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Die Geistergrube im Wald

veröffentlicht am

Ausführung eines geheimnisvollen und letztlich unerklärlichen Auftrags, vorher angekündigt durch den hochgelehrten und bis anhin unvergessenen Herrn

Johann Heinrich Jung-Stilling (1740-1817),

der Weltweisheit und Arzneikunde Doktor,

seit 1785 Kurpfälzischer, durch Rechtsübertragung ab 1803 Badischer Hofrat, durch Verleihung dann ab 1808 Grossherzoglich Badischer Geheimer Hofrat


lebzeitig bis 1803 Professor für ökonomische Wissenschaften an der Universität Marburg an der Lahn, dortselbst auch Lehrbeauftragter für operative Augenheil-kunde an der Medizinischen Fakultät; hiebevor bis 1787 Professor für ange-wandte Ökonomik – mit Einschluss der Veterinärmedizin – an der Universität Heidelberg und anvorderst in gleicher Bestellung seit 1778 an der Kameral Hohen Schule zu Kaiserslautern;


weiland Gründungsmitglied der Geschlossenen Lesegesellschaft zu Elberfeld (heute Teil der Stadt Wuppertal), dortselbst auch seit 1772 Arzt für Allgemeinmedizin, Ophthalmolo-gie, Obstetrik und seit 1775 behördlich bestellter Brunnenarzt sowie Lehrender in Phy-siologie; der Kurpfälzischen Ökonomischen Gesellschaft in Heidelberg, der Kurfürstli-chen Deutschen Gesellschaft in Mannheim, der Gesellschaft des Ackerbaues und der Künste in Kassel, der Leipziger ökonomischen Sozietät sowie auch der illustren Loge \“Karl August zu den drei flammenden Herzen\“ in Kaiserslautern Mitglied.

Geflissentlich aufgeschrieben, gemeinen Nutzens zu Gut ins World Wide Web ge-stellt und alle Leser dabei gÖttlicher Obhut sowie getreuen englischen Schutzes bestens empfehlend von

Lassie Zeternhalt

Lichthausen, Grafschaft Leisenburg* ₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪

Markus-Gilde, Siegen 2009

Die gewerbliche Nutzung des Textes bedarf der schriftlichen Einwilligung des Copyright-Inhabers, der Markus-Gilde e. V., Postfach 10 04 33, 57004 Siegen (Deutschland).

mailto:merk@vwl.wiwi.uni-siegen.de

Jung-Stilling zeigt sich im Speisewagen der Bahn

Vier Stunden schon war ich im Zug,
Als mir ein Duft entgegenschlug
Von delikatem Mittagsmahl,
Der strömte aus dem Bord-Lokal.

So angelockt ging ich nach dort;
Fand einen Tisch hier auch sofort,
An dem ein Reisender nur sass,
Der eben schon den Nachtisch ass:
Bei diesem Wetter gab es Eis
Garniert mit fruchtig-süssem Reis.

Kurz sah dem Mann ich ins Gesicht
Und traute meinen Sinnen nicht:
Der Gast im Speisewagen war
Jung-Stilling1, der sich zeigte dar
Gekleidet todschick, elegant:
Im Massanzug von Meisterhand2,
Am Armgelenk links eine Uhr
Aus wertvollster Manufaktur:
Gewiss die Spitze auch im Preis,
Wie ich als Uhrenkenner weiss;
Die Knöpfe an der Ärmel Rand
Aus lupenreinem Diamant;
Ich schätzte deren Wert allein
So hoch wie einen Gutshof ein.
Jung-Stilling reichte mir die Hand,
Die ich als drall und warm empfand.

Auftrag besonderer Art wird angekündigt

\“Mein Stillings–Feund3\“, sprach er zu mir,
\“Seid nicht erstaunt, dass ich euch hier
Im Bord-Lokal entgegentrete.
Bestimmt ich dieses gar nicht täte,
Wenn ich nicht wüsste, dass gern ihr
Auch diesmal werdet helfen mir.

In meiner Diesseits-Heimat Siegen
Liegt eine Grube ganz verschwiegen,
Die heut schon schier vergessen ist,
Von der auch ihr noch gar nichts wisst.
Nur wenige bloss kennen sie,
Bewandert in Geschichte hie,
Zumal sie liegt auch abgelegen
Und abseits jetzt von allen Wegen.

Bald wird man euch zur Mine führen;
Ihr werdet Männer dort verspüren,
Die ein Ersuchen an euch richten
Und euch zu einem Dienst verpflichten.
Ich bitte euch, dass folgt ihr ihnen,
Selbst wenn sie seltsam euch erschienen.

Es ist mein Wunsch, dass ihr das tut:
Ich weiss, dass ihr dies könnt auch gut.
Im Jenseits ist beschlossen schon,
Dass ihr dafür bekommt auch Lohn.

Um deutlich es hervorzuheben:
Es wird euch Ewiges umgeben,
Doch banget nicht: es ist euch nah
Bei jedem Schritt Geist Siona.4
Seid ihr bereit, zu helfen hier?
Dann bitte sagt es jetzt zu mir!\“

Der Beauftragung wird bereitwillig zugestimmt

\“Herr Hofrat5, ich bin gern bereit,
Dass helfe ich in nächster Zeit
Den Männern dorten in der Mine:
Gewiss sehr gern ich ihnen diene.

Ich fühle mich auch nicht bedroht,
Dass diese sicher längst schon tot,
Zumal sie mir versprachen ja,
Dass stets um mich ist Siona.

Sie haben mich zum Dienst bestellt:
Ob dessen will ich auch kein Geld!
Denn wie oft hatten sie doch mir
Geholfen schon auf Erden hier,
Obgleich das viele glauben nicht:
Für sie ist jederlei Bericht,
Worinnen davon wird geschrieben,
Verruchte Lügerei geblieben,
Die aus der tiefen Hölle schallt:
Satanisches in Vers-Gestalt.

Schon freundlich klingt, wenn man zählt bei
Die Botschaften zur Spinnerei:
Geschmarre, Blödsinn, Unfug, Possen,
Aus einem wirren Hirn entflossen,
Geschwätz, Geplapper, Schnickschnack, Lug,
Geflunker, Machwerk, Schwindel, Trug,
Groteske Phantasmagorie,
Ein Musterfall von Idiotie.\“

Jung-Stilling begütigt, dankt und entrinnt dem Blick

\“Herr Tubrav\“, sagte Stilling drauf,
\“Ich bitte sehr: regt euch nicht auf!
Was soll denn diese Jammerei?
Legt kein Gewicht den Nörglern bei.

Bedauert vielmehr diese Armen:
Neigt zu euch ihnen in Erbarmen.
Umflort war nie ihr Angesicht
Von jenem milden Himmelslicht,
Das Dinge euch erleben lässt,
Die setzen sich als wirklich fest:
Gestalten sinnlich sich konkret
Und werden so Realität.

Ich sage Dank, dass ihr erfüllt
Den Auftrag, euch jetzt noch verhüllt.
Ihr werdet bald dann alles sehen –
Wenn auch im Letzten nicht verstehen.
Seid jedem stets zu Nutz bereit!
Gelobt sei GOtt in Ewigkeit!\“

Als Stilling diese Worte sprach,
Entschwand dem Blick er nach und nach.
Erst sah ich ihn noch gütig blicken
Und mehrmals freundlich zu mir nicken;
Dann nahm ich wahr ein starkes Flimmern,
In dem er stetig am Verschimmern.

Zum Schluss fiel nur noch fahler Schein
Auf jenen Platz am Tische ein,
Wo Stilling weilte noch soeben,
Bevor ich sah ihn sich entheben
Ins Reich, wohin einst alle kommen,
Durch JEsu Gnade angenommen.

Unterredung mit Stilling wird flugs aufgezeichnet

Nun war ich nicht mehr drauf versessen,
Im Speisewagen gleich zu essen.
Ich lief vielmehr, rasch wie ein Pfeil,
Nach hinten in mein Zugabteil.
Dort nahm mein Laptop ich zur Hand
Und tippte ein, in Schwung umspannt,
Was ich erlebt, gesehen grade:
Wie Stilling sich mir sichtbar nahte.

Ich ging ins Bistro drauf zurück
Und hatte auch das grosse Glück,
Dass einen freien Tisch ich fand:
Sogar ganz hinten, an der Wand,
Wo jeweils sitzt am besten man
Und alles überblicken kann.

Geschäftsbesprechungen fangen mich ein

Am Ziel der Reise angekommen
Ward im Hotel ich aufgenommen
In dem ich steige ab hier immer,
Erhielt auch mein vertrautes Zimmer,
Das freilich ich schon vorbestellt,
Weil alles drin mir sehr gefällt.

Geschäfte sogen mich ganz auf:
Bis zehn Uhr ging mein Tageslauf.
Zu niemanden gab kund ich hier,
Dass Stilling war begegnet mir;
Als Irrer würde ich sonst gelten:
Man würde mich als Spinner schelten.

Als wahr kann nämlich nur bestehen,
Was jeder kann am Bildschirm sehen.
Wer sagt vom Jenseits etwas aus,
Erwacht heut rasch im Irrenhaus.

Ja selbst in manchen Kirchen jetzt
Die Lehre wird hintangesetzt
Von Gottesreich und Ewigkeit:
Man spricht mehr von Mitmenschlichkeit.
Auch als ich wieder dann daheim,
Hielt die Begegnung ich geheim.

Velotour im Siegerland nach Geländekarte

Fast siebzehn Wochen später dann
Ich einem Arbeits-Tag entrann:
Trat an frühmorgens eine Tour
In die leicht herbstliche Natur.
Mein Rad schob ich im Siegerland
Auf einen Berg, mir unbekannt.

Auf einer Karte hatte ich
Erforscht den Weg geflissentlich.
Zur Vorsicht nahm ich mit zudem
Mein Navigations-System,
Das winzig, bruchfest und besticht
Durch äusserst niedriges Gewicht.
Bekannt war mir, dass sehr lang drauf
Das Velo6 lief im Abwärtslauf
Auf einer Zufahrt in den Wald,
Belegt zum Teil gar mit Asphalt.

Der Steilpfad ging als eine Schneise
Durch hohe Fichten reihenweise.
Nicht weit davon, in linker Richtung,
Gewahrte bald ich eine Lichtung.
Es blinkten dort im Sonnenscheine
Teils helle, teils auch matte Steine.

Steinhalde wird näher in Augenschein genommen

Die wollte näher ich besehen.
Ich liess mein Velo deshalb stehen
Und schritt der Lichtung näher zu,
Erreichte dies auch im Nu.

Ich schaute über eine Halde
Von Steinen, mitten drin im Walde,
Wo einst wohl eine Grube war:
Das Mundloch7 schien noch wahrnehmbar.
Mit Blick nach oben sah ich nur
Den Anfang einer weitren Flur,
Die treppenartig war verbunden
Mit der besteinten Fläche unten.

Etwa dreissig Bergleute zeigen sich

Als ich emporschritt, rechts ich sah
Wohl an die dreissig Männer da
Aus allen Altersstufen gehen.
In Gruppen auch zusammenstehen!

Mit Stiefeln waren sie beschuht;
Fast alle trugen einen Hut.
Bloss drei, vier Junge, wohl noch Knappen,8
Bemerkte ich mit grauen Kappen.

Bekleidet war von ihnen jeder
Mit einer Schürze ganz aus Leder,
Sehr lang, bei manchen bis zur Erde,
Dass ganz den Leib sie so bewehrte.9

Aussehen deutet auf Personen der Vergangenheit hin

Der Männer Antlitz gab Bescheid,
Dass sie bestimmt nicht aus der Zeit,
In der wir grade leben heute:
Viel anders wirkten diese Leute.

Denn jede Zeit hat ihr Gesicht,
Selbst eine Handschrift ihr entspricht;10
Wie auch die Kleidung, die man trägt,
Vom Brauch der Zeit wird ja geprägt;11
Ja selbst auch Gesten und Gebärden
Gelenkt, beherrscht vom Zeitgeist werden.

Doch nicht nur Sprache lenkt die Zeit!
Sie gleichfalls auch den Ton verleiht
Der Art des Sprechens, der Diktion,
Dem Sprachduktus der Jugend schon.

Das hastig-eilende Geratter,
Das ausgelassene Geschnatter:
Der Sprechstil jetzt der meisten Leute
Entlarvt als Menschen sie von heute.
Die lümmelige Schnoddrigkeit
Ist kennzeichnend für unsere Zeit.

Was mir als erstes auffiel war,
Dass keines Lauts ich ward gewahr,
Wiewohl hier wurde doch gesprochen
Und –wie ich sah – ununterbrochen.

Als nächstes wundersam mir schien,
Dass alle Pflanzen wohl gediehn.
Es gab Gebüsch und hohes Gras,
Das ganz normalen Wuchs besass.
Soweit ich wandte meinen Blick,
Sah ich am Boden keinen Knick.
Das Gras lag dort in Falten nur,
Wo ich gelassen meine Spur.

Zu alldem stand im Widerspruch
Ein modrig-gäriger Geruch
Mir fremd in dieser Mischung hier:
Wie Schlamm und Pfuhl, vermengt mit Bier.

Ich nahm, was ich erkannt zu Hauf,
Erst nach und nach ganz in mich auf.
Drum hatte ich noch keine Zeit
Im Denken jede Einzelheit
Zu formen in ein volles Bild,
Das Wunsch und Drang nach Deutung stillt.

Bergmann sucht um eine Besorgung nach

Als so ich um Erklärung rang,
Gleich hinter mir \“Glückauf\“12 erklang.
Ich drehte rasch mich um und sah
Der Männer einer mir ganz nah.

\“Herr Zeternhalt\“ sprach er zu mir,
\“Willkommen hier in dem Revier!
Gedankt sei GOtt, dass ihr kamt her:
Von euch ich eine Gunst begehr.\“

Der Sprecher mir beschrieb genau
Nun Wohnort, Strasse, Haus nebst Bau
Von einem Mann, der kommen sollte,
Weil einen Rat er von ihm wollte.
Mehr sagen kann ich hierzu nicht,
Weil mir das Schweigen ist zur Pflicht
In diesem Punkt; denn ich versprach
Nichts auszuplaudern auch danach.

Vermutlich er den Argwohn spürte,
Der mich ob solchen Auftrags rührte.
\“Ich weiss\“, sprach er, \“ihr denkt sofort:
Ob dieser Herr noch jetzig dort?
Doch seid gewiss: ihr findet ihn,
Selbst wenn dies spukhaft euch erschien!

Natürlich nicht umsonst sollt ihr
Zu Dienste sein uns allen hier.
Ich bitte euch, nehmt an dies Geld,
Es kauft wohl noch heut in der Welt.\“
Er gab bei diesem Worten mir
Erst eine Münze, dann noch vier.

Ich wollte meinen Dank bekunden:
Da war der Mann auch schon verschwunden.
Wo just noch sah ich Leute gehen,
War plötzlich garnichts mehr zu sehen:
Bloss Sträucher, Büsche, Gras und Steine,
Beleuchtet nun vom Sonnenscheine.

Der bezeichnete Mann wird schleunigst aufgesucht

Zu meinem Velo flugs ich rannte
Und aufwärts mich zum Bergkamm wandte.
Herab durch die geplante Flur
Ich schneller als gewöhnlich fuhr.

Daheim schritt ich die Hofpassage
Sogleich nach hinten zur Garage.
Mit meinem Auto fuhr ich zu,
Voll Ungeduld und ohne Ruh.
Bald hielt ich im bewussten Ort,
Erfrug das Haus und klopfte dort.
Geöffnet ward von einem Alten.
Ihm sagte kurz ich und verhalten,
Was mich zu seinem Haus hier trieb,
Das mir ein Mann im Wald beschrieb.

Der Alte nickte mit dem Haupt.
\“Habt Dank dafür, dass ihr geglaubt
Und seid sogleich hierher gekommen,
Wenngleich ihr sicher seid beklommen!
Ihr setztet Mühe ein und Zeit:
Nehmt dafür diese Kleinigkeit.\“

Dabei griff in die Tasche er
Und holte zwei Stück Geldes her;
Die legte er in meine Hand;
Er grüsste freundlich und verschwand.
Ich fuhr zurück zu unsrem Haus,
Doch schwieg von dem, was sah ich draus.

Erneuter Besuch bei der Grube und bei dem Greis

Am Samstag ging ich, gar bei Regen,
Erneut auf den skizzierten Wegen.
Die alte Grube tief im Wald
Sah aus bei Nässe wüst und kalt.

Umsonst durchschritt ich das Gelände,
Dass dort ich noch ein Zeichen fände.
Es zeigte sich mir keine Spur:
Vom Regen nasse Landschaft nur.
Doch liess die Sache mich nicht ruhen:
Zur Klärung wollt ich etwas tuen.

Erhellung nächst wohl daran hing,
Dass ich erneut zum Alten ging,
Nach wo ich jene Botschaft brachte,
Und der mit Münzen mich bedachte.
Drum nach dem Gottesdienst ich fuhr
Des Sonntags, kurz vor dreizehn Uhr,
In jenes Dorf im Siegerland,
Wo dessen Haus aus Fachwerk stand.

Wie gross war mein Erstaunen doch,
Als dort, wo letzte Woche noch
Ein alter Fachwerkbau gestanden,
War nun ein neues Haus vorhanden!
Ich fand auch eine Klingel vor
An einem neuen Eingangstor.

Die Frau, die aus dem Innern kam,
War wirsch und wenig mitteilsam.
Es trat ihr Mann dann noch hinzu:
Im Bierrausch halb und schroff dazu:
Ein Menschenschlag, sonst unbekannt
Im anmutsvollen Siegerland.

Heimatforscher aus dem Ort kann viel mitteilen

So schritt ich in das Dorfwirtshaus;
Man schenkte einen Trank mir aus.
Der Wirt gab auf Befragen mir
Den Namen eines Fachmanns hier,
Der gut die Dorfgeschichte kenne
Und über alten Schriften sänne.
Gern rief für mich bei ihm er an,
Ob gleich ich ihn besuchen kann.

Der alte Herr sei ganz allein;
Er werde sicher glücklich sein,
Wenn heut Gesellschaft ich ihm gönne,
Damit er mit mir reden könne.

Kurz später schon ich bei ihm sass
Und dabei alle Zeit vergass:
Es war schon hell der Mond heraus,
Als heimkam ich in unser Haus.
Der Herr verwahrte in der Stube
Papiere, Karten von der Grube.
Er wusste fürders von dem Alten,
Dem hierorts meine Fragen galten.

Es war ein Urahn jener Leute,
Die wohnen jetzt in dem Gebäude.
Der Mann war seinerzeit bekannt
Als guten Geistern zugewandt.
Er konnte Sprachen auch verstehen,
Empfand voraus auch manch Geschehen.
Ihn prägte Religiosität:
Man sah ihn öfters im Gebet
Durch Fluren und Gefilde schreiten
Und freitags JEsu Tod durchleiden.

Bei seinem Hinschied nahm man wahr
Zwei Engel licht und wunderbar.
Die schwebten singend mit ihm fort
Ins Reich, wo herrscht allein das Wort
Das einst vor allem Anfang war
Und das die Welt aus Nichts gebar.13

Wohlweislich sagte ich ihm nicht,
Dass ich erblickt des Manns Gesicht.
Das Geld, das jener gab mir dort,
Erwähnte ich mit keinem Wort;
Verhehlt ich allen hatte ganz
Die Münzen mit dem schönen Glanz.
Auch schien mir klug, zu übergehen,
Was bei der Grube ich gesehen.

Alte Münzen werden veräussert

Im späten Juli war mein Ziel
Die Stadt an Limmat und der Sihl.14
Geschäftsabschlüsse ich erstrebte
An diesem Ort, wo lang ich lebte.
Ich kenne daher viele Leute
In Stadt und Kanton auch noch heute.
Ein Freund und ächter, wahrer Christ
Im Vorstand einer Bank heut ist.
Ihm legte ich die Münzen vor,
Die nie ich aus dem Sinn verlor.

Er rief mich nächsten Tags schon an:
\“Das ist ein Kleinod, lieber Mann!
Wie unser Fachressort es schätzt
Ergeben diese Münzen jetzt
So an die fünfzigtausend Franken.
Der Preis dafür mag sicher schwanken
So um die acht bis zehn Prozent,
Wenn man den Kurs genauer kennt.

Ich rate dir, auf der Auktion,
Die hier in diesem Spätherbst schon,
Die Münzen zu verganten15 lassen:
Gern will ich mich damit befassen.
Entscheide bald, wie hierbei ich
Als Freund bemühen darf für dich.\“

Um dieses gleich vorwegzunehmen:
Es brachte mir das Unternehmen
Nach Abzug aller Spesen noch
Fast vierzigtausend Franken doch!
Ich bat den Freund, dass den Betrag
Aufs Konto er doch buchen mag
Der evangelischen Mission,
Die Basel ziert vor GOttes Thron.16

Fachmann für Geisterfragen kennengelernt

Wie oft, mich die Berufspflicht zwang
Zu einem festlichen Empfang.
Ein Kunde hatte eingeladen,
Und es schien durchaus angeraten,
Der Einladung auch nachzukommen:
Ein Fehlen würde aufgenommen
Als eine Kränkung, Ehrverletzung:
Als Ausdruck von Geringschätzung.

Bei Tische kam zu sitzen dann
Ich neben einen klugen Mann.
Am Rand kam das Gespräch dann bald
Auch auf satanische Gewalt.

Als merkte er, dass hierbei ich
Interesse zeigte sonderlich,
Erzählte er von vielen Dingen,
Die heute als phantastisch klingen,
Und die man einstuft als Humbug,
Verdummung, Lüge, Schmu, Betrug,
Betörung, Blendwerk, Tölpelei:
Getrickste, schnöde Lügerei.

Natürlich war ich nun beflissen
Zu fragen, woraus er sein Wissen
Zu diesen Fragen denn bezog:
Ob er es nur aus Büchern sog,
Wie jenem Werk, so segensreich:
Die \“Szenen aus dem Geisterreich\“:
Ein Buch, das nachgedruckt bis heute,
Den Lesern spendend Trost und Freude.17

Ein Neffe des alten Herrn ist Exorzist

Der Tischnachbar drauf sagte mir,
Er habe einen Neffen hier,
Der Theologe, Priester sei,
Und den man zähle jenen bei,
Die als Experten, Spezialisten
Entdecken rasch des Satans Listen.
Sein Bischof reichte ihm drum dar
Die Vollmacht, dass er bei Gefahr
Die bösen Geister mag vertreiben,
Wenn die sich Menschen einverleiben.18

Als Exorzist19 so habe er
Ein Amt, das wiege sonders schwer,
Zumal vom Bösen heutzutag
Man überhaupt nichts hören mag.
In Höllen-Lust der Teufel loht,
Erklärt man jetzig ihn für tot:
Dass von ihm \“Abschied\“ sei genommen20
Und er wird nie mehr wiederkommen.

Bestimmt ist dieser \“Abschieds\“-Wahn
Dem alle schier heut zugetan,
Genau so schlimm, absurd und toll,
Wie wenn, was scheint geheimnisvoll,
Als Wirken böser Geister man
Und Machwerk sieht der Hölle an.

Wie schwer fällt immer doch das Dritte:
Die einsichtsvolle, kluge Mitte,21
Der auch sich viele Theologen
Von jeher haben gern entzogen:

Versanken knietief im Purismus
Parteiisch oft in Fanatismus
Und pflanzten, anstatt GOttes Wort,
Polemik, Streit und Zwietracht fort;
Am Schluss im Namen Jesu dann
Griff gar mit Krieg den Bruder an.
Dies Denken – GOtt sei es geklagt! –
Selbst bis in unsere Tagen ragt.

Kontakt zu dem Exorzisten wird angestrebt

Den Tischnachbarn darauf ich bat,
Dass er vermittle ganz privat
Direkt mir ein Gespräch, ein Treffen
Gelegentlich mit seinem Neffen.

Obgleich ich Reformierter22 sei:
Ich spüre Skrupel keinerlei,
Ganz offen jenem Exorzisten
Umfassend alles aufzulisten,
Was ich erlebt, sich mir bot dar
An Rätselhaftem letztes Jahr;
Zumal ja meine Kirche sich
Längst feige schon von dannen schlich,
Wenn es um solche Dinge geht;
Weil leicht man ins Gespött gerät
Der Menschen heute, die nichts glauben:
Voll Wut schon beim Wort \“Jenseits\“ schnauben.

Mein Tischnachbar mir gern versprach,
Dass komme meinem Wunsch er nach:
Sein Neffe sei in nächster Zeit
Zu Diensten sicher mir bereit.
Gedulden sollte ich mich noch:
Er melde sich bei mir jedoch.

Ich gab dem Herren meine Karte
Und sagte, dass gewiss ich warte:
Das Ganze habe keine Eile:
Erwartend ihn ich still verweile.

Exorzist kommt zur Grube

Der Herbst durchzog bereits den Gau,
Da übergab mir meine Frau
Die Nummer eines fremden Herrn:
Er hätte mich gesprochen gern.

Ich rief zurück und nun erfuhr,
Dass nahe Siegen bald zur Kur
Der angesagte Herr wird weilen,
Um eine Krankheit auszuheilen.
Von dort er gerne zu mir käme,
Dass er in Augenschein dann nähme
Den Ort, von dem verhüllt gesprochen
Zu seinem Onkel ich vor Wochen.

Vier Tage später traf ich ihn:
Ein Fachmann, er mir richtig schien.
Was mir vor allem gleich gefiel:
Er wusste von dem Ort recht viel.
Gelesen hatte er in Schriften,
Die Kunde von der Grube stiften.

Er holte aus der Bücherei
Selbst alte Karten noch herbei.
Er hatte diese sich kopiert,
Und sie eingehend auch studiert.
Er kannte alle Flurennamen,
Die für uns in Betracht hier kamen.

Wer so genau sich vorbereitet,
Vertrauen schon vorab verbreitet.
Der Priester zählte nicht zu jenen,
Die alles zu bewirken wähnen
Ganz ohne Vorarbeit und Plan,
Wie dies wird heut zumeist getan:
Man geht ans Werk keck, dreist, salopp:
Geradeso im Hopplahopp.
Am Schluss entspringt so leider dann
Was jeder ringsum sehen kann.

In meinem Wagen rollten wir
Bis kurz vor dieses Erzrevier.
Der Haubergsvorstand23 räumte ein,
Dass fuhr ich in den Forst hinein.24
Zu Fuss erreichten wir auch bald
Die alte Grube hoch im Wald.

Ich gab dem Exorzisten preis
Nun offen auch, dass auf Geheiss
Von Hofrat Jung ich tätig war:
Im Leib er mir erschien sogar.

Erstaunt war ich, dass wusste er,
Wie Stillings Auftrag mich rief her.
Ich traute aber nicht zu fragen,
Wer solches ihm hat zugetragen;
Denn davon sprach mit keinem Wort
Ich jüngst zu seinem Onkel dort.
Er sagte nur: \“Ohephia25
Bringt gerne allen Gutes da\“;
Woraus ich schloss, dass sieht er weit
Schon heute in die Ewigkeit
Und kennt den Namen, den GOtt gab
Jung-Stilling über seinem Grab.

Bergleute finden sich ein und entschwinden ins Jenseits

Es war ein kühler, feuchter Tag:
Der Nebel dicht am Boden lag.
Da wir uns zu dem Platz begeben,
Begann der Priester zu erheben
Die Stimme laut, und auf Latein
Lud er die Bergarbeiter ein,
Sich doch zu zeigen an der Stelle,
Dass sich ihr Zustand ihm erhelle.

Erstaunt war ich, dass alle kamen
Und vor uns beiden Aufmarsch nahmen!
Der Bergmann, der mir gab das Geld,
Sah ich dem Trupp vorangestellt.
Er schritt durch einen Bacheslauf
Zu uns und grüsste mit \“Glückauf\“!

Was daraufhin gesprochen ward,
Hat mir sich nicht geoffenbart.
Wohl sah ich Lippen sich bewegen,
Den Bergmann dann Gespräche pflegen
Mit seinem Umkreis mehrmals auch:
Doch ich vernahm nicht einen Hauch.

Der Priester gab nun seinen Segen.
Dabei tat misslich mich erregen,
Dass alle schlugen Kreuze sich:
Ein Tun, das mir schien lästerlich,
Weil so man reinen Glaubens Lehre
Nebst Calvins Erbe klar entehre.26
Erst später wurde mir gewahr,
Dass alle Menschen offenbar
Zum alten Glauben dann wohl kommen,
Wenn just das Jenseits sie erklommen.

Zum Schluss lief nun ein grosser Mann
In hellem Lichterkleid heran.
Der sprach kurz auf die Leute ein;
Sie folgten ihm bis hin zum Rain:
Verschwanden dort mit einemmal
Laut singend römischen Choral.27

Viele Fragen bleiben offen

Nun hatte ich sehr viele Fragen
Zu dem, was sich grad zugetragen.
Der Priester tat sich dem entziehn:
Das Beicht-Geheimnis28 binde ihn.
Doch gäbe er mir den Bescheid:
Sehr bald, dort in der Ewigkeit,
Froh würde ich die wiederfinden,
Die eben sah ich am Entschwinden.

Ich wollte ihn nicht weiter nerven
Mit ihm mich auch nicht überwerfen.
Drum sprachen wir von GOttes Güte29
Und wie die SEinen ER behüte.

Zum Abschied bat der Priester mich,
Dass niemanden je zeige ich
Wo alles sich zu unsren Tagen
Hat wie beschrieben zugetragen.

Drum bitte ich, dass man sieht ein,
Dass sage ich beharrlich \“nein\“,
Wenn man neugierig in mich dringt
Mit Fragen, oder gar mich zwingt
Zu nennen jenen Ort im Wald,
Wo war der Geister Aufenthalt.
Darüber kann ich sprechen nicht:
Drum endet hier auch mein Bericht.

Anmerkungen, Hinweise und Quellen

* Grafschaft Leisenburg = bei Jung-Stilling das ehemalige Fürstentum Nassau-Siegen (mit der Hauptstadt Siegen); nach Aussterben der Siegener Fürstenlinie durch Erbfolge von 1742 an Teil der Nassau-Oranischen Lande (mit Regierungssitz in Dillenburg); im Zuge der territorialen Neugestaltung Deutschlands im Wiener Kongress ab 1815 Bezirk in der preussischen Provinz Westfalen (mit der Provinzhauptstadt Münster); nach dem Zweiten Weltkrieg vom 1946 an bis heute Bestandteil des Kreises Siegen-Wittgenstein im Regierungsbezirk Arnsberg des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen in der Bundesrepublik Deutschland (mit der Landeshauptstadt Düsseldorf). Über 70 Prozent der Kreisfläche sind Wälder; Siegen-Wittgenstein steht damit an der Spitze der Bewaldungs-Dichte in Deutschland. – Salen = bei Jung-Stilling die ehemalige fürstliche Residenzstadt Siegen, heute Universitätsstadt mit etwa 110 000 Bewohnern.

Siehe Karl Friedrich Schenck: Statistik des vormaligen Fürstenthums Siegen. Siegen (Vorländer) 1820, Reprint Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1981 sowie Theodor Kraus: Das Siegerland. Ein Industriegebiet im Rheinischen Schiefergebirge, 2. Aufl. Bad Godesberg (Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung) 1969 (Standardwerk mit vielen Karten, Übersichten und Rückblenden auf den geschicht-lichen Entwicklungsverlauf; leider aber auch in der Zweitauflage ohne Register).

Im wirtschaftsgeschichtlich in vielem Betracht bemerkenswerten Siegerland ist der hochintelligente und vielseitig begabte Jung-Stilling (siehe Anmerkung 1) geboren, herangewachsen und hat dort auch seine ersten beruflichen Erfahrungen als Köhlergehilfe, Schneider, Knopfmacher, Vermessungs-Assistent, Landarbeiter, Dorf¬schulmeister und Privatlehrer gesammelt.

1 Hofrat Professor Johann Heinrich Jung-Stilling (1740–1817), der Weltweisheit (= Philosophie) und Arzneikunde (= Medizin) Doktor. Dieser wurde in letzte Zeit wiederholt auf Erden gesehen. – Siehe die entsprechenden Erscheinungsberichte zuletzt aufgezählt bei Bleibfest Stillingtreu: Wundersame Begegnung an der Sal. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 2000, S. 51 ff.

Siehe Grundsätzliches zum Wiedereintritt Verstorbener in diese Welt Johann Heinrich Jung-Stilling: Theorie der Geister=Kunde, in einer Natur= Vernunft= und Bibelmäsigen (so!) Beantwortung der Frage: Was von Ahnungen, Gesichten und Geistererscheinungen geglaubt und nicht geglaubt werden müße (so, also mit Eszett!). Nürnberg (Raw’sche Buchhandlung) 1808 (Reprint Leipzig [Zentralantiquariat der DDR] 1987 und öfters), S. 220 ff.

Dieses Werk von Jung-Stilling wurde seit seinem Erstdruck in vielen Ausgaben veröffentlicht und auch 1812 ins Schwedische, 1815 ins Niederländische, 1834 ins Englische (durch Samuel Jackson), 1851 ins Amerikanische (durch Pfarrer George Bush) und 1862 ins Französische übersetzt; siehe die Zusammenstellung bei Klaus Pfeifer: Jung-Stilling-Bibliographie Siegen (J. G. Herder-Bibliothek) 1993 (Schriften der J. G. Herder-Bibliothek Siegerland, Bd. 28).

Vgl. zu diesem Themenkreis auch Johann Heinrich Jung-Stilling: Geister, Gespenster und Hades. Wahre und falsche Ansichten, hrsg. und eingel. von Gerhard Merk. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1993 (Jung-Stilling-Studien, Bd. 2) sowie Martin Landmann: Ahnungen, Visionen und Geistererscheinungen nach Jung-Stilling. Eine ausdeutende Untersuchung. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1995. Diese Schrift ist auch unentgeltlich als Download-File unter der Adresse <http://www.uni-siegen.de/fb5/merk/stilling> abrufbar.

Siehe auch Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte. Vollständige Ausgabe, mit Anmerkungen hrsg. von Gustav Adolf Benrath, 3. Aufl. Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft) 1992. – Die \“Lebensgeschichte\“ erschien in vielen Ausgaben. Jedoch genügt nur die von Gustav Adolf Benrath besorgte Version den Anforderungen sowohl des Lesers (grosser Druck, erklärende Noten, Register) als auch des Wissenschaftlers (bereinigter Original-Text; wichtige Dokumente zur Lebensge¬schichte) — In kürzerer Form orientiert über das Leben von Jung-Stilling auch Gerhard Merk: Jung-Stilling. Ein Umriß seines Lebens. Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1989; und mehr die innere Entwicklung schildert, tief nachfühlend, Otto. W. Hahn: \“Selig, die das Heimweh haben\“. Johann Heinrich Jung-Stilling: Patriarch der Erweckung. Giessen, Basel (Brunnen) 1999 (Geistliche Klassiker, Bd.4).

2 Jung-Stilling legte (als gelernter Schneider und Knopfmacher) auf seine eigne Garderobe stets grossen Wert. In seinen Romanen und Erzählungen kennzeichnet er die einzelnen Personen in bewundernswerter Weise durch ihre Kleidung; und es ist daraus zu schliessen, dass Jung-Stilling die Menschen in seinem Umfeld (zunächst mindestens) nach ihrer Bekleidung einschätzte. – Siehe hierzu ausführlich Hans Grellmann: Die Technik der empfindsamen Erziehungsromane Jung-Stillings. Ein Beitrag zur Empfind¬samkeit der Aufklärung. Neu hrsg. und mit Vorwort, Dokumenten und Anmerkungen versehen von Erich Mertens. Kreuztal (verlag die wielandschmeide) 1993, S. 90 ff.

3 Stillings-Freund meint –  Gönner, Förderer, später –  Verehrer und Anhänger (\“Fan\“: dieses heute gebräuchliche Wort vom lateinischen FANATICUS = begeistert, entzückt) oder auch –  nur wohlwollender Leser der Schriften von Jung-Stilling. Der Ausdruck stammt von Jung-Stilling selbst. Siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte (Anm. 1), S. 213, S. 441, S. 513, S. 536, S. 566. – Auf der anderen Seite gibt es aber auch  \“Stillings-Feinde\“, siehe ebendort, S. 316.

4 Schutzengel von Johann Heinrich Jung-Stilling. Er zeigte sich diesem zu dessen irdischer Zeit, nahm ihn von dort ins Jenseits mit und schrieb auch für ihn. – Siehe Heinrich Jung-Stilling: Szenen aus dem Geisterreich, 8. Aufl. Bietigheim (Rohm) 1999, S. 220 ff. (S. 279: \“Siona hat mir Lavaters Verklärung in die Feder diktiert\“).

Der Name Siona bedeutet letztlich \“die Himmlische\“; siehe die genauere, weitläufige Erklärung dieses Namens bei Philipp Paul Merz: ONOMASTICON BIBLICUM SEU INDEX AC DICTIONARIUM HISTORICO–ETYMOLOCIUM, Bd. 2. Augsburg (Veith) 1738, S. 1161 ff. sowie bei Petrus Ravanellus: BIBLIOTHECA SACRA SEU THESAURUS SCRIPTURAE CANO¬NICAE AMPLISSIMUS, Bd. 2. Genf (Chouët) 1650, S. 627 (hier auch einige seltenere übertragene Bedeutungen wie etwa \“ORNAMENTUM TRACTUS\“ oder \“GAUDIUM TOTIUS TERRAE\“ und \“LOCUS PERFECTISSIMAE PULCHRITUDINIS\“). Beide bis heute kaum übertroffene Werke erfuhren viele Nachdrucke und Übersetzungen.

Jung-Stilling fasst den Engel als weiblich auf. Er spricht Siona an als –  \“unaussprechlich erhabene Tochter der Ewigkeit\“ (Szenen aus dem Geisterreich, S. 219), –  \“göttliche Freundin\“ (ebenda, S. 223), dankt der –  \“erhabenen Dolmet¬scherin\“ (ebenda, S. 241), die ihm –  als Engel – oft ungesehen – \“immer liebvoll zur Seite ist\“ (Johann Heinrich Jung-Stilling: Chrysäon oder das goldene Zeitalter in vier Gesängen. Nürnberg [Raw’sche Buchhandlung] 1818, 1. Gesang, Versabschnitt 3), –  den Gedankengang leitet (Szenen aus dem Geisterreich, S. 282), aber –  auch vom Jenseits berichtet (Szenen aus dem Geisterreich, S. 308) und –  Jung-Stilling (der im Chrysäon Selmar heisst; wohl in Anlehnung an den Rufname seiner zweiten Ehefrau Selma) auf einer \“Himmels-Leiter\“ zum Sehen führt (Chrysäon, Prolog, Versabschnitt 2; siehe auch Versabschnitt 8) sowie –  zu seiner verstorbenen Tochter Elisabeth (Lisette, 1786–1802) und zu deren Mutter (Jung-Stillings zweiter Ehefrau Maria Salome von St. George, 1760–1790) geleitet (Chrysäon, 4. Gesang, Versabschnitt 2 ff.), –  ihn aber auch von himmlischen Höhen \“in müdes Weltgewühle\“ zurückbringt (Chrysäon, 3. Gesang, Versabschnitt 87).

Siehe zum Verständnis der Engel im religiösen Denken von Jung-Stilling auch Gerhard Merk (Hrsg.): Jung-Stilling-Lexikon Religion. Kreuztal (verlag die wieland¬schmiede) 1988, S. XX f., S. 30 ff. sowie Gotthold Untermschloss: Vom Handeln im Diesseits und von Wesen im Jenseits. Johann Heinrich Jung-Stilling gibt Antwort. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1995, S. 16 ff., jetzt auch als Online-Ressource bei dem URL <http://www.uni-siegen.de/fb5/merk/stilling> verfügbar.

Vgl. zum Grundsätzlichen aus neuerer theologischer Sicht Herbert Vorgrimler: Wiederkehr der Engel? Ein altes Thema neu durchdacht, 3. Aufl. Kevelaer (Butzon & Bercker) 1999 (Topos plus-Taschenbücher, № 301; auch andere Ausgaben im gleichen Verlag) mit ausführlichem Literaturverzeichnis (S. 113 ff.), Siegfried Meier: Weiße Kleider, goldene Flügel? Die Engel – Gottes Boten, 2. Aufl. Wuppertal (Brockhaus) 2007 (RBTaschenbuch, Bd. 688: Glauben) sowie Paola Giovetti: Engel, die unsichtbaren Helfer der Menschen, 8. Aufl. Kreuzlingen, München (Hugendubel) 2003 (Übersetzung aus dem Italienischen) und im Internet die Adresse <http://www.himmelsboten.de>

5 Durch Erlass seines Landesherren, des Kurfürsten Karl Theodor von Pfalz-Bayern (1724/1742-1799), datiert vom 31. März 1785, erhielt Jung-Stilling als Professor für praktische ökonomische Wissenschaften an der Universität Heidelberg im Herbst 1785 den Rang eines \“Kurpfälzischen Hofrats\“, den er ab da auch auf allen Buchtiteln führt; siehe Gustav Adolf Benrath: Jung-Stilling in Kaiserslautern 1778–1784, in: Pfälzer Heimat, Nr. 2/1991, S. 70. – Das mit diesem Titel verbundene gesellschaftliche Ansehen war zu dieser Zeit beträchtlich. Es gewährte dem Träger manche Bevorzugungen, so auch (was besonders Jung-Stilling als reisenden Augenarzt zum Vorteil gereichte) an Posten, Schildwachen, Stadttoren, Übergängen, Fähren, Brücken sowie an den zu jener Zeit auch innerlands zahlreichen Schlagbäumen, Post-, Maut- und Grenzstationen.

Der Friedensvertrag von Campo Formio (7 km südwestlich von Udine in Venetien) vom 17. Oktober 1797 zwischen Napoléon und Kaiser Franz II., bestimmte in Artikel 20 den Rhein als die Staatsgrenze zwischen Frankreich und Deutschland. Dies wurde im Frieden von Lunéville (südöstlich von Nanzig [französisch: Nancy] gelegen; ehemalige Residenz der Herzöge von Lothringen) am 9. Februar 1801 bestätigt. — In Artikel 6 heisst es genauer: \“S. M. l’Empereur et Roi, tant en Son nom qu’en celui de l’Empire Germanique, consent à ce que la République française possède désormais (= von nun an) en toute souveraineté et propriété, les pays et domaines situés à la rive gauche du Rhin, … le Thalweg (= die Schiffahrtsrinne) du Rhin soit désormais la limite entre la République française et l’Empire Germanique, savoir (= und zwar) depuis l’endroit (= von der Stelle an) où le Rhin quitte le territoire helvétique, jusqu’à celui où il entre dans le territoire batave.\“

Eine ausserordentliche Reichsdeputation, eingesetzt am 7. November 1801, beriet daraufhin in Regensburg (seit 1663 Tagungsort des Immerwährenden Reichstags) über die Entschädigung an deutsche Fürsten, die (links der neuen Staatsgrenze zu Frankreich gelegene) Gebiete an Frankreich abtreten mussten.

Durch besondere günstige Umstände (hinzu traten später auch verwandtschaftli-che Beziehungen zu Frankreich: sein Enkel und Thronfolger Karl [1786/1811–1818] hei-ratete am 7./8. April 1806 zu Paris Stéphanie de Beauharnais [1789–1860], die Adoptiv-tochter von Napoléon) vergrösserte der Markgraf von Baden bei dieser Gelegenheit sein Gebiet um ein Mehrfaches. Die pfälzische Kurwürde ging auf ihn über. – Wenige Jahre später rückte er durch den Rheinbundvertrag vom 12. Juli 1806 nach Artikel 5 gar zum Grossherzog mit dem Titel \“Königliche Hoheit\“ auf.

Mit dem dadurch veranlassten Übergang der rechtsrheinischen Gebiete der Kurpfalz (so auch der alten Residenz- und Universitätsstadt Heidelberg, der neuen [seit 1720] Residenzstadt Mannheim [mit dem grössten Barockschloss in Deutschland] und der Sommerresidenz Schwetzingen [mit dem kurfürstlichen Lustschloss samt 76 Hektar grossen Schlossgarten, Moschee, Badehaus und Theater]) an das Haus Baden durch den Regensburger Reichsdeputationsschluss vom 25. Februar 1803 wurde gemäss § 59, Abs. 1 (\“Unabgekürzter lebenslänglicher Fortgenuss des bisherigen Rangs\“) der \“kurpfälzische\“ Hofrat DE JURE PUBLICO automatisch nunmehr zum \“badischen\“ Hofrat.

Im April des Jahres 1808 wird Jung-Stilling dann als Berater des Grossherzogs Karl Friedrich (1738/1746-1811) in Karlsruhe (\“ohne mein Suchen\“, wie er selbst hervor¬hebt) zum \“Geheimen Hofrat in Geistlichen Sachen\“ ernannt; siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Briefe. Ausgewählt und hrsg. von Gerhard Schwinge. Giessen, Basel (Brunnen Verlag) 2002, S. 404 (Anm. 10).

Beim Eintritt von Jung-Stilling in den Himmel kommt ihm Karl Friedrich von Baden freudig entgegen und heisst ihn in der Seligkeit als Bruder herzlich willkommen. – Siehe hierzu und überhaupt zum Übergang von Jung-Stilling in das Jenseits des näheren (unbekannte Verfasserin): Sieg des Getreuen. Eine Blüthe hingeweht auf das ferne Grab meines unvergesslichen väterlichen Freundes Jung=Stilling. Nürnberg (Raw’sche Buchhandlung) 1820, S. 27. – Bis anhin ist nicht geklärt, wer diese Schrift verfasst hat. Im Vorwort heisst es: \“Euch, ohne Ausnahme Allen, ihr geliebten, bekannten und unbe¬kannten Stillingsfreunden, [so!] die ihr ja auch Christus=Freunde seyd! sind diese Blätter gewidmet. Ihr werdet es nicht lächerlich, nicht unschicklich finden, dass sie so spät erst nach dem Hinscheid [so!] des Unvergesslichen erscheinen, wenn ich euch zum Voraus sage: dass ich, als Weib vorerst Männer ausreden lassen – abwarten wollte mit weiblicher Bescheidenheit, was solche zum Denkmal des Allgeliebten aufstellen würden\“ (Orthographie wie im Original).

Jung-Stilling stand nach seinem, aus eigener Initiative gewählten Abschied von der Universität Marburg ab 1803 im Dienst des Hauses Baden. – Siehe hierzu Gerhard Schwinge: Jung-Stilling am Hofe Karl Friedrichs in Karlsruhe, in: Zeitschrift für Geschich¬te des Oberrheins, Bd. 135 (1987), S. 183 ff., Gerhard Schwinge: Jung-Stilling als Erbauungsschriftsteller der Erweckung. Eine literatur- und frömmigkeitsgeschichtliche Untersuchung seiner periodischen Schriften 1795-1816 und ihres Umfelds. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht) 1994, S. 219 ff. (Arbeiten zur Geschichte des Pietismus, Bd. 32) sowie zum Verhältnis zwischen beiden Persönlichkeiten auch Max Geiger: Aufklärung und Erweckung. Beiträge zur Erforschung Johann Heinrich Jung-Stillings und der Erweckungstheologie. Zürich (EVZ-Verlag) 1963, S. 237 ff. (Basler Studien zur Historischen und Systematischen Theologie, Bd. 1).

Bei nachtodlichen Erscheinungen wird Jung-Stilling gewöhnlich mit \“Herr Hofrat\“ angeredet, seltener mit \“Herr Geheimrat\“; siehe die in Anmerkung 1 genannten Berichte. Auch Siona, Schutzengel von Jung-Stilling, nennt diesen Dritten gegenüber \“Hofrat Jung\“. – Der Titel ist hier gleichsam als fester Bestandteil des Namens (ADJUNCTIO NOMINIS, wie etwa \“Apostel Paulus\“ oder \“Kaiser Karl\“) zu verstehen, und n i c h t als ehrenvolle Benennung (TITULUS HONORIS, wie er zu Lebzeiten Jung-Stillings mit der Verleihung beabsichtigt war).

\“Stilling\“ ist ein individueller Beiname (APPELLATIO PROPRIA; der Sinn dieser Namenszulegung ist beinebens bis heute noch nicht eindeutig und befriedigend erklärt) und wirkt sehr vertraulich. – \“Ohephiah\“ (= der GOtt liebt) ist der Name von Jung-Stilling in der Seligkeit; siehe (Christian Gottlob Barth): Stillings Siegesfeyer. Eine Scene aus der Geisterwelt. Seinen Freunden und Verehrern. Stuttgart (Steinkopf) 1817.

6 Velo(ciped) = in Deutschland nach 1890 durch das Wort \“Fahrrad\“ ersetzt; der seinerzeit auch vorgeschlagene Ausdruck \“Reitrad\“ setzte sich nicht durch. In der Schweiz (und auch im Französischen) auch heute nur \“Velo\“.

Die an sich genauere und offizielle Bezeichnung \“Veloziped\“ (vélocipède) wirkt heute in der Schweiz (wie auch in Frankreich und Belgien) geschraubt und ist nur noch selten zu hören (ähnlich wie im Englischen \“bike\“ das Wort \“bicycle\“ verdrängt hat). – Im Binnendeutschen sagt man umgangssprachlich seit etwa 1930 \“Rad\“ statt \“Fahrrad\“; und auch fachsprachlich wird in Zusammensetzungen (wie: Damenrad, Herrenrad, Klapprad) die Vorsilbe \“Fahr-\“ in der Regel weggelassen

7 Mundloch = Schachtmund: Öffnung des Schachtes nach aussen; Ende eines Stollens an der Tagesoberfläche; Stolleneingang.

8 Knappe = hier: Bergbaulehrling. – Ältere Photographien, welche teilweise auch die im Text beschriebene Kleidung der Bergleute zeigen, bei Wolfgang Jäger: Bildgeschichte der deutschen Bergarbeiterbewegung. München (Beck) 1989. Siehe auch die Abbildungen bei Karl-Heinz Ruth: Bergmannsuniformen an der Saar. Tradition und Wirklichkeit in der Geschichte des Saarbergbaus. Saarbrücken (Verlag die Mitte) 1986. Zum Schutz der Gesundheit und des Lebens wurde den Bergleuten entsprechende Arbeitskleidung oftmals behördlich aufgezwungen. Siehe beispielsweise: Vorschriften über die bergmännische Kleidung. Erlassen vom Preußischen Minister für Wirtschaft und Arbeit am 5. März 1934. Berlin (Greve) 1934.

9 Solche lederne Schürzen für Eisengiesser und Bergleute wurden unter anderem in der Stadt Siegen hergestellt; die Lohgerber dort belieferten Kunden bis nach Sachsen. – Siehe hierzu auch die Belehrung \“Vom Gerber-Gewerbe in Siegen\“, frei downloadbar bei der Adresse <http://www.uni-siegen.de/fb5/merk/stilling>

10 Siehe hierzu die reich bebilderte Zusammenstellung von Ludwig Petzendorfer: Schriften-Atlas. Eine Sammlung der wichtigsten Schreib- und Druckschriften aus alter und neuer Zeit. Stuttgart (Hoffmann) 1889.

11 Siehe aus der reichhaltigen Literatur dazu den Bildband von Agathe und Adolf Saile: Mode auf Modeln. 400 Jahre Modegeschichte. Königsbach-Stein (Schöner) 1988. Im einleitenden Beitrag von Günther Bächle auch Rückblick auf die Zeit davor.

12 Glückauf = alter bergmännsicher Gruss; ursprünglich der Anwunsch nach gefahrloser Auffahrt aus dem Berg. Bis etwa 1965 in den deutschen Bergbauregionen eine verbreitete, auch allgemeine Begrüssungsform; seitdem erloschen. Der Gruss gilt heute als absonderlich, schrullig, ja sogar den der heimischen Bergbautradition unkundi¬gen Jüngeren als lächerlich.

13 Siehe hierzu Johannesevangelium, Kapitel 1, Verse 1 ff. sowie erklärend hierzu Erich Przywara: Christentum gemäss Johannes, Nürnberg (Glock und Lutz) 1954, S. 26 ff. sowie Felix Porsch: Pneuma und Wort. Ein exegetischer Beitrag zur Pneumatologie des Johannesevangeliums, Frankfurt (Knecht) 1974 (Frankfurter Theologische Studien, Bd. 16).

14 Die schweizerische Kantonshaupststadt Zürich. – Dort zeigte sich auch Jung-Stilling zusammen innerstadts mit Bergrat Emanuel Swedeborg; siehe den entsprechenden Bericht \“Emanuel Swedenborg und Jung-Stilling\“ frei downloadbar bei der Adresse <http://www.uni-siegen.de/fb5/merk/stilling>

15 Gant = schweizerische Bezeichnung für das binnendeutsche Wort \“Versteigerung\“; verganten = auf einer Versteigerung (Auktion) zum Verkauf anbieten.

16 Gemeint ist die im Jahre 1815 gegründete Basler Missionsgesellschaft. Siehe hierzu Gustav Warneck: Abriß einer Geschichte der protestantischen Mission von der Refor¬mation bis auf die Gegenwart, 9. Aufl. Berlin (Warneck) 1910, S. 135 ff. und ausführlicher Wilhelm Schlatter: Geschichte der Basler Mission, 5. Bde. Basel (Basileia) 1916–1970. – Zur älteren Literatur siehe auch Karl Hartenstein: Die Basler Mission und ihr Schrifttum. Ein vollständiges Verlagsverzeichnis mit einer systematischen Inhaltsübersicht. Basel (Basler Missionsbuchhandlung) 1931 (hier finden auch einige von Wilhelm Schlatter offenbar übersehene Kleinschriften aufgelistet).

Am 1. Jänner 2001 ging die Basler Mission in die “mission21” auf, einer Gründung aus dieser, zusammen mit vier anderen Missionsgesellschaften. Ein weltweit verwurzel¬ter und allenthalben hoch geachteter Name verschwand: Musterbeispiel einer Marketing-Torheit und Zeugnis der Herrschaft der Unvernunft auch in hoch besetzten kirchlichen Entscheidungs-Gremien!

17 Dieses Werk von Johann Heinrich Jung-Stilling erfuhr seit seiner Erstveröffent¬lichung 1795 (Band 1) und 1801 (Zweiter Band) zahlreiche Nachdrucke und Übersetzungen in Fremdsprachen; siehe im einzelnen Klaus Pfeifer: Jung-Stilling-Bibliographie. Siegen (J.G. Herder-Bibliothek) 1993, S. 102 (Register, Stichwort \“Sze¬nen\“). Derzeit ist eine im Karl Rohm Verlag (Bietigheim) in 7. Auflage erschienene, gebundene Ausgabe erhältlich; ISBN 3-87683-071-0.

18 Siehe hierzu die nachtodliche Belehrung \“Teuflisches Wirken heute\“, in der Jung-Stilling das Handeln der böser Geister auf die Menschen anhand der Heiligen Schrift allgemein und im einzelnen ausführlich darlegt. Der Text ist frei erhältlich bei der Adresse <http://www.uni-siegen.de/fb5/merk/stilling>

19 Exorzist ist in der Katholischen Kirche –  im weiteren Sinne die Bezeichnung für die zweite der vier unteren Weihen (ORDINES MINORES), –  im engeren Sinne ein vom Bischof zum Exorzismus eigens ermächtigter Priester. Exorzismus ist ein im Namen GOttes an die Dämonen gerichteter Befehl, Menschen und Sachen zu verlassen oder sie nicht anzufeinden.

Jesus selbst trieb Dämonen aus und gab seinen Jüngern (Mt 10, 8) sowie den Gläubigen allgemein (Mk 16, 17) die Macht dazu. Die Worte Jesu: \“Treibet Dämonen aus\“ (Mt 10, 8) enthalten nicht bloss die Bevollmächtigung zur Beschwörung derselbem, sondern sie bezeugen zugleich eine wirksame Kraft, mit der schon die Apostel (etwa: Apg 8, 7; 16, 16-24; 19, 11 f.) handelten.

Die Vorgehensweise (das Ritual) bei einer heutigen exorzistischen Massnahme in der Katholischen Kirche ist im neu überarbeiteten Teil der liturgischen Formelsammlung für die Amtshandlungen nach dem römischen Brauch in der Katholischen Kirche (RITUALE ROMANUM, dort das Kapitel \“DE EXORCISMIS ET SUPPLICATIONIBUS QUIBUSDAM\“) aus dem Jahr 1999 umfassend geregelt.

Von Besessenheit unterschieden werden in den Anleitungen ausdrücklich alle Formen von Geisteskrankheiten; diese zu behandeln ganz ist ganz allein Sache der darauf spezialisierten Medizin. Vor dem Vollzug eines Exorzismus muss daher mit aller Sorgfalt geprüft werden, dass wirklich eine Besessenheit vorliegt und eine Krankheit sicher auszuschliesen ist. Gemäss dieser Vorschrift ist zwingend das Urteil mehrerer unabhängiger Ärzte und Psychologen einzuholen. Das alte, noch aus dem Jahr 1614 stammende Ritual wurde 1999 von der \“Päpstlichen Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung\“ (Liturgiekommssion; ihr gehören um die 50 Mitglieder aus aller Welt an) grundlegend überarbeitet und mit sehr strengen Auflagen versehen.

Siehe aus der Praxis des Exorzismus auch Gabriele Amorth: Ein Exorzist erzählt, 5. Aufl. Stein am Rhein (Christiana-Verlag) 2006, kritisch Manfred Probst und Klemens Richter: Exorzismus oder Liturgie zur Befreiung vom Bösen. Informationen und Beiträge zu einer notwendigen Diskussion in der katholischen Kirche. Münster (Aschendorff) 2002 (Reihe \“Aschendorff Paperback\“); dort (S. 181 ff). auch weitere Literaturhinweise und Alexandra von Teuffenbach: Der Exorzismus. Befreiiung vom Bösen. Augsburg (St.-Ulrich-Verlag) 2007 (mit ausf. Literaturverzeichnis, S. 113 ff.).

20 Siehe hierzu das bekannte, auch in Fremdsprachen übersetzte Werk des früher in Tübingen lehrenden schweizerischen Theologieprofessors Herbert Haag: Abschied vom Teufel. Vom christlichen Umgang mit dem Bösen, 9. Aufl. Düsseldorf, Zürich (Benziger) 2000 sowie Herbert Haag (Hrsg.): Teufelsglaube, 2. Aufl. Tübingen (Katzmann) 1980. Dieses (auch ins Italienische und Spanische übersetzte) Buch schliesst (S. 515 ff.) mit einem ausführlichen Verzeichnis der bezüglichen älteren und neueren Literatur.

Andererseits wird der \“Abschieds-These\“ auch widersprochen; siehe aus der reichhaltigen Literatur Walter Kasper (Hrsg.): Teufel, Dämonen, Besessenheit. Zur Wirklichkeit des Bösen, 2. Aufl. Mainz (Grünewald) 1978 (Grünewald Reihe); Irmingard Hofgärtner: Teufel und Dämonen. Zugänge zu einer verdrängten Wirklichkeit, 2. Aufl. München (Pfeifer) 1985; Willem C. van Dam: Dämonen und Besessene. Die Dämonen in der Geschichte und Gegenwart und ihre Austreibung, 2. Aufl. Stein am Rhein (Christiana) 1975, Lisl Gutwenger (Hrsg.): \“Treibt Dämonen aus!\“ (Matthäus-Evangelium 10,8) Von Blumhardt bis Rodewyk. Vom Wirken katholischer und evangelischer Exorzisten. Stein am Rhein (Christiana) 1992 sowie Alfred Läpple: Engel & Teufel. Wiederkehr der Totgesagten. Eine Orientierung. Augsburg (Pattloch) 1993.

Tief geht diesem Fragenkreis auch nach Ute Leimgruber: Kein Abschied vom Teufel. Eine Untersuchung zur gegenwärtigen Rede vom Teufel im Volk Gottes. Münster (Lit) 2004 (Reihe Werkstatt Theologie, Bd. 2).

Nachdem man sich vom Teufel verabschiedet hat, wurde folgerichtig als nächstes auch GOtt entthront und abgesetzt: IHn gibt es jetzt nicht mehr. Siehe hierzu den Weltbestseller von Richard Dawkins: Der Gotteswahn, 10. Aufl. Berlin (Ullstein) 2007. Der englische Originaltitel lautet The God Delusion; ähnliche Titel von Dawkins hatten zuvor schon weltweit Millionen-Auflagen erreicht.

Siehe zur umfangreichen Literatur hierzu Alister McGrath, Joanna Collicutt: Der Atheismus-Wahn. Eine Antwort auf Richard Dawkins und den atheistischen Fundamentalismus, 2. Aufl. Asslar (Gerth-Medien) 2008, Renate Biller: Und Gott existiert doch! Warum Richard Dawkins nicht recht hat. Weltanschauliche Fragen und antworten. Frankfurt am Main (August-von-Goethe-Literaturverlag) 2009 sowie David Robertson: Briefe an Dawkins. Ein Pfarrer und Kolumnist antwortet auf die atheistische Großoffensive und Dawkin’s Bestseller \“Der Gotteswahn\“. Basel, Gießen (Brunnen) 2008.

21 \“Daß doch der menschliche Geist so schwer das Gleichgewicht halten kann! Entdeckt er das Licht der Wahrheit rechter Hand, so schießt er so schnell vorbei, daß er es nun wieder linker Hand aht. MEDIO TUTISSIMUS IBIS möchte ich auf alle Wänder meines Zimmers mit großen Buchstaben malen lassen, um es ja niemals zu vergessen\“, schreibt Johann Heinrich Jung-Stiling: Sachgerechtes Wirtschaften. Sechs Vorlesungen, neu hrsg. von Gerhard Merk. Berlin (Duncker & Humblot) 1988, S. 50.

MEDIO TUTISSIMUS IBIS = \“Auf dem Mittelweg gehst du am sichersten\“; Leitsatz des römischen Schriftstellers Publius Ovidius Naso (kurz: Ovid, 43 v. Chr.–17 n. Chr.); zu finden in den Metamorphosen 2, 137. – Jung-Stilling setzte dieses Motto übrigens auch auf das Titelblatt seines 1785 erschienenen Romans \“Theobald oder die Schwärmer. Eine wahre Geschichte\“ (hier in der Formulierung: \“Mittelmaß die beste Straß\“).

22 Reformierter = Mitglied einer christlichen reformierten Konfessionsgemeinschaft, deren Entstehung vor allem auf die Lehren des in Genf wirkenden Johannes Calvin (Jean Cauvin, 1509-1564) und des Zürcher Reformators Huldreich Zwingli (1484-1531) zurückgeht. Neben theologischen Besonderheiten zeichnen sich alle reformierten Kir¬chen durch eine presbyterial-synodale Verfassung aus. Das heisst –  die Kirche baut sich von unten, von den einzelnen Gemeinden her auf, –  die Leitung der Kirche liegt bei gewählten Presbyterien (Gemeindevorständen) und Synoden (Kirchenversamm¬lungen) und –  in allen Organen wirken kirchliche Amtsträger (Pfarrerinnen, Pfarrer) und Laien gleichberechtigt zusammen.

Ein weiteres äusseres Merkmal der reformierten Kirchen ist der Verzicht auf Schmuck und jederlei Zierwerk (Bilder, Statuen, Kunstwerke) in den Kirchen; diese sind oftmals weiss getüncht; allenfalls ein rohes Kreuz ist zu finden; siehe hierzu Alfred Rauhaus: Kleine Kirchenkunde. Reformierte Kirchen von innen und außen. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht) 2007.

Von ihrer Denkart her wird den Reformierten allgemein ein übersteigertes Selbst-bewusstsein zugeschrieben, weil sie sich in Bezug zu anderen christlichen Kofessionen (Lutheraner, Anglikaner, Orthodoxe, römisch-katholische Christen) als im \“reinen\“ christ¬lichen Glauben und daher von GOtt als besonders geliebt wähnen. Daraus fliesst oftmals eine Herablassung gegenüber anderen Christen, die am Rande der reformierten Kirchen manchmal auch zu Gehässigkeiten und Feindseligkeiten wider \“abergläubige\“ Christen (etwa: Katholiken in Nord-Irland, Anglikaner in Schottland) führt. – Siehe auch Matthias Krieg (Hrsg.): Die Reformierten. Suchbilder einer Identität, 2. Aufl. Zürich (Theologischer Verlag Zürich) 2003.

Als beonders widersprüchlich wird empfunden, dass sowohl im populären wie auch im wissenschaftlichen Schrifttum reformierter Prägung Gewohnheiten, Bräuche, Frömmigkeitsformen (Marien-Verehrung!), Gottesdienstordnungen (Messfeier!) und Weiteres bei anderen Konfessionen (besonders bei den Orthodoxen und Katholiken) als \“unbiblisch\“ abqualifiziert wird; andererseits aber gerade führende reformierte Theologen die Heilige Schrift \“ent-mythologisiert\“, und gar einen Grossteil der darin enthaltenen Dokumente des Neuen Testaments als Schriften späterer Zeit \“entlarvt\“ haben. Die zum \“Kulturprotestantismus\“ abgeschmolzene reformierte \“liberale\“ Theologie (und Ideologie!) ist jedoch im Grundzug nicht weniger selbstgerecht wie die kirchlich-fromme Richtung – eher noch um ein paar Grad überheblicher. – Siehe zum Geistesgeschichtlichen auch die facettenreiche Aufsatzsammlung von Richard Faber (Hrsg.): Zwischen Affirmation und Machtklritik. Zur Geschichte des Protestantismus und protestantischer Mentalitäten. Zürich (Theologischer Verlag Zürich) 2005 und die dort jeweils angegebene Literatur.

23 Haubergstvorstand ist der von den Waldgenossen gewählte Obmann, dem die Besorgung der Geschäfte der Haubergs-Genossenschaft übertragen ist. – Siehe zum Hauberg des Siegerlands näherhin Hugo Wingen: Energie aus dem Hauberg. Siegen (Höpner) 1982 und zum Juristischen Josef Lorsbach: Hauberge und Haubergsgenossen-schaften des Siegerlandes. Karlsruhe (C. F. Müller) 1956 (Quellen und Studien des Instituts für Genossenschaftswesen an der Universität Münster, Bd. 10) sowie zum Geschichtlichen auch Ellen Scheuner: Die Wirtschaftspolitik der Nassauer im Siegerland vom 16. bis 18. Jahrhundert. Münster (Westfälische Vereinsdruckerei) 1926, S. 26 ff. (mit älteren Literaturvereisen in den Anmerkungen 16-33).

24 Das Befahren der Waldungen mit Motorfahrzeugen ist grundsätzlich verboten. Die Wege sind daher in der Regel durch Schranken mit Schlössern gesperrrt, deren Schlüs¬sel der Haubergsvorstand verwahrt und nur an Befugte ausgibt.

25 Ein jeder Christ, der in die Seligkeit eingeht, empfängt von GOtt einen neuen Namen, siehe Offenbarung 2, 17 sowie (Johann Heinrich Jung-Stilling:) Die Siegsgeschichte der christlichen Religion in einer gemeinnüzigen Erklärung der Offenbarung Johannis. Nürnberg (Raw’sche Buchhandlung) 1799, S. 89. – Der besondere Name, mit dem Jung-Stilling im Jenseits beschenkt wurde, ist Ohephiah (= der GOtt liebt). Siehe (Christian Gottlob Barth): Stillings Siegesfeyer. Eine Scene aus der Geisterwelt. Seinen Freunden und Verehrern. Stuttgart (Steinkopf) 1817. – Siehe über die Ankunft von Jung-Stilling in der Seligkeit auch Helena Schlatter-Bernet (?): Sieg des Getreuen. Eine Blüthe hingeweht auf das ferne Grab meines unvergeßlichen väterlichen Freundes Jung=Stilling. Nürnberg (Raw’sche Buchhandlung) 1820, S. 7 ff.

26 In reformierten Kreisen hat man bis heute vor dem urchristlichen, aus der Apostelzeit sicher bezeugten Kreuzzeichen noch viel mehr Abneigung, als der Teufel diese Abscheu im Kreuz gegenüber in der Sage bekundet. – Siehe hierzu den Artikel \“Kreuz, Kreuzzeichen\“, in: Protestantisches Taschenbuch. Lepzig (Evangelischer Bund), 1905, Sp. 1227 f. (Sp. 1228: \“Luther hat es ohne Aberglauben und Werkdienst bei Taufe, Konsekration und aaronitischem Segen beibehalten, während die ref. Kirche es überall, als im NT nicht geboten, abgeschafft hat\“ [man beachte hier die Sprach-Keule \“Aberglauben\“ und das hochmütige \“abgeschafft\“: \“nous avons changé tout cela\“, hiess das bei den Fanatikern der Französischen Revolution]). – Aus katholischer Sicht siehe Ferdinand Holböck: Vergeßt das Kreuzzeichen nicht! Eine Betrachtung über Geschichte, Bedeutung und Segenskraft des Kreuzzeichens. Wien, Linz (Veritas) 1974 (Reihe: \“Worüber wir meditieren\“) und geschichtlich mit vielen Literaturhinweisen Reallexikon für Antike und Christentum, Bd. 21: Kleidung II, Kreuzzeichen. Stuttgart (Hiersemann) 2006.

27 Römischer Choral = gregorianischer Gesang: die im Gottesdient der römisch-katholischen Kirche benutzten einstimmigen Liedweisen; benannt nach dem Papst Gregor I. (540/590-604). Die noch heute lebendigen Melodien teilen sich in einen geho¬benen Sprechgesang und besondere Bildungen von arienhafter Gestaltung. – Siehe aus der Fülle der bezüglichen Literatur Bernhard K. Gröbler: Einführung in den Gregori¬anischen Choral, 2. Aufl. Jena (Verlag IKS Garamond) 2005 (mit Notenbeispielen und [ab S. 105] Literaturverzeichnis).

28 Beichtgeheimnis (Beichtsiegel, SIGNUM CONFESSIONIS) ist in der Katholischen Kirche die durch das Kirchenrecht geforderte Pflicht des Beichtvaters (auch allfälliger Mitwisser, Ratgeber, Dolmetscher usw.) zur strengen Geheimhaltung des ihm in sakramentaler Beichte Anvertrauten. Sogar jeder dem Beichtkind lästige Gebrauch der durch die Beichte erlangten Kenntnis ist strengstens verboten. Die Verletzung des Beichge¬heimnisses bewirkt automatisch die Exkommunikation (Ausschluss aus der Kirchenge¬meinschaft), die nur der Papst in einer eigenen Entscheidung aufheben kann.

Im Zivil- und Strafprozess sind katholische Geistliche in den meisten Staaten berechtigt, über das, was ihnen bei Ausübung der Beichte anvertraut wurde, ihr Zeugnis zu verweigern. Rechtsgeschichtlich gilt das Beichtgeheimnis der Katholischen Kirche übrigens als die älteste unbedingte Datenschutz-Vorschrift; juristisch verankert ist das Beichtsiegel seit 1215 (Viertes Laterankonzil unter Papst Innozenz III.) – Siehe aus der reichhaltigen Literatur vor allem Bertrand Kurtscheid: Das Beichtsiegel in seiner geschichtlichen Entwicklung. Freiburg (Herder) 1912 (Freiburger theologische Studien, Heft 7) sowie knapp auch Joseph Anton Keller: Die Unverletzlichkeit des Beichtsiegels. Durach (Schmid) 2003 (Reihe \“Pro Fide Catholica\“).

29 Die Vernunft erkennt, dass jegliches Wesen – auch das mit freiem Willen begabte – von Natur geneigt ist, das eigene Gut anderen mitzuteilen; Gut ist, was einer Sache entspricht, was ihr angemessen ist. Umso mehr ist dies vom göttlichen Wesen auszusagen, von dem jede Vollkommenheit ausströmt. Ihm wohnt die höchst Geneigtheit inne, sein Gut den Geschöpfen mitzuteilen, soweit es diese anzunehmen vermögen.

Anders durchdacht: Gott ist das Urgut. Seine Güte ist die Ursache aller anderen Güte, und daher auch der Massstab, nach dem jede Güte (insbesondere auch die sittliche) zu bemessen ist.

Die Allgütigkeit Gottes darf man sich nicht als eine blosse Gesinnung oder gar als eine Gefühlsäusserung denken. Sie ist vielmehr die ewige und unwandelbare Betätigung des göttlichen Willens, welche das Sein und alle Vollkommenheiten (natürliche wie übernatürliche) der Geschöpfe bewirkt. – Wie die Güte Gottes demnach an sich und in ihrem Wirken ewig ist, so ist sie auch allgemein, nämlich alles Geschöpfliche, und zwar gleichmässig umfassend.

Allfällige Gradunterschiede, welche man zu erkennen meint, sind in ihren Wirkungen bei den Geschöpfen zu suchen. – Siehe hierzu mehr bei Dichtauch Ohnedank: Abgestufte Glückseligkeit im Jenseits? Kostenlos downloadbar in der Rubrik Theologie bei der Adresse <http://www.uni-siegen.de/fb5/merk/stilling>

When men are most sure and arrogant they are commonly most mistaken



Über Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk

Gerhard Merk (* 8. Mai 1931 in Mannheim) ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler, Sozialethiker und Lehrbuchautor.

  • 1931 Geboren in Mannheim
  • 1955 Diplom-Volkswirt, Universität Heidelberg
  • 1956 Diplom-Handelslehrer, Universität Mannheim
  • 1957 Dr.rer.pol., Universität Heidelberg (Thema der Dissertation: „Die Investitionsfunktion“)
  • 1958 Konzernleitung Fried. Krupp, Essen, Zentralabteilung Verkauf, Fachabteilung Marktforschung
  • 1964 Dozent an der Staatlichen Höheren Wirtschaftsfachschule, Siegen
  • 1972 Professor an der Universität Siegen
  • 1996 Pensionierung; weiterhin in Lehre und Forschung an der Universität ohne Bezahlung tätig.

Verheiratet seit 1964 mit Dr.rer.nat. Martha Merk-Jansen, Apothekerin aus Aachen, verstorben am 30. Juni 2010.

Zwei Kinder: Irene (Diplom-Physikerin, Diplom-Informatikerin, Dr.rer.nat.), Judith (Industriekauffrau, Diplom-Kauffrau).

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