Verschuldungsanreiz (propensity to public debt expansion)
In einem Währungsgebiet wie dem Euroraum ist die disziplinierende Wirkung der Finanzmärkte geringer, weil die Gläubiger kaum einen Aufschlag mehr verlangen für das nationale Inflations- und Abwertungsrisiko. Das verstärkt die Neigung einzelner Mitgliedsstaaten zu einer Finanzpolitik, die auch hohe Defizite im Staatshaushalt hinnimmt, wie etwa Griechenland oder Portugal. Deswegen bedarf es im Interesse der Erhaltung des Geldwerts bei dem anspruchsvollen institutionellen Zusammenspiels zwischen einheitlicher Geldpolitik der EZB und dezentraler Finanzpolitik unbedingt fester finanzpolitischer Regeln. – Niedrige Zinssätze verstärken den Anreiz von Regierungen, neue Schulden aufzunehmen. Die Niedrigzinspolitik der Zentralbank muss dies berücksichtigen. – Siehe Currency-Swing, Geldpolitik, Griechenland-Krise, Defizitneigung, Europäischer Währungsfonds, Minhas-Gerais-Problem, Moral Hazard, Nachhaltigkeit, Politikverzug, Repression, finanzielle, Retterei, Risikoprämie, Schattenstaat, Sperrkonto, Stabilitäts- und Wachstumspakt, Verfassungsartikel eins, Verschuldung, Vertragstreue, Weginflationierung. – Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Januar 2014, S. 41 ff. (Verschuldung der Eurozone seit 2005; Übersichten; S. 49 f.: Grundsätzliches zur Wirkung der Konsolidierungs-Bemühungen).
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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