Grösstenteils aus Pflanzen – seltener auch aus tierischen Abfällen – hergestellte Substitute zu den Erdölprodukten. – Die zunehmende und produktionstechnisch sich laufend verfeinernde Erzeugung vor allem von Biodiesel auf der Grundlage ölhaltiger Pflanzen bewirkt weltweit einen Anstieg bei den Preisen für Ölsaaten und Ölen. Dies schlägt auf den Harmonisierten Verbraucherpreisindex durch. – Das Mass an Treibhausgas-Emissionen (greenhouse gas emissions) der einzelnen Biotreibstoffe ist überaus unterschiedlich. So verursacht Ethanol aus Zuckerrohr (sugarcane ethanol) in Brasilien an die neunzig Prozent weniger Treibhausgas als Ethanol aus Getreide (corn-based ethanol) in den USA. Daher wird zurecht gefordert, die Umweltbelastung sämtlicher Treibstoffe – einschliesslich des Erdöls – durch entsprechende staatliche Gesetze dem Preis hinzuzurechnen (to include emissions costs into the prices of all fuels). – Siehe Agrarpolitik, Cash crop, Erdölpreis, Inflation, Inflation, weltweite, Inflations-Ausgleich, Klima-Inflation, Kohlendioxid-Inflation, Lohn-Preis-Spirale, Ölpreis, Ölpreis-Schocks, Petrodollar, Pigou-Steuer, Protein-Inflation, Rohstoffpreise, Schocks, strukturelle, Strompreis, Zweitrunden-Effekte. – Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom August 2007, S. 15 (Höchststände für die bezüglichen Weltmarktpreise), Monatsbericht der EZB vom Juni 2008, S. 10 ff. (Produktion von Biokraftstoffen treibt die Lebensmittelpreise hoch), Monatsbericht der EZB vom Oktober 2013, S. 70 f. (steuerliche Aspekte der Verbraucherpreise für Kraftstoffe; Übersicht).

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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