EWU-Sprengsatz (EMU explosive charge)

Wenn nicht anders definiert die Tatsache, dass innert der Europäischen Währungsunion die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Mitgliedsstaaten – schon beim Eintritt in die EWU sehr unterschiedlich war und – diese Unterschiede – aus welchen Gründen auch immer – bis anhin kaum ausgeglichen wurden; ja sich in manchen Fällen (Griechenland, Portugal, Spanien, Italien, Zypern) sogar vergrössert haben. So lagen im Frühjahr 2012 die Herstellungskosten in Griechenland im Durchschnitt um etwas mehr als zwanzig Prozent über dem Mittelwert der EWUMitglieder und sogar satte dreissig Prozent über dem türkischen Niveau. Die Unterschiede in der Unit-Value-Relation sind noch bei weitem grösser. Angesichts dieses Umstands sagen viele Ökonomen der EWU ein Ende voraus; es sei denn, eine wie auch immer geartete Transferunion gleicht die gröbsten Unterschiede aus. Seit etwa 2010 bildet sich eine solche auch – entgegen der Europäischen Verträge – tatsächlich auch immer mehr heraus. – Siehe Abwertung, fiskalische, Angleichungsautomatismus, Anleihe-Spread, Disfunktionalität, währungsraumbezogene, Erpressungspotential, Europäische Währungsunion, Grundfehler, Europayer, Exit, Fiskalpakt, Friedman-These, Geldvermehrung, währungsunion-interne, Griechenland-Krise, Gruppendruck, Opting-out-Vereinbarung, Plan C, Präklusivtermin, Rückkehr-Ideologie, Sperrkonto, Stabilitäts- und Wachstumspakt, Strukturreformen, Ungleichgewichte, EWU-interne, Währungsraum, optimaler, Unit-Value-Relation.

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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