun krasser,
Dazu auch Stilling stetsfort blasser,
Was nächsthin dann zur Folge hat,
Dass bloss ein Schatten schummrig-matt
Erkennbar ist, wo Stilling eben
Ins Geisterreich ist am Entschweben.
Zuletzt zeigt sich noch kurz ein Strahl:
Erst farbig, darauf milchig-fahl.

Engel Siona kommt nachgehends aus dem Goethe-Haus des Wegs und geht wohlsinnig auf mich zu

Ich blicke nun zum Goethe-Haus.
Da tritt aus dessen Tor heraus
Und kommt mir freundlich lächelnd nah
Jung-Stillings Engel Siona.22

\“Herr Achtnicht\“, nahm er gleich das Wort,
\“Ohephiah schnell musste fort.
Ich weiss: ihr seht es vollauf ein,
Dass nieden er nicht lang kann sein.
Doch was er sprach an dieser Stätte,
Geschrieben ist hier auf Diskette.
Nehmt diese, druckt daheim sie aus:
Es werden schöne Jamben draus.
Schaut zu, dass Stillings Botschaft prompt
Zu Gustav Adolf Benrath kommt,
Wenn ihr an Sankt Ambrosi Fest
Zur Feier euch dort sehen lässt.

Siona weissagt die üblichen Verschimpfungen sowie lästerliche Inzichte und verdrüssige Unfläterei seitens hässiger Sürris und Gäggs

Von manchem, dem das nicht behagt,
Wird sicher wutentbrannt gesagt:
Was reimt hier Achtnicht Ihrenhohn,
Steht ausser jeder Diskussion:
Ein abergläubisches Geschreibsel,
Vom Heidentum ein Überbleibsel:
Viel fauler Zauber und Gefackel,
Humbug, verrücktes Gigelgackel,
Entstellung, Fixfax, Kniffelei,
Betörung, Wahnbild, Gaukelei,
Befördert wohl vom Schwindelgeist,
Der solchen Irrwahn glaubhaft heisst.

Es richtet dieser blöde Mann
Für unsre Zeit nur Wirrnis an –
Nebst dem, was spricht man ähnlich aus,
Ja: bringt auch noch im Druck heraus,
Beziehungsweise schickt die Hetze
Gar weltweit durch die Datennetze,
So dass es allerorten man
Auf seinen Bildschirm holen kann.23
Dies soll, Herr Achtnicht, euch nicht stören:
Lasst sie doch schimpfen, lästern, lören!

Neidhälse und Schmähsüchtige mögen sich angelegenst jener Schriften zuwenden, welche die unruhigen Geschwader der Laster anfeuern

Statt euch so giftig zu begeifern,
Die Nörgler sollten sich ereifern
Zunächst ob jener Vielzahl Schriften,
Die Hass, Entzweiung, Abgunst stiften;
Auch Unflat bringen, Schmutzerei,
Bordellgeschichten, Schweinerei,
Die Laster rühmen, Orgien, Zoten,
Gemeinheit, von Natur verboten,
Sie sei auch noch so lästerlich –
Erregend Abscheu, widerlich;

Die Spielsucht schüren: Knobeln, Toto,
Roulette, Gejasse, Wetten, Lotto,
Verlosung, Pokern, Würfelei,
Die Automaten-Flipperei;

Die fördern schiere Eitelkeit:
Snobismus, Selbst-Gefälligkeit,
Den Mode-Wahn, Angeberei,
Bombast und Putz, Aufschneiderei,
Gepränge, Kleiderpracht und -Glanz,
Verstiegenheit, Extravaganz;

Die Schwindel dingen nebst Magie:
Orakel samt Astrologie;
Die rufen auf zur Schmauserei,
Gefrässigkeit und Völlerei;
Die Kränkung schütten, blanken Hohn
Auf Christentum und Religion.

Ich könnte, Achtnicht, noch zu Hauf
Leicht zählen andre Schriften auf,
Durch die geschieht den Leuten Schaden:
Die Menschen so mit Gift umschwaden,
Dass ganz ihr Ziel und Endgeschick
Verliert sich ihnen aus dem Blick.

Es gibt fürwahr doch heut genug,
Darob man zürnen mag mit Fug,
Und wert für Kritiker drum wäre,
Dass dorthin ihr Bedacht sich kehre!

Zur Ersättigung des bösen Appetits dient auch die zur Ungebühr vervielfältigte Berieselung durch die Televi-sion

Man nehme jetzt auch noch hinzu
Den Raub von Stille, Schweigen, Ruh,
Der durch das Fernsehn rings geschah:
Dies stellt als Unglück, Tod sich da
Für Zusich-Kommen, Sammlung, Denken,
Be=Sinnung, sich in GOtt versenken;
Für Guttat, Helfen, Nächstenliebe,
Entfaltung edler Seelentriebe.

Die Hektik, Eile, Hast und Hatz
Treibt Menschen nun von Platz zu Platz:
Nicht innehalten! Stets gleich fort!
Nie weilen lang an einem Ort!
Im Auto immer drangvoll rasen
Verbohrt selbst sonntags auf den Strassen,
Um Irrsinns-Ziele zu erreichen,
Doch GOttes An=Ruf auszuweichen.
Herr Freimund hat dies gut geschildert,
Susanne Berger hübsch bebildert.24

Die Stillings-Botschaften hindern bei der Vertuschung der Zeittorheiten

Doch solcher Fehlgang wird verdrängt:
Man müht sich krampfhaft angestrengt,
Das hinzustellen als normal,
Was augenscheinlich allemal
Zeigt an den kollektiven Wahn,
Dem heut fast jeder beigetan.

Denkt, Achtnicht, an den Kampf auf Strassen,
Wo jedes Jahr bekanntermassen
In Deutschland werden – grob geschätzt –
Zweihunderttausend schlimm verletzt,
So dass sie für ihre ganzes Leben
Als Krüppel ständig hingegeben
Dem Rollstuhl meist, der Leidenslast:
Von Kummer, Schmerz und Harm umfasst,
Und oft genug noch voller Neid
Auf die Achttausend, die befreit
Von Elend, Leiden, Gram und Not,
Weil gleich sie auf der Stelle tot.

Wie schon gesagt: das niemand schiert:
All das wird kaum thematisiert;
Man hat sich damit abgefunden:
Es ist dem Blickfeld weit entschwunden.
Hingegen bringt sie nun in Wut,
Was ihr in Himmelsauftrag tut:
Die Botschaft Stillings auszusenden,
Dass viele daraus Tröstung fänden.
Bedauert diese armen Flachen,
Die euch, Herr Achtnicht, Täubi machen!

Sie werden erst im Jenseits spüren,
Was euch jetzt nieden kann schon rühren.
Was diese Seichten gar nicht kennen,
Das müssen sie halt ‚Trugwerk‘ nennen.

Jung-Stilling litt bis zu seinem Hintritt unter dem ausgegeiferten Lästergespei sowie der Verschimpfung von ihn missverstehenden und friedenhässigen Zeitgenossen

Ihr wisst, dass einst auch Hofrat Jung
Verfolgte man mit Lästerung;25
Selbst reformierte Prädikanten
Ihn ‚Irrgeist‘ und ‚Verrückten‘ nannten.
Ja, Johann Peter Hebel gar –
Von GOtt begnadet reich fürwahr! –
Misstraute letztlich Stilling tief:
Für ihn lag er in vielem schief.26

Ämsige Anwendung und treueifrige Erfüllung des anverlangten Gebets

Denkt stets, Herr Achtnicht, ans Gebet,
Weil sonst euch Gnadengunst entgeht,
Die GOtt euch gütig zugewiesen,
Dass fröhlich ihr sie mögt geniessen.
Herr Hofrat Jung hob dies hervor:27
Ernst jeden Christen er beschwor,
Im Beten nie zu werden träge:
Ach, dass dies man doch mehr erwäge!

Grüsst alle, Stilling zugetan,
Und heute auf der Erdenbahn
Insonders herzlich auch von mir:
Mein Schutz gilt ihnen schon dahier!\“

Auch Engel Siona entfliesst unversehens nach und nach

In Vollgestalt steht Siona
Bei diesen Sätzen vor mir da.
Doch wie sich Stilling löste auf,
Entzieht sich nun dem Erdenlauf
Sein Engel: er beginnt zu flimmern,
Um dann allmählich zu verschimmern.

Die Stelle, wo er stand vorher,
Zeigt bald sich kahl, blank, frei und leer.
Zuvor fiel flackernd mehrmals ein
An diesen Platz noch bleicher Schein,
Wie er sich zeigt, wenn voller Mond
Nachts über glattem Wasser thront,
Auch wie er silbern reflektiert
Auf Wiesen, die der Schnee noch ziert.

Ich packte die Diskette ein,
Tat sie in meine Mappe rein
Und schritt fürbass des Wegs derweil
Zum Rossmarkt und von da zur Zeil,
Wo ich verabredet um drei
In einer Rechtsanwalts-Kanzlei.

Bei Nachhauskunft wird in treueifriger Erfüllung der Bitte Sionas der Text ausgedruckt

Am Abend druckte dann zu Haus
Ich ehest die Diskette aus.
Der Text hier zeigt präzise auf,
Der Reden Inhalt und Verlauf,
Als traten mir in Frankfurt nah
Herr Hofrat Jung und Siona.

Anmerkungen, Literaturhinweise und Erläuterungen

* Grafschaft Leisenburg = bei Jung-Stilling das ehemalige Fürstentum Nassau-Siegen (mit der Hauptstadt Siegen); –  nach Aussterben des heimischen Fürstengeschlechts durch Erbfolge ab 1743 Teil der Nassau-Oranischen Lande (mit Regierungssitz in Dillenburg, heute Stadt im Bundesland Hessen); –  im Zuge der territorialen Neuordnung Deutschlands im Wiener Kongress ab 1815 Bezirk in der preussischen Provinz Westfalen (mit der Provinzhauptstadt Münster); –  nach dem Zweiten Weltkrieg ab 1946 bis heute Bestandteil des Kreises Siegen-Wittgenstein des Regierungsbezirks Arnsberg im Bundesland Nordrhein-Westfalen in der Bundesrepublik Deutschland (mit der Landeshauptstadt Düsseldorf).

Siehe Karl Friedrich Schenck: Statistik des vormaligen Fürstenthums Siegen. Siegen (Vorländer) 1820, Reprint Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1981 sowie Theodor Kraus: Das Siegerland. Ein Industriegebiet im Rheinischen Schiefergebirge, 2. Aufl. Bad Godesberg (Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung) 1969 (Standardwerk mit vielen Karten, Übersichten und Rückblenden auf den Entwicklungsverlauf; leider jedoch auch in der Zweiauflage ohne Register).

Lichthausen = bei Jung-Stilling die ehemalige selbständige, durch den Bergbau geprägte Gemeinde Littfeld im vormaligen Fürstentum Nassau-Siegen; seit 1. Januar 1969 Teil der Stadt Kreuztal im Kreis Siegen-Wittgenstein. Durchflossen wird der Ort von der rund 13 Kilometer langen Littfehttp://de.wikipedia.org/wiki/Littfe, einem wasserreichen Zufluss in den etwa 24 Kilometer langen Ferndorfbach, der seinerseits ein rechten Nebenfluss der Sieg ist und im Zentrum von Siegen-Weidenau in die Sieg mündet.

Die Littfe ihrerseits wird im Ortsgebiet von Littfeld von Osten durch den Heimkäuser Bach (offizieller Name im Gewässerverzeichnis des Landes NRW: Die Heimkaus, 4,7 Kilometer lang) und von Westen durch den Limbach (2,1 Kilometer lang) gespeist.

Der Name Littfeld leitet sich ab aus dem keltischen Wort \“Let\“ für \“Lehm\“. Die in vielen Gewässernamen der Gegend vorzufindende Endsilbe \“-phe\“ ist die sprachlich abgeschliffene Form von \“apha“ = der Bach.

Aus Littfeld kam die Mutter Johanna Dorothea Fischer (1717-1742) von Jung-Stilling; dort wirkte auch sein Patenonkel Johann Heinrich Jung. – Siehe zu dieser herausragenden Persönlichkeit Gerhard Merk: Oberbergmeister Johann Heinrich Jung (1711-1786). Ein Lebensbild. Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1989.

1 Das Geburtshaus von Johann Wolfgang Goethe (1749–1832) im Grossen Hirschgraben 23 zu Frankfurt am Main, jetzt Goethe-Museum. – Im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) wurde das Gebäude zerstört, danach wieder rekonstruiert.

2 Johann Heinrich Jung-Stilling (1740–1817), der Weltweisheit (Philosophie [Universität Heidelberg, ehrenhalber 1786]) und Arzneigelehrtheit (Medizin [Universität Strassburg, Promotion 1772]) Doktor. — Siehe kurz zusammenfassend Gustav Adolf Benrath: Artikel \“Jung-Stilling, Johann Heinrich\“, in: Theologische Realenzyklopädie, Bd. 17. Berlin, New York (Walter de Gruyter) 1987, S. 467 ff. sowie Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte. Vollständige Ausgabe, hrsg. von Gustav Adolf Benrath, 3. Aufl. Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft) 1992, S. IX–XXXI (Einleitung) — Jung-Stilling wurde in der letzten Zeit wiederholt auf Erden gesehen.

(a) Siehe Grundsätzliches zum Wiedereintritt Verstorbener in diese Welt Johann Heinrich Jung-Stilling: Theorie der Geister=Kunde, in einer Natur= Vernunft= und Bibelmäsigen (so!) Beantwortung der Frage: Was von Ahnungen, Gesichten und Geistererscheinungen geglaubt und nicht geglaubt werden müße (so, also mit Eszett). Nürnberg (Raw’sche Buchhandlung) 1808 (Reprint Leipzig [Zentralantiquariat der DDR] 1987 und öfters), S. 220 ff. — Es erschienen damals bei Raw im Frühjahr 1808 zwei Ausgaben der \“Theorie der Geister=Kunde“, und zwar auf verschiedenartigem Papier gedruckt. Im gleichen Jahr kam dann auch noch ein (Raub-)Nachdruck \“Frankfurt und Leipzig [ohne Verlagsangabe], 1808“ heraus.

(b) Ein weiterer widerrechtlicher Nachdruck, veranlasst durch den Buchhändler Jakob Sonnenwald zu Stuttgart, wurde (wohl vollständig) beschlagnahmt und vernichtet. \“Auf Befehl des Königs von Wirtemberg ist, um der weiteren Verbreitung der mit der gemeinschädlichen Irrthümern angefüllten Schrift des Hofraths Jung: ‘Theorie der Geisterkunde,’ ein Ziel zu setzen, von dem königl. Policey-Ministerium zu Stuttgardt verordnet worden, daß außer der bereits verfügten Confiscation der, von dem ohne censuramtliche Erlaubniß durch den Buchhändler Sonnenwald zu Stuttgardt veranstalteten und mit der gebührenden Strafe geahndeten Nachdruck, noch vorhanden gewesenen Exemplarien, dieses Buch gänzlich und überall im Reiche verboten, den durch Sonnenwald verschlossenen [von verschleißen = durch Verkauf absetzen; A. I.] oder anderen auswärts hereingekommenen Exemplarien nachgespürt, gedachter Nachdrucker sowohl als die übrigen Buchführer des Königreichs über den Verkauf, wohin und an welche Personen solcher geschehen, vernommen, die Buchläden und sonstige Niederlagen gedruckter Schriften genau durchsucht, und sofort alle vorgefundenen Exemplarien ohne weiteres hinweg-genommen und vernichtet werden sollen\“ (Intelligenzblatt zur Jenaischen Allgemeinen Litteraturzeitung №. 31 vom Samstag, den 22. April 1809, Spalte 263).

(c) Die \“Theorie der Geister=Kunde\“ von Jung-Stilling wurde seither bis in unsere Tage in vielen Ausgaben veröffentlicht und auch –  1812 ins Schwedische (veranlasst durch Prinz Karl von Hessen-Kassel [1744–1836], mit dem Jung-Stilling zu jener Zeit in enger Verbindung stand); –  1814 ins Niederländische, –  1834 ins Englische (durch Samuel Jackson), –  1851 ins Amerikanische (durch Pfarrer George Bush) und –  1862 ins Französische (wahrscheinlich durch Pfarrer Gustave-Adolphe Rosselet aus Cortaillod im Kanton Neuenburg) übersetzt. — Für die deutschsprachigen Leser in den Vereinigten Staaten kam 1816 eine Ausgabe bei dem Verleger Heinrich B. Sage in Reading, Pennsylvania heraus; Jung-Stilling hatte dort eine ansehnliche Lesergemeinde, und Sage brachte auch andere Werke von Jung-Stilling dort zum Druck. Siehe hierzu und zur Jung-Stilling-Literatur gesamthaft die Zusammenstellung bei Klaus Pfeifer: Jung-Stilling-Bibliographie Siegen (J. G. Herder-Bibliothek) 1993 (Schriften der J. G. Herder-Bibliothek Siegerland, Bd. 28).

(d) Vgl. zu Themenkreis der \“Theorie der Geister=Kunde\“ auch Johann Heinrich Jung-Stilling: Geister, Gespenster und Hades. Wahre und falsche Ansichten, hrsg. und eingel. von Gerhard Merk. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1993 (Jung-Stilling-Studien, Bd. 2) sowie Martin Landmann: Ahnungen, Visionen und Geistererscheinungen nach Jung-Stilling. Eine ausdeutende Untersuchung. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1995. Diese Schrift ist bei <http://www.uni-siegen.de/fb5/merk/stilling> unentgeltlich als Download-File abrufbar.

(e) Siehe in diesem Zusammenhang die entsprechenden Erscheinungs-Berichte (soweit diese im Druck erschienen bzw. veröffentlicht sind) bei –  Treugott Stillingsfreund: Erscheinungen im Siegerland. Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1987, –  S. 12 (zu Siegen, wo Jung-Stilling als junger Mann bei dortigen Unterbehörden mehrfach zu tun hatte), –  S. 18 (wie bei der hier geschilderten Vernehmlassung ebenfalls zu Frankfurt am Main, wo Jung-Stilling zu Lebzeiten öfters weilte und dort Augenkranke operierte), –  S. 34 (zu Marburg an der Lahn, wo Jung-Stilling von 1787 bis 1803 als Lehrer für Ökonomik wirkte, daneben aber auch ophthal-mologische Lehrveranstaltungen an der medizinischen Fakultät abhielt), –  S. 41 (zu Hilchenbach-Müsen im heutigen Kreis Siegen-Wittgenstein des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen; Jung-Stilling besuchte in Hilchenbach von Michaeli (= 29. VIIber) 1750 bis Michaeli 1755 die Lateinschule), –  S. 48 (im Zentrum der Stadt Siegen), –  S. 88 (zu Rom in recht verzweifelter und äusserst beschämender Lage).

(f) Weitere Nachrichten finden sich bei –  Gotthold Untermschloß: Begegnungen mit Johann Heinrich Jung-Stilling. Siegen (Kalliope Verlag) 1988,–  S. 9 (zu Wuppertal, dort praktizierte Jung-Stilling zu Lebzeiten sieben Jahre als Arzt, Geburtshelfer und Augenarzt im heutigen Stadtteil Elberfeld), –  S. 16 (zu Heidelberg, allwo Jung-Stilling von 1784 bis 1787 als Professor an der Universität lehrte, und wo er später noch einmal von 1803 bis 1806 wohnte), –  S. 22 (zu Braunschweig, wo Jung-Stilling zu seiner Zeit hienieden 1801 weilte und mehrere Augen-Operationen vornahm), –  S. 31 (zu Lausanne am Genfer See), –  S. 40 (zu Salzburg), –  S. 50 (zu Lahr, wo der mit Stilling bekannte Oberamtsrat Bausch wohnte, der auch dessen Tochter Caroline [1787–1821, aus zweiter Ehe] 1808 als Feriengast aufnahm), –  S. 56 (zu Burgdorf im Kanton Bern, wo Jung-Stilling auf drei Reisen Starblinde operierte), –  S. 79 (zu Mannheim, wo Jung-Stilling zu seiner irdischen Zeit den regierenden Kurfürsten Karl Theodor von Pfalz-Bayern, den Statthalter der Kurpfalz Franz Albert von Oberndorff sowie einige einflussreiche Hofbeamte persönlich kannte, und wo er Mitglied der [literarischen] \“Teutschen Gesellschaft\“ war; auch seine Tochter Amalie [1796–1860] wirkte in Mannheim als Schulleiterin; siehe unbekannte Verfasserin: Amalie Jung und das Großherzogliche Fräulein=Institut in Mannheim. Ein Lebens= und Charakter=Bild. Weimar [Böhlau] 1873; schliesslich war sein erstgeborener Enkel Wilhelm Heinrich Elias Schwarz Stadtpfarrer in Mannheim), –  S. 90 (im Herzen der alten Reichshauptstadt Wien), –  S. 101 (zu Stuttgart, wo Jung-Stilling zu Lebzeiten 1801 und 1802 Augenkranke operierte und zahlreiche Freunde hatte), und auch an anderen Orten, sowie bei –  Glaubrecht Andersieg: Allerhand vom Siegerland. Siegen (Höpner Verlag) 1989, –  S. 41 (auf einem Wanderweg im Siegerland), –  S. 188 (zu Neunkirchen/Siegerland).

(g) Erscheinungs-Rapporte sind fernerhin aufgezeichnet bei –  Christlieb Himmelfroh: Jung-Stilling belehrt. Kirchhundem (AK-Verlag) 1991, –  S. 11 (zu Siegen), –  S. 75 (zu Kreuztal-Krombach am Grabe von Jung-Stillings Patenonkel, dem fürstlich-oranischen Oberbergmeister Johann Heinrich Jung [1711–1786], der prägend auf ihn einwirkte; siehe hierzu Gerhard Merk: Oberbergmeister Johann Heinrich Jung. Ein Lebensbild. Kreuztal [verlag die wielandschmiede] 1989), –  S. 100 (an einem Autobahn-Rastplatz), –  S. 117 (zu Berlin), –  S. 134 (zu Essen), –  S. 146 (zu Wien) und –  S. 158 (zu Marburg an der Lahn) sowie bei —  Haltaus Unverzagt: Hat Jung-Stilling Recht? Protokolle nachtodlicher Belehrungen. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1993 (Jung-Stilling-Schriften, Bd. 2), –  S. 7 (im Hochgebirge), –  S. 47 (zu Leipzig, wo Jung-Stilling zu Lebzeiten 1803 und 1804 auf Operationsreisen weilte), –  S. 91 (im Eisenbahnzug); der Text dieser drei Belehrungen ist zum freien Download eingestellt bei <http://www.uni-siegen.de/fb5/merk/stilling/>

(h) Weitere veröffentlichte Niederschriften von neueren Gesprächen mit Jung-Stilling kann man unter anderem lesen bei –  Gotthold Untermschloß: Von Leistung, Mühe und Entgelt in dieser unsrer Arbeitswelt. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1993, bei Frommherz Siegmann: Das Herzstück richtiger Wirtschaftslehre. Eine nachtodliche Unterweisung von Johann Heinrich Jung-Stilling. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1994, bei –  Glaubrecht Andersieg: Vom Sinn des Leides. Eine nachtodliche Belehrung von Johann Heinrich Jung-Stilling. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1995 (Erscheinung im Zug von Basel nach Frankfurt am Main).

(i) Schliesslich sei hingewiesen auf –  Treugott Stillingsfreund: Zur Verschuldung der Entwicklungsländer. Ein Gespräch zwischen Johann Heinrich Jung-Stilling und Treugott Stillingsfreund vom Frühjahr 1987, 2. Aufl. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1995 (Begegnung im Zug von Köln nach Trier; Broschüre, nicht im Buchhandel; als Download-File unentgeltlich [Freeware] bei <http://www.uni-siegen.de/fb5/merk/stilling/> abrufbar), –  Freimund Biederwacker: Springflut der Lügengeister? Illic (Siona-Verlag) 1991 (an der Autobahn nahe Siegen; Broschüre, nicht im Buchhandel) sowie –  Treugott Stillingsfreund: Teuflisches Wirken heute. Zur Definition der Ungüter. Zwei nachtodliche Gespräche mit Hofrat Johann Heinrich Jung-Stilling. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1995 (Zusammentreffen in Olpe/Biggesee und in der Altstadt von Bern; Broschüre, nicht im Buchhandel).

(j) Letzthin erschien aus der Feder von – Freimund Biederwacker: Vom folgenschweren Auto-Wahn. Protokoll einer nachtodlichen Belehrung von Johann Heinrich Jung-Stilling. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1996. Dieses Protokoll (sowie einige weitere Erscheinungs-Berichte) sind auch als Download-Files kostenlos abrufbar unter der Adresse <http://www.uni-siegen.de/fb5/merk/stilling> —  Ganz aktuell berichtet über eine nachtodliche Begegnung in einem Spital auch Liebmunde Kirchentreu: Johann Heinrich Jung-Stilling und der Agnostizismus. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1999. Darin wird die (zumindest anfängliche) Begeisterung von Jung-Stilling für die Lehren des Philosophen Immanuel Kant kritisch hinterfragt. —  Schlussendlich kam in gleichen Verlag 2000 die Schrift \“Wundersame Begegnung an der Sal\“ heraus, in welcher Jung-Stilling \“sein innigliches Wohlgefallen ob der ämsigen Sorge um das fruchtbare Erspriessen des Andenkens an Stilling zum Ausdruck bringt, dem mit behendigster Geflissenheit und mitan unter grosser Beifreude der Stillings-Freunde nieden und droben sein Nachfahre, Herr Bundesminister a. D. Dr. Dr. h. c. Christian Schwarz-Schilling in absichtsmässiger Benehmung sowie zu gemeinen Nutzens Zweck beförderlichen Vorschub leistet und darob allenthalben innige Befrohlockung auslöste.\“ Als Vermittler dieser Botschaft zeichnet Bleibfest Stillingtreu.

(k) Neuere Literatur von und über Johann Heinrich Jung-Stilling ist auch kurz kommentierend aufgezählt bei Erich Mertens: Jung-Stilling-Renaissance, in: Die Neue Ordnung, Bd. 47 (1993), S. 59 ff. – Siehe auch die Fortsetzung sowie viele weitere nützliche Informationen und Literaturhinweise durch den Verfasser bei der Adresse <http://www.jung-stilling-archiv>

3 Jung-Stilling erhielt als Professor für ökonomische Wissenschaften an der Universität Heidelberg durch Erlass seines Landesherrn Karl Theodor von Pfalz-Bayern (1724/1742-1799) datiert vom ult. März 1785, die Ernennung zum \“Kurpfälzischen Hofrat\“; siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte (Anm. 2), S. 427.

(a) Jung-Stilling hatte dem Wittelsbacher Kurfürsten 1772 seine an der Universität Strassburg eingereichte medizinische Doktorarbeit gewidmet und ihm im Frühjahr 1772 persönlich bei Hofe zu Mannheim überreicht. Diese trägt die Aufschrift \“SPECIMEN DE HISTORIA MARTIS NASSOVICO-SIEGENENSIS\“; sie beschäftigt sich mit der Geschichte des Eisenerzeugung im Fürstentum Nassau-Siegen.

Mars = hier: FERRUM, QUIA ROMANIS OLIM FERREUS MARS FUIT; siehe zur älteren Metall-Lehre übersichtlich, in drei Thesen geordnet Anton Lütgens: METALLORUM NATURAM ET DIFFERENTIAS EXPLICANS DISSERTATIO PHYSICA. Kiel (Barthold Reuther) 1707.

(b) Das mit dem Hofrats-Titel verbundene gesellschaftliche Ansehen war zu jener Zeit beträchtlich. Es gewährte dem Träger mancherlei Vergünstigungen, so auch (was Jung-Stilling als reisenden Augenarzt insonders zum Vorteil gereichte) an Wegschranken, Posten, Schildwachen, Stadttoren, Fähren, Übergängen, Brücken sowie an den seinerzeit auch innerlands zahlreichen Post-, Maut- und Grenzstationen.

(c) Der Friedensvertrag von Campo Formio (7 km südwestlich von Udine in Venetien) vom 17. Oktober 1797 zwischen Napoléon und Kaiser Franz II. bestimmte in Artikel 20 den Rhein als die dauernde Staatsgrenze zwischen Frankreich und Deutschland. Dies wurde im Frieden von Lunéville (südöstlich von Nanzig [französisch: Nancy] gelegen; ehemalige Residenz der Herzöge von Lothringen) am 9. Februar 1801 bestätigt.

(d) In Artikel 6 des Vertrags heisst es im einzelnen genauer: \“S. M. l’Empereur et Roi (nämlich Franz II, der letzte Kaiser des alten Reichs; er legte nach Bildung des Rheinbundes am 6. August 1808 die deutsche Kaiserkrone nieder), tant en Son nom qu’en celui de l’Empire Germanique, consent à ce que la République française possède désormais (= von nun an) en toute souveraineté et propriété, les pays et domaines situés à la rive gauche du Rhin, … le Thalweg du Rhin (= die Schiffahrtsrinne) soit désormais la limite entre la République française et l’Empire Germanique, savoir (= und zwar) depuis l’endroit (= von der Stelle an) où le Rhin quitte le territoire helvétique, jusqu’à celui où il entre dans le territoire batave.\“

(e) Eine ausserordentliche Reichsdeputation, eingesetzt am 7. November 1801, beriet daraufhin zu Regensburg (seit 1663 der Tagungsort des Immerwährenden Reichstags) über die Entschädigung an deutsche Fürsten, die (links der neuen Staatsgrenze zu Frankreich gelegene) Gebiete an Frankreich abtreten mussten.

(f) Durch besondere günstige Umstände (bald traten verwandtschaftliche Beziehungen mit Frankreich hinzu: sein Enkel und Thronfolger Karl [1786/1811–1818] heiratete am 7./8. April 1806 in Paris Stéphanie de Beauharnais [1789–1860], die 17jährige Adoptivtochter von Napoléon Bonaparte) vergrösserte Karl Friedrich von Baden (1728/1746–1811) bei dieser Gelegenheit sein Gebiet um mehr das Vierfache; die Bevölkerung stieg von ungefähr 175’000 auf fast 1 Million Bewohner. Die pfälzische Kurwürde ging auf ihn über; Karl Friedrich wurde damit 1803 vom Markgrafen zum Kurfürsten erhoben.

Wenig später rückte Karl Friedrich durch den Rheinbundvertrag vom 12. Juli 1806 nach Artikel 5 gar zum Grossherzog mit dem Titel \“Königliche Hoheit\“ auf.

(g) Mit dem Besitzwechsel der rechtsrheinischen Gebiete der Kurpfalz (so auch der alten Residenz- und Universitätsstadt Heidelberg, der [seit 1720] neuen Residenzstadt Mannheim [mit dem grössten Barockschloss in Deutschland] und der Sommerresidenz Schwetzingen [mit dem kurfürstlichen Lustschloss samt 76 Hektar grossen Schlossgarten, Moschee, Badehaus und Theater]) an das Haus Baden durch den Regensburger Reichsdeputations-Hauptschluss vom 25. Februar 1803 wurde gemäss § 59, Abs. 1 (\“Unabgekürzter lebenslänglicher Fortgenuß des bisherigen Rangs\“) der \“kurpfälzische\“ de jure automatisch zum \“badischen\“ Hofrat.

(h) Im April des Jahres 1808 wird Jung-Stilling dann als Berater des Grossherzogs Karl Friedrich in Karlsruhe (\“ohne mein Suchen\“, wie er selbst hervorhebt) zum \“Geheimen Hofrat in Geistlichen Sachen\“ ernannt; siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Briefe. Ausgewählt und hrsg. von Gerhard Schwinge. Giessen, Basel (Brunnen Verlag) 2002, S. 404 (Anm. 10).

(i) Beim Eintritt von Jung-Stilling in den Himmel kommt ihm Karl Friedrich von Baden freudig entgegen und heisst ihn in der Seligkeit als Bruder herzlich willkommen. – Siehe hierzu und überhaupt zum Übergang von Jung-Stilling in das Jenseits des näheren (unbekannte Verfasserin): Sieg des Getreuen. Eine Blüthe hingeweht auf das ferne Grab meines unvergesslichen väterlichen Freundes Jung=Stilling. Nürnberg (Raw’sche Buchhandlung) 1820, S. 27.

Bis anhin ist nicht geklärt, wer diese Schrift verfasst hat. Im Vorwort heisst es: \“Euch, ohne Ausnahme Allen, ihr geliebten, bekannten und unbekannten Stillingsfreunden, [so!] die ihr ja auch Christus=Freunde seyd! sind diese Blätter gewidmet. Ihr werdet es nicht lächerlich, nicht unschicklich finden, dass sie so spät erst nach dem Hinscheid [so!] des Unvergesslichen erscheinen, wenn ich euch zum Voraus sage: dass ich, als Weib vorerst Männer ausreden lassen – abwarten wollte mit weiblicher Bescheidenheit, was solche zum Denkmal des Allgeliebten aufstellen würden\“ (Orthographie wie im Original). – Möglicherweise ist die Schweizer Schriftstellerin und Laientheologin Anna Schlatter-Bernet (1773–1826) die Verfasserin; sie stand mit Jung-Stilling zeitlebens in Verbindung.

(j) Jung-Stilling stand nach seinem, aus eigener Initiative gewählten Abschied von der Universität Marburg ab 1803 im Dienst des Hauses Baden. – Siehe hierzu Gerhard Schwinge: Jung-Stilling am Hofe Karl Friedrichs in Karlsruhe, in: Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins, Bd. 135 (1987), S. 183 ff., Gerhard Schwinge: Jung-Stilling als Erbauungsschriftsteller der Erweckung. Eine literatur- und frömmigkeitsgeschichtliche Untersuchung seiner periodischen Schriften 1795-1816 und ihres Umfelds. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht) 1994, S. 219 ff. (Arbeiten zur Geschichte des Pietismus, Bd. 32) sowie zum Verhältnis zwischen beiden Persönlichkeiten auch Max Geiger: Aufklärung und Erweckung. Beiträge zur Erforschung Johann Heinrich Jung-Stillings und der Erweckungstheologie. Zürich (EVZ-Verlag) 1963, S. 237 ff. (Basler Studien zur Historischen und Systematischen Theologie, Bd. 1).

(k) Karl Friedrich (1728/1746-1811) galt in Karlsruhe gleichsam als Übermensch. Nachdem gelegentlich eines Trauergottesdienstes am 1. Juli 1811 der hochgelehrte katholische Stadtpfarrer und (seit 1805) Grossherzoglich Badische Geistliche Rat Dr. Thaddäus Anton Dereser (1757-1827) nicht in den übertriebenen Lobgesang für den Verstorbenen einstimmen wollte, sondern am Rande einer Predigt die teilweise rohe und schamlose Ausplünderung der katholischen Einrichtungen unter seiner Herrschaft beiläufig ansprach, musste er Karlsruhe unverzüglich verlassen.

Siehe zur Person von Dereser die Broschüre von Joseph Gass: Der Exeget Dereser. Eine geschichtliche Studie. Strassburg (Le Roux) 1915 (mit einem Portrait von Dereser), Franz Xaver Münch: Der äußere Lebensgang des Aufklärungstheologen Thaddäus Anton Dereser. Bonn (Dissertation der Katholisch-Theologischen Fakultät) 1929 (auszugsweise im Druck) sowie Karl-Friedrich Kemper: Artikel \“Dereser, Thaddae¬us a Sancto Adama\“, in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon Bd. 32 (2003), Spalte 222-229.

Siehe zu den unterdrückenden obrigkeitlichen Massnahmen gegen die katholische Kirche unter der Regierungsgewalt der badischen Grossherzöge näherhin (Franz Joseph Mone [1796-1871]): Die katholischen Zustände in Baden, 2 Bde. Mit urkundlichen Beilagen. Regensburg (Manz) 1841/1843 sowie Carl Bader: Die katholische Kirche im Großherzogthum Baden. Freiburg (Herder) 1860. – Sehr einseitig und unsachlich zur Predigt von Dereser auch Johann Heinrich Jung-Stilling: Briefe. Ausgewählt und hrsg. von Gerhard Schwinge. Giessen, Basel (Brunnen) 2002, S. 485.

Als Beispiel der bei Hofe zu Karlsruhe genehmen Trauerreden katholischer Geistlicher seien erwähnt –  Bernhard Boll: Trauerrede bey der kirchlichen Todten-Feyer seiner königlichen Hoheit Karl Friedrichs, Großherzogs zu Baden, Herzogs zu Zähringen, gehalten in der Haupt- und Münsterpfarrkirche zu Freyburg den 1. July 1811. Freiburg (Wagner) 1811 (der Zisterzienser und Münsterpfarrer zu Freiburg Bernhard Boll (1756-1836) wurde 1827 erster Erzbischof von Freiburg); –  [Gerhard Anton Holdermann]: Beschreibung der am 30ten Juny und 1ten July 1811 zu Ratsatt Statt gehabten Trauer-Feyerlichkeit nach dem Hintritte unsers (so!) höchstseligen Großherzogs Carl Friedrich von Baden. Rastatt (Sprinzing) 1811. Holdermann (1772–1843) war katholischer Pfarrer zunächst in Heidelberg und bis 1829 in Rastatt.

Als elektronische Ressource im Rahmen der \“Freiburger historischen Bestände–digitalisiert\“ ist einsehbar –  die in lateinischer Sprache vorgetragene, an Lobpreisungen überladen-theatralische Rede von Johann Kaspar Adam Ruef (1748-1825): JUSTA FUNEBRIA SERENISSIMO DUM VIVERET AC CELSISSIMO PRINCIPI DIVO CAROLO FRIDERICO MAGNO DUCI BADARUM … DIE 22 JULII 1811 IN TEMPLO ACADEMICO PIISSIMA ET GRATISSIMA MENTE PERSOLVENDA INDICIT JOANNES CASPARUS RUEF. Freiburg (Herder) 1811. – Ruef war Professor des katholischen Kirchenrechts an der Universität Freiburg, Oberbibliothekar und (wie Jung-Stilling seit 1806) Grossherzoglich Badischer Geheimer Hofrat.

Gleichsam als Heiligen sieht den Verstorbenen –  Aloys Wilhelm Schreiber: Lebensbeschreibung Karl Friedrichs Großherzog von Baden, 1728–1811. Heidelberg (Engelmann) 1811 (Schreiber [1761–1841]) war seit 1805 Professor für Ästhetik in Heidelberg und ab 1813 bis zu seiner Pensionierung Hofgeschichtsschreiber in Karlsruhe)

Vgl. auch –  Gedächtnißreden bey dem Tode Sr. K. Hoheit des Großherzogs Carl Friedrich von Baden. Gehalten von den Pfarrern der drey christlichen Confessionen zu Mannheim. Mannheim (Schwan) 1811 (Brochure), in der sich der reformierte, lutherische und katholische Geistliche an Lob auf den verstorbenen Karl Friedrich offenkundig überbieten.

Geradezu bescheiden wirken demgegenüber andere Predigten, wie etwa –  [Christian Emanuel Hauber]: Kurze Abschilderung Sr. Königlichen Hoheit Carl Friedrichs Grosherzogs (so!) von Baden. Karlsruhe (Macklot) 1811 (Brochure); –  Theodor Friedrich Volz: Gedächtnißpredigt auf den Höchstseeligen Großherzog von Baden Karl Friedrich, gehalten den 30. Junius 1811 in der Stadtkirche zu Karlsruhe. Karlsruhe (Müller) 1811 (Brochure). Volz [1759-1813]), in Jena 1778 bereits promoviert, bemüht sich erkennbar um die im Rahmen des Anlasses mögliche Sachlichkeit.

Aufgebläht, schwulstig und völlig kritiklos sind auch viele der zahlreichen Zentariums-Reden auf Karl Friedrich von Baden, wie –  Karl Joseph Beck: Rede bei der akademischen Feier des hundertsten Geburtsfestes des Hochseligen Großherzogs Karl Friedrich zu Baden … Gehalten von dem derzeitigen Prorector der Albert-Ludwigs-Hochschule. Freiburg im Breisgau (Wagner) 1828. Karl Joseph Beck (1794-1838) war Mediziner und Stifter des \“Corps Rhenania\“ in Freiburg.

Überspannt auch –  Friedrich Junker: Lobrede auf Carl Friedrich, ersten Großherzog von Baden. Bei der Säcularfeier der Geburt des unvergleichlichen Fürsten den 22. November 1828 gesprochen in Mannheim. Mannheim (Schwan & Götz) 1829 (Brochure); Junker hatte sich als Interpret des Philosophen Epiktet sowie als Schriftausleger einen Namen gemacht.

Geradezu als Halbgott stellt den badischen Herrscher dar –  Karl Wilhelm Ludwig Freiherr Drais von Sauerbronn: Gemälde über Karl Friedrich den Markgrafen, Kurfürsten und Großherzog von Baden. Ein Beitrag zur Säkular-Feier der Geburt des unvergeßlichen Fürsten Mannheim (Schwan und Götz) 1828 (Drais [1761–1851] gilt als der Erfinder des Fahrrads (Laufrads, \“Draisine\“); sein Vater war badischer Oberhofrichter und Karl Friedrich sein Taufpate).

Weithin unkritisch gegenüber den augenfälligen Schattenseiten der Regierung von Karl Friedrich neuerdings auch Annette Borchardt-Wenzel: Karl Friedrich von Baden. Mensch und Legende. Gernsbach (Katz) 2006. – Ebenso blendet Gerald Maria Landgraf (Moderate et prudenter, Studien zur aufgeklärten Reformpolitik Karl Friedrichs von Baden [1728-1811] Dissertation Universität Regensburg 2008, im Internet abrufbar) das persönliche Leid vieler Menschen durch der Religionspolitik des Fürsten völlig aus.

(l) Bei nachtodlichen Erscheinungen von Jung-Stilling wird dieser gewöhnlich mit \“Herr Hofrat\“ (seltener mit \“Herr Geheimrat\“) angesprochen, auch von seinem Engel Siona. – Der Titel \“Hofrat\“ ist gleichsam fester Bestandteil des Namens (ADJUNCTIO NOMINIS), wie etwa \“Apostel Paulus\“, \“Kaiser Karl\“ oder \“Prinz Eugen\“ zu verstehen, und nicht als ehrenvolle Benennung (TITULUS HONORIS).

\“Stilling\“ ist ein individueller Beiname (APPELLATIO PROPRIA) und klingt zu vertraulich. – \“Professor Jung\“ und \“Doktor Jung\“ greift eine Stufe niedriger als \“Hofrat Jung\“; das heisst: der Titel \“Hofrat\“ bzw. auch \“Geheimrat\“ steht über der Amtsbezeichnung \“Professor\“ oder dem akademischen Grad bzw. volkstümlich der Berufsbezeichnung (= Arzt) \“Doktor\“.

4 Einjeder Christ, der in die Seligkeit eingeht, erhält von GOtt einen neuen Namen, siehe Offb 2, 17 sowie (Johann Heinrich Jung-Stilling:) Die Siegsgeschichte der christlichen Religion in einer gemeinnüzigen (so!) Erklärung der Offenbarung Johannis. Nürnberg (Raw’sche Buchhandlung) 1799, S. 89.

Der besondere Name, mit dem Jung-Stilling im Jenseits beschenkt wurde, ist Ohephiah (= der GOtt liebt). – Siehe hierzu: [Christian Gottlob Barth, 1799–1862]: Stillings Siegesfeyer. Eine Scene aus der Geisterwelt. Seinen Freunden und Verehrern. Stuttgart (Steinkopf) 1817, S. 12.

5 Stillings-Freund meint zunächst –  Gönner und Förderer von Jung-Stilling und später dann –  Verehrer oder –  zumindest dem Autor gegenüber wohlwollender Leser der Schriften von Jung-Stilling. Der Begriff wurde in diesen Bedeutungen von ihm selbst eingeführt, er schliesst in jedem Falle auch die weibliche Form ein. — Siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte (Anm. 2), S. 213, S. 441, S. 513, S. 566. Auf der anderen Seite gibt es aber auch (und zwar  bis heute!) \“Stillings-Feinde\“; siehe ebendort, S. 316.

6 Der knappe, indes aber höchst ausdrucksvolle und kenntnisreiche Vortrag ist auch im Druck erschienen. Siehe Gustav Adolf Benrath: Jung-Stilling, Goethes Freund, in: Siegerland. Blätter des Siegerländer Heimat- und Geschichtsvereins, Bd. 76 (1999) S. 135 ff.

7 Salen in der Grafschaft Leisenburg nennt Jung-Stilling in seinem in zwei Bänden 1784–1785 bei Weygand zu Leipzig erschienenen Roman \“Theobald oder die Schwärmer\“ die Stadt Siegen im vormaligen Fürstentum Nassau-Siegen (bis 1743; in diesem Jahr wurde das Gebiet den nassau-oranischen Landen mit der Hauptstadt Dillenburg zugeschlagen). – Siehe zur Heimat von Jung-Stilling das Standardwerk von Theodor Kraus: Das Siegerland. Ein Industriegebiet im Rheinischen Schiefergebirge, 2. Aufl. Bad Godesberg (Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung) 1969 (mit ausführlichem Literaturverzeichnis).

8 Frau Aja = Katharina Elisabeth Goethe, geb. Textor (1731–1808), die Mutter von Johann Wolfgang Goethe. Ohne höhere Bildung, war sie dennoch geistreich und phantasievoll und hat in ihrer urwüchsigen, heitereren Art auch ein offenes Haus für die Freund ihres Sohnes gepflegt. – Siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte (Anm. 2), S. 326 (J. W. Goethe weilt im Januar 1775 in Frankfurt, daher besorgt man Jung-Stilling eine Unterkunft in der Nachbarschaft, zu Tisch ist er aber im Hause Goethe), S. 332, S. 337, S. 339.

Jung-Stilling hatte mit den jungen Goethe (anlässlich der gemeinsamen Studienzeit in Strassburg) \“einen ewigen Bund der Freundschaft\“ geschlossen; vgl. ebenda, S. 286. – Auch hatte Goethe den ersten Teil der Lebensgeschichte von Jung-Stilling zum Druck befördert, und Stilling dadurch weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt gemacht. Siehe hierzu ausführlich Leo Reidel: Goethes Anteil an Jung-Stillings \“Jugend\“. Neu hrsg. und bearbeitet von Erich Mertens. Siegen (J. G. Herder-Bibliothek) 1994.

9 Siehe hierzu auch Wilhelm Roscher: Geistliche Gedanken eines National=Oekonomen, 2. Aufl. Dresden (v. Zahn & Jaensch) 1896. Roscher bemerkt wohl zurecht (S. 76 f.): \“Die Vergötterung, die jetzt von einem, zwar an Zahl kleinen, aber an ‚Bildung‘ hochstehenden Kreise dem Andenken Goethe’s zu Theil wird, so daß man sich andachtsvoll wo möglich in jede Faser seines Wesens, jede Stunde seines Lebens versenken möchte, gilt doch viel weniger der unzweifelhaft großen dichterischen Begabung des Mannes, als seiner behaglich pantheistischen Lebensauffassung. … Während sonst das Leichtnehmen der Sünde oft zu körperlicher Zerrüttung irdischer Unehre und Erfolglosigkeit, ja wohl gar zu schweren Verbrechen führt, sehen wir hier ein bis ins hohe Alter gesundes, glänzend erfolgreiches und angesehenes Leben, das auch sittlich zwar keineswegs tadellos, aber doch nach der gewöhnlichen Moral der Weltleute durchaus ‚anständig‘ und dabei wesentlich zufrieden verläuft, ganz ohne jene tief schmerzliche Sehnsucht nach einer höheren Welt, die z. B. Schiller durchglühet. Kein Wunder, wenn so viele ‚Höhergebildete‘ Goethe’s Leben als ein Musterleben verehren. Für unser Volk hat das freilich schlimme Wirkung gehabt.\“

(a) Ähnlich beurteilte das auch Jung-Stilling. Er schreibt in einem Brief vom 4. Juli 1779 an seine Herzensfreundin (die \“verehrungswürdigste Frau Canzlerin\“) Sophie von La Roche (1731–1807): \“ Was macht denn aber Göthe? Ich vermuthe, Sie werden mehr wissen, als ich, denn ich weiß nichts, als ein widerwärtiges Gemurmel des Volks.

Ach, möchten doch unsere großen Geister weniger Genies, und mehr edle Teutsche Männer seyn, die ihre Riesenschultern, ein jeder in seinem Theil, dem schwankenden Vatterland unterstützen möchten. Ich kann des Klagens nicht satt werden, wenn ich so überschaue, wie viel die Schriften vieler unserer Mode-schriftsteller verdorben haben; wie eine gränzenlose Empfindeley ohne Empfindsamkeit gegen das Wahre, Gute und Schöne, ohne Ueberwindungskraft gegen das Falsche, hat sich der Herzen der Jünglinge durchgehends bemeistert. Einer geht hin mit warmem Enthusiasmus und bewegt den Fürsten zu seinem empfindelnden (?) Plan verbesserter Oekonomie. Kaum beginnt er die Aus-führung, so schwankts in der Praxis, ihn rührt ein adliches Mädgen, er vermag nicht gegen die Leidenschaft zu kämpfen, er entführt sie.

Ein Anderer zerdenkt sich im Reich der Phantasie, schaft sich furchtbare Ideale von Schönheit, tragisches Licht durchglänzt seine empfindsame Seele, er erhizt immer mehr und mehr seine Schöpferin, wird endlich rasend und sucht den Tod andere toben in philantropinischer Raserei. Gott weis! was am Ende aus dem allen wird, lauter Seifenblasenhascherey. Sehen Sie, hochgeschätzte Frau! So wollt’s mir durch den Kopf, wenn ich mir Goethe und Compagnie denke, wie lieb ich ihn habe und ein wie groser Kopf er ist\“ [nach Robert Hassenkamp: Briefe von Joh. Heinr. Jung-Stilling an Sophie v. La Roche, in: Euphorion. Zeitschrift für Literaturgeschichte, Bd. 2 (1895), S. 579 f.].

(b) In ähnlichem Sinne schreibt Jung-Stilling aus Kaiserslautern am 6. März 1780 an seinen Studienfreund Franz Christian Lerse (1749–1800): \“ Göthe – nun das weiss alle Welt! Der hat mir oft Bange gemacht, aber denk’ Bruder! die Anmerkung ist mir oft über ihn eingefallen: wenn ein Mensch auch nichts anders als Genie ist, gar keine Stätigkeit, keine Schwerkraft hat, die ihn nach dem Mittelpunkt zieht – so treibt ihn der Wind durch alle Lüfte um, er flackert, lodert, niemand kann sich an seinem Feuer wärmen, noch durch sein Licht geleitet werden. Doch glaub’ ich noch immer, er wird noch ein brauchbarer Mann werden. Er war’s noch nicht. Weiter hat er noch nichts gethan, als dass er wie ein wilder ungeheurer Mastochse auf der Wiese herumgeeilt und vorne und hinten in die Höhe sprang, da krochen dann hundert Frösche neben einander an’s Ufer hin, mochten gerne alle so Ochsen seyn, pausten und dehnten sich, dass es zum Erbarmen war. Darüber haben wir andere Geschöpfe nun zwar herzlich gelacht. Aber, Bruder Lerse, das ist gar ein kleines Verdienst auf fetter Weide umherzugaukeln und die Leute lachenmachen. Wird er aber einmahl zahm, so dass sein Herzog mit ihm pflügen kann; nun dann gieb Acht, was aus Goethe wird\“ [Quelle: August Langmesser: Jacob Sarasin, der Freund Lavaters, Lenzens, Klingers u. a. Ein Beitrag zur Geschichte der Genieperiode. Zürich (Zürcher & Furrer) 1899, S. 12].

(c) Fast dreißig Jahre später, am 12. November 1810, äussert sich Jung-Stilling in einem seiner Schreiben aus Karlsruhe an Friedrich Heinrich Karl de la Motte-Fouqué (1777–1843): \“Was Göthe betrift, so kann ich Ihnen nichts weiter von ihm sagen, als was alle Welt weiß; ich hab ihn 1775 im Herbst zu lezt gesehen und auch seitdem keinen Umgang mehr mit Ihm gehabt. Seine Wahlverwandtschaften hab ich gelesen und bin dadurch in der Vermuthung bestärkt worden, die ich schon damals hatte, als wir zusammen studirten: Der Fatalismus ist sein Glaubenssystem; seine natürliche Gaben, Anlagen und Triebe, verbunden mit den äussern Umständen, sind seine unbezwingbaren Führer, diese reißen ihn unaufhaltbar mit sich fort. Er kann nicht dafür, daß er das ist, was er ist, das ist – Gott verzeyhe mir! – Gottes Sache. Ich kenne keinen gefährlichern Feind als den Determinismus, im Heimweh, in den Egyptischen und Sinaitischen Einweyhungen, und in meiner Theorie der Geisterkunde habe ich ihn, für den richtigen Denker unwiderlegbar, abgefertigt\“ [nach Albertine Baronin de la Motte Fouqué (Hrsg.): Briefe an Friedrich Baron de la Motte Fouqué von Chamisso. Mit einer Biographie Fouqué’s von Julius Eduard Hitzig und einem Vorwort und biographischen Notizen von Hermann Kletke. Berlin (Adolf) 1848, S. 178 f. – Das Original des Briefes befindet sich im Bestand der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund, Signatur Atg № 2775]; wieder abgedruckt mit Anmerkungen auch bei Johann Heinrich Jung-Stilling: Briefe. Ausgewählt und herausgegeben von Gerhard Schwinge. Giessen, Basel (Brunnen Verlag) 2002, S. 469.

10 Johann Wolfgang Goethe: Faust, der Tragödie erster Teil. Prolog im Himmel. Rede des Erzengels Raphael.

11 Johann Wolfgang Goethe: Faust, der Tragödie erster Teil. Prolog im Himmel. Rede des Erzengels Gabriel.

12 Johann Wolfgang Goethe: Faust, der Tragödie erster Teil. Vorspiel auf dem Theater. Rede der Lustigen Person.

13 In einem Brief (wohl an seinen Schwiegersohn, den Heidelberger Theologie-professor Friedrich Heinrich Christian Schwarz) aus dem Jahr 1815 schreibt Jung-Stilling: \“Seine mir übersandten Verse sind unter aller Critic; aber so ist er und so bleibt er, er weiß, daß alles was von ihm ausgeht, als ein Meisterwerk angestaunt wird\“ [zitiert nach Gotthilf Stecher: Jung-Stilling als Schriftsteller. Berlin (Mayer & Müller 1913 (Palaestra, Untersuchungen und Texte aus der deutschen und englischen Philologie, herausgegeben von Alois Brandl, Gustav Roethe und Erich Schmidt, Bd. CXX); Nachdruck New York (Johnson Reprint) 1967, S. 149].

14 Siehe Leo Schidrowitz: Der unbegabte Goethe. Die Anti-Goethe-Kritik aus der Goethe-Zeit. Basel (Zinnen-Verlag), 1932. – Auszugsweise wiedergedruckt mit dem (von Schidrowitz wohl kaum tolerierten) Untertitel \“Der Dichter in mißwollenden Zeugnissen seiner Mitlebenden\“ München, Wien (Hanser) 1998.

15 Siehe Deutobold Symbolizetti Allegoriowitsch Mystifizynski (= Friedrich Theodor Vischer [1807–1887]): Faust. Der Tragödie Dritter Theil. Treu im Geiste des zweiten Theils des Götheschen Faust gedichtet, 2. Aufl. Tübingen (Laupp) 1886. Ein Neudruck erschien bei Reclam in Stuttgart 1983 (Universal-Bibliothek, № 6208). Im fünften Auftritt heisst es (S. 210 der Ausgabe von 1886):

\“Nicht wehe thut’s, wenn fragliches Talent
Sich in Manier, Geheimnißkram verrennt,
Doch wenn es einem Genius widerfährt,
O das thut weh, das sticht und brennt und schwärt!\“

Vgl. auch vom gleichen Verfasser und unter seinem Namen veröffentlicht: Goethes Faust. Neue Beiträge zur Kritik des Gedichts, 2. Aufl., hrsg. von Hugo Falkenheim. Stuttgart (Cotta) 1920 (Erstauflage 1875).

16 Siehe Christian Friedrich Benjamin Vischer (1768–1814): Bemerkungen über Herrn Hofrath Jungs Theorie der Geisterkunde und einige damit verwandte Gegenstände zur Belehrung und Warnung des Volks. [Stuttgart (Steinkopf)] 1809. – Vischer, seinerzeit Diakonus in Ludwigsburg am Neckar, zeiht Jung-Stilling der Selbsttäuschung, der Aberglaubens und (zwischen den Zeilen) des Betrugs. Stilling verbreite \“Pietismus\“ und \“Schwärmerei\“: beide gälte es \“mit dem Licht der Vernunft\“ zu besiegen.

(a) Beinebens ist diese Haltung Stilling gegenüber bis auf  unsere Tage weit verbreitet. Denn nach einer meinungsbildenden Schicht innert der protestantischen Theologie kann und darf es Engel nicht geben; sie sind \“Abergeister\“ bzw. \“depotenzierte Götter\“ der Heiden und drangen so in die Bibel ein (!!). Andere sehen sie als \“personifizierte menschliche Tugenden\“ an. –

Wenn jedoch GOtt ausser den Menschen keine anderen Wesen ins Leben rufen darf, dann zählt natürlich auch die \“Theorie der Geister=Kunde\“ zu den \“abstrusen (ABSTRUSUS von ABS-TRUDERE = OCCULERE, OBSCURARE,) spiritistischen Büchern\“, wie es im Katalog der Jung-Stilling-Ausstellung von 1990 in Karlsruhe (siehe die folgende Anm. 17) auf S. 124 heisst.

(b) Gelegentlich einer nachtodlichen Erscheinung schlägt Jung-Stilling den laut weinenden Vischer mit Fäusten auf den Rücken; siehe Gotthold Untermschloß: Vom Handeln im Diesseits und von Wesen im Jenseits. Johann Heinrich Jung-Stilling gibt Antwort. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1995, S. 5 ff. Als Download-File abrufbar unter der Adresse <http://www.uni-siegen.de/fb5/merk/stilling>

17 Siehe Gerhard Schwinge: Prophet und Weltkind – Jung-Stilling und Goethe, in: Badische Landesbibliothek (Hrsg.): Jung-Stilling. Arzt–Kameralist–Schriftsteller zwischen Aufklärung und Erweckung (Ausstellungskatalog). Karlsruhe (Badische Landesbibliothek) 1990, S. 112 ff.: eine sehr sorgfältige belegte Untersuchung der Stufen gegenseitiger Entfremdung zwischen Stilling und Goethe. Dort auch Abdruck der hier in Anm. 9 wiedergegebenen sowie anderer wichtiger Briefe.

18 Gemeint ist das anonym im Jahre 1799 im Verlag der Raw’schen Buchhandlung zu Nürnberg erschienene Werk \“Die Siegsgeschichte der christlichen Religion in einer gemeinnüzigen Erklärung der Offenbarung Johannis\“. – Jung-Stilling selbst schätzte dieses Buch als eines seiner besten Bücher ein; siehe Hermann Müller (Hrsg.): … wenn die Seele geadelt ist. Aus dem Briefwechsel Jung Stillings. Giessen und Basel (Brunnen) 1967, S. 45. — Jung-Stilling antwortete auf verschiedene offene Fragen in Bezug auf seine Erklärung der Apokalypse mit der Schrift: Erster Nachtrag zur Siegsgeschichte der christlichen Religion in einer gemeinnützigen Erklärung der Offenbarung Johannis. Nürnberg (Raw’sche Buchhandlung) 1805. Ein zweiter Nachtrag erschien nicht.

(a) Es wurde wiederholt beanstandet, Jung-Stilling ziehe besonders in der \“Siegsgeschichte\“ unbedenklich die verschiedensten Bibelstellen heran, so wie sie ihm gerade zum Beweis irgendwelcher Gedanken passen. Auf den inhaltlichen Zusammenhang, in dem eine Äusserung steht und aus dem heraus sie verstanden werden muss – also auf den Kontext – nehme er nicht die leiseste Rücksicht.

(b) Dieser Vorhalt ist zwar in sich berechtigt. Aber es ist unbillig, ihn allein auf Jung-Stilling zu bezielen. Bis in die jüngste Zeit hinein war dieses Verfahren (vor allem in bestimmten Kreisen des evangelischen Lagers) üblich.

Noch heute findet es auch Beifall, zufällig ausgeloste Stellen der Heiligen Schrift zusammenzustellen und für jeden Tag als \“Losung\“ vorzustellen. Die Bibel ist nach dieser Auffassung nicht ein menschliches Protokollbuch, in dem über das Heilsgeschehen GOttes an den Menschen berichtet wird. Sie ist vielmehr \“Wort GOttes\“ im strengsten Sinne. Gemäss dieser Voraussetzung müssen dann auch Fetzen, Schnipsel, Bruch-Stücke stets stimmig zusammenpassen.

(c) Siehe hierzu auch Haltaus Unverzagt: Vom rechten Verstehen der Bibel. Über Sinn und Bedeutung der Heiligen Schrift äussert sich gelegentlich einer nachtodlichen Belehrung im V. Bezirk der alten Reichshauptstadt Wien Johann Heinrich Jung-Stilling. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1988. Der in paarige Jamben gereimte Text ist als Download-File kostenlos abrufbar unter der Adresse <http://www.uni-siegen.de/fb5/merk/stilling> Kurz zusammengefasst wird hier von der Bibel gesagt:

\“Sie ist kein Lehrbuch der Dogmatik,
Enthält auch keine Systematik.
Geschichte ist sie: was geschehen
An Menschen, die zum HErren stehen.
Sie ist der Güte Widerhall,
Die GOtt tat seit dem Sündenfall
An SEiner Schöpfung, SEinen Treuen,
Damit sich Heutge dran erfreuen.\“

Vgl. auch zu diesem Fragenkreis Heinz Zahrnt: Aufklärung durch Religion: Der 3. Weg. München (Piper) 1980 (Serie Piper, № 210); bei Haltaus Unverzagt mehrmals zitiert.

(d) Jung-Stilling war der Meinung, dass sich die Geheime Offenbarung auf die Kirchengeschichte gesamthaft beziehe, also nicht auf den Zustand der Welt und der Kirche in der Endzeit. Die grundsätzliche Kritik an dieser Einschätzung der Apokalypse nahm er nicht an. Dabei wurde er dieserhalb von vielen Freunden gerügt, so unter anderem auch von Johann Caspar Lavater (1741–1801). Dieser beanstandet auch den \“geschmacklosesten und illiberalsten Pedantismus für jedes Wort der Bibel\“, den Jung-Stilling von Johann Albrecht Bengel (1687–1752) übernahm; siehe (Alexander Vömel): Briefe Jung=Stillings an seine Freunde. Berlin (Wiegandt & Groeben) 1905, S. 67. — Auch Antistes Johann Jacob Heß (1741–1828), immerhin ein zu seiner Zeit bedeutender und anerkannter theologischer Schriftsteller, versuchte vergeblich, Jung-Stilling von falschen Grundannahmen und gewagten Endzeitberechnungen abzuhalten; siehe ebenda, insbes. S. 76 ff.

19 Siehe hierzu Treugott Stillingsfreund: Erscheinungen im Siegerland. Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1987, S. 88 ff. (Jung-Stilling als Büsser zu Rom).

20 Es war leider  nicht auszumachen, wen Stilling hier meint.

21 Belial bzw. Beliar (2 Kor 6, 15) = der Verderber, der Anti-Christ. – Wer konkret, sichtbar und als Person wahrnehmbar der Anti-Christ ist, hat die evangelische Lehrtradition deutlich herausgearbeitet. Siehe schon die von Martin Luther 1536 verfassten Schmalkaldischen Artikel, Teil 2, Artikel 4 (№ 10: HAEC DOCTRINA PREACLARE OSTENTDIT, PAPAM ESSE IPSUM VERUM ANTICHRISTUM, QUI SUPRA ET CONTRA CHRISTUM SESE EXTULIT (EXTOLLERE = hier: an Rang erheben) ET EVEXIT [EVEHERE = hier: sich hinreissen lassen])\“ samt dem 1537 veröffentlichten Anhang DE POTESTATE ET PRIMATU PAPAE (von Philipp Melanchthon [1497–1560] formuliert; im noch nicht so zugespitzten Sinne [PAPATUS ist bloss \“PARS REGNI ANTICHRISTI\“] bereits in der Apologie der Augsburger Konfession, Kap. 8, № 18 von Melanchthon 1530 ausgesprochen).

(a) So war auch für Jung-Stilling ausgemacht, wer der Anti-Christ ist; siehe Jung-Stilling-Lexikon Religion. Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1988, S. 120. — Vorn auf der Krone des Papstes soll nach Jung-Stilling die Inschrift \“VICARIUS FILII DEI\“ prangen (von einer solchen Beschriftung weiss offenbar nur Jung-Stilling; als Gewährsmann nennt er einen nicht näher vorgestellten Engländer). Diese drei lateinischen Worte ergeben die Zahl 666: und das ist dies ist das Zeichen des Anti-Christ; siehe (Alexander Vömel): Briefe Jung=Stillings an seine Freunde (Anm. 18 d), S. 85.

(b) \“Es war eine Beschränktheit, aus der Rohigkeit einer nur religiös hochgebildeten Zeit, wie aus dem gegenseitigen Fanatismus des Streits zu erklären, dass unsre orthodoxen Vorfahren allen Ernstes den Papst für den Antichrist oder Endchrist hielten, der sich im Tempel Gottes anbeten lasse, wie daß er in den Bekenntnißschriften des Lutherthums gelegentlich titulirt wird ein Epikuräer und Judas, ein Haupt von Spitzbuben und des Teufels Apostel\“, meint einschränkend Karl von Hase: Handbuch der Protestantischen Polemik gegen die Römisch-Katholische Kirche, 5. Aufl. Leipzig (Breitkopf und Härtel) 1890, S. 182 (Orthographie und Interpunktion wie im Original).

(c) Dennoch aber wird die These von Martin Luther, der Papst und die katholischen Würdenträger seien der wahre Antichrist, auch noch in neuerer Zeit als wichtiger Glaubenssatz verteidigt; siehe etwa Franz Pieper: Christliche Dogmatik, umgearbeitet von Johannes Theodor Mueller. St. Louis (Concordia Publishing House) 1946, S. 743 ff. — \“Dem Einwand, dass es doch noch manche persoenlich ehrbare, ja fromme Paepste gegeben habe, liegt nicht ein christliches Urteil zugrund. Von Froemmigkeit kann bei Paepsten nicht die Rede sein, da auch die ‚Frommen‘ unter ihnen an der Spitze der Maschinerie stehen und die Maschinerie dirigieren, wodurch … der christliche Glaube abgetan und verflucht wird. Sind einzelne Paepste im buergerlichen Sinne ehrbar, so gehoert das auch zu dem aeusserlichen Schmuck, wodurch der innere, geistliche Greuel des Antichrists verdeckt wird. Alle 2 Tess 2 genannten Merkmale passen auf alle Paepste\“ (S. 746; Orthographie wie im Original).

In zahlreichen anderen Büchern der letzten Jahre wird diese Auffassung wiederholt und auf verschiedene Weise \“bewiesen\“. Siehe diese zusammengefasst bei http://www.angelfire.com/on/3angels, dort auch viele Zitate führender Theologen.

22 Schutzengel von Johann Heinrich Jung-Stilling. Er zeigte sich diesem zu dessen irdischer Zeit, nahm ihn von dort ins Jenseits mit und schrieb auch für ihn. – Siehe Heinrich Jung-Stilling: Szenen aus dem Geisterreich, 8. Aufl. Bietigheim (Rohm) 1999, S. 220 ff. (S. 279: \“Siona hatte mir Lavaters Verklärung in die Feder diktiert\“).

(a) Der Name Siona bedeutet letztlich \“die Himmlische\“; siehe die genauere, weitläufige Erklärung dieses Namens bei Philipp Paul Merz: ONOMASTICON BIBLICUM SEU INDEX AC DICTIONARIUM HISTORICO–ETYMOLOCIUM, Bd. 2. Augsburg (Veith) 1738, S. 1161 ff. sowie bei Petrus Ravanellus: BIBLIOTHECA SACRA SEU THESAURUS SCRIPTURAE CANONICAE AMPLISSIMUS, Bd. 2. Genf (Chouët) 1650, S. 627 (hier auch einige seltenere übertragene Bedeutungen wie etwa \“ORNAMENTUM TRACTUS\“ oder \“GAUDIUM TOTIUS TERRAE\“ und \“LOCUS PERFECTISSIMAE PULCHRITUDINIS\“). Beide bis heute kaum übertroffene Werke erfuhren viele Nachdrucke und Übersetzungen.

(b) Jung-Stilling spricht Siona an als –  \“unaussprechlich erhabene Tochter der Ewigkeit\“ (Szenen aus dem Geisterreich, S. 219), die ihn \“immer ungesehen umschwebt\“ (ebenda, S. 271) –  \“göttliche Freundin\“ (ebenda, S. 223) bzw. –  \“göttliche Lehrerin\“ (ebenda, S. 228), dankt der –  \“erhabenen Dolmetscherin\“ (ebenda, S. 241), die ihm – oft ungesehen –  als Engel \“immer liebvoll zur Seite ist\“ (Johann Heinrich Jung-Stilling: Chrysäon oder das goldene Zeitalter in vier Gesängen. Nürnberg [Raw’sche Buchhandlung] 1818, 1. Gesang, Versabschnitt 3), –  den Gedankengang leitet (Szenen aus dem Geisterreich, S. 282), aber –  auch vom Jenseits berichtet (Szenen aus dem Geisterreich, S. 308) und –  Jung-Stilling, der im Chrysäon Selmar (wohl in Anlehnung an den Rufname Selma seiner zweiten Ehefrau Maria Salome) heisst, auf einer \“Himmels-Leiter\“ zum Sehen führt (Chrysäon, Prolog, Versabschnitt 2; siehe auch Versabschnitt 8) sowie –  zu seiner verstorbenen Tochter Elisabeth (Lisette, 1786–1802) und zu deren Mutter (Jung-Stillings zweiter Ehefrau Maria Salome von St. George, 1760–1790) geleitet (Chrysäon, 4. Gesang, Versabschnitt 2 ff.), –  ihn aber auch von himmlischen Höhen \“in müdes Weltgewühle\“ zurückbringt (Chrysäon, 3. Gesang, Versabschnitt 87).

(c) Siehe zum Verständnis der Engel im religiösen Denken von Jung-Stilling auch Jung-Stilling-Lexikon Religion. Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1988, S. XX f., S. 30 ff. sowie Gotthold Untermschloß: Vom Handeln im Diesseits und von Wesen im Jenseits. Johann Heinrich Jung-Stilling gibt Antwort. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1995, S. 16 ff. —

Vgl. zum Grundsätzlichen aus neuerer theologischer Sicht Herbert Vorgrimler: Wiederkehr der Engel? Ein altes Thema neu durchdacht, 3. Aufl. Kevelaer (Butzon & Bercker) 1999 (Topos plus-Taschenbücher, № 301) mit ausführlichem Literaturverzeichnis (S. 113 ff.); Paola Giovetti: Engel, die unsichtbaren Helfer der Menschen, 8. Aufl. Kreuzlingen, München (Hugendubel) 2003 sowie im Internet die Adresse <http://www.himmelsboten.de>.

23 In verschiedenen Foren des World Wide Web wurden die \“nachtodlichen Belehrungen\“ von Jung-Stilling als Blendwerk kritisiert, so unter anderem im Internet-Forum der Chrischona-Gemeinschaft. Dort spricht ein Funktionair bzw. Wortführer dieser Gruppe namens Pete am 9. September 2001 öffentlich von \“Jung-Stilling-Mist\“.

24 Siehe Freimund Biederwacker: Vom folgeschweren Auto-Wahn. Protokoll einer nachtodlichen Belehrung durch Johann Heinrich Jung-Stilling. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1996. – Der Band enthält Original-Zeichnungen der Pforzheimer Künstlerin Susanne Berger, unter anderem (S. 11) eine Federzeichnung mit dem Gesichtsbild von Jung-Stilling.

25 Siehe hierzu vor allem Johann Heinrich Jung-Stilling: Apologie der Theorie der Geisterkunde veranlaßt durch ein über dieselbe abgefaßtes Gutachten des Hochwürdigen geistlichen Ministeriums zu Basel. Als Erster Nachtrag zur Theorie der Geisterkunde. Nürnberg (Raw’sche Buchhandlung) 1809 sowie Johann Heinrich Jung-Stilling: Vertheidigung gegen die schweren Beschuldigungen einiger Journalisten. Nürnberg (Raw’sche Buchhandlung) 1807.

In dem Band \“Vom folgeschweren Autowahn\“ von Freimund Biederwacker (siehe zuletzt Anm. 23) sind die Titelblätter mehrerer, gegen Jung-Stilling gerichteter zeitgenössischer Schriften wiedergegeben. — In der Originalausgabe von Jung-Stilling heisst es \“Geister=Kunde\“ (in zwei Worten, verbunden mit dem seinerzeit üblichen Doppel-Bindestrich). Die darauf bezüglichen Werke schreiben in der Regel \“Geisterkunde\“ (in einem Wort).

26 Siehe hierzu Gerhard Schwinge: \“… wie aus einer andern Welt…\“. Jung-Stilling und Johann Peter Hebel, in: Michael Frost (Hrsg.): Blicke auf Jung-Stilling. Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1991, S. 63 ff. sowie Gerhard Schwinge: Jung-Stilling als Erbauungsschriftsteller der Erweckung. Eine Literatur- und frömmigkeitsgeschichtliche Untersuchung seiner periodischen Schriften 1795–1816 und ihres Umfelds. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht) 1994, S. 362 (Register, Stichwort \“Hebel, Johann Peter\“).

27 Siehe Jung-Stilling-Lexikon Religion. Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1988, S. 44 (\“Wir können gewiß versichert seyn, daß der Herr jedes gläubige Gebet erhört, wir erlangen immer etwas dadurch, was wir ohne unser Gebet nicht erlangt haben würden, und zwar das, was für uns das beste ist.\“).


The distinction between Christianity and all other systems of

religion consists in this,

that in these others men are found seeking after GOd,

while Christianity is

GOd seeking after men.



Über Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk

Gerhard Merk (* 8. Mai 1931 in Mannheim) ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler, Sozialethiker und Lehrbuchautor.

  • 1931 Geboren in Mannheim
  • 1955 Diplom-Volkswirt, Universität Heidelberg
  • 1956 Diplom-Handelslehrer, Universität Mannheim
  • 1957 Dr.rer.pol., Universität Heidelberg (Thema der Dissertation: „Die Investitionsfunktion“)
  • 1958 Konzernleitung Fried. Krupp, Essen, Zentralabteilung Verkauf, Fachabteilung Marktforschung
  • 1964 Dozent an der Staatlichen Höheren Wirtschaftsfachschule, Siegen
  • 1972 Professor an der Universität Siegen
  • 1996 Pensionierung; weiterhin in Lehre und Forschung an der Universität ohne Bezahlung tätig.

Verheiratet seit 1964 mit Dr.rer.nat. Martha Merk-Jansen, Apothekerin aus Aachen, verstorben am 30. Juni 2010.

Zwei Kinder: Irene (Diplom-Physikerin, Diplom-Informatikerin, Dr.rer.nat.), Judith (Industriekauffrau, Diplom-Kauffrau).

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