EU-Finanzhilfe (EU financial assistance)
Darlehn, die seitens der Europäischen Union an Staaten vergeben wird, die sich in einer dringlichen Notlage befinden. So gewährte die EU Ungarn und Lettland 2008 Kredite; die EU-Kommission refinanziert sich durch die Begebung entsprechender Titel auf dem internationalen Finanzmarkt. – Die Hilfe der EU für Lettland belief sich zusammen mit einem Beitrag des Internationalen Währungsfonds auf über ein Drittel der lettischen Jahreswirtschaftsleistung. Bemängelt wurde, dass die EU anderen Ländern in ähnlichen Krisensituationen entsprechende Hilfen nicht verweigern könnte, und dass dadurch in der EU die Erwartungshaltung aufkommt (suggests an expectation), dass die Gemeinschaft für ihre Mitglieder notfalls einsteht. – Vernünftiges ökonomisches Denken zeigt auf, dass schwache Volkswirtschaften innert der EU – und in der Eurozone zumal – die Ursachen ihres schlechten Abschneidens selbst angehen müssen (kausale Therapie; causal therapy). Es dürfen nicht Versäumnisse in der Anpassung der Volkswirtschaft (failings in economic adjustment) auf die Schultern anderer umgelegt werden. Denn das liefe am Ende darauf hinaus, dass der fiskalischen Disziplinlosigkeit (fiscal ill-discipline) Tür und Tor geöffnet wird, und unliebsame Angleichungsmassnahmen – etwa: Steuern, Löhne, Arbeitszeiten – unterbleiben. Hier taucht das Problem des Moral Hazard auf. – Siehe Angleichungsautomatismus, Angst, perverse, Aufkäufe, zentralbankliche, Bail-out, Blame game, Defizit-Finanzierungsverbot, Euro-Anleihe, Europäische Währungsunion, Grundfehler, Europäischer Stabilisierungsmechanismus, Europäischer Währungsfonds, EZB-Sündenfall, Giips-Staaten, Griechenland-Krise, Irland-Krise, Haushaltskrise, Plan C, Siebenprozent-Grenze, Solidarität, finanzielle, Sperrkonto, Strukturreformen, Umverteilung, zentralbankbewirkte, Vermögensabgabe, Vertragstreue, Zwei-Wege-Option.
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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