# Hedge-Fonds-Gefahren (hedge fund risks)

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- Modified: 2022-10-15T09:13:53+00:00
- Language: de

## Definition

Vor allem sieht man als Gefährdungen: – der Hebel (leverage) ist zu hoch; beim 1998 in Schwierigkeiten geratenen Hedge-Fonds LTCM hatte der Hebel 25 betragen: um diesen Faktor übertraf das Portfolio das Eigenkapital des Fonds. Viel Fremdkapital gestattet es einem Hedge-Fonds, die Rendite stark zu steigern. Solange die Zinsen für das Fremdkapital unter der Rendite des Fonds liegen, besteht ein starker Anreiz zur Aufnahme von immer mehr Fremdkapital. – Es werden Mittel aus regulierten Märkten in unbeaufsichtigte Offshore Finanzplätze verlegt, was leicht zu einem sorgloseren Risikomanagement führt. – Ein hoher Performancedruck nötigt die Manager der Hedge-Fonds zu gleichgerichtetem Handeln: ihre Risikoneigung steigt; gleichzeitig erhöht sich die Gefahr, dass es zur Insolvenz des Fonds kommt. – Eine hohe Verschuldung zwingt bei Verlusten zu einem raschen Abbau der verursachenden Engagements: es kommt dadurch sehr leicht zu einem Rush to the exit, wie sich angesichts der auf die Subprime-Krise 2007 folgenden Finanzkrise gezeigt hat.– Die Tätigkeit in verhältnismässig illiquiden Märkten kann dort plötzliche Preissprünge mit weitreichenden Folgen auslösen bzw. - wie angesichts der Subprime-Krise - bestehende Marktstörungen verstärken. Dies gilt besonders dann, wenn auf die Hedge-Fonds hohe NachschussAufforderungen (margin calls) ihrer Prime Broker zukommen und gleichzeitig Investoren ihre Einlagen bei dem Hedge-Fonds abziehen, weil sie vielfach selbst in eine Liquiditätsklemme geraten sind. Dadurch wurde im Zuge der Subprime-Krise (in the slipstream of the turmoil surrounding sub-prime crisis) die Volatilität auf dem Finanzmarkt merklich erhöht; gleichzeitig stieg die Abgangsquote der Hedge-Fonds von normalerweise weltweit zwölf Prozent pro Jahr auf mehr als das Doppelte. - Andererseits aber gibt es keinerlei Beleg dafür, dass Hedge-Fonds bei der Verursachung der auf die Subprime-Krise folgenden Finanzkrise eine massgebliche Rolle gespielt haben, wiewohl das oft behauptet wurde. – Siehe Ausschlachten, Ausserbörslich, Barausgleich, Beaufsichtigung, indirekte, Counterparty Risk Management Policy Group, Darlehn-gegen-Papiere-Geschäft, DominosteinEffekt, Hebel(wirkung), Hedge-Fonds-Strategien, Kapital-Abzapfung, Rush to the exit, Zombie-Bank. – Vgl. Jahresbericht 2004 der BaFin, S. 18 f., S. 89 (Probleme bei der Risikomessung von Dach-Hedge-Fonds) S. 182 ff. (neuere aufsichtsrechtliche Entwicklung), Jahresbericht 2009 der BaFin, S. 211 (internationale Bemühungen um strengere Regulierung) sowie den jeweiligen Jahresbericht der BaFin, Kapitel "Aufsicht über den Wertpapierhandel und das Investmentgeschäft", Finanzstabilitätsbericht 2012, S. 67 ff. (Schattenbankbereich insgesamt und seine Risiken). Achtung: Das Finanzlexikon ist urheberrechtlich geschützt und darf ohne die ausdrückliche Einwilligung lediglich zum privaten Gebrauch benutzt werden! Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec. Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol. E-Mail-Anschrift: info@jung-stilling-gesellschaft.de https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Ernst_Merk https://www.jung-stilling-gesellschaft.de/merk/ https://www.gerhardmerk.de/

## Machine-readable

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