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Renationalisierung und Desintegration (renationalisation, disintegration)

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Renationalisierung und Desintegration (renationalisation, disintegration): In Zusammenhang mit der EWU um 2012 aufgekommene Bezeichnung für die Geschäftspolitik europäischer Banken, bei der Kreditvergabe nur noch heimische Unternehmen zu bedienen. Der europäischen Finanzmarktintegration wird dadurch entgegengewirkt. Grund für diese Erscheinung ist die Tatsache, dass sich die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen (macroeconomic environment) einiger Mitgliedsstaaten der EWU besorgniserregend verschlechtert hatten, und die Institute hier ein hohes Ausfallrisiko befürchten, zumal Gläubiger im Zuge der Rettungsmassnahmen etwa für Griechenland und Zypern auf einen Grossteil ihrer Forderungen im Rahmen eines Schuldenschnitts verzichten mussten. Dadurch erhält beispielsweise derzeit (im Sommer 2013) ein auf dem Weltmarkt sehr erfolgreicher Mittelständler (medium sized firm) in Norditalien Kredit – wenn überhaupt – zu bei weitem höheren Zinsen als der Konkurrent im benachbarten Österreich. Dies ist eine Wettbewerbsverzerrung (distortion of competition) und für einen gemeinsamen Binnenmarkt untragbar. – Siehe Bankenunion, Enteignung, kalte, Finanzmarktintegration, Giovanni-Barrieren, Griechenland-Krise, Home Bias, Rechtsangleichung, Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente, SEPA-Rat, Stabilitätsfonds, europäischer, Südfront, Systemkonflikt, finanzmarktlicher. Transferunion, Vertragstreue, Zwangsenteignung.


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