# Grössenvertrauen (too big to fail-principle)

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- Modified: 2022-10-15T09:13:50+00:00
- Language: de

## Definition

Auf Finanzmärkten die Erwartung der Marktteilnehmer, dass im Falle von Krisen sehr grosse Banken - vor allem systemische Banken, Sifis - durch Staatshilfen unterstützt werden. - Hier wird eine besondere Moral HazardGefahr gesehen, weil die entsprechenden Grossbanken geneigt sein könnten, höhere Risiken einzugehen. Dies ist auch ein entscheidender Grund dafür, dass die Aufsichtsbehörden in der Regel Grossbanken besonders im Auge haben, auch die europäische Bankenaufsicht gemäss Satzung vor allem systemischen Banken prüft und jede Staatsgarantie für eine Bank als wettbewerbsverzerrend gilt. - Andererseits geniessen europaweit oder gar global tätige Institute durch die Erwartung eines Bail-out im Krisenfall grundsätzlich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber kleineren Banken. Sie können sich zinsgünstiger refinanzieren, was sich allein schon in einem Milliardenbetrag jährlich zu ihren Gunsten niederschlägt. Bei näherem Besicht handelt es sich dabei um eine staatliche Subvention zu Lasten kleinerer Institute. Der Wettbewerb auf dem Finanzmarkt wird so verzerrt. Daher schlagen viele Ökonomen vor, durch Gesetz Grössenbeschränkungen für Banken (laws limiting the size of institutes) einzuführen. - Dem jedoch steht entgegen, dass manche Kunden nur weltumspannend tätige, systemische Banken mit einer Leistungserbringung in bestimmten Geschäftsfeldern beauftragen. Wenn daher die Beschränkung der Grösse ein Ziel ist, dann muss dies für alle Staaten in gleicher Weise gelten. Das zu erreichen erscheint zumindest heute angesichts der politischen Interessen einzelner Staaten so gut wie völlig ausgeschlossen. – Siehe Bank, systemische, Bankenaufsicht, europäische, Bear Stearns-Pleite, Crash, Einzelfallentscheidung, Finanzmarkt-Interdependenz, Gewährträgerhaftung, G-Sifi, Gibrat-Regel, Gigabank, Grossbank, Grossbankenvertrauen, Grössen-Effekte, Kobra-Effekt, Lehman-Pleite, Megamanie, Pflichtwandelanleihe, Risikoabschirmungsgesetz, Rush to exit, Schuldenbombe, Single Master Liquidity Conduit, Too big to fail-Grundsatz, Subsidiaritätsprinzip, Vertrauen. – Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Oktober 2005, S. 74 f. (dort in Anmerkung 2 auch Hinweis auf wichtige Studie), Finanzstabilitätsbericht 2012, S. 98 (weiterhin Gefahren durch den Zusammenbruch global vernetzter Institute). Achtung: Das Finanzlexikon ist urheberrechtlich geschützt und darf ohne die ausdrückliche Einwilligung lediglich zum privaten Gebrauch benutzt werden! Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec. Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol. E-Mail-Anschrift: info@jung-stilling-gesellschaft.de https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Ernst_Merk https://www.jung-stilling-gesellschaft.de/merk/ https://www.gerhardmerk.de/

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