Unternehmensanleihen (corporate bonds)

Von – grossen, emissionsfähigen – Firmen begebene, meistens festverzinsliche (fixed interest bearing) Wertpapiere. Deren Kurs folgt in der Regel eng dem Aktienkurs des jeweiligen Emittenten. Die Laufzeit erstreckt sich von drei bis dreissig Jahren. In Deutschland machten im Jahr 2005 die Unternehmensanleihen gesamthaft nur sechs Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus, in den USA dagegen rund zwanzig Prozent. – Nominell gut ausgestattete Anleihen von Fallen Angels – in den USA: Enron, WorldCom – stürzten teilweise unter den Kurs von Penny Stocks. – Im Zuge der auf die Subprime-Krise folgenden Finanzkrise war ein Ansteigen der Emission von Unternehmensanleihen zu verzeichnen. Dabei dürfte wohl die frühzeitige Sicherung von Anschlussfinanzierungen eine Rolle gespielt haben. Firmen mit Zugang zum Kapitalmarkt können auf diesem Weg die Banken umgehen und sich unmittelbar bei Investoren wie Fonds und Versicherungen finanzieren. Dies trägt zur Festigung der Versorgung mit Fremdmitteln bei. Freilich bleibt der Weg über Unternehmensanleihen für den Grossteil der kleinen und mittleren Firmen weithin verschlossen. – Siehe Anleihe, High Yields, Industrieanleihe, KliffEffekt, Rendite-Abstand, Unternehmensbeteiligungsgesellschaft, Volkswirtschaft, bankbasierte, Yield-to-Call, Zeichnungsfrist. – Vgl. ausführlich Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom April 2004, S. 15 ff., Jahresbericht 2003 der EZB, S. 32 f., Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juli 2004, S. 45 (Statistik), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom August 2005, S. 38 (Rendite-Abstand zwischen Staatsanleihen und Unternehmensanleihen), Monatsbericht der EZB vom September 2005, S. 35 f. (Schaubilder zum Rendite-Abstand im Eurogebiet, verbunden mit der jeweiligen Bonitätseinstufung), Jahresbericht 2009 der BaFin, S. 24 (Spreads europäischer Unternehmensanleihen seit 2005), S. 186 ff. (Marktmanipulation bei Unternehmensanleihen aufgedeckt; Übersicht; einzelne Fälle) sowie den jeweiligen Jahresbericht der BaFin, Kapitel “Aufsicht über den Wertpapierhandel und das Investmentgeschäft”, Monatsbericht der EZB vom Juni 2013, S. 49 f. (wichtige Gründe für die Renditeabstände bei Unternehmensanleihen).

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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