# Liquiditätsrisiko (liquidity risk)

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- Modified: 2022-10-15T09:14:10+00:00
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## Definition

Allgemein die Gefahr, nicht genügend Liquidität zur Verfügung zu haben, um fällige Verbindlichkeiten pünktlich zu begleichen (the eventuality of not having access to liquidity or unutilised credit facilities in order to settle payments due). Durch eine genaue Finanzplanung lässt sich dieses Risiko mindern. Durch geeignetes Liquiditätsmanagement muss sichergestellt werden, dass ein Unternehmen allgemein und Institut im besonderen auch in Krisenzeiten zahlungsfähig bleibt. – Bei Banken ein allfälliger Verlust vor allem daraus, dass – eine grosse Zahl von Einlegern aus irgend einem Grund ihre Depositen gleichzeitig abhebt (Abrufrisiko) und – die Bank ihre kurzfristige Kreditaufnahme nicht oder nur zu gestiegenen Kosten über den InterbankenGeldmarkt verlängern kann (Refinanzierungsrisiko); Grund dafür könnte beispielsweise die Herabstufung des Instituts durch Rating-Agenturen sein. - Allgemein sieht man ein höheres Liquiditätsrisiko bei sehr grossen, weitverzweigten Instituten. – Seit etwa 2007 rechnet man dem auch die Gefahr bei, aufgrund aussergewöhnlicher Umstände Vermögenswerte gar nicht oder nur mit einemunverhältnismässig hohen Abschlag am Markt in Bargeld umwandeln zu können, das Marktliquiditätsrisiko (the risk that assets can not be converted into cash because of reduced access to or demand from the market, which either precludes the purchase or sale of such items, or would require their sale at a loss). Dieses Risiko zeigte sich besonders bei der im Gefolge der Subprime-Krise 2007 aufgetretenen Finanzkrise. Weltweit mussten sich viele Anleger - unter anderem auch HedgeFonds - plötzlich von Vermögenswerten trennen, was zu einem starken Preisverfall führte. - Schwierigkeiten bereitet oft die Unterscheidung zwischen Liquiditätsrisiko und Solvenzrisiko. Ein Liquiditätsrisiko bedeutet, dass augenblicklich kein Bargeld zur Verfügung steht, um Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Im Regelfall kann aber ein Unternehmen bei dieser Lage bei der Bank ein Darlehn aufnehmen und so die Liquiditätsklemme überwinden. Hingegen bedeutet Insolvenzrisiko die Gefahr, dass die Passiva die Aktiva übersteigen, In diesem Falle wird kaum ein Institut einen Kredit ausreichen, und die Firma gerät in Konkurs. – Siehe Abschmelzrisko, Bankengeldmarkt, EURIBOR, Eventualschaden, Gegenpartei, zentrale, Gigabank, LIBOR, Liquiditätsformen, Liquiditätskrisenplan, Liquiditätspuffer, Liquiditäts-Tausch, Liquiditätsverordnung, Marktfähigkeit, Marktrisiko, Risiko, banktechnisches, Risiko, operationelles, Risikomanagement, Solvenzaufsicht, Solvenzrisiko, Terminrisiko. – Vgl. Monatsbericht der EZB vom August 2002, S. 60 f., Jahresbericht 2007 der BaFin, S. 115 f. (neue Regeln zum Liquiditätsrisiko-Management; ab Jahresbeginn 2008 sind die MaRisk auf Liquiditätsrisiken anzuwenden; Praxisstudien), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom September 2008, S. 59 ff. (Steuerung der Liquiditätsrisiken), Jahresbericht 2008 der BaFin, S. 56 (Vorschriften für das Liquiditätsrisiko-Management), S. 133 (Prüfungen institutsinterner Risikomodelle), Jahresbericht 2009 der BaFin, S. 50 f. (Eckpfeiler für das Liquiditätsrisiko-Management), Jahresbericht 2010 der BaFin, S. 189 (eigene MaRisk für Kapitalverwaltungsgesellschaften). Achtung: Das Finanzlexikon ist urheberrechtlich geschützt und darf ohne die ausdrückliche Einwilligung lediglich zum privaten Gebrauch benutzt werden! Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec. Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol. E-Mail-Anschrift: info@jung-stilling-gesellschaft.de https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Ernst_Merk https://www.jung-stilling-gesellschaft.de/merk/ https://www.gerhardmerk.de/

## Machine-readable

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