Reichtum in älteren Dokumenten in Bezug auf auch Opulenz (richness, wealthiness, opulence; national wealth)
Die wirtschaftliche Lage einer Person, bei welcher das Total der verfügbaren Vermögenswerte den durchschnittlichen Stand des materiellen Wohlstands bei anderen Mitgliedern in der Gesellschaft wesentlich übersteigt. – Bei vielen älteren und neueren Autoren wird Reichtum als etwas grundsätzlich Schlechtes, als ein charakterverderbendes Übel bezeichnet. Das aber lässt sich kaum allgemein begründen. Denn Reichtum – befreit eine Person von überladener Sorge um das Auskommen – verschafft ihr die Gelegenheit, an der Vermehrung ihrer Kenntnisse und der Besserung der Gesinnungen zu arbeiten – ist Schutz vor Taten des Unrechts, der Schmeichelei (flattery), der Lüge und Selbstentfremdung (self-alienation), die aus der peinigenden Lage der Sorge um das irdische Überleben (economic survival) leicht entstehen, – verschafft Entschlossenheit und Mut, für Wahrheit und Gerechtigkeit einzutreten, weil und insofern der Reiche unabhängig und ohne Furcht vor wirtschaftlichen Druckmittel anderer (Repressalien; reprisals) sich zu äussern sowie auch zu betätigen vermag und – bietet die Gelegenheit, zum Wohle der Armen und Notleidenden etwas zu tun. – Dass Reichtum immer zur Hintansetzung der Bildung der eigenen Person, zu Geiz, Stolz, Unmässigkeit, Verachtung anderer und zur Unterdrückung von Mitmenschen führe, kann aus der Geschichte allgemein und aus der Wirtschaftsgeschichte im besonderen nicht beweiskräftig hergeleitet werden. – In der älteren nationalökonomischen Literatur das Realvermögen (real assets; grob: Maschinen, Gebäude, Grundstücke, dauerhafte Konsumgüter) eines Landes zuzüglich aller Gegebenheiten, die einer dauerhaften Entfaltung der ökonomischen Kräfte in einer Volkswirtschaft dienen, auch Volkswohlstand genannt. – Siehe Argyromanie, Chrematologie, Edelmetallhorte, Finanzvermögen, Geiz, Geldmittel, Geldhai, Geldtheologie, Geldversessenheit, Habsucht, Harpax, Mammonismus, Sparsamkeit, Stein der Weisen, Ungüter, Verkehrsunfall, Vermögen, Wohlstand, Wohlstandposition.
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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