Volatilität (volatility)
Allgemein das – Ausmass und – die Häufigkeit auftretender Preisschwankungen eines Vermögensgegenstandes innert eines bestimmten Zeitraums (the amplitude and the frequency of the fluctuations with regard to the price of an asset). Diese spiegelt auf Finanzmärkten die sich ändernden Marktverhältnisse sowie die Erwartungen der Akteure wieder und bestimmt damit letztlich auch das Risiko eines Engagements. – Oft auch im Sinne einer nicht den gewöhnlichen Marktbedingungen entsprechenden Preisschwankung von Vermögenswerten gesagt; dann auch Überschussvolatilität (excess volatility) genannt und auf Finanzmärkten in der Regel durch Spekulation, Liquiditätsengpässe oder ein negatives Extremereignis verursacht. – Die Schwankungsbreite im Kurs eines bestimmten Wertpapiers, oft als Standardabweichung von einem aus längerer Beobachtung gewonnenen mittleren Kurs berechnet und von manchen Analysten als Risikomass (mit)herangezogen. Allgemein werden mit einer höheren Volatilität eines Anlagegegenstandes aber auch höhere Ertragschancen verbunden. – Bei Investitionen das Auf und Ab der entsprechenden Ausgaben, wobei private Investitionen – offenbar durch den Konjunkturzyklus bedingt – deutlich volatiler sind als die staatlichen Investitionen. – Die Schwankungsbreite der Produktion im Zeitverlauf (output volatility; OutputVolatilität). Diese ist nachweislich (auch) von der Verfassung der Finanzmärkte abhängig. – Siehe Aktienmarkt-Volatilität, Bollinger Bänder, Derivategeschäfte-Clearingpflicht, Derivategeschäfte-Meldepflicht, Dominostein-Effekt, Finanzmarkt-Stress, Fundamentalanalyse, Headline-Hysterie, Herdenverhalten, Geldmarkt-Volatilität, Jojo-Aktie, LeverageTheorie, Margendeckung, Sharpe-Relation, Stabilisierungsfonds, Tracking Error, Varianz, Vertrauen, Vieleck, magisches, Volatilitätsrisiko, Vorschatten-Effekte. – Vgl. Monatsbericht der EZB vom Mai 2000, S. 20 ff., Monatsbericht der EZB vom Juli 2003, S. 18 ff., Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom September 2005, S. 61 ff. (sehr ausführliche Darstellung mit wertvollen Übersichten; Literaturhinweise), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juli 2006, S. 60 ff. (Einfluss von Futures und Derivaten auf die Volatilität), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom August 2006, S. 38 (Unterscheidung von Marktvolatilität und idiosynkratische Volatilität), Monatsbericht der EZB vom Februar 2008, S. 79 ff. (Messung der Volatilität am Geldmarkt; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom März 2008, S. 45 ff. (Volatilität der Aktienkurse angesichts der Subprime-Krise; Übersichten), Jahresbericht 2008 der EZB, S. 51 ff. (Volatilität im Verlauf der Finanzkrise; Übersichten), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Oktober 2009, S. 16 ff. (Volatilität der Investitionen; Übersichten), S. 35 ff. (Output-Volatilität; Erklärungen, Übersichten).
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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