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Renditejagd (hunt for returns, chase after returns)

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Renditejagd (hunt for returns, chase after returns): Besonders im Umfeld einer Niedrigzinspolitik anschwellende Neigung, hohe Risiken einzugehen, um Erträge zu erwirtschaften. – Versicherungen, die ihren Kunden eine Mindestverzinsung zugesagt haben, geraten bei einer nahe Null liegenden Verzinsung von Einlagen in eine Klemme; denn sie müssen höhere Zinsen zahlen als sie für die herkömmliche Anlage der eingehenden Prämien erhalten. Sie werden also versuchen, Engagements einzugehen, die eine höhere Rendite – jedoch nach dem Rendite-Risiko-Grundsatz auch eine höhere Verlustgefahr – erwarten lassen. Beispielsweise vergeben sie Darlehn an Finanzinvestoren oder betätigen sich auf Rohstoffmärkten, soweit dies aufsichtsrechtlich statthaft ist. – Gerade auch Finanzinvestoren müssen jetzt riskanteren Engagements zuwenden, und dabei verschulden sich erfahrungsgemäss diese Unternehmen in bedenklichem Umfang. Geraten sie nun in eine Liquiditätsklemme, so sind sie gezwungen, ihre Vermögenswerte zu jedem Preis zu verkaufen. Das hat vielfache Auswirkungen auf die entsprechenden Märkte und treibt den Finanzinvestor selbst leicht in den Ruin. Diese Gefahr ist deshalb so gross, weil der Schattenbankbereich bis anhin von den Aufsichtsbehörden noch nicht überwacht wird. – Siehe Finanzialisierung, Geheimtip, Gleiches Geschäft – Gleiche Regel-Grundsatz, Go-go-Fonds, Hölle-und-Flut-Vertrag, Junk-Bonds, Penny-Stocks, Pump and Dump, Risikokapital, Risikoneigung, Schattenbank Terror-Papiere, Zitterprämie.


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