Zinsknechtschaft (interest slavery)
Stark negativ besetzter Vorwurf gegen Geldverleih im allgemeinen und vornehmlich gegen das Aktivgeschäft der Banken. – Im besonderen die Beschuldigung, Banken würden dem Agrarsektor gegenüber zu hohe Zinsen berechnen; in vielen Ländern führte dies zur Errichtung eigener landwirtschaftlicher Kreditgenossenschaften. – Es wird meistens übersehen, dass Geld knapp ist, seinen Preis hat und im Interesse des Gemeinwohls zum besten Wirt (most favourable allocation of resources) gelenkt werden muss: nämlich dorthin, wo der höchste Ertrag erzielt wird. Das wird im Regelfall dort sein, wo die eingesetzten Faktoren am sparsamsten genutzt werden. Soweit zum herrschenden Marktzins bestimmte Investitionsvorhaben – etwa: Maschinisierung der Landwirtschaft (mechanisation of agriculture) – nicht bedient werden, sollte der Staat ausnahmsweise Zinssubventionen gewähren. – Im alten Schrifttum und im Bibeldeutschen auch in Bezug auf die Abgabenlast gesagt, die unterworfenen Völkern auferlegt wurde; diese wurden “zinsbar” (made tributary; subjected to tribute) gemacht: sie mussten “zinsen”. – Siehe Adäration, Geldabschaffung, Landschaft, Marktmechanismus, Misochrematie, Monetisierung, Wettbewerb.
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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