Methusalem-Syndrom (Methusalem syndrome)

Bezeichnung für die Tatsache, dass die Menschen in den entwickelten Staaten immer älter werden. Das führt in der Tendenz zu einem Druck auf die Währung der betroffenen Staaten bzw. Währungsgebiete die von der Überalterung besonders betroffen sind, wie vor allem im Euroraum. – Bereits jetzt wurden zu viele Zahlungsversprechen für die Zukunft übernommen, vor allem Pensions- und Sozialleistungen. Das erhöht weiter die Staatsverschuldung; bereits 2040 wird in Deutschland der angehäufte Schuldenberg fünfzehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Zinszahlungen verschlingen. – Wenn jeder Deutsche im Jahr 2050 drei Jahre länger als 2010 leben würde, dann kämen nach verlässlichen Berechnungen auf den Staat zusätzliche Ausgaben in Höhe von zwei Drittel des Bruttoinlandsprodukts zu. Geht man vom BIP des
Jahres 2010 aus, dann entspricht das einem Ausgabenmehr von 2’245 Milliarden Euro. – Der Name leitet sich von einer biblischen männlichen Person ab, der für die damaligen Verhältnisse sehr alt wurde (78 Jahre?); wie alt genau lässt sich kaum sagen, weil die Zahlen in der Zeit der Entstehung des Alten Testaments nicht die heutige eindeutige kalendarische Bedeutung hatten. – Siehe Altersquotient, Demographieverfestigung, Rücklagen-Verzehr, Schattenverschuldung, Schuldenbremse, Stagnation, säkulare, Überalterung, Vergreisung. – Vgl. Finanzstabilitätsbericht 2013, S. 19 (die ungünstige demographische Entwicklung birgt Gefahren für die Einrichtungen der Altersvorsorge).

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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