Inflations-Aufschwung (boom by inflation)
Die Behauptung, dass sich durch eine hohe Inflationsrate ein volkswirtschaftlicher Aufschwung bewirken lasse. Falsch geschlussfolgert wird hier: – in einer Krise bricht die gesamtwirtschaftliche Nachfrage ein; dies liegt daran, dass Geld gehortet wird; – um die gesamtwirtschaftliche Nachfrage anzukurbeln, müssen die Verbraucher mehr Geld ausgeben; – um sie zum Ausgeben zu bewegen, sollte die Zentralbank ein sehr hohes Inflationsziel vorgeben; daraufhin geben die Privathaushalte ihr Geld aus, weil es durch die Inflation an Kaufkraft verlieren würde, und mehr Nachfrage ist geschaffen. – Die später einsetzende Inflation hätte auch den Vorteil, dass sie bei starrem Nominallohn die Reallöhne senkt, was die Beschäftigung anregt. – Zudem bewirkt eine höhere Inflationsrate auch, dass sich die Last der angehäuften Staatsschulden mindert. – Diese Gedankenkette (chain of thoughts) ist deshalb falsch, weil nachweislich das tatsächliche Verhalten der Privathaushalte anders abläuft. Bei Inflationsangst wird man in eine andere Währung – wie beispielsweise in den CHF oder USD – umsteigen bzw. Gold und Immobilien kaufen. Das befördert spekulative Blasen, während die Konsumausgaben PER SALDO sogar noch sinken. – Siehe Inflations-Ausgleich, Inflationserwartungen, Inflation-Wachstum-Beziehung.
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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