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Abgeltung(s)steuer (flat rate [withholding] tax)

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Ein einheitlicher Steuersatz auf – ➊ jederart Kapitalerträge (vor allem Zinsen und Dividenden) sowie – ➋ Gewinne aus der Veräusserung von Finanzprodukten. – Wie die Erfahrung lehrt, spielt (was in den Modellen der Finanztheorie in aller Regel grosszügig vernachlässigt wird) die steuerliche Belastung einer Investition eine (wenn nicht oftmals sogar die allein) ausschlaggebende Rolle. Daher sind alle Fragen um die steuerliche Belastung von Geschäften im Finanzmarkt zu dessen Belebung, Gestaltung, Sicherung und Kräftigung von ganz entscheidender Bedeutung.
Siehe Anlegerverhalten, Finanzmathematik, Flat Tax, Groll-Effekt, Spekulationsteuer, Tobin-Steuer, Verrechnungssteuer.
Vgl. Jahresbericht 2007 der BaFin, S. 164 f. (Auswirkungen auf das Anlegerverhalten), Jahresbericht 2008 der BaFin, S. 136 (Umgehungshandlungen), Jahresbericht 2009 der BaFin, S. 191 (die in Deutschland zum 1. Januar 2009 in eingeführte Abgeltungsteuer bewirkte die Vorverlegung betroffener Geschäfte).

Abgeld (discount)

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➀ Allgemein ein geminderter Wertansatz. – ➁ Ein Preisnachlass auf den Nennwert eines Papiers, auch Disagio genannt. – ➂ Bei Optionsscheinen der Betrag, um welchen der Bezug der Aktie über den gekauften Optionsschein billiger ist, als ein unmittelbarer Kauf der Aktie an der Börse. – ➃ Bei einem Knock-out-Put entsteht ein Abgeld, da der Basiswert verkauft wird, aber lediglich ein Teil des Gesamtwertes sofort vereinnahmt wird.
Siehe Abschlag, Diskont.

Abgang auch Manko und Almanko (deficit)

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Allgemein ein Unterschuss: ein Zuwenig, entweder – ➊ in Geld (Fehlbetrag; minus amount), – ➋ im Gewicht (Fehlgewicht; shortage in weight) oder – ➌ in Bezug auf die Menge (Fehlmenge; deficiency, shortfall quantity) ausgedrückt.
Siehe Abmangel.

Abgabenquote (tax and contribution ratio)

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Der gesamthafte Anteil an Abgaben (Steuern und Sozialbeitrage; taxes and tax-like payments), die ein Unternehmen oder ein Privathaushalt an den Staat zu entrichten hat. Die Quote in der Berechnung Total der Abgaben zum Bruttoinlandsprodukt lag im Jahr 2010 in Deutschland bei rund 40 Prozent. – Mit wachsendem Entwicklungsstand einer Volkswirtschaft steigt dieser Anteil, weil auch die Anforderungen an die staatlichen Aufgaben wachsen.
Siehe Sozialstaat-Falle, Steuerlastquote, Verfassungsartikel eins, Wagnersches Gesetz, Zweitgattingeld.
Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Oktober 2008, S. 35 ff. (Abgabenquoten im Vergleich; Übersichten).

Abgabepanik, Verkaufs-Run und Ausverkauf (bailing out)

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In der Finanzsprache der überhastete Verkauf von Vermögenswerten – und Papieren im besonderen – ohne Rücksicht auf den dabei erzielten Erlös (selling an asset or more specifically a title hurriedly and regardless of the price). Oft geschieht dies seitens eines einzelnen Anlegers deshalb, weil er weitere Verluste nicht hinnehmen will (an investor no longer wants to sustain further losses). Bei Unternehmen zwingen in der Regel fällige hohe Schulden zu einem solchen Vorgehen.
Siehe Euphoriephase, Panik-Verkäufe, Sell Out, Vertrauens-Hypertrophie.

Abgabe in älteren Dokumenten auch Schoss und Prästanda (due, charge, levy, contribution, impost; drawing; sales)

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➀ Allgemein heute sämtliche Auflagen (als verpflichtende Geldleistungen; imposts, duties), die in irgend einer Form und bei verschiedenen Anlässen als Zahlung anfallen. – ➁ Oberbegriff für sämtliche Geldleistungen, welche der Staat aufgrund seiner Finanzhoheit den Privathaushalten und Unternehmen auferlegt. – Gegliedert werden die Abgaben in der Regel in Gebühren, Beiträge, Steuern und Zölle; daneben sind jedoch auch andere Einteilungen verbreitet. – ➂ In alten Dokumenten auch die Ablieferung einer bestimmten Menge an Erzeugnissen (der Land- und Forstwirtschaft), wie etwa den Zehnten, in der Regel im Rahmen eines Fronverhältnisses (soccage relation). Hierbei erhielt ein Bauer (Höriger, Leibeigener, Vasall; liege man, villein) von einer Grundherrschaft Land, Schutz und oft auch die Sicherung des Lebensunterhalts in Notlagen. Als Gegenleistung hatte der Hörige festgelegte Mengen an Waren (wie Getreide, Holz, Honig, Tuche) der Grundherrschaft (Fron = Herr) zu überstellen sowie auch Dienstleistungen (Hand- und Spanndienste) zu erbringen. – ➃ In älteren Dokumenten auch die Trassierung, nämlich auf eine Adresse einen Wechsel ziehen. – ➄ In der Finanzsprache auch der Verkauf von Wertpapieren an der Börse; bei ungewöhnlich umfangreichen Verkäufen spricht man dann von Abgabedruck (sales pressure).
Siehe Auflagen, Beitrag, Cerozensual, Charadsch, Dammgeld, Dammzoll, Detz, Fiskalquote, Frongeld, Gebühren, Gefälle, Hammelgeld, Harai, Hufengeld, Impost, Kalbgeld, Loskaufgeld, Maut, Naturalabgabe, Prästanda, Ranzion, Roggengeld, Schatzung, Steuerlastquote, Steuervergünstigungen, Umlage, Urbarium, Zins, Zinsknechtschaft, Tribut.
Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Oktober 2008, S. 37 (Abgaben in Deutschland 1997 bis 2007).

Abfragegebühr (query charges)

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Wenn nicht anders definiert, im Finanzbereich die Aufwendungen, welche einer Bank durch die Einholung einer Bonitätsauskunft (creditworthiness information) über eine Darlehnsuchenden entstehen. Mit dieser Gebühr wird in der Regel der Kunde belastet.

Abfluss (outflow)

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➀ Bei einem Unternehmen die Ausgaben, in der Regel auf einen Zeitraum wie vor allem Monat oder Jahr bezogen (cash flowing out of a firm from all sources over a period of time, such as the purchase of production inputs, machinery, repayment of borrowed money, etc.). – ➁ In volkswirtschaftlicher Betrachtung der Saldo aus dem Kauf ausländischer Vermögenswerte durch Inländer abzüglich des Kaufs inländischer Vermögenswerte durch Ausländer (the purchase of foreign assets by domestic residents minus the purchase of domestic assets by foreigners).
Siehe Auslagen, Auszahlung, Aufwand, Aufwendungen, Bezahlung, Einkünfte, Expensen, Finanzmittel, Kosten, Zahlung.

Abfluggeld (take-off fee)

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Von Flugreisenden erhobene, oft nach Inlandsflügen (domestic flights) und Auslandsflügen (international flights) gestaffelte Abgabe seitens des Flughafenbetreibers (airport operator) oder der Gebietskörperschaft (regional authority) auf deren Territorium der Flughafen liegt. Die Einnahmen daraus sind in der Regel zweckgebunden (earmarked) für die Bereitstellung und den Unterhalt der Flughafeneinrichtungen. – Davon zu unterscheiden ist die in Deutschland seit Jahresbeginn 2011 eingeführte entfernungsabhängige Luftverkehrsabgabe (Flugsteuer; aviation tax), deren Ertrag dem Bund zufliesst.

Abfindung und Abfindungsgeld (compensation payment; serverance pay, termination pay, redundancy payment; settlement benefit)

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➀ Allgemein jede der Befriedigung von Ansprüchen dienende, zumeist einmalige Zahlung (any on-off payment made by way of compensation for a legal claim). – ➁ Die in der Regel einmalige Zahlung in Bargeld, welche einem Beschäftigten bei dessen Ausscheiden aus dem Dienstverhältnis seitens des Arbeitgebers geleistet wird, häufig auch Abstandsgeld genannt (payment of money to an employee that is terminated or laid off). – In Deutschland war bei der Entlassung aus dem öffentlichen Dienst aufgrund der Personalabbauverordnung des Deutschen Reiches vom 27. Oktober 1927 die Abfindungssumme („Fixation“ genannt) im Einzelnen geregelt. Ausscheidende Reichsbeamte konnten danach bis zum Achtfachen des Jahresgehaltes als Abfindungsgeld erhalten. – ➂ Im besonderen auch (von der Öffentlichkeit gerügte, sehr hohe) Zahlungen an Spitzen-Führungskräfte (top level executives) von Unternehmen, die wegen Unfähigkeit oder Misswirtschaft ihr Amt verlassen müssen (goldener Handschlag; golden handshake, money shake).
Siehe Abstandsgeld, Agency-Problem, Begrüssungsgeld, Detraktion, Entlassungsgeld, Geldabfindung, Schlafgeld.