Strukturkonservativismus (structural conservatism)
Ein organisatorisches Gebilde (organisational structure: the framework around which a group is structured, a formal system of job relationship that harmonises employees to achieve the goals: the rules, regulations and chain of authority that govern the functioning of any particular group) zeigt starke Beharrungskräfte (perservances) und sperrt sich gegen Veränderungen in eingespielten Abläufen. – Seitens mancher Kritiker häufig von Zentralbanken allgemein und der EZB im besonderen gesagt, und hier vor allem in Zusammenhang mit dem Rotationsprinzip. Auch den Banken gesamthaft wird von Soziologen oft Strukturkonservativismus bescheinigt. – Dieses Urteil dürfte indessen wohl auf Unkenntnis beruhen. Denn es ist leicht nachzuweisen, dass kaum ein anderer Wirtschaftszweig sich so schnell an jede neue Entwicklung – sei es organisatorisch, sei es in Bezug auf alle Arten der Veränderungen am Markt – angepasst hat wie gerade der Finanzsektor. Auch Zentralbanken und Aufsichtsbehörden zeigten sich bis anhin in keiner Weise strukturkonservativ. Dass man aber erfolgreich bewährte Verfahren (best practices) beibehält, zeugt von ökonomischer Vernunft und keineswegs von Konservatismus. – Siehe Verkrustungen, strukturelle.
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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