Gästebuch zu Jung-Stilling
1.723 Einträge im Gästebuch
4077 Pfarramtssekretärin aus Österreich
Ujegerl! Wenn unsere Heiliger Vater unfehlbar die Welt an die Himmelsmutter von Fatima weiht, dann müssen so ein paar sekkante Lippels und Kepplerinnen natürlich Obstruktion betreiben und den Papst gar noch beflegeln: das kennt man ja schon. Die Spambonaden einiger Priester kennt man ja auch zur Genüge.

Aber die überwiegende Mehrheit der Katholiken auf der Welt steht hinter dem Entscheid unseres Heiligen Vaters. Das sei einmal gesagt!
4076 Priester aus Diözese Hildesheim
Guten Morgen und Grüß Gott!

Auch ich, leitender Priester in einem Pfarrverbund, habe keine Sympathie für die Weihe der Welt an die Jungfrau von Fatima durch unseren Papst.

Sowohl ich selbst als auch meine Mitarbeiter sind redlich bemüht, den Gläubigen die Freude ob der Gegenwart unseres Herrn Jesus Christus in der Gemeinde und im Eucharistischen Mahl zu vermitteln.

Es ist unverrückbare, felsenfeste Lehre der Katholischen Kirche, daß Gott der Herr uns durch Jesus Christus als Töchter und Söhne angenommen hat; und daß wir jederzeit mit ihm im Gebet in Verbindung treten können.

Nirgendwo ist dogmatisiert, daß es des Umwegs über eine Mittelsperson in Gestalt der Mutter Jesu bedürfe.

Das schließt nicht aus, daß wir aus dem Lehrsatz der Gemeinschaft der Heiligen uns nicht mit diesen -- und damit auch mit der Mutter unseres Herrn -- genau so wie mit den jetzt lebenden Glaubensschwestern und Glaubensbrüdern verbunden wüßten., und daß nicht jeder für den anderen einstehen kann und soll.

Wie in den Johann Heinrich Jung-Stilling unterlegten Gesprächen ja auch immer wieder hervorgehoben wird, ist es nicht auszuschließen, daß - wenn Gott sich dieses Weges bedient - auch Engel und Heilige in unser Leben einwirken können und, wie die Geschichte der christlichen Kirche zeigt, auch tatsächlich einwirkten.

Daß aber die Mutter unseres Herrn an Hunderten von Orten erscheint und zum Rosenkranzbeten aufruft, halte auch ich für fromme Schimäre, und es wurde bereits hervorgehoben, daß kein Katholik an Marienerscheinungen -- und auch nicht die von Fatima -- zu glauben verpflichtet ist.
4070 katholischer Priester aus Bistum Basel-Solothurn
Grüss Gott!

Frühere Einträge iauf diesem Forum weisen schon darauf hin, dass auch in der Lehre unserer Katholischen Kirche das Heil ganz allein

°°°°von Gott durch Jesus Christus

und nicht

°°°°von Gott durch Maria, der Mutter Jesu

ausgeht.

Obschon in der Tradition der Kirche Heilige, wie etwa St. Urs, St. Vitus, St. Verena und natürlich auch die Jungfrau Maria angerufen werden dürfen (bitte auf "anrufen" und "dürfen" achten!), so ist es doch ganz allein der in der Gemeinde alle Tage bis an Ende der Zeiten anwesende Herr Jesus Christus, dem Anbetung gebührt.

Leider hat Liebmund Kirchentreu recht, wenn er den besonders unter weniger Gebildeten verbreitete Marianismus rügt.

Aber grossmehrheitlich setzen auch Katholiken ihr Vertrauen allein auf Jesus Christus den Herrn. und marianische Grüppchen und Bewegungen sind eine (obschon oft auffällige) Minderheit.

Bei dem überrissenen Eintrag der "Pfarramtssekretärin aus Österreich" dürfte es sich wohl um eine Provokation handeln.

Aber es sei nicht geleugnet, dass derweise Unfug unter dem Mantel der Katholischen Kirche das Gäu hinauf und hinab gedeiht, ja sogar hie und dort Unterstützung durch Männer erfährt, zu denen die Gläubigen als Vorbilder aufblicken.

Und sicher ist die Weihe der Menschheit an die Jungfrau von Fatima durch Papst Franziskus (und ausgerechnet am Tag des Heiligen Eduard des Bekenners) kein gutes Signal.
4068 Christoph

@Pfarramtssekretärin aus Österreich

Gott ist Ihnen näher als Sie glauben! Ganz ohne jeden Zuspruch einer sogenannten “Mutter Gottes“.

Ihre vermeintlich mütterliche Fürsprecherin ist Fiktion und reines Phantasieprodukt. Durch diesen Aberglauben wird die innere Trennung vom Geiste Gottes in den Gläubigen verstärkt, die geneppten Opfer verschaukelt und bös in die Irre geführt.

Die Protagonisten als vorgebliche Verkünder(rinnen) sind im besten Fall auf sich selber reingefallen oder aber schlimmer noch von Fopp Geistern aus den Graubereichen der Geisterwelt in Besitz genommen. Selbige amüsieren sich dann köstlich über den verzapften Unsinn und dessen Auswirkungen. Um aus dem Fegefeuer geholt zu werden sind ausschließlich eigene bewusste Anstrengungen von Nöten. Weder Gott noch sonstige Heilige nehmen das den Menschenseelen ab.

Lerne tätig Gott wie auch deinen Nächsten so wie dich selbst zu lieben. Diese Lehre Jesu ist der einzig praktikable Weg zur Erlösung aber niemals irgend unausgegorener Marienunsinn.

Gott sei Dank macht die Mehrheit der Mitchristen diesen Nonsens nicht mit.
4067 Pfarramtssekretärin aus Österreich
Grüß Gott!

Ich finde es gut, daß unser Heiliger Vater unserer Himmelmutter wieder die verdiente Bedeutung einräumt. Denn Gott ist weit weg im Himmel. Unsere mütterliche Fürsprecherin aber ist uns immer nahe und erscheint auch emsig an allen Orten der weiten Welt. Außerdem holt sie alle ihre wahren Kinder nach spätestens vier Tagen aus dem Fegfeuer

http://www.herzmariens.de/Texte/skapulier/skapulier.htm

Die Nörgler und Meckerer sollten sich schämen!
4063 Hans-Joachim R. aus Deutschland
Betreff: "Nachtodbelehrung" mit der Überschrift "Reiner Glaube"
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Wir hatten in einem kleineren Kreis von Akademikern aus drei Disziplinen am Dienstag den Text analysiert und diskutiert.
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Ein wichtiges Resultat: man muß diese fiktive Konversation zwischen dem an der Menschheit hochverdienten Jung-Stilling. seinem Schutzengel Siona und Herrn "Liebmund Kirchentreu" (= unbestritten der theologisch routinierte und sprachlich versierte Ökonomieprofessor Merk in Siegen/Westfalen) genau und nicht nur fugitive, flüchtig lesen.
'
Jung-Stilling als Reformierter steht der Marienverehrung zwar prinzipiell kritisch-skeptisch gegenüber, aber er rügt letztlich nur die Auswüchse, die zu einer perversen Form der Gläubigkeit führen. Die Aufzählung der marianischen Frömmigkeitsformen ist wirklich ein Meisterwerk:
'
"Mit Jahren, Monaten und Festen,
Kapellen, Krypten, Grotten, Gesten,
Medaillen, Bildern, Wundermären,
Legionen, Andachten, Altären,
Kalendern, Büchern, Lichtstafetten,
Gedenken, Gnaden-Orten, Metten,
Gebeten, Kerzen, Litaneien,
Standarten, Fahnen, Messen, Weihen,
Gemälden, Statuen, Panieren,
Figuren, Nischen, Skapulieren,
Vereinen, Feiern, Sühnetaten,
Verzückung, Wahn in hohen Graden:
Geläuf hin zu Erscheinungs-Orten,
Maria zu begegnen dorten;
Auch Pilgerungen, Prozessionen
Selbst weit in ferne Regionen
Auf Strassen und auf Bittgang-Pfaden,
Geführt von Pfarrern, gar Prälaten;
Ekstase, dunstige Erscheinung,
Gesänge, Wunderheilungs-Meinung."

'
Der Engel Siona sieht die jetzt in der Katholischen Kirche praktizierte Marienverehrung eine Perplexität, insofern es faktisch nicht eine singuläre Maria gibt, sondern sehr viele Marias, und im Bewußtsein zumindest der weniger erudierten Katholiken ist die Gospa von Medjugorje ja auch eine andere als etwa die Jungfrau von Lourdes. Jede dieser "Himmelsmütter" spendet ganz spezifische Charismen. Bei der Titulierung greift der Engel Siona notabene auch auf die Lauretanische Litanei zurück: diese spielt ja im Marianismus von jeher eine zentrale Rolle.
'

Jetzt aber die Auffassung von "Liebmund Kirchentreu", die Jung-Stilling sicher zurecht als inkonsequent rügt. Liebmund hält den in der Katholischen Kirche praktizierten Marianismus zwar auch für eine lubriköse Deviation. Da aber nun einmal die Menschen süchtig nach Mirakeln seien, wäre es tolerierbar und sollte akzeptziert werden, daß sie zu irgendwelchen Marias wallfahrten. Denn das wäre immerhin doch besser, als wenn sie sich mit perikulösen Ideologien vollsaugen.
'

"Man lasse sie doch ruhig wallen!
Viel schlimmer wäre es, sie fallen
In wirrer Lehre tiefen Schlamm,
Sich saugend voll dran wie ein Schwamm."
'
Dann aber kommt ein nach dem Urteil aller Anwesenden höchst amentes Argument. Es wird gesagt: Gott schaut mit mehr Wohlgefallen auf die semipaganistischen Marienfrommen als auf die reinen evangelischen Glaubens. Das akkumuliert in der Aussage:
'
Ob dessen die sind kaum zu rügen.
Die wallen in den Pilgerzügen
Zu irgend einem Wallfahrtsort
Und freun sich ihres Christseins dort.
Zu tadeln vielmehr jene sind,
Die für das Wirken GOttes blind
Bestimmen wollen dreist-verwegen,
Wo ER darf spenden seinen Segen."
'
Geschätzter Herr Liebmund Kirchentreu! Das ist weder rational argumentiert noch theologisch akzeptabel. Immerhin steht an der Spitze aller Gebote Gottes das strikte Interdikt aliener Gottheiten. Ich bitte Sie, diese Kritik zu kommemorieren.
'

Und noch zur Weihe der Welt an eine der vielen Maria-Erscheinungen durch den Papst nur ein Wort: peinlich!
4058 Katholische Katechetin aus Basel-Stadt
In der dem berühmten deutschen Augenarzt und Schriftsteller Johann Heinrich Jung-Stilling (der lebzeitig mehrmals in Basel Blinde operierte) in den Mund gelegten "nachtodlichen Belehrung" über den "Reinen Glauben" wird in der Anmerkungen 12 behauptet, daß der Rosenkranz heidnischen Ursprungs sei.

Es ist aber darauf hinzuweisen, daß unsere Katholische Kirche am 7. Oktober weltweit das Rosenkranzfest feiert. Auch ist der ganze Monat Oktober der Rosenkranzkönigin geweiht.

Auch hat die Gottesmutter bei fast allen Erscheinungen die Gläubigen ermahnt, den Rosenkranz zu beten.

Leider weigern sich heute "moderne" katholische Priester, eine Rosenkranzandacht abzuhalten. Mit reichlichen Privilegien ausgestattete Rosenkranzbruderschaften haben ihre liebe Not, Nachwuchs zu gewinnen.

Es ist hier übrigens dasselbe wie bei den Maiandachten. Auch hier lehnen es viele Priester ab, der Maienkönigin die Ehre zu erweisen.

Aber gottseidank hat die Piusbruderschaft das Rosenkrankgebet und die Andachten zur Gottesmutter wieder belebt.
4057 Kirchenbediensteter aus Kanton Thurgau, Schweiz
Grüss Gott!

Sicher wirkt hier in der gemischt-konfessionellen Schweiz (wie auch in Deutschland und Holland) die Absicht von Papst Franziskus, die Welt der Gottesmutter von Fatima zu weihen, auch unter den meisten gebildeten Katholiken befremdend.

Man sollte aber dabei berücksichtigen, dass der Papst

>>>>> (1) einem Land und einem familiären Milieu entstammt, in dem die Botschaft Jesu eng mit altheidnischen Ritualen und profanen Brauchtümern verbunden war und bis heute geblieben ist;

>>>>> (2) Angehöriger der "Gesellschaft Jesu" ist, die Jesuiten aber in ihrer Geschichte noch nie Rücksicht auf die Befindlichkeiten anderer Menschen genommen haben, und ihnen beim Schein äusserer Bescheidenheit ein elitärer Esprit de Corps eignet (was ihnen übrigens ja den ursprünglichen Schimpfnamen "Jesuiten" eintrug).

Jedenfalls bleibt es dabei (was ja in anderen Beiträgen schon festgestellt wurde), dass kein Katholik verpflichtet ist, an eine Marienerscheinung zu glauben, und natürlich sich auch nicht einer Himmelsmutter anzuvertrauen.

Auch für uns Katholiken gilt, dass der Herr bis an das Ende der Zeiten immer unter uns ist, und wir ihn jederzeit direkt -- ohne eine Fürsprecherin -- anreden dürfen.
4056 Gemeindepfarrer aus Deutschland
Allen an dieser Thematik Interessierten einen herzlichen Gruß!

Vorausschicken möchte ich, daß mich mit meinem katholischen Amtsbruder eine herzliche Freundschaft verbindet, und dieser sogar bei uns zuhause öfters zum Abendessen ein sehr willkommener Gast ist.

Wir meiden grundsätzlich theologische Diskussionen, tauschen uns aber über pastorale Probleme aus.

Die Weihe der Welt an eine sog. "Jungfrau von Fatima" brachte uns Drei (meine Frau ist ebenfalls Theologin) nun doch auf dieses heikle Gebiet.

Zu unserem Erstauen teilt mein katholischer Amtsbruder voll und ganz die kritische Meinung, wie diese in vorhergehenden Einträgen sich spiegelt.

Auch er kann nicht nachvollziehen, warum ein doch anscheinend kluger oberster Kirchenführer wieder Maria vor Jesus rückt.

Freilich erinnerte er an den Ausspruch eines hohen vatikanischen Würdenträgers: "Ohne Maria hätten wir nur die Hälfte der Gläubigen!"

Das wollte ich hier kurz berichten, nicht ohne Herrn Liebmund Kirchentreu für die exzellente Niederschrift "Reiner Glaube" vielmals zu danken.
4047 Johanna S. aus Sachsen
hallo

ich finde es gut daß man über die dinge hier einmal ganz offen redet.
in katholischen medien ist das ja nicht möglich.

ich bekam für meinen einsatz in der gemeinde eine flugreise nach fatima geschenkt und war insgesamt drei tage dort.
es war eine messe mit prozession von an die 100 bischöfen aus aller welt.
dazu ein meer von fahnen.

ehrlich gesagt, das hat mich mißtrauisch gemacht.
meine mutter mußte noch als junges mädel auf dem reichsparteitag in nürnberg antreten und die nazigrößen bejubeln, die ins stadion einzogen.

ich selbst wurde als fdj'lerin mit dem bus nach berlin zum aufmarsch am parteitag der sed gefahren. tausende von fahnen auch hier und auch nur männer, keine einzige frau beim zk der sed.

in fatima das gleiche. nur männer, die sich indirekt ja auch bejubeln lassen.

was auf diesem board weiter unten schon mehrfach gesagt wurde finde ich sollte man beherzigen. der katholische glaube vollzieht sich in der gemeinde vor ort und nicht in fatima wobei ich es offen lassen will ob dort wirklich maria erschienen ist.

jedenfalls finde ich das tara das jetzt noch mit der weihe gemacht wird auch peinlich!
daß sich der heilige vater für so etwas hergibt betrübt auch mich.

wie gesagt, das darf man ja in katholischen kreisen nicht zum ausdruck birngen sonst wird man gleich als abtrünnige angesehen. da hat frau schlemper recht: dieselben erfahrungen habe auch ich gemacht und mache sie noch immer.

nichts für ungut, wie man bei uns in sachsen sagt und liebe grüße,
Johanna.
4045 Eva-Maria Schlemper aus Nordrhein-Westfalen
Lichterprozession Lourdes

Hallo Frau Doktor!

Da habe ich schon wieder Grund, mich zu entschuldigen!
Ich dachte, die Menschen dort würden "Oh weh! oh weh! Maria!" rufen, um der Maria von Lourdes ihr Leid zu klagen.

"Ave" kenne ich natürlich als Gruß, obwohl ich kein Latein in der Schule hatte.


Daß niemand verpflichtet ist, an Erscheinungen zu glauben, sagte auch unsere Religionslehrerin. Aber wenn ich bei meinen katholischen Bekannten und im Kollegenkreis das sage, werde ich jedesmal als Ketzerin hingestellt. Erst letzte Woche sagte mir eine Kollegin, die Lektorin in der Gemeinde ist: wenn selbst die Päpste an die Erscheinungen glauben und sich in Lourdes, Fatima unsw. sehen lassen, dann könne doch ich als einfach Gläubige nicht daran zweifeln.

Und wenn jetzt gar Papst Franziskus die Welt an die Maria von Fatima weiht, wird man doch in eine ganz dunkle Ecke gestellt. Was ich mir dazu in der Kollegenschaft anhören muß!

Viele Grüße,
Eva-Maria Schlemper.
4044 Dr. Elisabeth K. aus Deutschland
Zur Lichterprozession in Lourdes
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Grüß Gott, liebe Frau Schlemper!

Bei dem Lichter-Spektakel in Lourdes wird °nicht°

"Oh weh! o weh! Maria!"

gerufen, wie Sie schreiben.

Vielmehr tönt es dort

"Ave, ave Maria!"

Das ist lateinisch (die Sprache der Römer) und heißt auf Deutsch "Sei gegrüßt, Maria".

Im übrigen erlaube ich mir, auf meinen Eintrag vom 18. August hinzuweisen.

Kein Katholik ist verpflichtet, an irgend eine Maria-Erscheinung zu glauben.
Mir sind zahlreiche Studienkollegen bekannt, die heute als katholische Priester in der Seelsorge stehen, und die -- wie unser hochverehrter Dogmatik-Professor -- ebenfalls die ganze Maria-Erscheinerei für entbehrlich halten.

Mit herzlichem Gruß,
Dr. Elisabeth H.
4039 Eva-Maria-Schlemper aus Nordrhein-Westfalen
Hallo Herr Christoph!

Da muß ich mich bei Ihnen entschuldigen!
Ich empfahl die "Frau aller Völker" eigentlich nur, weil mir der Name irgendwie für unsere heutige globalisierte Welt passend vorkam.
Danke, daß Sie die trübe Geschichte auch dieser Maria aufzeigen.
Das wußte ich nicht.

Der Vater einer Kollegin war letztes Jahr mit einer Reisegruppe bei der Maria von Lourdes. Fast zwei Stunden lang marschierte er in einer Lichterporzession und sang mit "Oh weh! oh weh! Maria!" Er kehrte enttäuscht zurück. Denn seine rheumatischen Schmerzen hatten sich eher verschlimmert als verbessert. Aber Émilie Zola hat ja in dem in Millionenauflage erschienenen Bericht die zweifelhaften Hintergünde von Lourdes offengelegt.

Was mir bisher aber noch niemand sagen konnte: warum weiht Papst Franziskus die Welt ausgerechnet an eine Maria von Fatima?
Es haben doch führende katholische Theologen ihre schweren Bedenken gegen diese Himmelsmutter vorgetragen, und in den Anmerkungen zu

http://www.wiwi.uni-siegen.de/merk/stilling/downloads/nachtod_theo_jst/reiner_glaube.pdf

sind diese ja auch genannt.


Viele Grüße,
Eva-Maria Schlemper.
4032 Christoph
Es lohnt sich bei diesem Thema Stillings Theorie der Geisterkunde zu lesen und zu sehen was sich so alles in der Geisterwelt an Gestalten herumtreibt. Von Guten, halbguten bis hin zu halbbösen totalbösen ist alles vorhanden.

Es ist zu beklagen dass viele davon umgebene Menschen aus Mangel an Selbsterkenntnis fest daran glauben der Heilige Geist (oder eine Maria ) spreche durch sie. Und dabei verschaukeln sie unbewusst tausende arglose Menschen mit fromm klingenden Worten die ihnen blindgläubig folgen.

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In Amsterdam werden die Gebetstage noch immer unter dem Leitwort “Zu Ehren der Frau aller Völker” veranstaltet. Dort sind die Gebetstage zusammengeschrumpft zu Meetings mit weniger als 1000 Teilnehmern in einer anspruchslosen Halle und ohne den einfühlsam deklamierenden Pater Sigl.

Ist er in Amsterdam nicht mehr gut genug? Dort macht man jetzt Eindruck mit Rednern von höherem Kaliber - wie dem Laien-Theologen und Mariologen Prof. Dr. Mark Miravalle und dem ehem. CIA-Mitarbeiter Prof. Dr. Richard Russell, der nun als Experte auftritt. Der niederländische Episkopat hält sich von der Veranstaltung fern!

Das Folgende wird den ahnungslosen Anhänger vielleicht aus der Ruhe bringen, aber es sollte einmal gesagt werden:

Der Ursprung der auf den Gebetstagen verehrten ‘Mutter’ oder ‘Frau’ kann zurückgeführt werden auf Seances in 1943, auf denen im Beisein von Ida’s Seelenführer, Pater Frehe, Ida’s Hände über die Landkarte von Europa glitten und die verschiebenden Frontlinien andeuteten.

Ab 1944 gab Ida bei solchen Zusammenkünften mehrmals an, Maria gesehen zu haben. Ab 25. März 1945 vermehrten sich Mariaerscheinungen in hohem Tempo, bis ‘Maria’ sich am 16. November 1950 in der 24-sten Botschaft an Ida offenbarte als die ‘Frau aller Völker’.

Es bedarf keiner besonderen Erleuchtung, um einzusehen, dass eine Gestalt, die beim Befragen des ‘Omens’ hervortritt, nicht die wahre Jungfrau Maria ist, sondern eine Pseudo-Maria aus der Unterwelt.

Den gutmeinenden Gläubigen wird auf den Gebetstagen und in dem berühmten Büchlein mit den Botschaften der Frau aller Völker in einer schönen Geschichte beigebracht, dass Ida Peerdeman’s “erste” Begegnung mit der Frau aller Völker am 25. März 1945 stattfand, bei der Ida “eine weibliche Figur im langen weißen Gewand aus einer lichtvollen leeren Tiefe hervortreten sah.”

Der Ursprung dieser weiblichen Figur ist schlichtweg zurückführbar auf die Seance-Maria.

Die anfängliche ‘Maria’ aus der Unterwelt hat sich weiter entwickelt. Sie hat in Amsterdam ein eigenes Sekretariat, das mit den modernsten Mitteln an der Verbreitung arbeitet. Sie wird weltweit auf Gebetstagen verehrt. Auf den Gebetstagen steht ihr blumengeschmücktes Gemälde zur Verehrung auf der Bühne, in Köln wurde es beweihräuchert.

Ihre Botschaften wurden in viele Sprachen übersetzt; ihre Anrufung wird vielerorts in das Rosenkranzgebet integriert.

Sie stellt sich vor als Höhepunkt der “marianischen Epoche”, was auf den Gebetstagen verkündet wird. Sie möchte die “Miterlöserin” sein und stellt sich leidend vor das Kreuz. Sie nennt sich die Miterlöserin, Mittlerin und Fürsprecherin und will als solche dogmatisch anerkannt werden.

Sie hat eine ganze Truppe von Befürwortern hinter sich, die den Heiligen Vater mit Petitionen für die Proklamation des dreifachen Dogmas bestürmen. Zu bedenken ist aber, dass diese ‘Frau’ und ‘Mutter’ ihre acte de présence auf einer Seance gab!

Die séances werden vermeldet in dem 2008 herausgegebenen Buch God’s predikers: Dominikanen in Nederland von Prof. Dr. Marit Monteiro, einer niederländischen, in Religionsgeschichte spezialisierten Historikerin. Die Autorin basiert ihr Buch auf extensive Archiv-Forschung.
4029 Pfarrer, in der Seelsorge stehend aus Süddeutschland
Betreff: Weihe der Welt an eine Maria von Fatima durch den Papst

Auf einen Hinweis hin wurde ich auf die sog. "nachtodlichen" Belehrungen aufmerksam, und ich finde diese formal und inhaltlich hervorragend. Was der Engel Siona in der Belehrung über das Marienfest

http://www.wiwi.uni-siegen.de/merk/stilling/downloads/nachtod_theo_jst/reiner_glaube.pdf

verlautbart, daß nämlich für die meisten Leute nicht nur eine einzige Maria wahrgenommen wird, sondern deren viele, wird durch die Eintragungen hier belegt.

Vernünftig gedacht: Frau Eva-Maria Schlemper hat doch wohl recht, wenn sie fordert, wenn schon die Welt an eine Himmelsmutter geweiht werden soll, dann an die global schützende "Frau aller Völker", die mir bisher noch gar nicht bekannt war. Aber nachdem ich auf der angegebenen Seite deren Profil sah, bin auch ich der Meinung, daß diese doch eher als Weiheadressatin geeignet sei als die Maria von Fatima.

Durch ein Gemeindemitglied wurde ich neulich auch auf eine dieser Tage in Österreich erscheinende Maria aufmerksam, die sich durch ein Sonnenwunder auswies:

http://www.youtube.com/watch?v=fNvsGDQ_l_E

und zu der ein voll ausgebuchter sog. "Pilgerbus" mit katholischen Mitbürgern zusamt auch einigen Neugierigen älterer Jahrgänge von hier allmonatlich abfährt, wiewohl wir hier in Süddeutschland der Maria-Erscheinungsorte doch Legion zählen.

Mich stimmt es traurig, daß trotz immer wieder vorgetragener Aufforderungen zur Ökumene mit dem allen christichen Gemeinschaften als dem Herrn verehrten Jesus Christus als die gemeinsame Mitte man katholischerseits wieder den Maria-Kult aufleben lässt, der unter Papst Benedikt XVI. doch spürbar nachließ. Die Remarianisierung erhält durch die Weihe der Welt an eine Maria von Fatima durch Papst Franziskus zweifellos einen starken Auftrieb. Und wenn ich das Urteil noch anfügen darf: man gibt den Menschen Steine statt Brot!

Danke für die warnenden Worte in der "nachtodlichen" Belehrung "Reiner Glaube"!

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