Wahrnehmungsverzerrungen (biases)

In Bezug auf Anleger auf dem Finanzmarkt gesagt von der offenbar empirisch gut gesicherten Tatsache, dass diese in der Regel eher durch Verluste denn durch Gewinne in ihrem Handeln bestimmt werden. Es wird daher im allgemein mehr Tatkraft eingesetzt, um Verluste zu vermeiden, als um Gewinne zu erzielen. – Verlustwarnungen (profit warning; diese im Englischen übliche und auch ins Deutsche schon eingedrungene beschönigende Umschreibung wurde 2008 in Österreich zum Unwort des Jahres gewählt) von Unternehmen lösen infolgedessen an der Börse bei weitem mehr Bewegung aus als Nachrichten über günstige Gewinnaussichten (favourable earnings outlook). – Nach § 15 WpHG ist die Verlustwarnung eine Pflichtmitteilung und hat unverzüglich zu erfolgen, um Insidergeschäfte zu verhindern. – Siehe Anlagemut, Reizschwelle, Finanzpsychologie, Gescherter, Glücksspieleffekt, Herdenverhalten, Hindsight, Kurzsichtigkeit, Risikowahrnehmung, Risk Taker, Spekulant, Vorhersagen.

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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