Subprime-Krise, Ursache (cause of sub-prime crisis)
Die Subprime-Krise wird als das Zusammenspiel mehrerer Gründe angesehen, vor allem – die Ausbreitung zahlreicher, häufig sehr vielschichtiger Finanzinstrumente wie Residential Mortgage Backed Securities, Credit Default Swaps und Collateralised Debt Obligations; – die weltweite Verbreitung der Originate-to-distribute-Strategie; – der Markteintritt neuer und oftmals kaum oder garnicht der Aufsicht unterworfenen Unternehmen wie Hedge-Fonds – gar als Offshore Funds – und Zweckgesellschaften; – der starke Bedeutungsgewinn des Investment Banking; – die durch das global betriebene und nicht nur auf Banken beschränkte Verbriefungsgeschäft verstärkte und gleichzeitig weltweit ausgebreitete asymmetrische Information, was zur Unkenntnis über die tatsächliche Verteilung der Risiken führte; zwischen dem Originator und dem (End)Anleger wurde die Kette teilweise immer länger und damit unübersichtlicher; – das ungenügende Risikomanagement bei vielen Instituten; in häufigen Fällen hatte das Risikomanagement mit den Finanzinnovationen nicht Schritt gehalten; – die Gewährung von Subprime-Krediten im Zuge der “Community Investment Act” aus dem Jahr 1999 in den USA, was zu einem bedeutenden Anstieg von Darlehn an bonitätsschwache Privathaushalte führte und gleichsam der unmittelbare Auslöser der Krise war; – die Zahlung eines Bonus an Banker auch dann, wenn das entsprechende Engagement zukünftig (at medium and long term) zum Verlust führt. – Die Bonus-Systeme waren allgemein nur auf den kurzfristigen Erfolg ausgerichtet. Für einen Banker war es daher völlig rational, höchste Risiken einzugehen, um hohe Renditen zu erzielen und entsprechende Boni zu erhalten. Im Falle des Misserfolgs fiel der Banker lediglich auf sein Grundgehalt zurück. Dies gilt als Musterbeispiel dafür, wie eine Haftungs-Beschränkung zur unverantwortlichem Geschäftsgebaren führt (brings forward irresponsible business behaviour) sowie – last not least die zwanzigjährige Niedrigzinspolitik der Zentralbank in den USA: immer wenn ein wirtschaftlicher Abschwung drohte – so nach dem Börsenkrach 1987, in der Asien-Krise 1997/98, nach dem Platzen der Dotcom-Blase und nach den islamistischen Terror-Anschlägen vom 11. September 2001 -, dann begegnete die Zentralbank dem mit einer Senkung des Leitzinses. – Die meisten der genannten und anderer Ursachen sind mit einander verwoben (interrelated) und stehen in teilweise im einzelnen kaum abzuschätzender Wechselbeziehung. – Eine andere Ursachen-Erklärung geht von der Haltung der Anbieter und Nachfrager auf dem Markt aus. Genannt werden dann sieben Todsünden (mortal sins), in die Banker und auch ihre Kunden verfallen seien: Gier, Masslosigkeit, Anmassung, Eitelkeit, Übertreibung, Unvernunft und Untauglichkeit. – Siehe Risikokultur. – Vgl. Jahresbericht 2007 der BaFin, S. 9 ff. (sehr gute Darstellung; S. 22 ff.:
chronologische Übersicht der Ereignisse).
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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