Personal tools

Sentiment (sentiment)

veröffentlicht am

Sentiment (sentiment): Wenn nicht anders definiert versteht man darunter die Stimmung (opinion based more on emotion than on reason) an der Börse; näherhin die bei den Anbietern und/oder Nachfragern vorherrschenden und in ihren Handlungen zum Ausdruck kommenden Einschätzungen der Märkte, einschliesslich der Erwartungen. Eigene Sentiment-Analysten versuchen auf verschiedenen Wegen, die Entwicklungsrichtung für die Börse gesamthaft, für Papiere einzelner Wirtschaftszweige oder auch für einzelne Titel zu erforschen. Entsprechendes gilt auch für Warenbörsen, wiewohl dort dem Sentiment allgemein eine geringere Bedeutung zugeschrieben wird als an Wertpapierbörsen. – Soweit börsliche Erwartungen öffentlich – auch im Zuge einer Astro-Prognose, in Internet-Foren, in Blogs oder bei Twitter – bekanntgemacht werden, ist Misstrauen angebracht. Denn auch auf diesem Wege versuchen häufig genug auf Kursmanipulation ausgerichtete Fachleute, Anleger zu entsprechenden Entscheidungen zu veranlassen. – Als verlässlich für die Darstellung der Stimmungslage auf dem amerikanischen Aktienmarkt gilt der täglich veröffentlichte CBOE Volatility Index (Vix), der auf Grundlage von an der Terminbörse in Chicago (Chicago Board Options Exchange [CBOE], eine der weltgrössten Options-Börsen mit einem jährlichen Handelsvolumen von über einer Milliarde Kontrakten) gehandelten Optionen ein Mass für die erwarteten Kurssteigerungen am US-Aktienmarkt ist; im Jargon auch „Angstbarometer“ (fear barometer) genannt. – In Europa dient der Rendite-Abstand zwischen italienischen und deutschen zehnjährigen Staatsanleihen als ein wichtiges Merkmal für die Stimmung im Eurogebiet. – In welchem Zustand sich die Finanzbranche befindet, lässt sich anhand des Depo-Repo-Spreads, des Unterschieds zwischen einem dreimonatigen EURIBOR sowie einem Zinssatz für risikolose Übernachtkredite (EONIA) berechnen. In der Regel wird die entsprechende Abweichung in Basispunkten angegeben und bezieht sich auf Dreimonatsgeld. Der Spread ist ein Mass für Unsicherheit und Vertrauen/Misstrauen am europäischen Geldmarkt. – Während der auf die Subprime-Krise folgenden Finanzkrise stieg die Abweichung beider Zinssätze von zuvor durchschnittlich sieben Basispunkten auf bis zu einhundertachtzig Basispunkten an. – Siehe Bewertbarkeit, Daimonion, Finanzgeier, Frontrunning, Grundstimmung, Hedge-Fonds-Strategien, Montag, schwarzer, Freitag, schwarzer, Renditejagd, Sell-in-May-Effekt, Sensitivitätsanalyse, Übermut, Übertragungseffekt, psychologischer, Vorschatten-Effekte.


Kommentare geschlossen.