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Rogoff-Studie (Rogoff paper)

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Rogoff-Studie (Rogoff paper): Im Jahr 2010 veröffentlichten die beiden Starökonomen Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff – dieser war Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds – eine empirische Untersuchung über den Zusammenhang zwischen Staatsverschuldung und Wirtschaftswachstum in zwanzig Industrieländern nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass das Wachstum in Ländern mit Verschuldung von mehr als 90 Prozent des Bruttoinlandprodukts um grob ein Prozent niedriger lag als in Staaten mit niedriger Verschuldung. In einem weltweit anlegten Feldzug in allen Medien wurde im Frühjahr 2013 die Rogoff-Studie als gefälscht dargestellt, weil angeblich der Untersuchung zugrunde gelegten Zahlen willkürlich ausgewählt worden seien. – Widerlegt wurde freilich die Studie weder empirisch noch sachlich. Denn sind die öffentlichen Schulden erdrückend gross, dann muss der Staat auf die Dauer höhere Steuern erheben. Diese aber bremsen die Wirtschaft, und es wird weniger investiert. Dazu sinken bei hoher Steuerlastquote die Leistungsanreize. Es sinkt damit auch das Angebot an Innovationen; die Patenterteilungen in hoch verschuldeten Staaten sind nachweislich gering. –  Siehe Ausgabenquote, öffentliche, Bankenrettung, umgekehrte, Deficit-Debt-Adjustment,  Finanzpolitik, Finanzreferendum, Haushaltsdefizit, Haushalts-Kennziffern, Methusalem-Syndrom, Nachhaltigkeit, Nettogläubiger, Schuld, schwebende, Schuldenbremse, Schuldendroge, Schulden-Schulden-Rezept, Schuldentragfähigkeit, Sozialstaat-Falle, Staatsverschuldung, Wirkungen, Staatsschulden-Rückführung, Staatsverschuldungs-Druck, Stabilitäts- und Wachstumspakt, Sunset-Vorbehalt, Tragfähigkeit öffentlicher Finanzen, Verfassungsartikel eins, Zahltag-Grundregel.


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