Home Bias (so auch im Deutschen gesagt, aber in unterschiedlicher Bedeutung und männlichen Geschlechts; seltener Heimatpräferenz)
Allgemein die Tatsache, dass – Privathaushalte meistens den Waren aus dem eigenen Land gegenüber Importgütern den Vorzug geben (the preference by individuals for goods produced in their own country compared to imports); – private Anleger bevorzugt Wertpapiere und im besonderen Aktien aus ihrem eigenen Land kaufen; unschön und undeutlich auch Anlage-Ambiguität genannt. Die Anleger glauben, dass sie deren Stärken und Schwächen besser einschätzen können; selbst auch dann, wenn das Risiko bei den heimischen Engagements in Wirklichkeit nicht niedrigerer oder möglicherweise sogar höher ist als bei Investitionen in ausländische Papiere (an inclination to invest in domestic issued papers; people habitually focus on their home markets because they are familiar with them). – Mit der europäischen Finanzmarktintegration war der Home Bias deutscher Anleger deutlich gesunken. Im Zuge der auf die Subprime-Krise folgenden Finanzkrise jedoch führte jedoch zu einem deutlichen Wiederanstieg des Home Bias. – Kennzahl, die angibt wie stark ausländische Titel im Besitz heimischer Investoren vertreten sind, gemessen an ihrem Gewicht; manchmal aber auch nach dem Marktwert berechnet. Bei einem Index von hundert Prozent werden nur inländische Wertpapiere gehalten; bei null Prozent ist die Zusammensetzung des Portfolios gleichmässig auf die Welt verteilt; bei negativem Wert des Index sind ausländische Papiere im Übermass vertreten. – Siehe Anlage-Ambiguität, Finanzmarktintegration, europäische, SEPA-Rat. – Vgl. Zahlen zum Absatz und Erwerb von Wertpapieren im Inland und Ausland im Statistischen Teil des jeweiligen Monatsberichts der Deutschen Bundesbank, “Rubrik” Kapitalmarkt”; Monatsbericht der EZB vom November 2006, S. 15 (graphische Übersicht der Home Bias), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juli 2008, S. 20 (Übersicht der Home Bias in ausgewählten Ländern), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Dezember 2008, S. 34 (Verringerung der Home Bias in der Europäischen Währungsunion; Literaturhinweise), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Dezember 2009, S: 42 f. (Home Bias bei Vermögenswerten), S. 46 (in Anmerkung 5 Formel zur Berechnung), Monatsbericht der EZB vom Mai 2010, S. 41 ff. (Einfluss der Finanzmarktintegration sowie der Finanzkrise auf Home Bias; viele Übersichten; Literaturverweise).
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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