Gästebuch zu Jung-Stilling
1.723 Einträge im Gästebuch
7701 M. Roth aus Linz/Donau
Sehr geehrter Herr Professor Merk!

Was Sie unter Pseudonym "Freimund Biederwacker" über den Autowahn geschrieben haben, gehört in die Hand aller mit der Verkehrspolitik Verantwortlichen --- wenn diese die vielen aufgezeigten individualpsychologischen, sozialpsychologischen und ökonomischen Folgen dieses Wahns noch erkennen können und nicht wie die Masse der Zeitgenossen dafür schon völlig abgestumpft und blind sind.

Danke der Jung-Stilling-Gesellschaft in Siegen, daß diese den Mut aufbringt, eine solches unpopuläres Buch (das muß man ja leider sagen) herausbringt. Die Autolobby und die Zigtausenden von der allgegenwärtigen Autoreklame gut in den Tag Lebenden in den Werbe-Agenturen, Printmedien, beim Radio und im Fernsehen und werden die Zähne knirschen.

Aber im Sinne von Johann Heinrich Jung-Stilling ist das allemal! Und längerfristig wird sich zeigen, daß Sie in allem recht hatten.

Mit Gruß, M. Roth.
7696 Lea Grenzer aus Süddeutschland
Hallo Herr Brauner!

Ich finde das alles o.k.
Wo genau ist denn da eine "Unverschämtheit"?
Das müssen Sie schon näher darlegen!

Einen lieben Gruß nach Österreich,
Lea
7694 Alfons J. Brauner aus Wien (Österreich)
"Lichtfreundliche Botschaft" Vom Nutzen des Zölibats

Auch wenn sowas natürlich nicht ins Gästebuch kommt:
~~~Von Beginn bis Ende eine große Unverschämtheit!~~~
Und die Einleitung ist doch ein bewußter Pflanz.
Was sind das für Lippels hier, die dies auch noch als Kunstwerk über den grünen Klee laudieren.
7682 Kornelia Föhrenbühler aus Baden-Württemberg
Hallöle!

Endlich einmal eine unabhängige Stimme zum "Autowahn"! In allen Medien beherrscht ja die Auto-Reklame das Feld. Und da darf sich natürlich niemand, keine und keiner auch nur einen Mucks Kritisches zur Automobilisierung wagen, sonst fliegt er heraus.

Ich finde diese von hoher Wortkunst zeugende Jung-Stilling-Belehrung wirklich hervorragend, auch wenn diese natürlich von der Journaille totgeschwiegen werden muß.

Was ich mir gewünscht hätte, das ist ein tieferes Eingehen auf die der Allgemeinheit aufgebürdeten Kosten auch dadurch, daß die Polizeibediensteten nur noch zur Hälfte für den Schutz der Bevölkerung da sind, zur anderen Hälfte aber sich mit Verkehrsüberwachung, Unfallaufnahmen usw. beschäftigen müssen.

Sonst aber finde ich aller genau so beschrieben, wie es ist. Danke!
Kommentar:
Das wurde durchaus thematisiert! Bitte lesen Sie auf Seite 56:
"Beachtet auch, dass zweifelsfrei
Die Hälfte schon der Polizei
Befasst ist mit Verkehrs-Problemen
Wie Unfall-Hergang aufzunehmen,
Verkehr zu regeln und zu leiten,
Defekte Autos auszuscheiden" usw.
7679 Martin Jansen aus Köln
Ich rufe die Einträge hier in diesem Gästebuch immer wieder auf, weil hier eine wie ich meine selten sachliche Aussprache stattfindet. Und die Jux-Beiträge nehme ich mit einem Lächeln zur Kenntnis. Muß man sich darüber denn wirklich aufregen, liebe Stillingsfreundin? Und wieso hört der Spaß hier auf?

Aber zur Sache. In dem Mariakult liegt eben viel Folkloristisches. Denn theologisch begründen läßt er sich nicht.

Aus dem fast völligen Schweigen des Neuen Testaments über Maria seit dem Tode des Herrn ergibt sich, daß die neutestamentlichen Schriftsteller nicht über eine allgemeine dankbare Erinnerung an sie hinausgegangen sind. Auch die frühen Kirchenväter bis Augustinus haben von einer Mitwirkung von Maria am Heil nichts gewußt, und selbst Chrysostomos ist weit davon entfernt, ihre eine über die menschliche Bestimmtheit hinausgehende Ausstattung zuzuschreiben. Erst Augustinus nimmt Maria von dem Gesetze aus, welches sonst alle Menschen beherrscht, dem der Sünde. Damit gibt er der Anschauung, Maria sei aktiv bei der Heilsgewinnung tätig gewesen, ihren dogmatischen Unterbau. Im Todesjahr von Augustinus 431 wurde Maria dann der Anbetung empfohlen. So rückte sie in der religiösen Verehrung der Gläubigen neben Vater, Sohn und Heiligem Geist.

Die Theologen haben zwar eine scheinbare Abstufung versucht, indem sie Maria nicht "Latrie" (Anbetung) sondern "Hyperdulie" (Überverehrung) zuerkennen. Allein, diese künstliche Abstufung ist bis heute für das Volk unverständlich geblieben.

Das Maria ein wirklicher Kultus in immer steigendem Maße zuteil geworden ist, lehrt die Kirchengeschichte: in der Zueignung von Kirchen an sie, in der Einführung ihres Dienstes in der Liturgie, in zahlreichen Maria-Festen, in der riesig anschwellenden Maria-Literatur, die Gründung von Orden und Bruderschaften, in angeblichen Erscheinungen, die ihre Nähe verbürgen sollen, in der Umspannung des täglichen Lebens der Gläubigen durch Formen ihres Dienstes, der schließlich das ganze Leben des Einzelnen und der Gesamthaft beherrscht und an die Stelle der Christi eine Maria-Religion gesetzt hat.

Herr Liebmund Kirchentreu hat gut beobachtet, wenn er aufzählt

"...Mit Jahren, Monaten und Festen,
Kapellen, Krypten, Grotten, Gesten,
Medaillen, Bildern, Wundermären,
Legionen, Andachten, Altären,
Kalendern, Büchern, Lichtstafetten,
Gedenken, Gnaden-Orten, Metten,
Gebeten, Kerzen, Litaneien,
Standarten, Fahnen, Messen, Weihen,
Gemälden, Statuen, Panieren,
Figuren, Nischen, Skapulieren,
Vereinen, Feiern, Sühnetaten,
Verzückung, Wahn in hohen Graden:
Geläuf hin zu Erscheinungs-Orten,
Maria zu begegnen dorten;
Auch Pilgerungen, Prozessionen
Selbst weit in ferne Regionen
Auf Strassen und auf Bittgang-Pfaden,
Geführt von Pfarrern, gar Prälaten;
Ekstase, dunstige Erscheinung,
Gesänge, Wunderheilungs-Meinung." ...

Hier nun beginnt der Übergang zum Folkloristischen.
Kommentar:
Bitte haben Sie Verständnis, wenn Ihr dankenswerter Beitrag abgeschnitten wurde. Denn eigentlich ist diese Plattform zur "normalen" Aussprache gedacht, und nicht für längere Abhandlungen.
7677 Ulrich Wit aus Düsseldorf
Hallo Theologiestudent in Hamburg!

Sie schreiben:

´´je weniger die Leute von Jesus Christus wissen, desto mehr fliehen sie zur Maria.``

Das scheint mir nur retlativ überzeugend.

Denn ich nehme an, daß die vielen nach den angeblichen Maria-Erscheinungsorten reisenden katholischen Priester und Bischöfe sowie selbst der Papst die Botschaft von Jesus Christus als unseren Weg zum Vatergott wohl kennen.

Aber sie glauben, sie vertrauen eben nicht hudertprozentig darauf.

Oder sehe ich das falsch?
7674 Stillingsfreundin aus Nordrhein-Westfalen
Herzliche Bitte!


Kann man denn solche Unfug-Einträge wie die
wiederholten Zuschriften jener übergewichtigen, plumpen
und offenbar dazu auch noch betrunkenen Frau Josefine
nicht löschen?

Diese doch vielbesuchte und niveauvolle Aussprachetribüne
wird durch solche Zuschriften verhohnepipelt.

Und überhaupt: was solle denn eine "Jung-Stilling-
Geisterparty"? Ist das so etwas wie die Walpurgisnacht
in Goethes "Faust"? Dann bestimmen wohl auch dort
liederliches Gesindel, Hexen und letztlich Mephistopheles
das Geschehen!

Da hört doch der Spaß nun wirklich auf!
7665 Lukas Erdmann aus Dresden
Darf ich das?

Nämlich einen Beitrag in dieser Plattform nochmal in Erinnerung bringen, den ein katholischer Arzt am 05.11.2013 eingegeben hat.

Er schreibt:

Die Vernunft und der an der Heiligen Schrift normierte Christusglaube sollten uns bestimmen, und nicht blindes Vertrauen in kirchliche Autoritäten.

Genau diese Haltung kommt in den "nachtodlichen Belehrungen" der großen Arztpersönlichkeit Jung-Stilling zum Ausdruck, die (nicht nur) ich mit großem Gewinn aufgenommen habe.

Wenn die H. H. Bischöfe von Köln und Gent die Mahnung Mariens aus dem Jahr 1673 ihren Gläubigen ans Herz legten, dann taten sie dies in Kenntnis der marianischen Hyperdulie vor Ort.

Und wenn nun das in der "nachtodlichen Belehrung" Reiner Glaube wieder aufgegriffen wird, so scheint auch mir das angesichts der peinlichen, deplazierten Weihe der Welt an eine aus Fatima angekarrten Holzstatue durch unseren Papst durchaus nötig.

Jedenfalls danke nach Siegen für die bei allem und in allem auf den Kernglauben bezogenen "nachtodlichen Belehrungen"



Ich bin nicht böse, wenn die Gästebuch-Verwaltung einen Wiederholungs-Beitrag nicht haben möchte.
Aber ich finde, daß diese Sätze es wert sind, nochmals bedacht zu werden.
Kommentar:
Ihre Beitrag wurde ausnahmsweise eingestellt. Denn immerhin möchten Sie persönlich ja *das* nochmals Ihrerseits bestägend feststellen, was der Arzt im November letzten Jahres zum Ausdruck brachte.
7617 Student der Theologie aus Hamburg
Einen herzlichen :lol: Gruß rundum!

Heute habe ich mir einmal die vielen :eek: Zuschriften durchgelesen, die zu der auch bei uns diskutierten :biggrin: "Nachtodbelehrung" über den reinen Glauben hier eingestellt wurden.

Wenn ich das kurz zusammenfassen müsste, dann würde ich sagen:

´´je weniger die Leute von Jesus Christus wissen, desto mehr fliehen sie :cry: zur Maria.``

Kann man das :neutral: so sagen?´
7600 Theologe im Lehramt aus Sachsen
Zur sog. "nachtodlichen Belehrung" in Marburg/Lahn

Die freudvolle, jeden Menschen doch beglückende Botschaft von der Liebe des unendlich gütigen Gottes zu jedem einzelnen Menschen wurde in der kirchlichen Verkündigung --- aus welchen Gründen auch immer --- umgemodelt in die angstmachende Lehre, daß Gott jeden Menschen ständig bevormundend und argwöhnisch beobachte ["Ein Auge ist, das alles sieht; auch was in finstrer Nacht geschieht!"] und nur darauf warte, ihn hart zu bestrafen.

Daß der Gottmensch Jesus Christus leiden mußte und starb, schrieb man in der Verkündigung direkt dem einzelnen "Sünder" zu ["Ach Herr, was Du erleidest, ist alles meine Schuld..."].

Daß eine solche Verkündigung der Frohbotschaft einen normalen Menschen erschreckt, entmutigt, einschüchtert und ganz bestimmt keine Liebe zu Gott bewirkt, ist nicht verwunderlich.

Bei uns im protestantischen Lager entzogen sich die Menschen einfach dieser Drohbotschaft. Sobald die in den meisten Gebieten obrigkeitlich verfügte Pflicht zum Gottesdienstbesuch wegfiel, zeigte sich das unverblümt.

Bei den Katholiken wandten sich viele Gläubige von dem angstmachenden Gott weg und hin zur Maria. "Unter Deinen Schutz und Schirm fliehen wir", heißt ein bis heute verbreiteter Anruf an Maria. Sicher recht haben dürfte ein hoher vatikanischer Amtsträger, dem die Feststellung zugeschrieben wird: "Ohne Maria hätten wir nur noch die Hälfte der Gläubigen".

Fazit: überall dort, wo Gott als der jeden Menschen, so wie er ist, unendlich liebender Freund erkannt, geglaubt und empfunden wird, braucht es keiner Maria-Verehrung.
7593 Pfarrvikar aus Erzbistum Köln
Auch zu "Reiner Glaube"

Das Beste in dieser "nachtodlichen Belehrung" ist wohl die Aussage von Engel Siona:

"Herr Liebmund: ihr als Calvinist
Bloss wenig davon kennt und wisst.."


Genau so scheint es mir auch. Maria ist nun einmal ein fester, tiefverwurzelter Bestandteil der katholischen Frömmigkeit. Es mag ja sein, daß dies hie und da übertrieben erscheint. Aber man sollte doch nicht Extreme zur Beurteilung des Ganzen heranziehen.

Was die empfohlene Kundmachung MONITA SALUTARIA B.M.V. AD CULTORES SUOS INDISCRETOS. JUXTA EXEMPLAR GANDAVENSE. Gent (d'Erckel) 1673 anbelangt, so ist diese vom päpstlichen Stuhl und damit kirchenoffiziell verurteilt worden. Daran ändert sich auch nichts, daß die Bischöfe von Köln und Gent diese wärmstens empfohlen haben.
7590 Josefine aus Fezheim
Heyhoo Leutenz!

Schon wiedda Zoff wegen der Mariaanbetung.

Dat iss doch güschabooh overlappt!!!

Kommt zur Jung-Stilling-Herbstparty!!!

Dort können wir peacy bei ner Mafiatorte und nem Joint über dat alles chillen!!

Eure Josefine.
7569 katholischer Priester aus Diözese Hildesheim
Grüß Gott!

In Bezug auf die letzten Zuschriften erlaube ich mir freundlich nochmals auf meinen Eintrag in dieses Gästebuch vom 18. Mai 2014 hinzuweisen.

Sicher trägt das zur Klärung mancher Mißverständnisse bei.

Allen Besuchern dieser Plattform wünscht Einsicht und Gottes Segen,

katholischer Priester.
7560 Kirchenmann aus Norddeutschland
Nachtodliche Belehrung "Reiner Glaube"

Sehr geehrte Frau Astrid. sehr geehrter Herr Josef,

Ihrer Einschätzung stimme grundsätzlich zu!

Dem Ergebnis von Befragungen zufolge hat sich die katholische Abendmahlslehre heute zumindest in Deutschland weitgehend der lutherischen angeglichen. An die fortwährende Anwesenheit Jesu im Tabernakel glauben nur noch die Wenigsten. Selbst hochangesehene neuere theologische Lehrbücher wie die in vielen Auflagen erschienene "Katholische Dogmatik für Studium und Praxis der Theologie" des Glaubenspräfekten Gerhard Ludwig Müller interpretiert das Altarsakrament nicht viel anders als Philipp Melanchthon und die Confessio Augustana, und Müller wurde deswegen ja auch vom katholisch-konservativen Lager (dem er im übrigen ja letztlich sicher zugehört) heftig angegriffen. Im abgeschalteten "kreuz.net", dem Sprachrohr dieses Flügels, stand Müller ständig wegen seiner Abendmahlslehre am Pranger.

Im Nächsten, in der Kleingruppe ("...wo zwei oder drei beisammen sind...), in der zum Gottesdienst versammelten Gemeinde, glauben auch die Wenigsten Jesus anwesend.

Deshalb konkretisiert sich im Verständnis vieler vor allem intellektuell weniger gebildeten Katholiken umso mehr das Begreifen des göttlichen Daseins und Wirkens auf Maria. Sie ist seit 1800 an fast 600 Orten erschienen und damit mitten unter den Menschen. Maria ist demzufolge nicht weit weg wie "unser Vater im Himmel".

Aus alldem ist es nicht zu verwundern, wenn die Marianisierung in der Katholischen Kirche wuchert. Daß sie sich zurückgebildet habe, wie hier mehrmals und gerade auch in Ihrem Eintrag diagnostiziert wurde, glaube ich nicht beobachten zu können. Immerhin hat ja auch Papst Franziskus letztes Jahr eine Abbild der angeblich zu Fatima erschienenen Maria nach Rom verfrachten lassen, kniete sich vor der Holzstatue nieder, beweihräucherte diese und widmete dieser Maria-Nachbildung die ganze Welt.

In meinen Augen ist die Johann Heinrich Jung-Stilling und seinem Schutzengel Siona zugeschriebene, sprachlich exzellente Jenseitsbelehrung über die Marianisierung in allem angemessen und trifft den Nagel auf den Kopf. Der Anmerkungsteil zeugt von höchster wissenschaftlicher Kompetenz des Herrn Liebmund Kirchentreu.

Ihm und der Jung-Stilling-Gesellschaft in Siegen möchte ich bei dieser Gelegenheit von mir aus herzlich danken! Wenn ich auch nicht mit allem einverstanden bin: immerhin regt jede "nachtodliche Belehrung" zum Nachdenken über die eigene Position zu dem jeweiligen Thema an.
Kommentar:
In der Rubrik "Theologie" der "nachtodlichen Belehrungen" findet sich auch eine Darlegung des Abendmahls. Darauf sei freundlich hingewiesen.
7557 Josef S. aus Niederösterreich
Liebe Frau Hirscher,
in der Tendenz mag dies tatsächlich so sein.
Aber nach meinen täglichen Erfahrungen ist der Marienwahn (das darf man doch so nennen) gerade bei uns in Österreich noch sehr stark verbreitet; und das nicht nur (wie Sie schreiben) in der Gruppe 50+!
Auch Jüngere marianisieren sich und fahren zu "Gnadenstätten" nah und fern.
Daß unser Herr Jesus Christus unter uns, neben uns ist, scheinen die nicht zu glauben. Wohl aber zweifeln sie nicht daran, daß die Gottesmutter irgendwo erschienen sei oder an besonderen Stätten die Wünsche der Gläubigen entgegennimmt.
Irgendwie ist das beschämend.

www.youtube.com/watch?v=idJQbhTqAis

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