Deflations-Spirale (deflation spiral)
Wenn die Menschen glauben, dass die Preise sinken, dann – stellen sie anstehende Anschaffungen (planned purchases) zurück; denn sie erwarten, bald alles noch billiger kaufen zu können. – Dadurch überfüllen sich die Läger der Hersteller. – Diese müssen die Produktion drosseln (are forced to cut-back production) und – Arbeitskräfte freisetzen. Das bewirkt, dass – aufgrund der jetzt weniger bezahlten Löhne und Gehälter weiter Kaufkraft verlorengeht, folglich – die Produktion weiter zurückgefahren werden muss und noch mehr Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren. Dazu – werden sich die Unternehmen angesichts dieser Lage im Einkauf zurückhalten; denn Lagerhaltung wird leicht zur Verlustquelle, wenn die Verkaufspreise stetig fallen und sogar unter die Einkaufspreise und Produktionskosten sinken. – Um diesen Teufelskreis (vicious cycle) erst gar nicht in Gang kommen zu lassen, ist es wichtig, die Erwartungen von Konsumenten und Unternehmen über die künftige Preissteigerungsrate stabil zu halten. – Sinken die Preise, so nimmt – die reale Last der Schulden in den Unternehmen zu; denn sie erlösen für ihre Güter weniger Geld, müssen aber weiterhin eine gleich bleibende nominale (in money terms) Schuld bedienen. – Firmen, die einen hohen Anteil an Fremdkapital (borrowed capital) haben, können dadurch rasch in Zahlungsschwierigkeiten kommen. – Sind auf diese Weise viele Unternehmen betroffen, so sitzen die Banken plötzlich auf hohen Anteilen uneinbringlicher Forderungen. Bankinsolvenzen drohen dann die Krise zu verschlimmern. – Auf der anderen Seite verschieben bei dieser Lage Privathaushalte und der Staat Anschaffungen, weil sie weiter fallende Preise erwarten. – Auch Unternehmen werden sich im Einkauf zurückhalten. Denn Lagerhaltung wird leicht zur Verlustquelle, wenn die Verkaufspreise stetig fallen und sogar unter die Einkaufspreise und Produktionskosten sinken. – Siehe Apfelernte-Schluss, Deflation, schlechte, Deflation, hässliche.
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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