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Bankist (bankster)

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Bankist (bankster): Im Zuge der auf die Subprime-Krise folgenden Finanzkrise in die deutsche Sprache eingedrungenes Wort mit stark abwertender Bedeutung (very derogativ meaning). Im Grunde wird unterstellt, dass ein Banker nur darauf aus sei, die Kunden zu übervorteilen und zu schröpfen (that the aim of a banker is to nobble and to fleece the customer). Freilich hat sich gezeigt, dass überwiegend das Personal in Volksbanken und Sparkassen als vertrauenswürdig eingeschätzt wird. – Siehe Börsenspieler, Finanzsodomit, Misochrematie, Shitstorm, Verschwörungstheorien.

Rücklagen-Verzehr (exhaustion of reserves)

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Rücklagen-Verzehr (exhaustion of reserves): Auf die Gesetzliche Krankenversicherung (statutory health insurance) bezogen, so meint man damit die Tatsache, dass aufgrund der Alterung die Kassen ihre Rücklagen alsbald verlieren. –  1.. Entweder müssen dann die Beitragssätze erheblich erhöht werden (contributions have to be drastically increased), und zwar nach Berechnungen von derzeit 15,5 Prozent auf 21,5 Prozent im Jahr 2060. – 2.. Oder der Staat muss die Krankenkassen mit Steuermitteln bezuschussen (must subsidise the sickness funds from the national budget). – 3.. Eine dritte Möglichkeit wäre die kräftige Senkung der Leistungen der Krankenversicherung (a drastic reduction of health insurance benefits). Jede dieser Wege hat erhebliche Auswirkungen auf die Volkswirtschaft gesamthaft, zumal die Gesetzlichen Krankenversicherungen im Umfang ihrer Ausgaben (volume of expenditure) im Jahr 2014 etwa sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmachten. – Siehe Altersquotient, Global Macro, Japan-Syndrom, Methusalem-Syndrom, Nachhaltigkeit, Kapitalflucht, Risikoaversion, Schattenverschuldung, Staatsverschuldung, Überalterung, Vergreisung. – Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juli 2014, S. 31 ff. (ausführliche Darstellung; viele Übersichten und Tabellen; S. 49 ff.: Auflistung wichtiger bezüglicher Rechtsquellen).

Kaufkraft (purchasing power)

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Kaufkraft (purchasing power):  1…Die Fähigkeit einer Geldeinheit, eine bestimmte Menge von Gütern (Waren und Dienstleistungen) am Markt zu erwerben; in älteren Veröffentlichungen auch Zahlkraft genannt. –  2…Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage (aggregate demand), die dem Angebot gegenübertritt. Die Kaufkraft in diesem Sinne wird im wesentlichen bestimmt (is largely determined) durch die ausbezahlten Löhne und Gehälter. – Siehe Assignaten, Deflations-Spirale, Geldwert, Geldwertstabilität, Inflation, Leitwährung, Preisindex der Lebenshaltung, Sparquote, Valorisationsklage.

Deflations-Spirale (deflation spiral)

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Deflations-Spirale (deflation spiral): 1… Wenn die Menschen glauben, dass die Preise sinken, dann –  1..stellen sie anstehende Anschaffungen (planned purchases) zurück; denn sie erwarten, bald alles noch billiger kaufen zu können. –  2..Dadurch überfüllen sich die Läger der Hersteller. –  3.. Diese müssen die Produktion drosseln (are forced to cut-back production) und – 4.. Arbeitskräfte freisetzen. Das bewirkt, dass – 5.. aufgrund der jetzt weniger bezahlten Löhne und Gehälter weiter Kaufkraft verlorengeht, folglich – 6.. die Produktion weiter zurückgefahren werden muss und noch mehr Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren. Dazu – 7.. werden sich die Unternehmen angesichts dieser Lage im Einkauf zurückhalten; denn Lagerhaltung wird leicht zur Verlustquelle, wenn die Verkaufspreise stetig fallen und sogar unter die Einkaufspreise und Produktionskosten sinken. – Um diesen Teufelskreis (vicious cycle) erst gar nicht in Gang kommen zu lassen, ist es wichtig, die Erwartungen von Konsumenten und Unternehmen über die künftige Preissteigerungsrate stabil zu halten. – 2… Sinken die Preise, so nimmt – 1.. die reale Last der Schulden in den Unternehmen zu; denn sie erlösen für ihre Güter weniger Geld, müssen aber weiterhin eine gleich bleibende nominale (in money terms) Schuld bedienen. – 2.. Firmen, die einen hohen Anteil an Fremdkapital (borrowed capital) haben, können dadurch rasch in Zahlungsschwierigkeiten kommen. – 3.. Sind auf diese Weise viele Unternehmen betroffen, so sitzen die Banken plötzlich auf hohen Anteilen uneinbringlicher Forderungen. Bankinsolvenzen drohen dann die Krise zu verschlimmern. – Siehe Apfelernte-Schluss, Deflation, schlechte, Deflation, hässliche.

Taadil (taadil, market fee)

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Taadil (taadil, market fee): In älteren Dokumenten eine Abgabe, die Kaufleute beim Feilbieten von Waren im ehemaligen türkischen Herrschaftsgebiet zu entrichten hatten (a market charge for merchants in the former Turkish territory). – Siehe Marktgeld, Messe-geld, Standgeld.

Systematomanie (systematomania)

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Systematomanie (systematomania): In Bezug auf die Geldtheorie das krampfhafte Bestreben, alle Erscheinungen, alles Geschehen auf den Finanzmärkten in ein Lehrgebäude zu zwingen (the excessive endeavour to systemise all everyday realities and activities on the financial markets). – Siehe Finanzgeschichte, Geldethik, Geldlehre, Paradoxomanie, Sparsamkeitsregel.

Sursatgebühr (fee for an export of corn license)

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Sursatgebühr (fee for an export of corn license): In alten Dokumenten eine Zahlung für den Erlaubnisschein zur Ausfuhr von Getreide. – Das Wort Sursat ist türkischen Ursprungs, zusammengesetzt aus den Befehlsformen sur und sat: führe aus und verkaufe. – Siehe Ausfuhrprämie.

Superindukt (extra duty)

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Superindukt (extra duty): In älteren Dokumenten eine ausserordentliche Abgabe. Sie wurde den Steuerpflichtigen auferlegt, wenn die gewöhnlichen Steuereinnahmen nicht zur Deckung des Staatsbedarfs ausreichten, und dies geschah regelmässig in Kriegszeiten (this regularly occurred in times of war). – Siehe Dänengeld, Defensionergeld, Festungsgeld, Friedensgeld, Heergeld, Hussengeld, Türkengeld.

Superrevision (re-auditing, follow-up check)

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Superrevision (re-auditing, follow-up check): In älteren Dokumenten gesagt von der nochmalige Durchsicht und Begutachtung von abgewickelten Geschäftsvorfällen und insbesondere von Rechnungen durch einen zwecks dessen vorübergehend eingerichteten Ausschuss in einer Bank, allgemein bei einem Unternehmen oder bei einer öffentlichen Stelle. – Siehe Rechnungshof.

Sparmahlzeiten und in älteren Dokumenten auch Phiditien (money-saving meals, spare meals)

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Sparmahlzeiten und in älteren Dokumenten auch Phiditien (money-saving meals, spare meals): Speisung mit Gerichten, die zwar schmackhaft und ernährungsphysiologisch (nu-tritionally: in regard to nutrition as the process by which a living person assimilates food) hinreichend sind. Die Ausgaben für die Bereitstellung des Essens sind jedoch bewusst, planmässig sehr niedrig gehalten. Oft dient das eingesparte Geld dazu, einem wohltätigen Zweck zugeführt zu werden (the money saved is donated for charities). – Siehe Sparsamkeit.