Exit (so auch oft im Deutschen gesagt)
Allgemein der Ausstieg des Anlegers aus einer Transaktion oder aus einem Engagement. – Im besonderen das Verlassen des Gründers einer (Aktien)Gesellschaft aus der Firma. – In Hinsicht auf die Zentralbank der Ausstieg aus einer liquiditätszuführenden Geldpolitik. – In Bezug auf die Europäische Währungsunion der vorübergehende oder endgültige Austritt einzelner Mitglieder. Dies wurde vor allem anlässlich der Griechenland-Krise im Frühjahr 2010 hinsichtlich Deutschlands – und vom wem gar! – gefordert. Die Bundesrepublik solle demnach schleunigst die Eurozone verlassen und die Mark als eigene Geldeinheit wieder einführen. Dem steht jedoch die Tatsache gegenüber, dass deutsche Privathaushalte, Unternehmen und Banken zum Jahresende 2011 finanzielle Vermögenswerte anderer Mitglieder des Eurogebiets in Höhe von über drei Billionen EUR hielten; das entspricht rund hundertzwanzig Prozent des Bruttoinlandsprodukts Deutschlands. Dieses Vermögen würde im Falle des Austritts Deutschlands aus der Eurozone eine sehr starke Wertminderung (a very considerable impairment) erfahren. Zudem würde die Mark stark aufwerten; die deutschen Exporte gingen erheblich zurück, Arbeitslosigkeit in Deutschland wäre die Folge; und der gemeinsame Binnenmarkt der EU würden sehr rasch durch abgeschottete Nationalmärkte (closed national markets with tendency towards autarky) ersetzt. Nicht Exit sollte das Ziel sein, sondern Bedacht auf Einhaltung der in den Europäischen Verträgen und besonders im Stabilitäts- und Wachstumspakt vereinbarten Grundregeln. – Siehe Angleichungsautomatismus, Angst, perverse, Ausstieg, Bail-out, Blame game, Currency-Swing, Europäische Währungsunion, Grundfehler, EZB-Sündenfall, Flip, Geldvermehrung, währungsunion-interne, Kauf-Verkaufs-Klausel, Neuro, Payback, Plan C, Präklusivtermin, Replacement Capital, Rückkehr-Ideologie, Solidarität, finanzielle, TARGET-Missbrauch, Vertragstreue.
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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