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Strukturreformen (structural reforms)

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Strukturreformen (structural reforms): Alle Massnahmen zur Anpassung einer Volkswirtschaft an veränderte Gegebenheiten im eigenen Land und damit verbunden in Bezug auf die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt. In erster Linie sind dabei –  1..die Gütermärkte und –  2..der Arbeitsmarkt (hier vor allem durch Regelungen für den Ruhestand [retirement plans], Schulungsmassnahmen, wirkungsvolle Arbeitsvermittlung, flexible Lohnsetzung, Lockerung des Kündigungsschutzes [easing of dismissal protection]) betroffen. Indessen bedarf es oftmals auch –  3..einer Umgestaltung des beruflichen Bildungswesens (reorganisation of the vocational training), –  4..des Ausbaus der Verkehrswege (expansion of traffic network) und der Telekommunikation (telecommunications sector) sowie –  5.. eines Technologieschubs (better promotion of innovation and technology). Geschieht das alles nicht laufend, sondern wird verschleppt (is delayed), so verschlechtert sich der Aussenwert der Währung. Das Land gleitet mehr oder minder schnell in den Staatsbankrott ab. – In einem gemeinsamen Währungsraum wie dem Eurogebiet kann ein reformunwilliges Mitglied alle anderen Teilnehmer in eine Krise stürzen. Es ist daher durchaus berechtigt, wenn reformunwillige (reform-averse) Teilnehmer der EWU durch Gruppendruck zum Abbau makroökonomischer Ungleichgewichte gedrängt werden. – Siehe Angleichungsautomatismus, Bail-out, Blame game, Erpressungspotential, Euro-Bonds, Europäische Schuldenagentur, Europäische Währungsunion, Grundfehler, Europäischer Stabilitätsmechanismus, EWU-Sprengsatz, Finanzstabilität, Goldopfer, Grexit, Gruppendruck, Haushaltskonsolidierung, Irland-Krise, Neuro, Politikklammer, Politikverzug, Rückschlag-Effekt, Schuldenclub, Schuldendroge, Schuldentragfähigkeit, Semester, europäisches, Solidarität, finanzielle, Staatsverschuldungs-Druck, Stabilitäts- und Wachstumspakt, Grundfehler, Steuerungs-rahmen, Transferunion, Verfassungsartikel eins, Verkrustungen, strukturelle, Verschul-dung-Produktivität-Verkettung, Vertragstreue, Wachstum-Schulden-Tatsache, geschichtli-che. – Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Januar 2014, S. 21 ff. (ausführliche Darstellung der Wirkungen verpasster Strukturreformen bei Mitgliedern der EWU; viele Übersichten), Monatsbericht der EZB vom Juli 2014, S. 63 ff. (kurzfristige und langfristige Wirkungen von Strukturreformen, Übertragungseffekte; Literaturhinweise; Übersichten).


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