Personal tools

Abschlusstag (trade date, abgekürzt: T)

veröffentlicht am

Bei der EZB Datum, an dem ein Abschluss (d. h. eine Übereinkunft bezüglich über eine finanzielle Transaktion zwischen zwei Geschäftspartnern) getätigt wird. – Dieses Datum kann mit dem Abwicklungstag für die Transaktion zusammenfallen (gleichtägige Abwicklung) oder dem Abwicklungstag um eine bestimmte Anzahl von Geschäftstagen vorausgehen (der Abwicklungstag wird bezeichnet als T plus Zeit bis zur Abwicklung).
Siehe Abwicklungssysteme, Business Continuity Programme, Euroclear, Clearing-Haus, automatisches, Kapitaltransfersystem, elektronisches, Massenzahlungsverkehr, elektronischer, Target, Trade Assignment, Überweisungssystem.

Abschlussvermittlung (contract brokerage)

veröffentlicht am

Die Anschaffung und Veräusserung von Wertpapieren, Geldmarktinstrumenten oder Derivaten im fremden Namen für fremde Rechnung. – In Deutschland unterliegen entsprechende Dienstleister der Kontrolle durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht; siehe § 32 KWG.
Siehe Agent, gebundener, Honorarberater, Nominee, Plazierung.

Abschlussprovision (acquisition commission)

veröffentlicht am

Allgemein eine Zahlung an den Vermittler eines Vertrags im Finanzbereich.
Siehe Courtage, Geschäfte, provisionsabhängige, Gebühr, Maklergebühr, Marge, Provision, Proxenetikum, Vergütung.
Vgl. Jahresbericht 2010 der BaFin, S. 115 f. (Aufsichtsbehörde rügt die hohen Abschlussprovisionen bei der Privatkrankenversicherung).

Abschlussgebühr (initiation fee, bank fee; acquisition fee, processing fee)

veröffentlicht am

➀ Bei einem Kreditvertrag mit der Bank ein Kostenersatz (reimbursement for expenses) für die Inanspruchnahme der Dienstleistungen des Instituts (a fee charged by the lessor bank used to cover the costs associated with the leasing process). – ➁ Der bei Bausparkassen und Versicherungen übliche Betrag, der dem Kunden für die Kosten in Zusammenhang mit dem Zustandekommen eines Vertrags – ➊ in Rechnung gestellt und dann – ➋ in der Regel mit den ersten Einzahlungen verrechnet wird. – Häufige Klagen über zu hohe bzw. undurchsichtige Abschlussgebühren machen einen Gutteil der bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht eingehenden Beschwerden aus dem Publikum aus.
Siehe All-in-Fee, Bankgebühren, Bearbeitungsgebühr, Courtage, Entgelt, Front Loading Fee, Gebühr, Köderangebot, Provision, Taxe, Vergütung.
Vgl. den jeweiligen Jahresbericht der BaFin, Kapitel „Querschnittsaufgaben“, Abschnitt „Verbraucherbeschwerden“; dort auch Fälle aus der Praxis in Bezug auf Abschlussgebühren.

Abschlag (markdown; discount)

veröffentlicht am

➀ Beim Verkauf von Wertpapieren auf Kundenrechnung die im Preis enthaltende Gewinnspanne (profit margin) der Bank bzw. des Händlers (Brokers). – ➁ Der Unterschied zwischen dem heutigen Kurs von bestimmten Devisen und dem (wenn nicht anders angegeben) Dreimonatskurs (three month’s rate) dieser Währung auf dem Terminmarkt. – ➂ Zinsabzug (Diskont) beim Ankauf später fällig werdender Forderungen, insbesondere von Wechseln und Schecks. – ➃ Zahlung, durch welche eine Rechnung nicht vollständig ausgeglichen wird: eine Schuldtilgung à conto (payment on account), eine Teilzahlung oder Rate. – ➃ Bei der Begebung neuer Wertpapiere der sich dadurch ergebende Preisnachlass (meistens in Prozent ausgedrückt), dass der Ausgabekurs unter dem Nennwert liegt, um Käufer anzulocken. – ➄ Beim Handel mit Optionsscheinen der (zumeist in Prozent angegebene) Betrag, um den der Bezug der Aktie über den Weg eines gekauften Optionsscheins billiger ist als der unmittelbare Kauf dieser Aktie (Gegenteil: Prämie). – ➄ Bei einem Future bedeutet ein Abschlag (Disagio), dass der Kontraktpreis niedriger ist als der Kassapreis des zugrunde gelegten Basiswertes. – ➅ Beim Umtausch von Regionalgeld in das gesetzliche Zahlungsmittel (EUR) übliche Minderung der zum Rücktausch angebotenen Summe.
Siehe Abbassamento, Abgeld, Aktienanleihe, Aktien-Optionen, Barwert, Basis, Bonbon, Devisentermingeschäft, Diskont, Deduktion, Einschlag, Kompensation, Option, Rate, Report, Regionalgeld, Rohstoff-Terminvertrag, Spekulation, Swapsatz, Terminmarkt, Tilgung.

Absatzwirtschaft (distributive trade)

veröffentlicht am

In der Sprache der Zentralbanken alle Unternehmen des Gross- und Einzelhandels (all firms which are engaged in linking activities that channel merchandises or services down the supply chain to intermediaries for resale or to final buyers).
Vgl. Monatsbericht der EZB vom Oktober 2011, S. 87 ff. (ausführliche Darstellung der Absatzwirtschaft im Euroraum; viele Übersichten und Vergleiche; in den Anmerkungen wichtige Definitionen; Verbindungslinien zur Inflation).

Absatzfinanzierung (sales financing)

veröffentlicht am

Wer als Verkäufer – ➊ seinen eigenen Absatz beleiht, – ➋ indem er den Kaufpreis stundet (grants a respite for payment), betreibt damit kein Kreditgeschäft; auch dann nicht, wenn – ➌ er sich das Stundungsdarlehn (respite credit) verzinsen lässt. – Damit ist diese Finanzierungsart auch nicht erlaubnispflichtig und unterliegt nicht der Kontrolle durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Zwar gibt der Verkäufer dem Käufer wirtschaftlich Kredit. Diesem liegt aber kein Darlehnsvertrag, sondern allein ein normabweichend ausgestalteter Kaufvertrag zugrunde. – Etwas anderes gilt dann, wenn eine bereits bestehende Schuld – z.B. aus einem Kaufvertrag – nicht nur gestundet, sondern in ein Darlehn umgeschuldet (rescheduled) wird. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat zu den Fragen der Absatzfinanzierung ein Merkblatt herausgegeben, das auf der Homepage der Behörde abrufbar ist.

Absatz (sales)

veröffentlicht am

Allgemein der Verkauf eines Gutes (Ware oder Dienstleistung) am Markt (selling merchandises or services in return for money in the market).
Siehe Deckungsbeitrag, Erlös, Lagerinvestition, Umsatz.

Abrufrisiko (call risk)

veröffentlicht am

Bei einer Bank die Gefahr, dass – ➊ Kreditnehmer ungeplant ihnen eingeräumte Kreditlinien in Anspruch nehmen (im Aktivgeschäft) oder – ➋ in unerwartet hohem Umfang Kundeneinlagen abgezogen werden (im Passivgeschäft). Dadurch entsteht für das Institut ein Liquiditätsrisiko bzw. ein Refinanzierungs-Risiko, das durch entsprechende Massnahmen des Risikomanagements abgedeckt werden muss.
Siehe Abruffrist, Downside Risk, Risiko, Terminrisiko, Vorauszahlungsrisiko, Vorratskredit.
Vgl. Jahresbericht 2008 der BaFin, S. 56 (Vorschriften für das Liquiditätsrisiko-Management), Jahresbericht 2010 der BaFin, S. 56 (neue Anforderungen an das Liquiditäts-Management).

Abruffrist (drawdown period)

veröffentlicht am

Zur notwendigen Liquiditätsplanung der Bank vorgegebener Zeitraum, innert dessen ein Kunde über ein ihm gewährtes Darlehn verfügen soll.
Siehe Abrufrisiko, Vorauszahlungsrisiko, Vorfälligkeits-Entschädigung.