Exit-Strategie (exit strategy)
Vor allem im Zuge der Rettungsmassnahmen des Staates für notleidende Banken – der Ausdruck “notleidende Banken” wurde 2008 in Deutschland zum Unwort des Jahres erkoren – und Branchen im Zuge der auf die Subprime-Krise 2007 folgenden Finanzkrise aufgekommene Bezeichnung für Vorgaben an den Staat und an die Zentralbank, wie, wann und wo in den Wirtschaftskreislauf eingeleitetes Geld dem Kreislauf wieder entzogen werden kann. Denn sowohl die heimliche Defizit-Finanzierung über die Emission von Staatsanleihen von Schuldnerstaaten als auch die Rettungspakete der Regierungen und Zentralbanken blähen die Geldmenge auf. Dadurch wird die Gefahr ausgelöst, dass sobald sich die Wirtschaft erholt, dieses Mehr an Geld zu spekulativen Blasen führt, und dass dadurch der Keim für eine neue Krise gelegt wird. – Einige der Massnahmen der EZB waren zeitlich befristet, so dass sie bei Nichtverlängern von selbst ausliefen. Das den Banken zur Verfügung gestellte Geld floss damit zwangsläufig mit dem Ende der Laufzeit wieder an die Zentralbank zurück. – Siehe Angst, perverse, Ausstieg, Bad Bank-Modell, deutsches, Carry Trades, Europäische Währungsunion, Grundfehler, EZB-Sündenfall, Finanzmarktstabilisierungsanstalt, Quantitative Easing, Retterei, Rückkehr-Ideologie, Tarnkappen-Politik, Tilgungsfonds, Tina, Umverteilung, zentralbankbewirkte, Zentralbank-Anleihen, Zetts, drei. – Vgl. Monatsbericht der EZB vom April 2010, S. 29 ff. (Verhalten der Akteure in Bezug auf die Rücknahme geldpolitischer Sondermassnahmen; Übersichten).
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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