Informations-Aufschub (information deferment)
Unangenehme Tatsachen wie vor allem Verluste werden nicht zeitnah publiziert. Weil aber schlechte Nachrichten in jedem Falle – über unmittelbar beteiligte Geschäftspartner, über Insider, durch das Personal allgemein und durch Whistleblower im besonderen – unaufhaltsam durchsickern, entstehen so nachweislich Gerüchte. Wie sich angesichts der Subprime-Krise gezeigt hat, schaden diese dem Ruf eines Unternehmens allgemein und einer Bank im besonderen bei weitem mehr als eine sofortige Verlustmeldung. Zudem führt der Informations-Aufschub gerade auf dem Finanzmarkt zu einem Klima wachsenden Misstrauens, weil jeder Marktteilnehmer vermutet, dass der Partner vorher eingegangene Risiken nicht abdecken kann. Als Folge trocknet – wie im Gefolge der Subprime-Krise (in the wake of the subprime crisis) – der Markt unter Umständen aus, und die Zentralbank muss durch Geldmarkt-Operationen, durch Zuführung von Liquidität eingreifen. – Siehe Ad-hoc-Mitteilung, Geldmarkt-Operationen, Information, Quantitative Easing, Salami-Taktik.
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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