Verschuldung-Produktivität-Verkettung (interrelation between indebtedness and productivity)
Erzeugen Unternehmen in einem Land der Eurozone die Güter zu höheren Kosten als in anderen Mitgliedsstaaten, so ist das Wachstum in dem Land mit geringerer Wettbewerbsfähigkeit schwächer; nicht zuletzt auch, weil die Exportwirtschaft zu diesen verhältnismässig hohen Preisen kaum Abnehmer findet. Damit mindern sich auch die Steuereinnahmen. Die Erfahrung im ersten Jahrzehnt der Währungsunion hat deutlich gezeigt, dass angesichts dessen die wachstumsschwachen Länder die Staatsverschuldung erhöhen, um weiterhin vor allem den gewohnten Sozialstandard (social standards) der Bevölkerung zu gewährleisten. Überschreitet die Staatsverschuldung dieser Länder aber eine gewisse Grenze, so sind die Schuldtitel am Markt praktisch nicht mehr absetzbar. Der Ruf nach Hilfe der Gemeinschaft wird laut. Gleichzeitig wird die Schuld für die allgemeine Stagnation törichterweise aber publikumswirksam (with public appeal) jenen Mitgliedsländern der EWU zugeschrieben, deren Gütererzeugung auf hohem Produktivitätsstandard geschieht, also mit viel niedrigeren Kosten. – Siehe Bailout, Blame game, DefizitFinanzierungsverbot, Erpressungspotential, Euro-Anleihen, gemeinsame, EWUSprengsatz, Griechenland-Krise, Irland-Krise, Plan C, Politikklammer, Transferunion, Umverteilung, zentralbankbewirkte, Verfassungsartikel eins. Wachstum-Schulden-Tatsache, geschichtliche. – Vgl. Monatsbericht der EZB vom März 2013, S. 92 ff. (Wachstumshemmung hoher Staatsverschuldung; Übersichten; Literaturhinweise).
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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