Wachstumsunterschiede, währungsrauminterne (growth spreads in a monetary area)
Innert einer Währungsunion gründen sich grössere Wachstumsunterschiede zwischen einzelnen teilnehmenden Ländern entweder – auf realwirtschaftliche Verschiedenheiten wie etwa Klima, Bodenschätze, Verkehrswege, Bildungsgrad der Bevölkerung, – unwirtschaftliche (inefficient) Verwendung der heimischen Produktionsfaktoren oder was auf dasselbe hinausläuft – im Ausland aufgenommenes Kapital floss in den Konsum dieser Generation anstatt in das Wachstum steigernde Investitionen in den Kapitalstock und das Bildungswesen zum Vorteil der kommenden Generationen. – Eine völlige Angleichung der Wirtschaftsräume innert einer Währungsunion kann und soll nicht Aufgabe der Geldpolitik sein. Vielmehr hat diese die Aufgabe, die Masstabeigenschaft des Geldes zu sichern. Damit schafft sie die Voraussetzung für Massnahmen der Wirtschaftspolitik, einer Angleichung (harmonisation) näher zu kommen. – Siehe Angleichungsautomatismus, AnleiheSpread, ClubMed, Euro-Anleihen, gemeinsame, Eurostaaten, Hellenoschwärmerei, Leistungsbilanz-Defizit, Lohnpolitik, koordinierte, Wachstum-Schulden-Tatsache, geschichtliche, Wachstumskräfte-Mobilisierung, Währungsraum, optimaler, Wirtschaftspolitik, europäische. – Vgl. Monatsbericht der EZB vom April 2007, S. 79 ff. (lehrbuchmässige Darstellung der Ursachen und Auswirkungen von Wachstumsunterschieden im Euroraum; Formeln; Übersichten), Jahresbericht 2006 der EZB, S. 66 f. (dort auch Übersicht 1970-2005), Monatsbericht der EZB vom November 2008, S. 89 f. (Geldpolitik der EZB und Unterschiede in den einzelnen Mitgliedsländern: vier Aussagen), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juli 2010, S. 17 ff. (ausführliche Darlegung zu den Wachstumsunterschieden innert des Eurogebiets; Übersichten; Literaturhinweise), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom November 2010, S. 22 ff. (Unterschiede im Wachstum in der EWU seit 1999; Übersichten).
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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